Warum noch bewerben?

Hi Grübelmonster,

bei fast allem was ich sagen wollte, hat mir Karin schon das Wort aus den Tasten genommen, darum nur kurz was zum Namen.

Generell würde ich wenn Dein Name denn so schrecklich ist (gleich mehr dazu) folgendes tun:

  1. bei initiativen Telefonaten mich mit dem genuschelten Namen oder gar nicht melden. Sondern mehr so „Guten Tag Herr Personalmichl, ich habe zu dem Job ein paar Dutzend Fragen…“ Die wenigsten Jungs sind routiniert genug, den ersten Redefluss sofort zu unterbrechen, wenn sie den Namen nicht mitgekriegt haben *fg* (Ausser in der Schweiz, aber da ist’s auch kantonal unterschiedlich…)
  2. Wenn das Telefon klingelt, melde ich mich mit „Hallo?“ Find ich zwar eigentlich auch wenig höflich, aber in dem Fall wohl sinnig. Oder ein Anrufbeantworter „Hier ist der Anschluss 0123 - 456789, bitte stammeln Sie jetzt“ mit SOFORTIGEM Rückruf.

Nun zu dem schrecklichen Namen. Ich nehme mal an, dass Dir der „Abdulla bin Imladen“ als unsereinem fremdartig klingende Verhonepiepelung ist - genauso wie wohl die wenigsten Deutschen „Hans Wurst“ heissen :wink: Und natürlich verstehe ich auch, dass Du Deinen Realnamen hier nicht angibst. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es drei Gründe für viele Personaler gibt, Dich deswegen nicht einzustellen

  1. Dein Name ist irgendwie historisch belegt. Sprich, Du hattest unglaublich kreative Eltern, die Dich „Adolf Hitler“, „Fidel Castro“ oder ähnliches genannt haben.

  2. Dein Name ist einfach dämlich, weil Du vielleicht „Reiner Zufall“, „Egon Scheisser“ oder eben „Hans Wurst“ heisst.

  3. (und darauf tippe ich): Dein Name klingt so ähnlich wie „Abdulla Bin Imladen“ und weckt beim durchschnittlichen deutschen Personaler ungute Assoziationen.

Aber vielleicht kannst Du den Namen ja ändern? Bei ersteren beiden dürfte es ein leichtes sein, den Namen bei der zuständigen Behörde ändern zu lassen.
Beim dritten kommt’s wohl drauf an, ob Du die deutsche Staatsbürgerschaft hast. Falls ja und falls zudem noch Dein Name wirklich so übel ist (oder eventuell in der Heimatsprache was übles bedeutet) oder wenn Deine Vorfahren diesen Namen aufgrund politischer/religiöser Gründe annehmen musster, sollte das auch gehen. Hat zumindest gerade einer meiner Arbeitskollegen durch.
Allerdings ahne ich natürlich nicht, ob Du das willst… Das ist ja doch ein Schritt, der sehr tief in die Identität geht - ich wollte es nur nicht unerwähnt gelassen haben. Ausserdem ahne ich nicht, was man mit frühreren Zeugnissen in so einem Fall tut.

Ansonsten bin ich natürlich gerne bereit, an der Herkunftsgeschichte für den Namen mitzuschreiben :wink: Du müsstest uns halt ein paar Stichworte geben, den Norweger mit schwarzer Hautfarbe und Locken wird uns wohl kein Personaler abkaufen *fg*

  • Überlebt man die Probezeit, wenn der falsche Name rauskommt?

Das wünsche ich Dir doch :wink: Kann höchstens sein, dass man Dich da rauswirft, aber das weiss ich nicht…

Gäbe es dabei Rechtsmittel?

Wenn es deswegen ist sicher. Aber sei überzeugt, selbst wenn man Dich deswegen rauswirft, wird man einen anderen - politisch korrekten - Grund finden auf den man das schieben kann…

interessiert: „Inzwischen 15% Quote VG’e pro Antworten, wird
Ende September erreicht sein“.

Super! Ich freu mich für Dich!!!

Würde mich echt freuen, das mit Euch allen mal auszukarteln.
Wer weiß - vielleicht wird eine Fortsetzung zu Wallraffs „Ganz
Unten“ daraus?

*lach* Nix da, Du hattest eine Karriere in anderen Bereichen ausdrücklich ausgeschlossen. Nix mit der Schriftstellerei *fg*

*wink*

Petzi

Hallo Petzi!

Generell würde ich wenn Dein Name denn so schrecklich ist
(gleich mehr dazu) folgendes tun:

  1. bei initiativen Telefonaten mich mit dem genuschelten Namen
    oder gar nicht melden. Sondern mehr so „Guten Tag Herr
    Personalmichl, ich habe zu dem Job ein paar Dutzend Fragen…“
    Die wenigsten Jungs sind routiniert genug, den ersten
    Redefluss sofort zu unterbrechen, wenn sie den Namen nicht
    mitgekriegt haben *fg* (Ausser in der Schweiz, aber da ist’s
    auch kantonal unterschiedlich…)

Tja, schon probiert. In den jeweiligen Vorzimmern ist man darauf geschult, sich den Namen buchstabieren zu lassen, solange er nicht „Müller oder Schmidt“ lautet. Und schon ist der Name bekannt und „gefürchtet“.

  1. Wenn das Telefon klingelt, melde ich mich mit „Hallo?“ Find
    ich zwar eigentlich auch wenig höflich, aber in dem Fall wohl
    sinnig. Oder ein Anrufbeantworter "Hier ist der Anschluss 0123
  • 456789, bitte stammeln Sie jetzt" mit SOFORTIGEM Rückruf.

