Warum noch bewerben?

Hallo liebe Mit-Leidenden und auch ein Gruß an die, die vermeintlich das Leiden verschaffen,

Nach:

  • 15 Monaten ohne Anstellung plus etwa fünf Monate, die ich mich vor dem Abschluss beworben habe

  • über 350 geschriebenen Bewerbungen, von denen über 250 unbeantwortet geblieben sind (bitte keine lauten Gedanken über deren Güte - die Quote „Vorstellungsgespräche pro Antwort" liegt bei mir bei ca. 10%, was ja eigentlich nicht allzu wenig sein sollte)

  • 3 fachfremden „Übergangslösungen“, die weder ein Zeugnis brachten/bringen noch auf lange Sicht wirklich dazu geeignet sind, die inzwischen klaffende Lücke zu schließen

  • 1 Fortbildung, die kurz vor dem Abschluss steht

…frage ich mich langsam, ob „bewerben“ wirklich die Lösung sein soll.

Kurz zu mir:
Ursprünglich komme ich „vom Finanzamt“, habe da studiert und bin nach der Diplomprüfung „aussortiert“ worden. Gründe hierfür waren wohl die Tatsache, dass ich aufgrund eines Trauerfalls in der Familie (freiwillig) ein Jahr zurückgegangen bin und dass es mir dank einer sehr schlampigen Umsetzung der Änderungen in der Prüfungsordnung für mich (der Jahrgang nach mir hatte eine neue; die für mich gültige Übergangslösung ließ weder ein System erkennen noch bot diese eine echte Chance) unmöglich war, mein Studium „im ersten Anlauf“ zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Dafür brachte ich es im „zweiten Anlauf“ (dessen Termin ich keine zwei Wochen vorher mitgeteilt bekam) mit einem „befriedigenden“ Abschluss erfolgreich zuende.

Eigentlich war nicht nur ich der Meinung, dass ein „Befriedigend“ eben „Befriedigend“ heißt - und nicht „unehrenhaft entlassen“. Ich sollte später eines Besseren belehrt werden.

Hier einige Dinge, die mir seit Beginn meiner Suche (bewiesenermaßen!!) widerfahren sind. Vielleicht kommen Euch die einen oder anderen Sachen bekannt vor:

  • wenn eine Antwort auf meine Bewerbung kommt, dauert diese (mit sehr wenigen Ausreißern) selten kürzer als ein halbes Jahr.

  • es kommt *doch* auf den Namen, bzw. dessen Herkunft an (auch wenn es keiner zugeben mag - ich habe da mal eine kleine aber recht repräsentative Recherche gestartet. Das Ergebnis bis jetzt ist „aufschlussreich“ bis verheerend).

  • aus den Antworten der Arbeitgeber (inkl. telefonisches Nachfragen) kann man selten bis nie Verbesserungspotential für die eigene Bewerbung entdecken

  • solange man keine ALG-mäßigen Leistungen erhält, kommen auch *gar keine* Vorschläge, Lösungen oder auch nur irgendetwas gutes von der Arbeitsagentur - nur der Satz „um Sie muss ich mir ja keine Sorgen machen…“

Das alles sagt mir: Bewerben scheint nichts zu bringen. Zähle ich meine gesamten Bewerbungskosten zusammen, komme ich nur zum Schluss: Allein von diesem Geld könnte ich locker zwei Jahre bescheiden leben. Mit meinem kleinen Ehrenamt (sagen wir mal: ich mache nach Bund und Studium nochmal „Zivildienst“) kann ich das sogar auf drei Jahre strecken… genug Zeit, um meine Berufserfahrung für die Steuerberaterprüfung als Praktikum zu erlangen…

…aber ist das wirklich der einzig wahre Weg?

Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion, Erfahrungen anderer und vielleicht den einen oder anderen Tipp, was ich in der ganzen Zeit übersehen haben könnte.

