Warum laufen uralte Filmaufnahmen so schnell

Jeder kennt das vom Fernsehen: Es werden alte Filme z.B. aus dem Ersten Weltkrieg oder den 20er-Jahren gezeigt. Dabei fällt immer wieder auf, dass die Personen nicht gehen, sondern laufen und auch die Autos recht schnell fahren. Nicht weil die Zeiten damals hektischer waren als heute, sondern weil die alten Filme offensichtlich viel schneller laufen als die moderneren.
Woran liegt das? An den alten Kameras, die damals verwendet wurden? Und weiß jemand, ab wann es dann Kameras gab, die die Aufnahmen in der richtigen Geschwindigkeit aufnehmen konnten? Könnte das Fernsehen die Geschwindigkeit der alten Filme nicht einfach ausgleichen, indem es die Filme in Zeitlupe abspielt?

Moien

Woran liegt das? An den alten Kameras, die damals verwendet
wurden?

Richtig. Der Film wurde per Handkurbel durchgezogen. Da keine 2 Kameraleute gleich schnell gekurbelt haben laufen die Filme heute etwas ungleichmässig/schnell.

Und weiß jemand, ab wann es dann Kameras gab, die die
Aufnahmen in der richtigen Geschwindigkeit aufnehmen konnten?

Ja. Allerdings müsste man die Bilder interpolieren (damit es nicht ruckartig aussieht) und den Ton auch anpassen (zur Zeit des umfilmen der ganz alten Teile auf moderne Medien war das noch richtig Aufwand).

cu

Ohne es zu wissen, nur eine Vermutung:
Evtl. haben die Kameras zu wenig Bilder pro Sekunde aufgenommen. Damit dann die Bilder wirklich als Film und nicht als Diashow wirkten, mussten die Bilder schneller abgespielt werden um flüssig zu wirken.

Woran liegt das? An den alten Kameras, die damals verwendet
wurden? Und weiß jemand, ab wann es dann Kameras gab, die die
Aufnahmen in der richtigen Geschwindigkeit aufnehmen konnten?
Könnte das Fernsehen die Geschwindigkeit der alten Filme nicht
einfach ausgleichen, indem es die Filme in Zeitlupe abspielt?

Ich vermute,hier spielt eine Mischung aus Filmaterial und Bilderzahl/sek eine Rolle. Einerseits wird das Filmmaterial damals höhere Belichtungszeiten gehabt haben,dadurch waren weniger Bilder/sek bei der Aufnahme möglich. Sicherlich könnte man die Filme einfach in Zeitlupe abspielen,andererseits wären dann hässliche Ruckler die Folge (die Personen haben sich ja während der relativ langsamen Aufnahme fortbewegt). Und durch ein Abspielen in normalem Tempo (d.h. 25fps) wird dann halt so ein Zeitraffereffekt sichtbar,der meines Erachtens immernoch besser ist als ein Stroboskopeffekt.

Marco

Hallo Fragewurm,

Woran liegt das? An den alten Kameras, die damals verwendet
wurden? Und weiß jemand, ab wann es dann Kameras gab, die die
Aufnahmen in der richtigen Geschwindigkeit aufnehmen konnten?

Diese Filme sind noch mit 16 Bildern pro Sekunde aufgenommen worden, die heutige Norm arbeitet mit 24 Bildern pro Sekunde.
Legt man einen solchen Film in einen heutigen Projektor ein, läuft alles im Zeitraffer ab.

Die Kurbelkameras hatten aber schon Fliehkraftregler um eine einigermassen vom Kameramann unabhängige Bildfrequenz zu haben.

MfG Peter(TOO)