Zwar gibt es selten einen Rückruf, ist aber auch schon dagewesen, sinngemäßer Dialog:

„Ja, hallo, hier Kanzlei ‚Großkopp‘-Ge-Emm-Bä-Haah, wenn Sie jetzt noch Ihren Namen aufgesprochen hätten, hätten Sie die Stelle gehabt.“

oder das „mit wem spreche ich denn da?“

oder - wie gesagt - eben gar nichts, sondern gleich Absage per Post oder Mail oder sonstwas.

Nun zu dem schrecklichen Namen.

Naja, sooo schrecklich finde ich ihn nicht… Man hat sich halt nach 'nem Vierteljahrhundert aneinander gewöhnt, ne?

Ich nehme mal an, dass Dir der
„Abdulla bin Imladen“ als unsereinem fremdartig klingende
Verhonepiepelung ist - genauso wie wohl die wenigsten
Deutschen „Hans Wurst“ heissen :wink: Und natürlich verstehe ich
auch, dass Du Deinen Realnamen hier nicht angibst. Dennoch
kann ich mir vorstellen, dass es drei Gründe für viele
Personaler gibt, Dich deswegen nicht einzustellen

Ich weiß, dass es eine Verhohnepiepelung ist - allerdings wäre mir der Name „Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah“ (gut, dass Karl May’s eigenes Urheberrecht abgelaufen ist…) als Beispiel lieber gewesen *lach*

  1. Dein Name ist irgendwie historisch belegt. Sprich, Du
    hattest unglaublich kreative Eltern, die Dich „Adolf Hitler“,
    „Fidel Castro“ oder ähnliches genannt haben.

Nein. Gerade nochmal nachgeprüft. Keine negative Vorbelastung erkennbar.

  1. Dein Name ist einfach dämlich, weil Du vielleicht „Reiner
    Zufall“, „Egon Scheisser“ oder eben „Hans Wurst“ heisst.

Wieder nein. Der Name klänge übersetzterweise vielleicht etwas hochnäsig, aber wer macht sich schon die Mühe?

  1. (und darauf tippe ich): Dein Name klingt so ähnlich wie
    „Abdulla Bin Imladen“ und weckt beim durchschnittlichen
    deutschen Personaler ungute Assoziationen.

Er *ist* deutlich fremdländisch, ja. Das war es aber auch schon.

Aber vielleicht kannst Du den Namen ja ändern? Bei ersteren
beiden dürfte es ein leichtes sein, den Namen bei der
zuständigen Behörde ändern zu lassen.
Beim dritten kommt’s wohl drauf an, ob Du die deutsche
Staatsbürgerschaft hast. Falls ja und falls zudem noch Dein
Name wirklich so übel ist (oder eventuell in der Heimatsprache
was übles bedeutet) oder wenn Deine Vorfahren diesen Namen
aufgrund politischer/religiöser Gründe annehmen musster,
sollte das auch gehen. Hat zumindest gerade einer meiner
Arbeitskollegen durch.

Die Staatsbürgerschaft sollte nicht das Problem sein - der nicht allzu bekannten Satz des Comedyduos Badesalz „isch war noch nie aus Offebach drausse“ bringt es auf den Punkt (ja, ich bin Hesse inzwischen, aber nicht von da).

Allerdings ahne ich natürlich nicht, ob Du das willst… Das
ist ja doch ein Schritt, der sehr tief in die Identität geht -
ich wollte es nur nicht unerwähnt gelassen haben. Ausserdem
ahne ich nicht, was man mit frühreren Zeugnissen in so einem
Fall tut.

Und wieder Probleme:

  • wie oft werde ich mich unterschriftenmäßig verschreiben und wie wird es aufgefasst?
  • wie kriege ich die Zeugnisse umgeschrieben (eine damalige Kollegin von mir hatte an entsprechender Stelle schon Probleme, nach der Scheidung ihre Zeugnisse auf ihren Mädchennamen umschreiben zu lassen…)?
  • mein Freundeskreis bedankt sich, wenn alle nen neuen Namen lernen müssen :smile:
  • außerdem gibt das einen mittelschweren Familienkrieg - will ich auch nicht riskieren

Ansonsten bin ich natürlich gerne bereit, an der
Herkunftsgeschichte für den Namen mitzuschreiben :wink: Du
müsstest uns halt ein paar Stichworte geben, den Norweger mit
schwarzer Hautfarbe und Locken wird uns wohl kein Personaler
abkaufen *fg*

Keine Sorge. Bin in etwa mit einer Pigmentierung versehen, die mit „er hat ein bissel NATO-Bräune von der Bundeswehr“ wohl am treffendsten beschrieben ist. Mein Haar ist „langweilig und glatt“.

Und: Es soll auch Norweger mit Locken und dunkler Haut geben… Hoch lebe „Friseurbesuch“ und „über Nacht im Solarium eingesperrt“.

  • Überlebt man die Probezeit, wenn der falsche Name rauskommt?

Das wünsche ich Dir doch :wink: Kann höchstens sein, dass man
Dich da rauswirft, aber das weiss ich nicht…

Die Strategie kommt gleich weiter unten…

Gäbe es dabei Rechtsmittel?

