Hallo, lese seine Postings und betrachte seine „home-page“,
dann weißt du es!
Ok, ich kann ja nachher mal browsen…
Es soll ja vorkommen, dass
Leute, die sich verplant haben, Geld brauchen. Der Verkäufer
gewinnt aus illiquider Anlage Liquidität und ist bereit,
Rendite dafür zu opfern.
Unter diesen Gesichtspunkten, wenn tatsächlich keine anderen
Prioritäten zu setzen sind, ist es was anderes! Das ist
allerdings nicht das Thema!
OK, dann sind wir uns da ja einig. Dass es genauso Unfug ist, den Leuten auf Teufel komm raus die Kündigung ihrer LV aufzuschwatzen wie ihnen auf Teufel komm raus den Abschluss selbiger aufzuschwatzen, ist schließlich einleuchtend.
Banal geschrieben, warum nimmt der Käufer dann nicht die
Rendite eines Fonds? Die ist doch nach Meinung einiger um so
viel besser!
Weil Anlagen nicht nur durch das eindimensionale Qualitätskriterium „Rendite“ gekennzeichnet werden. Du hast mindestens das magische Dreieck „Rendite - Liquidität - Volatilität“, und im Detail noch viel mehr Differenzierung (z.B. steuerliche Aspekte). Klar hat ein Backofen mehr Watt als ein Toaster… aber das ist nicht das einzige Kriterium bei der Küchengeräteauswahl.
Geld kann ich auch als Käufer nur einmal ausgeben. Also muss
er doch das Geld für die aufzukaufende LV eigentlich für einen
Fonds ausgeben oder etwa nicht!?
Es sei denn, er kann die LV besser gebrauchen als den Aktienfonds (ich unterstelle das jetzt mal, wenn du ohne weitere Definition „Fonds“ sagst). Das hängt halt vom Käufer ab, was er braucht.
Naja… ja. Das ist genau der Haken bei Lebensversicherungen
(ohne Nachzuschlagen unterstelle ich, dass §54aVAG sich darauf
bezieht). Dass sie ein eher unflexibles Investment sind.
Das ist sowohl der Haken als auch das Positive. Flexiblere
Anlagen kann ich rund um die Uhr tätigen. Für eine
Altersversorgung darf es ruhig etwas starrer sein oder etwa
nicht!
Klar, wenn man total gesicherte Verhältnisse hat. Es gibt wohl auch viele Leute mit weniger sicherer Stellung, die eine KLV machen, obwohl sie es vielleicht nicht sollten. Angeblich werden ja sehr wenige KLV bis zum vereinbarten Ablauf wie geplant durchgehalten.
Lebensversicherungen erwähne ich nur im Zusammenhang mit den
„Spezialheuschrecken“, welche die Leute animieren, länger
laufende LVn […] zu kündigen […].
Dass diese Rechnung bei z.B. 15 J. Restlaufzeit nur aufgehen
kann, wenn der entsprechende Fonds noch erfunden wird oder
wenn ein Glücksumstand der Sonderklasse eintritt, liegt auf
der Hand!
Allgemeine Zustimmung, LV kündigen ist halt der Worst Case.
Jedenfalls… dein Argument ist in etwa „Leute kaufen
Kreissägen. Wären Werkzeugkoffer so toll, wie xyz behauptet,
würden sie ja stattdessen Werkzeugkoffer kaufen.“
Liest sich wohl lustig, passt aber überhaupt nicht!
Naja, s.o. – Investments haben verschiedene Charakteristika.
P.S. Noch etwas zu deiner angeblich (früheren) grottigen LV:
2004 hat map-report eine Untersuchung getätigt. Zu diesem
Zeitpunkt lagen von 73 Fondssparplänen Ablaufdaten über 20
Jahre Laufzeit vor. Diese erzielten im Durchschnitt 5,32%
Rendite. Der SCHWÄCHSTE Lebensversicherer brachte es über die
gleiche Laufzeit auf 5,40%(trotz Todesfallschutz - vom Besten
will ich gar nicht schreiben)!
Alles nur Vorurteile!
Also ich persönlich hatte noch nie eine KLV.
Ich habe eben selbst mit Bundesbankdaten nachgerechnet, welche Rendite ein von Januar 1984 bis Januar 2004 laufender monatlicher Sparplan auf den Dax gehabt hätte – etwa 7,3%. Unter Annahme von 1,5% Kosten p.a. (monatlich anteilig entnommen) immerhin noch ca 5,6%. Das passt mit deiner Aussage größenordnungsmäßig zusammen. Allerdings sind die Kosten bei Indexfonds/ETF in der Regel viel niedriger.
So, nun war 2004 aber praktisch am Ende einer tiefen Baisse, die auf eine starke Übertreibung folgte… wenn wir die gleiche Rechnung um 2 Jahre verschoben durchführen (1/1986 - 1/2006), kommen wir auf ca. 8,7% ohne Kosten, 6,9% mit 1,5% Kosten p.a. Sieht schon wieder besser aus.
Ich hoff, meine Skripte rechnen richtig…
Fazit: punktuelle Betrachtung funktioniert bei Aktienfondssparplan nicht besonders gut, man muss verschiedene Zeiträume betrachten.
Grüße,
Sebastian