Warum macht ein Ölfilm auf Wasser bunte Farben?

Hallo,
also ich hab dazu mal folgende Seite:
http://leifi.physik.uni-muenchen.de/web_ph12/mustera…
Da steht, dass sich unter einem bestimmten Betrachtungswinkel immer verschiedene Frequenzen auslöschen, also negativ interferieren und damit immer gewisse Frequenzen im Licht fehlen und so eben kein weißes Licht mehr ist, das von einem gewissen Punkt ins Auge fällt. Jetzt stell ich mir mal die Energiepakte(Photonen) vor. Wenn die also irgendwie so nach ihrer Reflexion sind, dass sie mit der Materie nicht mehr wechslewirken können, dann frag ich mich, wo die Energie hingegangen ist, sodass sie nach Verlassen des Ölfilms aufeinmal wie nicht mehr da sind? Wo sind sie denn hingegangen? Oder muss die Energie, die vorher in den Photonen war, jetzt für immer ungenutzt bleiben? Oder ist das, was dort beschrieben ist nur fürs Rechnen gut?

Danke für die Antwort.
Tim

Hi!
Das was du schreibst klingt irgentwie so kompliziert das mir meine Antwort schon fast zu einfach vorkommt.
Soweit ich weiß liegt das an der Reflektion, bestimmte Frequenzen werden total reflektiert und treffen ins Auge, andere gehen durch den Film durch. Die Energie bleibt dann jeweils bei ihren Strahlen.

Hoffe das konnte dir helfen
Dirk

Auch Hallo,

Dein Problem ist, dass Du auf die Natur des Lichtes (und anderer Wellen) hereingefallen bist.

Licht stellt sich manchmal als Photon (Teilchen) dar in anderen Situationen als Welle.

Ein ganz einfacher Versuch: nimm die eine möglichst punktförmige Lichtquelle oder Tageslicht und halte Deine Hand dicht vor das Auge und schaue durch den dünnen Spalt, der z.B. vom Zeige- um Mittelfinger gebildet wird. Wenn er eng genug ist, wirst Du helle und dunkle Streifen sehen, dies ist nur mittels Wellen zu erklären (Interferenz).

Das Licht, das vom Ölfilm reflektiert wird, wird einmal an der Oberfläche aber auch an der Grenzschicht Wasser/Öl reflektiert.
Die beiden Strahlen interferieren und löschen bestimmte Wellenlänge aus so dass nur noch farbiges „Restlicht“ zu sehen ist.

Such mal unter dem Stichwort „Farben dünner Schichten“, „Interferenz“. Ich habe jetzt nicht gesucht, aber es sollten Treffer zu finden sein.

WEnn Du nicht weiter kommst, mail mal, dann kann ich das mal aufmalen und mailen.

Ein schönes WE

Gruß Volker

Hallo,

http://leifi.physik.uni-muenchen.de/web_ph12/mustera…
Da steht, dass sich unter einem bestimmten Betrachtungswinkel
immer verschiedene Frequenzen auslöschen
Wo ist die Energie hingegangen?
Wo sind sie denn hingegangen?

Die Energie (Intensität) ist (und auch die Photonen sind) bei diesem Winkel tatsächlich weg, taucht aber bei einem anderen Winkel dafür verstärkt wieder auf. Im Mittel (gemittelt über alle Winkel) ist die Energie für alle Winkel bei jeder Wellenlänge erhalten.

Mit Photonen als Teilchen lässt sich so etwas sicherlich auch erklären, ginge aber über die übliche Schulphysik weit hinaus (Relativistische Quantenfeldtheorie - ich weiß es aber nicht).

Mit einem Photon als Welle is es dafür einfach, wie in dem Link angegeben, zu verstehen.

Übrigens findet man ähnliche Phänomene auch bei Elektronen, die in einem Kristall oder an einem Magnetfeld eines Strom durchflossenen Drahtes gestreut werden. Das kann man besonders einfach erklären, wenn man das Elektron als (DeBroglie)Welle betrachtet. Interpretiert wird das dann als Wahrscheinlichkeit, das Elektron unter einem Winkel zu finden. Ohne Magnetfeld hätte man eine homogene Verteilung der Elektronen, mit Magnetfeld ist unter bestimmten Winkeln kein Elektron zu finden unter anderen dafür mehr. Also auch da „verschwindet“ mancher Orts ein Elektron und taucht anderen Orts dafür mehrfach auf. Die Gesamtzahl der Elektronen gemittelt über die Winkel bleibt aber erhalten.

Also, die Photonen (als Teilchen) werden an dem dünnen Film gestreut und finden sich danach unter manchen Winkeln weniger häufig, unter anderen dafür häufiger.

Im übrigen folgt daraus, wie ich gerade feststelle, dass hier (bei dünnen Filmen) die geometrische Optik (Ausfallswinkel = Einfallswinkel, Brechungsgesetz) nicht mehr gilt. Das ist Paradox, aber es muss so sein. Nähme man nämlich monochromatisches Licht und hätte man nichts außer destruktiver Interferenz unter dem in der Zeichnung angegebenen Ausfallswinkel alpha, dann hätte man ja tatsächlich Energie (=Intensität) verloren!

Die Lösung dieses Paradoxons: Nach dem Huygenschen Prinzip breitet sich Licht aus, indem sich an jedem Punkt der Wellenfront Kugelwellen ausbilden. Bei großen Strukturen (Filmdicke >> Wellenlänge) wird die Einhüllende der Kugelwellen zu einer ebenen Wellenfront (Ebene Welle) und man ist im Bereich der geometrischen Optik. Aber bei Filmdicke ~ Wellenlänge muss man die aus dem Film austretenden Wellen als Kugelwellen ansetzen und es bilden sich Interferenzmuster wie beim Spalt, bzw. optischen Gitter.

Oder liege ich da falsch, kann das jemand beurteilen?

Hat jemand einen Link auf die Intensitätsverteilung monochromatischen Lichtes, das an einem dünnen Film gestreut wird?

[Es gäbe natürlich auch der Erklärungsversuch einer Totalreflektion im Innern des Films (wie bei einem Lichtwellenleiter): Das Licht (Intensität, Energie) tritt dann seitlich aus. Aber das wäre auch wider der geometrischen Optik, wenn alpha kleiner wäre als der Brewsterwinkel. Dann bleib ich lieber gleich beim Huygens.]

Da steht, dass sich unter einem bestimmten Betrachtungswinkel
immer verschiedene Frequenzen auslöschen, also negativ
interferieren und damit immer gewisse Frequenzen im Licht
fehlen und so eben kein weißes Licht mehr ist, das von einem
gewissen Punkt ins Auge fällt. Jetzt stell ich mir mal die
Energiepakte(Photonen) vor.

Stell Dir das Licht in diesem Fall besser als elektromagnetische Welle vor.

Wenn die also irgendwie so nach
ihrer Reflexion sind, dass sie mit der Materie nicht mehr
wechslewirken können, dann frag ich mich, wo die Energie
hingegangen ist, sodass sie nach Verlassen des Ölfilms
aufeinmal wie nicht mehr da sind?

Die Wellen einer bestimmten Wellenlänge löschen sich an einem bestimmten Punkt gegenseitig aus. An einem anderen Betrachtungspunkt hast Du andere Farbeffekte. Der Energieerhaltungssatz bleibt gültig.