Gruß
GM

Hallo,

ich kann dir leider auch nicht besonders viel helfen, möchte aber zu deiner Situation ein paar Anmerkungen machen.

…frage ich mich langsam, ob „bewerben“ wirklich die Lösung
sein soll.

Auf jeden Fall solltest du dich weiter bewerben. Auf keinen Fall darf das aber die einige Maßnahme sein. Du musst dir immer mehrere Wege offen halten.

Kurz zu mir:
Ursprünglich komme ich „vom Finanzamt“, habe da studiert und
bin nach der Diplomprüfung „aussortiert“ worden. Gründe
hierfür waren wohl die Tatsache, dass ich aufgrund eines
Trauerfalls in der Familie (freiwillig) ein Jahr
zurückgegangen bin und dass es mir dank einer sehr schlampigen
Umsetzung der Änderungen in der Prüfungsordnung für mich (der
Jahrgang nach mir hatte eine neue; die für mich gültige
Übergangslösung ließ weder ein System erkennen noch bot diese
eine echte Chance) unmöglich war, mein Studium „im ersten
Anlauf“ zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Dafür brachte
ich es im „zweiten Anlauf“ (dessen Termin ich keine zwei
Wochen vorher mitgeteilt bekam) mit einem „befriedigenden“
Abschluss erfolgreich zuende.

Hör auf, dich zu verteidigen. Dein Abschluss ist so, wie er ist, du musst jetzt was draus machen.

Eigentlich war nicht nur ich der Meinung, dass ein
„Befriedigend“ eben „Befriedigend“ heißt - und nicht
„unehrenhaft entlassen“. Ich sollte später eines Besseren
belehrt werden.

Der Staat übernimmt eben nicht immer alle fertig werdenden Anwärter. Das liegt an der Finanzlage und an der Anzahl der offenen Stellen. Das muss keine Enstcheidung gegen dich persönlich gewesen sein.

  • wenn eine Antwort auf meine Bewerbung kommt, dauert diese
    (mit sehr wenigen Ausreißern) selten kürzer als ein halbes
    Jahr.

Das stimmt leider. Es ist aber kein Grund, sich einfach nicht zu bewerben.

  • aus den Antworten der Arbeitgeber (inkl. telefonisches
    Nachfragen) kann man selten bis nie Verbesserungspotential für
    die eigene Bewerbung entdecken

Die Firmen sehen es nicht als ihre Aufgabe, den abgelehnten Bewerbern noch Tipps zu geben. Hier hilft nur entsprechende Literatur. Außerdem sollte man Bekannten die Unterlagen zeigen, auch hier im Forum bekommst du Tipps.

Das alles sagt mir: Bewerben scheint nichts zu bringen. Zähle
ich meine gesamten Bewerbungskosten zusammen, komme ich nur
zum Schluss: Allein von diesem Geld könnte ich locker zwei
Jahre bescheiden leben. Mit meinem kleinen Ehrenamt (sagen wir
mal: ich mache nach Bund und Studium nochmal „Zivildienst“)
kann ich das sogar auf drei Jahre strecken… genug Zeit, um
meine Berufserfahrung für die Steuerberaterprüfung als
Praktikum zu erlangen…

…aber ist das wirklich der einzig wahre Weg?

Ich habe nach Ende meines Studiums auch länger nach einem Job gesucht. Wie gesagt, du solltest es weiter versuchen. Aber warum fängst du nicht gleichzeitig ein weiteres Studium an? So alt bist du nun auch noch nicht. Zum Beispiel im Bereich BWL. Du wirst einiges angerechnet bekommen. Oder versuche mit einem Studium zum Berufsschullehrer. Es wird immer Azubis im Steuerbereich geben, dafür werden Berufsschullehrer gebraucht. Auch da wirst du ein paar Scheine anerkannt kriegen. So habe ich es gemacht und - grade als ich mich wieder ans Studentenleben gewöhnt habe - hat es auch mit dem Job geklappt. Sicherlich wird es nicht leicht, die Studiengebühren aufzubringen, aber oft springt die Verwandtschaft ein.

