Hallo Petzi…
das ist ja doof *seufz* Hierzulande kommt man meist direkt zum
Personaler. Oder - anders gesagt - dann sag doch der
Sekretärin, dass Du Meier (alternativ Wurst) heissen würdest.
Wenn Du dann beim Personaler bist, rückst Du das gerade und
sagst, dass die nichtsnutzige Tussi wohl Tomaten
auf den Ohren seine charmante Kollegin das wohl
ein wenig falsch verstanden hätte. Aber erst wenn er fragt,
sonst die „Guten Tag Herr …, ich rufe an wegen…“-Stategie.
Wie umgehe ich dann nur die ewige Buchstabiererei, die nahezu jede® Angehörige der Spezies „homo sapiens secretarius“ (bitte nicht als Abwertung verstehen - ich mag Eure Stimmen so sehr, liebe Vorzimmerdamen und -herren) stellt, solange der Name nicht mit einem in kleineren Lexika abgedruckten Wort übereinstimmt.
„Ja, hallo, hier Kanzlei ‚Großkopp‘-Ge-Emm-Bä-Haah, wenn Sie
jetzt noch Ihren Namen aufgesprochen hätten, hätten Sie die
Stelle gehabt.“
Neee, ne?
Ist einem Bekannten (wirklich nicht ich! Habe erst seit kurzem einen AB im Telefon, und den hab ich noch nie eingeschaltet!) von mir so ähnlich passiert - allerdings hat er „etwas zu viel“ als Ansage gehabt - und keinen Namen. Man sah den „Anruf in Abwesenheit“ von jener Firma (wo noch kein VG gelaufen war), beim Rückruf war der Personalchef in einer mindestens siebenstündigen Besprechung - und am übernächsten Tag war die Absage in der Post.
Und normalerweise erteilt man telefonisch keine Absage, oder?
oder das „mit wem spreche ich denn da?“
Dann ist’s doof. Der Trick ist also, diese Frage so lange wie
möglich rauszuzögern. Niederquasseln heisst das Stichwort *fg*
„Komm-nn-se zum Punkt, werter Herr“ / „wer will das wissen?“ / „hat Ihre Frau Mama Ihnen denn keine Manieren beigebracht / beigebracht, dass man sich zumindest als Anrufer mit Namen meldet?!“
Er *ist* deutlich fremdländisch, ja. Das war es aber auch
schon.
Das erstaunt mich aber dann wirklich, dass das schon beim
ersten Telefonat ein Problem ist… Wie gesagt, bei einzelnen
Hohlköppen könnte man sich das noch vorstellen, aber generell
erscheint mir das doch eher merkwürdig.
Ich sage nicht generell (sonst steuerte ich nicht auf die 15% zu und hätte Quasizusagen von solchen, die sich eh keinen Mitarbeiter leisten könnten und das auch wissen). Aber es ist schon recht verbreitet.
Rekordanruf: viermal nennen und dreimal buchstabieren. Und das ganze jeweils mal zwei (einmal Vorzimmer, einmal Personaler).
Weiterer Rekordanruf (all-time-Klassiker):
- Firma meldet sich (Chef am Telefon!!) - 3 sec
- Ich melde mich mit Namen und stelle meine Frage - 5 sec
- Chef fragt nochmal nach dem Namen - 2 sec
- Ich nenne ihn deutlicher - 1 sec
- „Tut mir leid, aber die Stelle ist schon vergeben“ - 3 sec.
14-sekündiges Telefonat.
Wenn das mal nicht Zeitersparnis ist (normalerweise bleibt eine Bewerbung Statistiken zufolge so um die 50 Sekunden in der Hand des (Personal-)Chefs beim Erstkontakt)… ich sollte Tantiemen für diese Optimierung verlangen! Diese 72%ige Arbeitskostenersparnis im Recruiting-Prozess als meinen Erfolg im nächsten Bewerbungsanschreiben be-selbstbeweihräuchern…
Oder noch ein Klassiker, der mich Zeit meines Lebens verfolgt:
Ich
a) schreibe meinen Namen auf ein Formular, sauber leserlich
b) nenne den Namen und buchstabiere ihn, wahlweise nach deutschem oder NATO-Buchstabieralphabet
oder
c) bilde Assoziationen mit Berühmtheiten, die auch diesen Namen tragen (da gibt es z.B. im Bereich Sport jemand)
und erhalte in etwa 6 von 10 Fällen das Resultat, dass der Name total falsch geschrieben wurde und
a) entweder gar keine Reaktion passiert
b) oder der „obligatorische Fehler“ an anderer Stelle eingebaut wird.
Zufall, wenn das 25 Jahre lang immer wieder passiert und man in solchen Fällen im Schnitt vier Korrekturschritte braucht, um die richtige Schreibweise klarzumachen?
In der Verzweiflung habe ich es z.B. beim Bund ganz aufgegeben, überhaupt noch um Korrektur zu bitten. Gab zwar „Ärger, weil ich in meinem (vierten) Truppenausweis ‚rumgekritzelt‘ hatte“, aber das war’s wert.
- wie oft werde ich mich unterschriftenmäßig verschreiben und
wie wird es aufgefasst?
Och, das Problem muss jede Frau nach der Hochzeit des Mannes
durchmachen. Das ist lösbar 
Okay, das habe ich mir selbst eingebrockt.