Wenn es deswegen ist sicher. Aber sei überzeugt, selbst wenn
man Dich deswegen rauswirft, wird man einen anderen -
politisch korrekten - Grund finden auf den man das schieben
kann…

Sage ich doch die ganze Zeit :smile:. Entweder hats „menschlich“ nicht gepasst (="der Neue hat mich beschissen… liebe langgediente Mitarbeiter, mobbt ihn, bis das Kamel quiekt) oder man baut sich gezielt einen Kopf zum Rollen auf (wie oft hab ich im Amt mitbekommen, wie ein Berater seinen Mitarbeiter mit den Worten „Du nimmst es auf Dich oder Du fliegst“ dazu brachte, Fristversäumnisse auf sich zu nehmen (natürlich kam dann vom Berater der geheulte Satz „mein Mitarbeiter, der Herr ‚Lohnsklave‘, ist ja normal so ein alter inkompetenter Kameltreiber, äääähhh… sooo zuverlässiger Kerl - aber ausgerechnet bei *dem* Fall, bei dem ich auf Millionen verklagt werden könnte, da isser aufm Weg zum Briefkasten bei einem Moonwalk-Unfall verunglückt… und die Ärzte haben den Schriftsatz eine Woche später zufällig bei einer Notoperation in seinem… öhmmm… Hinterteil entdeckt - hätte ich davon gewusst, hätte ich ja die verbleibenden zwei Wochen genutzt, den nächsten loszuschicken… aber ich war auf einer Golf-Rei… ähh Fachtagung in Hawa… ähh… Frankfurt…“ und so weiter).

interessiert: „Inzwischen 15% Quote VG’e pro Antworten, wird
Ende September erreicht sein“.

Super! Ich freu mich für Dich!!!

Danke, danke… Mal schauen, was daraus wird. Bzw. wie viele Monate die „im Voraus für vielleicht geplant“ haben.

Würde mich echt freuen, das mit Euch allen mal auszukarteln.
Wer weiß - vielleicht wird eine Fortsetzung zu Wallraffs „Ganz
Unten“ daraus?

*lach* Nix da, Du hattest eine Karriere in anderen Bereichen
ausdrücklich ausgeschlossen. Nix mit der Schriftstellerei *fg*

Moooment. Habe nur gesagt, dass ich mich im anderen Bereich zuhause fühle. Aber mal so ein bissel den Künstler raushängen lassen - wieso auch nicht?

Gruß
GM

N’Abend Stefan!

Ich bin gespannt auf eine Bewerbung von dir. :smile:

Kommt bald… habe heute mal wieder eine gewisse Stellenausbeute. Praktisch, eine Referenz zu haben, die nicht genannt werden möchte, aber ein paar Hinweise *über das Unternehmen* geben kann.

Bin also mal wieder ein paar Tage beschäftigt - die Bewerbungen sollen ja was werden, ne?

Ich habe nicht gesagt, dass ich bei einer vier Monate alten
Bewerbung noch große Hoffnungen auf die Stelle habe. Aber wenn
ich anrufen und meine Mappe zurückfordern würde, wäre das auch
nicht die feine Art.

Wer es in drei Monaten nicht schafft dir eine Antwort zukommen
zu
lassen, wird es auch nicht schaffen die Unterlagen
zurückzuschicken.
Das Telefongespräch ist rausgeworfenes Geld.

Deshalb rufe ich auch nicht (mehr) an :smile:

Ich nehme das jetzt mal so hin aber alle Kollegen die ich
kenne
interessiert das überhaupt nicht, wohingegen ein
Bewerbungsfoto
durchaus relevant sein kann (ist mir auch unverständlich ist
aber so).

Wenn ich das jetzt auch mal so hinnehmen darf - schickst Du mir deren Firmennamen mal per Mail bitte? Das dürfte die Chancen auf positive Antwort schon erhöhen…

Zuviel verlangt ist eine gute Frage, ich denke nicht, aber die
entscheidenen Leute sehen das nicht.
Ich gebe gern zu, das ich früher auch lieber die Zeit benutzt
habe
weitere Bewerber kennen zu lernen als das ich einem eine
sinnvolle
Antwort auf seine brennende Frage gegeben hätte „Warum ich
nicht?“.
Einfach die Unterlagen an die Personalabteilung zurück geben,
mit
dem Vermerk „Absage“ ist unglaublich einfach.

Naja, einfach ist es (habe auch schon einen Unternehmensberater erlebt, der für seine Klienten auf der Suche war, der das ganz effizient gestaltet: ein Stempel „Kunde/Mandant/Klient hat abgelehnt“ drauf und zurück (sogar in meinem Briefumschlag!!!) - Beweisfoto gibt’s gerne per e-Mail), allerdings gehe ich davon aus, dass:

  • Beim Vorstellungsgespräch auch der Personalchef mit dabei ist - und auch häufig der Leiter des entsprechenden Fachbereichs.

  • Man z.B. auch Umgangsformen zurück-beweisen kann, wenn sich der Bewerber bei besonders freundlichen Gesprächen - unabhängig vom Erfolg - dennoch bedankt.

  • Man sich die 5000. Bewerbung von einem Kandidaten erspart, indem man einfach klipp und klar sagt: „Daran lags“.

  • Habe mal (glaube bei Monster.de) gelesen, dass einige Unternehmen sich auch ganz die Antwort verkneifen, aus der „Sorge“, mit einer Absage potentielle Kunden zu verlieren.

Ups, ein Vorstellungsgespräch dauert 1h, mit Anreise vieleicht
einen
Tag da muß es doch bald was geben…

Mal schauen. Ich bin bisher knapper gescheitert, wenn ich mich zwar vorbereitet, aber mir keinen großen Kopf darum gemacht habe. Weiß ich, was ich die nächste Tage tun werde…

PS: Ganz viel Erfolg bei deinen Gesprächen, alle Daumen drück!