Viele Grüße
Ultra

Hallo GMonster,
aus eigener Erfahrung kann ich Dir größtenteils zustimmen und Deinen Frust gut verstehen.
Bezeichnend für den deutschen Stellenmarkt, dass auch junge, gut ausgebildete Fachkräfte keine vernünftigen Arbeitsplätze mehr finden können.
Einige Deiner Aussagen haben mich dennoch stutzig gemacht, weil Du vielleicht doch einige Dinge nicht beachtet hast.
Erstmal: als was, wo und für welche Position bewirbst Du Dich?

  • über 350 geschriebenen Bewerbungen…

350 Bewerbungen in 20 Monaten? Da waren sicher sehr viele Initiativbewerbungen dabei? Hats Du die vorbereitet? Durch einen Anruf, ob es überhaupt Sinn macht, eine Bewerbung zu schicken?
Hatst Du immer individuelle Anschreiben erstellt?

Und 250 ohne Antwort? Hast Du denn nachgehakt? Ich habe früher oder später immer eine Reaktion bekommen, außer bei Personalvermittlern. Um die mach ich inzwischen einen großen Bogen.

  • wenn eine Antwort auf meine Bewerbung kommt, dauert diese
    (mit sehr wenigen Ausreißern) selten kürzer als ein halbes
    Jahr.

Ein halbes Jahr kann ich nicht bestätigen.
Die Eingangsbestätigung muss nach spätestens einer Woche da sein. Ansonsten hab ich angerufen.
Eine zweite Nachricht, ob Ablehnung oder Einladung zum Vorstellungsgespräch, muss normalerweise nach 4 bis 6 Wochen da sein. Meist ging es aber schneller, ob positiv oder negativ für mich.

  • es kommt *doch* auf den Namen, bzw. dessen Herkunft an (auch
    wenn es keiner zugeben mag - ich habe da mal eine kleine aber
    recht repräsentative Recherche gestartet. Das Ergebnis bis
    jetzt ist „aufschlussreich“ bis verheerend).

Verstehe ich nicht. Hast Du einen fremdländischen Namen? Welche Recherche?

  • aus den Antworten der Arbeitgeber (inkl. telefonisches
    Nachfragen) kann man selten bis nie Verbesserungspotential für
    die eigene Bewerbung entdecken

Stimmt leider. Nach mehreren erfolglosen Vorstellungen bekam ich zuletzt den Rat, einen professionellen Kommunikationscoach zu nehmen. Aber wo bekommt man einen guten her?

  • solange man keine ALG-mäßigen Leistungen erhält, kommen auch
    *gar keine* Vorschläge, Lösungen oder auch nur irgendetwas
    gutes von der Arbeitsagentur - nur der Satz „um Sie muss ich
    mir ja keine Sorgen machen…“

Bei mir waren’s in über 12 Monaten gerade mal ein Stellenangebot. Und das hat von den Anforderungen nciht gepasst.

Das alles sagt mir: Bewerben scheint nichts zu bringen. Zähle
ich meine gesamten Bewerbungskosten zusammen, komme ich nur
zum Schluss: Allein von diesem Geld könnte ich locker zwei
Jahre bescheiden leben.

Und kannst Du Dir die Kosten von der Agentur nicht erstatten lassen?
Hast Du immer Papierbewerbungen verschickt? Ist das in Deinem Beruf üblich?
Ich habe als IT-Anwendungsentwickler immer, oder fast immer, meine Unetrlagen per Email verschickt. Das kostet nicht so viel und wurde immer gern genommen.

Mein Angebot: Wenn Du willst, kannst Du mir mal ein (anonymisiertes) Anschreiben und Deinen (anonymisierten) Lebenslauf schicken. Ich könnte Dir vielleicht den einen oder anderen Tipp geben.