- wie kriege ich die Zeugnisse umgeschrieben (eine damalige
Kollegin von mir hatte an entsprechender Stelle schon
Probleme, nach der Scheidung ihre Zeugnisse auf ihren
Mädchennamen umschreiben zu lassen…)?
Weiss nicht. Von wievielen Werken reden wir denn? Doch
allenfalls ein Abi und einen Studienabschluss, oder? Aber ich
ahne nicht, wie sowas rechtlich ausschaut…
Für *alle* Fälle müssten mindestens 12 Dokumente geändert werden (inkl. Ausweispapiere, Führerschein etc). Dabei gibt es z.B. das Problem, dass zwei der Firmen, bei denen ich in der Schulzeit ein Praktikum gemacht habe, gar nicht mehr existieren (sauber liquidiert und abgewickelt - da gibt es keine Nachfolgefirma!).
- mein Freundeskreis bedankt sich, wenn alle nen neuen Namen
lernen müssen
So what? Das hält geistig rege *fg*
Und dann nach er Rente zurückändern, um meinem Freundeskreis Alzheimer zu ersparen, gell?
- außerdem gibt das einen mittelschweren Familienkrieg - will
ich auch nicht riskieren
Das mag das grösste von allen Problemen sein. Wie fürchterbar
die Rache da sein wird, kann ich nicht abschätzen.
Andererseits - mir fällt da schon wieder was ein: damit kannst
Du auch Deinen Lebensunterhalt sichern: „Okay, Pate - ich
ändere meinen Namen nicht in Hans Wurst, aber das kostet Dich
jeden Monat 10 Mille. Euro. Überweis an meine Bank auf den
Caymans.“ Hilft zwar nicht unmittelbar bei der Jobsuche, ist
aber gut gegen pleite sein 
Also bite… die Frage, wer die neopolitanisch Mandoline im Hintergrund bedient, wäre noch das einfachste Problem.
Außerdem weiß ich als Steuerrechtler, dass es nicht „allzu“ schwer ist, Geld zu den Caymans zu bekommen - aber das zurückholen ist ein echtes Problem.
Zusätzlich glaube ich kaum, dass meine überaus kleine Sippe (ist ja effektiv gesehen nur noch eine Person so schnell mal „sammeln“ geht).
Und: Es soll auch Norweger mit Locken und dunkler Haut
geben… Hoch lebe „Friseurbesuch“ und „über Nacht im Solarium
eingesperrt“.
Klar, aber wir wollen ja Fragen beantworten und nicht weitere
aufwerfen *fg*
Das musste einfach sein.
Sage ich doch die ganze Zeit
. Entweder hats „menschlich“
nicht gepasst (="der Neue hat mich beschissen… liebe
langgediente Mitarbeiter, mobbt ihn, bis das Kamel quiekt)
oder man baut sich gezielt einen Kopf zum Rollen auf
Eben
Loswerden wird man Dich mit einem hieb- und
stichfesten Grund auch wenn Dein Name der wahre Grund wäre…
„Du nimmst es auf Dich oder Du fliegst“
Das ist nicht nur auf Ämtern so.
Das ist es nicht… ich sag ja nur, dass ich schon so viele Berater hab heulen hören… an Amtsstelle.
„mein Mitarbeiter, der Herr
‚Lohnsklave‘, ist ja normal so ein alter inkompetenter
Kameltreiber, äääähhh… sooo zuverlässiger Kerl - aber
ausgerechnet bei *dem* Fall, bei dem ich auf Millionen
verklagt werden könnte, da isser aufm Weg zum Briefkasten bei
einem Moonwalk-Unfall verunglückt… und die Ärzte haben den
Schriftsatz eine Woche später zufällig bei einer Notoperation
in seinem… öhmmm… Hinterteil entdeckt - hätte ich davon
gewusst, hätte ich ja die verbleibenden zwei Wochen genutzt,
den nächsten loszuschicken… aber ich war auf einer
Golf-Rei… ähh Fachtagung in Hawa… ähh… Frankfurt…“ und
so weiter).
*pruuust* und Du hast Sorgen, Dir eine tolle Erklärung für
Deinen Namen auszudenken?
*Das*, meine Liebe, ist oft genug genau so passiert. Die Ausschmückungen waren nur eine Frage des Konsums von Edel&Starck, Scrubs sowie ein wenig Mundstuhl.
Außerdem musste ich den Beweis antreten, dass das Thema „Schriftstellerei“ nun doch nicht so fern liegt, nicht wahr?
*lach* Nix da, Du hattest eine Karriere in anderen Bereichen
ausdrücklich ausgeschlossen. Nix mit der Schriftstellerei *fg*
Moooment. Habe nur gesagt, dass ich mich im anderen Bereich
zuhause fühle. Aber mal so ein bissel den Künstler raushängen
lassen - wieso auch nicht?
Okay, dann lass uns ein Buch schreiben. „Alla ma am sucha nach
Arbeita“.
Hmm… ich würde einen der folgenden Titel bevorzugen:
- „Senkung der Lohnnebenkosten durch Wiedereinführung der Leibeigenschaft“ (das gäbe eine zusätzlich Option, das Problem im weiteren Rahmen anzugehen)
oder:
- „Jung - dynamisch - entlassungsproduktiv“ (da habe ich mal vor Monaten in einem Anflug von Kreativität ein Cover zu gebastelt)
Gruß
GM