Danke, danke.

Gruß
GM

P.S.: An alle Mitdiskutanten: Geht mal gelegentlich ins Plaudereibrett, ich lobe hiermit was aus: wenn ich diesen Monat meinen aktuellen Traumjob (entweder Steuer- und Prüfungsassistent bei einer mittelständischen Kanzlei am Mittelrhein oder Steuerreferent bei einer Baumarktkette) bekomme und ihn bis Mitte Oktober antreten kann, werde ich dort das U-Wort nennen und Kosequenzen ziehen:smile:.

Hallo Grübelmonster,

Aber: Darf man in punkto Herkunft („Wo kommt der Name denn
her?“) - also einer zur Interesse/Smalltalk getarnten oder
auch so ernstgemeinten Frage auch so reagieren?

Warum denn nicht? Wie will ein Arbeitgeber vor einem
Arbeitsgericht beweisen, dass der Arbeitsvertrag
berechtigterweise nichtig ist, weil er ihn nie abgeschlossen
hätte, wenn er gewusst hätte, dass der Name von xyz gekommen
wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Arbeitsrichter so
einen Einwand NICHT in der Luft zerreißen.

Nur gibts dabei das Folgende zu beachten:

Praktische Probleme

  • Namensschild am Briefkasten, wenn Post kommt - wie erkläre
    ich’s dem Vermieter (wohnt im selben Haus!)?

Ich ich bin nicht von einem geänderten Namen, sondern von einer umgedichteten Herkunft (wenn Du bei einem Vorstellungsgespräch danach gefragt würdest) ausgegangen.

Also: Nicht vom Namen fälschen, sondern im Stile:

"Gut, ich heiße Huber, aber das ist bei mir üüübberhaupt kein bayerischer Name. Wissen Sie, meine (Ur-X-Groß-)Eltern stammen aus Polen, und da war der Name Hubariewicz absolut der Renner. Eindeutig, angesehen, weiß Gott was. Aber bringen Sie mal einen Bayern dazu, Hubariewicz (und das r wäre auch noch das mit dem Querstrich) richtig auszusprechen, geschweige den korrekt zu schreiben. Und so haben sie bei der Einbürgerung doch einfach Huber daraus gemacht.

Stellen Sie sich das mal vor!"

Sowas verstehe ich unter „wo kommt der Name denn her“ umdichten.

Alles weitere hat eh schon Petzi geschrieben.

Gruß, Karin

Hi Grübelmonster,

Tja, schon probiert. In den jeweiligen Vorzimmern ist man
darauf geschult, sich den Namen buchstabieren zu lassen,
solange er nicht „Müller oder Schmidt“ lautet. Und schon ist
der Name bekannt und „gefürchtet“.

das ist ja doof *seufz* Hierzulande kommt man meist direkt zum Personaler. Oder - anders gesagt - dann sag doch der Sekretärin, dass Du Meier (alternativ Wurst) heissen würdest. Wenn Du dann beim Personaler bist, rückst Du das gerade und sagst, dass die nichtsnutzige Tussi wohl Tomaten auf den Ohren seine charmante Kollegin das wohl ein wenig falsch verstanden hätte. Aber erst wenn er fragt, sonst die „Guten Tag Herr …, ich rufe an wegen…“-Stategie.

„Ja, hallo, hier Kanzlei ‚Großkopp‘-Ge-Emm-Bä-Haah, wenn Sie
jetzt noch Ihren Namen aufgesprochen hätten, hätten Sie die
Stelle gehabt.“

Neee, ne?

oder das „mit wem spreche ich denn da?“

Dann ist’s doof. Der Trick ist also, diese Frage so lange wie möglich rauszuzögern. Niederquasseln heisst das Stichwort *fg*

Naja, sooo schrecklich finde ich ihn nicht… Man hat sich
halt nach 'nem Vierteljahrhundert aneinander gewöhnt, ne?

*grins* Ist zumindest bei den meisten Leuten so :wink:

mir der Name „Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn
Hadschi Dawuhd al Gossarah“ (gut, dass Karl May’s eigenes
Urheberrecht abgelaufen ist…) als Beispiel lieber gewesen
*lach*

Ja, der fiel mir leider zu spät ein, sonst hätte ich den genommen :wink:

Er *ist* deutlich fremdländisch, ja. Das war es aber auch
schon.

Das erstaunt mich aber dann wirklich, dass das schon beim ersten Telefonat ein Problem ist… Wie gesagt, bei einzelnen Hohlköppen könnte man sich das noch vorstellen, aber generell erscheint mir das doch eher merkwürdig.

  • wie oft werde ich mich unterschriftenmäßig verschreiben und
    wie wird es aufgefasst?

Och, das Problem muss jede Frau nach der Hochzeit des Mannes durchmachen. Das ist lösbar :wink:

  • wie kriege ich die Zeugnisse umgeschrieben (eine damalige
    Kollegin von mir hatte an entsprechender Stelle schon
    Probleme, nach der Scheidung ihre Zeugnisse auf ihren
    Mädchennamen umschreiben zu lassen…)?