HTH bobesch

Hi Grübelmonster,

das hier hat mich stutzig gemacht:

die Quote „Vorstellungsgespräche pro Antwort"
liegt bei mir bei ca. 10%, was ja eigentlich nicht allzu wenig
sein sollte)

Du hast also schon ettliche Bewerbungsgespräche hinter Dir und bist immer ‚hängengeblieben‘
Hier solltest Du eine Analyse ansetzen.
Warum scheinst Du hier zu versagen, wie wirkst Du auf Dein Gegenüber, warum kannst Du Dich hier nicht richtig verkaufen

Vielleicht ist das ein/der Knackpunkt.

Gandalf

Hallo…

erstmal danke für die Antwort :smile:

Natürlich werde ich niemals die Hoffnung aufgeben, mich weiter bewerben und hoffen, hoffen, hoffen…

Der Staat übernimmt eben nicht immer alle fertig werdenden
Anwärter. Das liegt an der Finanzlage und an der Anzahl der
offenen Stellen. Das muss keine Enstcheidung gegen dich
persönlich gewesen sein.

Ich weiß. Drei Jahre Haushaltssperre in Folge hat ja eine gewisse Aussagekraft.

Was das Studium angeht:
Ich hätte eine Möglichkeit (gehabt), im Teilzeitstudium einen Master of Laws dranzuhängen - nur bin ich derart abgebrannt, dass ich mir die Studiengebühren schlichtweg nicht leisten kann. Vielleicht nächstes Jahr, wenn ich dann wieder zugelassen werde…

Zum Lehrerdasein: Der Markt, gerade die BA’s, werden gerne schon von fertigen Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern abgegraben. Kein Platz für mich.

Gruß
GM

Hallo…

erstmal danke für die Antwort :smile:

Erstmal: als was, wo und für welche Position bewirbst Du Dich?

Aaaalso:

  • als Steuer- und/oder Prüfungsassistent (das wäre so meine „Qualifikationsstufe“)
  • auf Steuerfachwirt- und Steuerfachangestelltenstellen (obwohl ich da meist als „überqualifiziert“ abgesagt werde)
  • als Steuerreferent
    und
  • als Controller (meine laufende Fortbildung)
  • über 350 geschriebenen Bewerbungen…

350 Bewerbungen in 20 Monaten? Da waren sicher sehr viele
Initiativbewerbungen dabei? Hats Du die vorbereitet? Durch
einen Anruf, ob es überhaupt Sinn macht, eine Bewerbung zu
schicken?
Hatst Du immer individuelle Anschreiben erstellt?

Also: ich habe es mir von Anfang an zum Ziel gesetzt, ca. eine Bewerbung am Tag loszuschicken. Klarerweise frage ich vorher an, meist auch deswegen, weil man selten meine Berufsbezeichnung sucht, sondern stets den Dipl.-Kfm / Dipl.-Betriebswirt im Titel hat (größere Zielgruppe). Mein Anschreiben ist individuell in Layout und Inhalt - und nicht nur im Hinblick auf den Ansprechpartner.

Und 250 ohne Antwort? Hast Du denn nachgehakt? Ich habe früher
oder später immer eine Reaktion bekommen, außer bei
Personalvermittlern. Um die mach ich inzwischen einen großen
Bogen.

Nachdem ich bald gemerkt habe, dass Nachfragen nach ca. 6-8 Wochen als lästig empfunden wird (auch wenn das sinngemäße Argument „dann sind die guten Bewerber ja schon weg“ wohl einleuchten sollte). Drum ließ ichs bleiben.

  • wenn eine Antwort auf meine Bewerbung kommt, dauert diese
    (mit sehr wenigen Ausreißern) selten kürzer als ein halbes
    Jahr.

