Hi,
mich wuerde interessieren, warum alte Leute sich oft nichts sagen lassen wollen. Ich habe das schon oft erfahren und gestern dann auch wieder von meinem Vater gehoert, der die letzten 3 Wo bei seinen Eltern verbracht hatte weil meine Oma (82), die seit Jahren Alzheimer hat, wg. Thrombose ins Krankenhaus musste. Mein Opa (88) faengt auch schon an sich zu wiederholen und dieselben Fragen zu stellen, es geht aber noch. Auf Leute, die ihm Gutes tun wollen, hoert er generell nicht. Z. B. hat er mittlerweile ein schlechtes Gehoer und daher den Fernseher auf volle Lautstaerke. Meine arme Oma, deren Gehoer ok ist, muss das ertragen und hat auch abends oft Kopfschmerzen. Als mein Vater dann den TV auf normale Lautstaerke stellte, hat mein Opa ihn gefragt warum er den Ton abgestellt haette, weil er nichts mehr hoeren wuerde. Er braucht offensichtlich ein Hoergeraet, laesst sich das aber nicht sagen. Er beschuldigte meinen Vater, er wuerde das nur sagen um ihn zu verletzen. Er laesst sich da absolut nicht ueberzeugen, sein Gehoer sei vollkommen in Ordnung.
Meine Grosseltern sind beide nicht gerade uebergewichtig (fuer ihr Alter enstprechend), konsumieren Fett aber pfundweise. Die Butter wird in dicken Scheiben aufs Brot geschmiert und pro Woche verbrauchen sie fast einen Liter Oel (mein Opa hatte vor 10 J. einen Bypass). Mein Vater hatte gekochte Rinderbruehe ueber Nacht stehen lassen und als er die Fettschicht oben entfernt hatte und wegwerfen wollte, ist mein Opa ausgerastet. Weil sie zuviel Fett in Blut haben, nehmen sie dagegen Medikamente. Sie lassen sich auch nicht sagen, dass das voelliger Bloedsinn ist und sie den Fettkonsum normalisieren sollten, denn Medikamente haben auch Nebenwirkungen und koennen anderen Schaden anrichten, ganz zu schweigen von dem vielen Fett.
Mein Opa hat auch keine Geduld mit meiner armen Oma, er faehrt sie oft an (ich habe dir das doch schon 10 Mal gesagt), was sie natuerlich unruhig und aggressiv macht und er versteht absolut nicht, dass das ihr Befinden verschlechtert. Es ist natuerlich sehr schwer mit jemandem zu leben, den man nicht alleine lassen kann, er kann damit aber gar nicht umgehen. Es gibt in dem Land wo sie wohnen auch keine Heime fuer Alzheimer Patienten (ein normales wuerde sie nicht akzeptieren), d. h. er muss mit der Situation zu Hause leben. Finanziell geht es ihnen gut, sie muessen nicht jeden Penny umdrehen und koennten sich auch eine Hilfe leisten.
Mein Opa ist noch relativ gut beisammen, ich verstehe aber nicht warum er so stur ist, wenn die Familie nur helfen will. Meiner Oma koennte es vielleicht sogar besser gehen ohne diesen hohen Fettkonsum und das Medikament gegen das viele Fett im Blut, oder zumindest die Krankheit verzoegern, was es ja auch fuer meinen Opa leichter machen wuerde, er laesst sich das jedoch nicht sagen. Mein Vater und seine Schwester wollen sich da jetzt auch nicht mehr einmischen, da vergebliche Liebesmueh. Mir tut es nur schrecklich leid und es ist schwierig fuer uns alle, ihren Verfall mit ansehen zu muessen, der so rapide nicht vonstatten gehen muesste. Zudem hat mein Opa absolut kein Interesse fuer irgendwas, sein Tag besteht aus Fruehstueck, Morgenkaffee, Mittagessen, Mittagsschlaf, Mittagskaffee, Abendessen, Nachrichten sehen, Schlafen. All die Sachen wie z. B. Gedaechtnisuebungen, alternative Therapien fuer meine Oma, die sich positiv auf ihren Zustand auswirken koennten (und haetten koennen, da sie schon vor 15 J. die ersten Anzeichen zeige), finden nicht statt.
Woher kommt das, dass alte Leute so oft so stur sind? Mein Opa war schon immer schwierig, aber je aelter er wird, desto schlimmer.
Gruesse
Kris