Weiss nicht. Von wievielen Werken reden wir denn? Doch allenfalls ein Abi und einen Studienabschluss, oder? Aber ich ahne nicht, wie sowas rechtlich ausschaut…

  • mein Freundeskreis bedankt sich, wenn alle nen neuen Namen
    lernen müssen :smile:

So what? Das hält geistig rege *fg*

  • außerdem gibt das einen mittelschweren Familienkrieg - will
    ich auch nicht riskieren

Das mag das grösste von allen Problemen sein. Wie fürchterbar die Rache da sein wird, kann ich nicht abschätzen. Andererseits - mir fällt da schon wieder was ein: damit kannst Du auch Deinen Lebensunterhalt sichern: „Okay, Pate - ich ändere meinen Namen nicht in Hans Wurst, aber das kostet Dich jeden Monat 10 Mille. Euro. Überweis an meine Bank auf den Caymans.“ Hilft zwar nicht unmittelbar bei der Jobsuche, ist aber gut gegen pleite sein :wink:

Keine Sorge. Bin in etwa mit einer Pigmentierung versehen, die
mit „er hat ein bissel NATO-Bräune von der Bundeswehr“ wohl am
treffendsten beschrieben ist. Mein Haar ist „langweilig und
glatt“.

Och, wie gesagt, das Aussehen ist kein Problem, es sollte nur irgendwie zur Story passen :wink:

Und: Es soll auch Norweger mit Locken und dunkler Haut
geben… Hoch lebe „Friseurbesuch“ und „über Nacht im Solarium
eingesperrt“.

Klar, aber wir wollen ja Fragen beantworten und nicht weitere aufwerfen *fg*

Sage ich doch die ganze Zeit :smile:. Entweder hats „menschlich“
nicht gepasst (="der Neue hat mich beschissen… liebe
langgediente Mitarbeiter, mobbt ihn, bis das Kamel quiekt)
oder man baut sich gezielt einen Kopf zum Rollen auf

Eben :smile: Loswerden wird man Dich mit einem hieb- und stichfesten Grund auch wenn Dein Name der wahre Grund wäre…

„Du nimmst es auf Dich oder Du fliegst“

Das ist nicht nur auf Ämtern so.

„mein Mitarbeiter, der Herr
‚Lohnsklave‘, ist ja normal so ein alter inkompetenter
Kameltreiber, äääähhh… sooo zuverlässiger Kerl - aber
ausgerechnet bei *dem* Fall, bei dem ich auf Millionen
verklagt werden könnte, da isser aufm Weg zum Briefkasten bei
einem Moonwalk-Unfall verunglückt… und die Ärzte haben den
Schriftsatz eine Woche später zufällig bei einer Notoperation
in seinem… öhmmm… Hinterteil entdeckt - hätte ich davon
gewusst, hätte ich ja die verbleibenden zwei Wochen genutzt,
den nächsten loszuschicken… aber ich war auf einer
Golf-Rei… ähh Fachtagung in Hawa… ähh… Frankfurt…“ und
so weiter).

*pruuust* und Du hast Sorgen, Dir eine tolle Erklärung für Deinen Namen auszudenken?

*lach* Nix da, Du hattest eine Karriere in anderen Bereichen
ausdrücklich ausgeschlossen. Nix mit der Schriftstellerei *fg*

Moooment. Habe nur gesagt, dass ich mich im anderen Bereich
zuhause fühle. Aber mal so ein bissel den Künstler raushängen
lassen - wieso auch nicht?

Okay, dann lass uns ein Buch schreiben. „Alla ma am sucha nach Arbeita“.

*wink*

Petzi

Morgen KUHmax,

Ich ich bin nicht von einem geänderten Namen, sondern von
einer umgedichteten Herkunft (wenn Du bei einem
Vorstellungsgespräch danach gefragt würdest) ausgegangen.

Also: Nicht vom Namen fälschen, sondern im Stile:

„Gut, ich heiße Huber, aber das ist bei mir üüübberhaupt kein
bayerischer Name. Wissen Sie, meine (Ur-X-Groß-)Eltern stammen
aus Polen, und da war der Name Hubariewicz absolut der Renner.
Eindeutig, angesehen, weiß Gott was. Aber bringen Sie mal
einen Bayern dazu, Hubariewicz (und das r wäre auch noch das
mit dem Querstrich) richtig auszusprechen, geschweige den
korrekt zu schreiben. Und so haben sie bei der Einbürgerung
doch einfach Huber daraus gemacht.
Stellen Sie sich das mal vor!“

Der Clou ist, dass ich schon punkten kann, wenn ich gefragt werde. Allein daher, dass ich dann - übertrieben gesprochen - akzentfreier spreche als der Personaler, und wenn er dann noch Zweifel hegt, zusätzlich mein Sprachband „Amtsdeutsch des 18. Jahrhunderts“ auspacke. Das hat bisher immer geholfen: zweimal die Nachfrage, zwei Einladungen. „Leider“ war die entsprechende Stelle (vor dem VG schon geklärt) erst für Ende des nächsten Jahres zu besetzen, bzw. wurde (nach Intervention des Betriebsrats) intern besetzt (an anderem Orte musste man eine Werksschließung personalseitig „auffangen“)…

Das wahre Problem sind die, die eben nicht fragen - sondern gleich „Stelle vergeben“ brüllen und wo man (Sarkasmus: an) am Telefon schon hören kann, wie der Personaler mit seinen Fingern ein Kreuz formt und ans Telefon hält. Das erklärt auch, dass eine Bewerbung eine leichte Knoblauchnote (in Verbindung mit einem Fleck, der an Pizza erinnerte - ehrlich passiert!!) hatte, als sie zurückkam (Sarkasmus: aus).

Sowas verstehe ich unter „wo kommt der Name denn her“
umdichten.

