Warum liegen so oft Seen zu den Füßen der Berge?

Denkt man an eine Berglandschaft denkt man doch automatisch an Seen, Gewässer, Bäche irgendwas. Warum liegen so oft größere Seen zu den Füßen der Berggipfel?

Hi,

weil Wasser der Schwerkraft gehorcht und nach unten flieeßt, bzw. nicht nach oben fließen kann.

die Franzi

ich denke bei „berglandschaft“ automatisch an … berge!

aber im ernst: ich finde im gebirge nicht mehr seen als anderswo auch.

Weil sich Wasser in Verbindung mit Bergen so hervorragend malen, fotografieren und filmen lässt. Die Spiegelungen sind faszinierend.

Wenn Du eine Landkarte zu Rate ziehst, wirst Du auch im Flachland ausgedehnte Seenlandschaften finden. Mir fallen spontan dazu die mecklenburgische Seenplatte oder die südfinnischen Seen ein.

Gruß merimies

Weil man für einen See ein Tal braucht, in dem sich das Wasser sammelt. Und Täler findet man bevorzugt zwischen Bergen - ist ja auch im Prinzip das gleiche wie ein Berg, nur umgekehrt. :slight_smile:

In einer Ebene kann sich Wasser nicht sammeln. Es braucht immer eine Vertiefung. Und wo eine Vertiefung ist, ist auch eine Erhöhung - wenn man in die andere Richtung guckt. Und wenn die Erhöhung dann deutlich höher ist als der Wasserspiegel, hat man einen Berg.

Gruß,
Max

Servus,

ich schätze, dass Du da eine ziemlich kleine Auswahl von Bergen vor Augen hast, nämlich Alpen und Voralpen. Die dortigen Seen sind recht jung (etwa 20 000 Jahre) und stehen mit der Vergletscherung in Zusammenhang. Kar-Seen (die nicht sehr viel davon ausmachen) findet man immer am Anfang eines Gletschertrogs, sie „gehören“ zum Gebirge - Beispiel der Feldsee am Feldberg. Seen, die die von Gletschern „vorbereiteten“ Täler von Schmelzwasserflüssen füllen, findet man sowohl am Rand von Gebirgen (Forggensee bis Traunsee), als auch weit weg davon (Berliner Seen bis „Holsteinische Schweiz“). In diesen Lagen auch Seen, die durch Endmoränen aufgestaut sind. Außer den Kar-Seen gibt es noch einen anderen, ebenfalls seltenen Typ, der Gebirge für seine Entstehung braucht: Das sind die Seen, die durch Bergstürze entstanden sind, die einem Gewässer den Weg verlegt haben (Poschiavo, Davos).

Kurzer Sinn: Es ist rentabel, bevor man sich nach dem Grund für einen Sachverhalt fragt, zunächst zu überprüfen, ob dieser Sachverhalt überhaupt gegeben ist. Es wäre ziemlich sinnlos, eine Antwort auf die Frage „warum gehen Schnürsenkel so oft mittwochs auf?“ zu suchen, bevor man festgestellt hat, ob sie wirklich am Mittwoch häufiger aufgehen als an anderen Wochentagen.

Schöne Grüße

MM

Der Forggensee ist, ganz nebenbei bemerkt, ein künstlicher Stausee

Servus,

ja, aber man hat ihn da gemacht, wo es gut gepasst hat. Ich hab ihn bloß genannt, weil er am westlichen Anfang der Kette liegt - wenn man einmal den Bodensee, den Degersee und Konsorten weglässt, aber die gehen eh extra.

Die sonst in diesem Teil Deutschlands übliche Unterscheidung See - Weiher ischt eh it so gnau.

Schöne Grüße

MM

S. Aprilfisch.
Dazu kommt das optische Phänomen. Im nördlichen Flachland mit eh viel feucht fällt ein See halt nicht so viel auf wie zwischen Bergen.

Als Ergänzung zu den von Aprilfisch beschriebenen Endmoränenseen: Die größeren Alpenflüsse hatten ursprünglich ebenfalls Endmoränenseen, diese wurden im laufe der Zeit vom Fluss aber durchbrochen und haben sich entleert. So hatte die Isar auch mal einen See.
Udo Becker

Und wenn man dann einmal oben ist und merkt, dass man sich getäuscht hat und es in Wirklichkeit noch viel höher hinaufgeht, kann man schon auch einmal einen See haben, oder ein halbes Dutzend: http://f.hikr.org/files/530109.jpg

Schöne Grüße

MM

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Da ist was wahres dran :smiley: Oh mann…