Warum 'NICHT statt 'KEIN'?

Guten Tag,

ich habe eine Frage zur Negation!

Was ist richtig und welche Regel muss angewendet werden?

„Susanne darf noch nicht Auto fahren!“ oder „Susanne darf noch kein Auto fahren“

In einem Deutschbuch fand ich:„Susanne darf noch nicht Auto fahren!“ Aber auch:" Martin darf noch keinen Alkohol trinken!"

Wo ist da der Unterschied? Warum einmal „nicht“ und dann „kein“??

Fuer eine hilfreiche Antwort bin ich dankbar!!

Einen schoenen Gruss

Gregor

Hallo GFalke

„nicht“ bezieht sich auf ein Verb, „kein“ auf ein Substantiv.

Bei deinen beiden Beispielen hast du zusammengesetzte Verben benutzt.
AUTOFAHREN

Nimm andere Beispiele:

Ich habe keinen Menschen gesehen.
Ich habe kein Tier getötet.

Ich habe nicht geklingelt.
Ich habe nicht geschlafen.

Aber: Ich habe Nichts gegessen.
Ich habe kein Brot gegessen.

s.v.v.b.e.e.q.v.

Olschi

Hallo,

Wo ist da der Unterschied?

„nicht“ bezieht sich auf das Verb, also auf die Tätigkeit,
„kein“ bezieht sich auf das Objekt, also das Ding.

Beide Wörter können in den beiden Beispielen verwendet werden, es ist inhaltlich kein echter Unterschied vorhanden.

Gruß

Bona

Hallo Olschi!

Danke fuer die Hilfe. Ok, in diesem Fall lag es am zusammengesetzten Verb.
Jetzt habe ich in einem anderen Deutschbuch noch zwei weitere Beispielsaetze gefunden, bei denen auch beide Negationen verwendet werden:

Er nimmt jetzt noch nicht (keine) Stellung.

Er wird nicht (kein) Arzt.

„Stellung nehmen“ und „Artzt werden“. Sind das auch zusammengesetze Verben?? Oder warum ist hier wieder beides moeglich??

Kannst Du da bitte noch mal kurz etwas zu sagen??

Gruss

Gregor

Hallo, Bona,
oder um es an diesem Beispiel zu verdeutlichen:
„Inhaltlich ist kein Unterschied vorhanden.“
„Inhaltlich ist ein Unterscheid nicht vorhanden.“

Gruß
Eckard

Hallo GFalke

nicht / keine Stellung haben kann man es vielleicht auch so verdeutlichen:
Stellungnahme (da ist das „nehmen“ im Substantiv mit drin)

Bei „Arzt werden“ ist das Verb ein Hilfsverb (sein), da geht beides, so wie in:
Es ist nicht Winter
Es ist kein Winter

Beim Hilfsverb haben:
Er hat nichts zu beissen
Er hat keinen Bissen.

Bei „haben“ fiel mir kein besseres Beispiel ein.
Gruß Olschi

Servus, Eckard,

oder um es an diesem Beispiel zu verdeutlichen:
„Inhaltlich ist kein Unterschied vorhanden.“
„Inhaltlich ist ein Unterscheid nicht vorhanden.“

wobei die 2. Variante den Zuhörer erstmal auf eine falsche Fährte lockt: erst " ist ein Unterschied" und dann nicht vorhanden. Schriftlich mag’s angehen, aber wenn das Konstrukt im Vortrag auftaucht (dann meist mehrfach), wird’s irgendwann lästig. Als gleichwertig sehe ich die beiden Formen deshalb nicht an.

Gruß Ralf

Hallo!

oder um es an diesem Beispiel zu verdeutlichen:
„Inhaltlich ist kein Unterschied vorhanden.“
„Inhaltlich ist ein Unterscheid nicht vorhanden.“

wobei die 2. Variante den Zuhörer erstmal auf eine falsche
Fährte lockt: erst " ist ein Unterschied" und dann
nicht vorhanden. Schriftlich mag’s angehen, aber wenn
das Konstrukt im Vortrag auftaucht (dann meist mehrfach),
wird’s irgendwann lästig. Als gleichwertig sehe ich die beiden
Formen deshalb nicht an.

Ich stimme Dir zu, es gibt einen inhaltlichen Unterschied.

„Ein Mensch ist da.“

negiert:
„Ein Mensch ist nicht da.“ oder
„Kein Mensch ist da.“

Das ist doch wohl ein Unterschied!

Michael

Hi Michael,

„Ein Mensch ist da.“

negiert:
„Ein Mensch ist nicht da.“ oder
„Kein Mensch ist da.“

da driften wir schwer ins Semantische ab, Letzteres heißt ja „Niemand ist da.“

Der schönste Satz mit Mensch, in dem nicht und kein beliebig ausgetauscht werden können, ist so manchem Ausbilder beim Barras gewidmet:

„Er ist kein Mensch, er ist kein Tier,
er ist
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v
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STABSUNTEROFFIZIER!“

Gruß Ralf

Er ist kein Mensch, er ist kein Tier, …

Mein lieber Ralf,
aber auch hier bezieht sich „kein“ auf das Substantiv, „nicht“ auf das Verb.

Gruß
Eckard Statler

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Guten Tag,

Hallo Olschi!!

Ich glaube ich habe es verstanden!!

Vielen Dank

GFalke

Moin, Statler,

aber auch hier bezieht sich „kein“ auf das Substantiv, „nicht“
auf das Verb.

natürlich, die Syntaxregeln gelten nach wie vor. Das Beispiel zeigt nur, dass die Semantik Aussage die gleiche sein kann , auch wenn das höchst selten der Fall ist.

Gruß
Waldorf