Meine Mutter hat mal vor vielen Jahren eine Art „Namensforschungsautomat“ bemüht. Seltsamerweise hat dieses Maschinchen keinen nahöstlichen Bezug gefunden (was der Wahrheit entsprechen würde), sondern meinen Namen als… sagen wir „einem Alemannen mosaischen Glaubens zugehörig“ zugeordnet.
Naja… wenn doch nur die „bösen“ der Personaler diesen Apparat auch benutzen würden…

Grüße
GM

Hallo Petzi…

das ist ja doof *seufz* Hierzulande kommt man meist direkt zum
Personaler. Oder - anders gesagt - dann sag doch der
Sekretärin, dass Du Meier (alternativ Wurst) heissen würdest.
Wenn Du dann beim Personaler bist, rückst Du das gerade und
sagst, dass die nichtsnutzige Tussi wohl Tomaten
auf den Ohren seine charmante Kollegin das wohl
ein wenig falsch verstanden hätte. Aber erst wenn er fragt,
sonst die „Guten Tag Herr …, ich rufe an wegen…“-Stategie.

Wie umgehe ich dann nur die ewige Buchstabiererei, die nahezu jede® Angehörige der Spezies „homo sapiens secretarius“ (bitte nicht als Abwertung verstehen - ich mag Eure Stimmen so sehr, liebe Vorzimmerdamen und -herren) stellt, solange der Name nicht mit einem in kleineren Lexika abgedruckten Wort übereinstimmt.

„Ja, hallo, hier Kanzlei ‚Großkopp‘-Ge-Emm-Bä-Haah, wenn Sie
jetzt noch Ihren Namen aufgesprochen hätten, hätten Sie die
Stelle gehabt.“

Neee, ne?

Ist einem Bekannten (wirklich nicht ich! Habe erst seit kurzem einen AB im Telefon, und den hab ich noch nie eingeschaltet!) von mir so ähnlich passiert - allerdings hat er „etwas zu viel“ als Ansage gehabt - und keinen Namen. Man sah den „Anruf in Abwesenheit“ von jener Firma (wo noch kein VG gelaufen war), beim Rückruf war der Personalchef in einer mindestens siebenstündigen Besprechung - und am übernächsten Tag war die Absage in der Post.
Und normalerweise erteilt man telefonisch keine Absage, oder?

oder das „mit wem spreche ich denn da?“

Dann ist’s doof. Der Trick ist also, diese Frage so lange wie
möglich rauszuzögern. Niederquasseln heisst das Stichwort *fg*

„Komm-nn-se zum Punkt, werter Herr“ / „wer will das wissen?“ / „hat Ihre Frau Mama Ihnen denn keine Manieren beigebracht / beigebracht, dass man sich zumindest als Anrufer mit Namen meldet?!“

Er *ist* deutlich fremdländisch, ja. Das war es aber auch
schon.

Das erstaunt mich aber dann wirklich, dass das schon beim
ersten Telefonat ein Problem ist… Wie gesagt, bei einzelnen
Hohlköppen könnte man sich das noch vorstellen, aber generell
erscheint mir das doch eher merkwürdig.

Ich sage nicht generell (sonst steuerte ich nicht auf die 15% zu und hätte Quasizusagen von solchen, die sich eh keinen Mitarbeiter leisten könnten und das auch wissen). Aber es ist schon recht verbreitet.

Rekordanruf: viermal nennen und dreimal buchstabieren. Und das ganze jeweils mal zwei (einmal Vorzimmer, einmal Personaler).

Weiterer Rekordanruf (all-time-Klassiker):

  • Firma meldet sich (Chef am Telefon!!) - 3 sec
  • Ich melde mich mit Namen und stelle meine Frage - 5 sec
  • Chef fragt nochmal nach dem Namen - 2 sec
  • Ich nenne ihn deutlicher - 1 sec
  • „Tut mir leid, aber die Stelle ist schon vergeben“ - 3 sec.

14-sekündiges Telefonat.

Wenn das mal nicht Zeitersparnis ist (normalerweise bleibt eine Bewerbung Statistiken zufolge so um die 50 Sekunden in der Hand des (Personal-)Chefs beim Erstkontakt)… ich sollte Tantiemen für diese Optimierung verlangen! Diese 72%ige Arbeitskostenersparnis im Recruiting-Prozess als meinen Erfolg im nächsten Bewerbungsanschreiben be-selbstbeweihräuchern…

Oder noch ein Klassiker, der mich Zeit meines Lebens verfolgt:

Ich

a) schreibe meinen Namen auf ein Formular, sauber leserlich
b) nenne den Namen und buchstabiere ihn, wahlweise nach deutschem oder NATO-Buchstabieralphabet
oder
c) bilde Assoziationen mit Berühmtheiten, die auch diesen Namen tragen (da gibt es z.B. im Bereich Sport jemand)

und erhalte in etwa 6 von 10 Fällen das Resultat, dass der Name total falsch geschrieben wurde und

a) entweder gar keine Reaktion passiert
b) oder der „obligatorische Fehler“ an anderer Stelle eingebaut wird.

Zufall, wenn das 25 Jahre lang immer wieder passiert und man in solchen Fällen im Schnitt vier Korrekturschritte braucht, um die richtige Schreibweise klarzumachen?

In der Verzweiflung habe ich es z.B. beim Bund ganz aufgegeben, überhaupt noch um Korrektur zu bitten. Gab zwar „Ärger, weil ich in meinem (vierten) Truppenausweis ‚rumgekritzelt‘ hatte“, aber das war’s wert.

  • wie oft werde ich mich unterschriftenmäßig verschreiben und
    wie wird es aufgefasst?

Och, das Problem muss jede Frau nach der Hochzeit des Mannes
durchmachen. Das ist lösbar :wink:

Okay, das habe ich mir selbst eingebrockt.

  • wie kriege ich die Zeugnisse umgeschrieben (eine damalige
    Kollegin von mir hatte an entsprechender Stelle schon
    Probleme, nach der Scheidung ihre Zeugnisse auf ihren
    Mädchennamen umschreiben zu lassen…)?

Weiss nicht. Von wievielen Werken reden wir denn? Doch
allenfalls ein Abi und einen Studienabschluss, oder? Aber ich
ahne nicht, wie sowas rechtlich ausschaut…

Für *alle* Fälle müssten mindestens 12 Dokumente geändert werden (inkl. Ausweispapiere, Führerschein etc). Dabei gibt es z.B. das Problem, dass zwei der Firmen, bei denen ich in der Schulzeit ein Praktikum gemacht habe, gar nicht mehr existieren (sauber liquidiert und abgewickelt - da gibt es keine Nachfolgefirma!).

  • mein Freundeskreis bedankt sich, wenn alle nen neuen Namen
    lernen müssen :smile:

So what? Das hält geistig rege *fg*

Und dann nach er Rente zurückändern, um meinem Freundeskreis Alzheimer zu ersparen, gell?

  • außerdem gibt das einen mittelschweren Familienkrieg - will
    ich auch nicht riskieren

Das mag das grösste von allen Problemen sein. Wie fürchterbar
die Rache da sein wird, kann ich nicht abschätzen.
Andererseits - mir fällt da schon wieder was ein: damit kannst
Du auch Deinen Lebensunterhalt sichern: „Okay, Pate - ich
ändere meinen Namen nicht in Hans Wurst, aber das kostet Dich
jeden Monat 10 Mille. Euro. Überweis an meine Bank auf den
Caymans.“ Hilft zwar nicht unmittelbar bei der Jobsuche, ist
aber gut gegen pleite sein :wink:

Also bite… die Frage, wer die neopolitanisch Mandoline im Hintergrund bedient, wäre noch das einfachste Problem.
Außerdem weiß ich als Steuerrechtler, dass es nicht „allzu“ schwer ist, Geld zu den Caymans zu bekommen - aber das zurückholen ist ein echtes Problem.
Zusätzlich glaube ich kaum, dass meine überaus kleine Sippe (ist ja effektiv gesehen nur noch eine Person so schnell mal „sammeln“ geht).

Und: Es soll auch Norweger mit Locken und dunkler Haut
geben… Hoch lebe „Friseurbesuch“ und „über Nacht im Solarium
eingesperrt“.

Klar, aber wir wollen ja Fragen beantworten und nicht weitere
aufwerfen *fg*

Das musste einfach sein.

Sage ich doch die ganze Zeit :smile:. Entweder hats „menschlich“
nicht gepasst (="der Neue hat mich beschissen… liebe
langgediente Mitarbeiter, mobbt ihn, bis das Kamel quiekt)
oder man baut sich gezielt einen Kopf zum Rollen auf

Eben :smile: Loswerden wird man Dich mit einem hieb- und
stichfesten Grund auch wenn Dein Name der wahre Grund wäre…

„Du nimmst es auf Dich oder Du fliegst“

Das ist nicht nur auf Ämtern so.

Das ist es nicht… ich sag ja nur, dass ich schon so viele Berater hab heulen hören… an Amtsstelle.

„mein Mitarbeiter, der Herr
‚Lohnsklave‘, ist ja normal so ein alter inkompetenter
Kameltreiber, äääähhh… sooo zuverlässiger Kerl - aber
ausgerechnet bei *dem* Fall, bei dem ich auf Millionen
verklagt werden könnte, da isser aufm Weg zum Briefkasten bei
einem Moonwalk-Unfall verunglückt… und die Ärzte haben den
Schriftsatz eine Woche später zufällig bei einer Notoperation
in seinem… öhmmm… Hinterteil entdeckt - hätte ich davon
gewusst, hätte ich ja die verbleibenden zwei Wochen genutzt,
den nächsten loszuschicken… aber ich war auf einer
Golf-Rei… ähh Fachtagung in Hawa… ähh… Frankfurt…“ und
so weiter).

*pruuust* und Du hast Sorgen, Dir eine tolle Erklärung für
Deinen Namen auszudenken?

*Das*, meine Liebe, ist oft genug genau so passiert. Die Ausschmückungen waren nur eine Frage des Konsums von Edel&Starck, Scrubs sowie ein wenig Mundstuhl.

Außerdem musste ich den Beweis antreten, dass das Thema „Schriftstellerei“ nun doch nicht so fern liegt, nicht wahr?

*lach* Nix da, Du hattest eine Karriere in anderen Bereichen
ausdrücklich ausgeschlossen. Nix mit der Schriftstellerei *fg*

Moooment. Habe nur gesagt, dass ich mich im anderen Bereich
zuhause fühle. Aber mal so ein bissel den Künstler raushängen
lassen - wieso auch nicht?

Okay, dann lass uns ein Buch schreiben. „Alla ma am sucha nach
Arbeita“.

Hmm… ich würde einen der folgenden Titel bevorzugen:

  • „Senkung der Lohnnebenkosten durch Wiedereinführung der Leibeigenschaft“ (das gäbe eine zusätzlich Option, das Problem im weiteren Rahmen anzugehen)

oder:

  • „Jung - dynamisch - entlassungsproduktiv“ (da habe ich mal vor Monaten in einem Anflug von Kreativität ein Cover zu gebastelt)

Gruß

GM

Hallo Grübelmonster,

das ist eine gute Frage.

Ich habe folgende Erfahrungen gemacht:

Ich habe mein Studium sehr gut abgeschlossen und auch in der vorgeschriebenen Zeit. Ich habe schon während meines Studium praktische Erfahrungen in relevanten Ingenieurbüros abgeleistet und habe dort immer eigenverantwortlich und mit sehr guten Ergebnissen gearbeitet, was meine Arbeitszeugnisse auch bestätigen. Nach dem Studium sammelte ich fachübergreifende Berufserfahrungen in Großkonzernen und war dort teilweise fachlich fitter als meine Kollegen. Trotzdem kämpfe ich immer wieder darum, faire Chancen bei der Bewerbung um eine Stelle zu bekommen.

Der Tip, sich in anderen Berufsbereichen umzusehen ist nett gemeint, kann aber nur von Menschen kommen, welche teilweise keine Erfahrungen mit einer Bewerbungsodyssee haben. In der Regel bekommt man keine Chance, sich in einem berufsverwandten Feld zu beweisen.

Das eigentliche Problem liegt in folgenden Bereichen:

  • Personalverantwortliche sortieren Bewerbungen von Quereinsteigern meist von vornherein aus, weil sie mit der Auswahl eines Bewerbers, welcher dem ausgeschriebenen „typischen“ Berufsbild nicht entspricht, ein unnötiges Risiko eingehen

  • Es wird geschoben, dass die Schwarte kracht: Öffentliche Stellen werden meist mit Bewerbern aus dem öffentlichen Dienst besetzt, obwohl es für die meisten Stellen qualifiziertere externe Bewerber gibt

  • Dieses Vorgehen, Bewerber nicht mehr auf Grund von Qualifikationen und Potenzialen sondern nur noch mit Blick auf einen reibungslosen Lebenslauf bzw. vorhandener Kontakte einzustellen, setzt sich mittlerweile auch in der Konzernwirtschaft durch

Aus meinen jahrelangen Erfahrungen kann ich nur einen Tip geben:

Kontakte sind alles. Schaffe persönliche Verbindungen zu relevanten Unternehmen. Recherchiere in Deinem Bekanntenkreis, ob jemand jemanden kennt, der jemanden kennt … . Versuche diese Leute persönlich (auf Basis gemeinsamer Hobbys, Sport, Interessen)kennenzulernen, ohne Deine wahre Bestrebung gleich in den Vordergrund zu stellen. Investiere Deine Zeit nur in Entscheidungsträger, welche Dich tatsächlich weiterbringen können und nicht in irgendwelche Sachbearbeiter, die auch nichts zu sagen haben.

Engagiere Dich in Arbeitskreisen bzw. in politischen Gremien oder in Vereinen, welche mit Deiner Zieltätigkeit zu tun haben. Ich kann verstehen, wenn Du jetzt sagt: „So viel Einsatz … ich will doch nur ne Chance, in der ich mich beweisen kann.“ Daher, such Dir eine Aufgabe, welche Dir wirklich Spaß macht, mit Deinem Ziel zu tun hat und in der Du auf viele Entscheidungsträger triffst. Initiiere selbst Projekte, welche eine Aussicht auf eine Förderung aus EU-, Bundes- oder Landesmitteln haben und stelle Kontakte mit den Institutionen her, welche das Projekt unterstützen können (Universitäten, Kommunen, Landkreise, Länder etc.).

Der Vorteil ist: Du verknüpfst die Chance auf potenzielle Arbeitgeber zu treffen mit der Möglichkeit Lücken im Lebenslauf auf sinnvolle Weise zu schließen und noch fitter in Deinem Traumjob zu werden bzw. neue Tendenzen und Chancen zu erkennen, die Dich weiterbringen. Mit solchen Kontakten bekommt man die Möglichkeit, seine Stärken in einer entspannten Atmosphäre zu vermitteln. Ein vergurkter Abschluss und ein erhebliches Schlingern im Lebenslauf spielen dann nicht mehr die große Rolle, wie bei einem Vorstellungsgespräch. Man kann den Gesprächspartner eher von seinen Potenzialen überzeugen, nicht zuletzt durch das freiwillige Engagement in seinem Zielberuf.

Ich habe es mittlerweile aufgegeben, mich auf regulären Wegen um Chancen zu kümmern (Stellenausschreibungen in der Presse, auf Internetseiten von Unternehmen, Stellenausschreibungen öffentlicher Institutionen). Mein Beruf haftet mir wie ein Makel an, obwohl ich ein erhebliches Wissen in den Bereichen aufweisen konnte, für die ich mich bewarb. Ich hatte Erfolge mit einer Guerilla-Taktik, welche ich für mich und mein weiteres berufliches Fortkommen erwählt habe.

Auch ich falle immer mal wieder ins soziale Netz, weil unbefristete Verträge eine Relikt alter (… sozialerer und menschlicherer) Zeiten sind. Wenn ich aber an einen Bekannten denke, der als Arbeitsloser bei der Post AG unterbezahlt gejobbt hat, heute im Sozialamt arbeitet und als einen seiner „Kunden“ den früheren Personalverantwortlichen der Post zu betreuen hat, stelle ich mir vor, wie schlimm es für die Menschen sein muss, welche sich jahrelang für ihr Unternehmen aufgeopfert haben und zum Dank irgendwann (Rationalisierung von Arbeitsprozessen) rausgeschmissen wurden.

Also Kopf hoch! Jeder von uns kann etwas, was ein anderer nicht so gut beherrscht. Diese Potenziale muss man finden, entwickeln und anpreisen.

LG Antje