Ein halbes Jahr kann ich nicht bestätigen.
Die Eingangsbestätigung muss nach spätestens einer Woche da
sein. Ansonsten hab ich angerufen.
Eine zweite Nachricht, ob Ablehnung oder Einladung zum
Vorstellungsgespräch, muss normalerweise nach 4 bis 6 Wochen
da sein. Meist ging es aber schneller, ob positiv oder negativ
für mich.

Eingangsbestätigungen sind Mangelware - ob beim kleinen oder im großen Konzern. Schön, wenn es welche gibt, aber es ist nicht so üblich, wie ich dachte.

  • es kommt *doch* auf den Namen, bzw. dessen Herkunft an (auch
    wenn es keiner zugeben mag - ich habe da mal eine kleine aber
    recht repräsentative Recherche gestartet. Das Ergebnis bis
    jetzt ist „aufschlussreich“ bis verheerend).

Verstehe ich nicht. Hast Du einen fremdländischen Namen?
Welche Recherche?

Ich habe in der Tat einen fremdländischen Namen. Und weil ich da so eine Ahnung hatte, die auch durch diverse Fachforen ging, habe ich mir die folgende Methode ausgedacht:

  • Zuerst rief ich einen Stellenanbieter an, meist Montags nach der samstäglichen Stellenanzeige. In vielen Fällen heißt es „Stelle vergeben“, sobald man den Namen hört (seltsam… Personalauswahl übers Wochenende??).
  • Dann ermunterte ich einen ehemaligen Studienkollegen zu einem Anruf (gleicher Werdegang, Abschlussnote sogar geringfügig schlechter, gleiche Wortwahl).
    Ergebnis: in 100% der „ihm zugesteckten Fälle“ bekam er die Antworten auf die Fragen, die ich hatte; in etwa 15% der Fälle wurde er sogar vom Gespräch weg zum VG eingeladen.

Und kannst Du Dir die Kosten von der Agentur nicht erstatten
lassen?

Warte noch auf die Erstattung (die ersten 50 Exemplare…).

Hast Du immer Papierbewerbungen verschickt? Ist das in Deinem
Beruf üblich?

Ich würde sagen: eher ja. Allerdings schicke ich auch viele per e-Mail - oder über die Formularbewerbung bei manchen Unternehmenshomepages.

Mein Angebot: Wenn Du willst, kannst Du mir mal ein
(anonymisiertes) Anschreiben und Deinen (anonymisierten)
Lebenslauf schicken. Ich könnte Dir vielleicht den einen oder
anderen Tipp geben.

Gerne, danke für das Angebot. Darf ich auch gleich mehrere (wg. Layout und Inhaltsschwerpunkten) schicken? Jeweils unter 300kB, ohne die ganzen Anhänge.

Gruß
GM

Hallo…

erstmal danke für die Antwort :smile:

das hier hat mich stutzig gemacht:

die Quote „Vorstellungsgespräche pro Antwort"
liegt bei mir bei ca. 10%, was ja eigentlich nicht allzu wenig
sein sollte)

Du hast also schon ettliche Bewerbungsgespräche hinter Dir und
bist immer ‚hängengeblieben‘

Etliche nicht. Wenn man sieht:
350 Bewerbungen
davon 250 unbeantwortet = 100 Antworten
ergibt ca. 10 Gespräche (genau: 11 VG’e)

Davon:

  • einmal Strukturvertrieb der übleren Sorte (danke an diese Leute, dass man Sperrvermerke „MLM, § 84 HGB“ und so nicht beachtet)
  • dreimal Personalvermittlung / Zeitarbeit (Ergebnis: man stellt mich Auftraggebern vor, „das wird schon“)
  • einmal über „Networking“ im privaten Umfeld (läuft noch, versprochene Antwort vom Personalchef ist nun einen Monat überfällig, Hintergrundrecherchen besagen, dass sich der Leiter der Fachabteilung querstestellt hat)
  • einmal über openBC (Ergebnis: Versprechen, dass ich nach der bevorstehenden Fusion mehrerer Kanzleien anfangen könne. Die Fusion ist erfolgt, aber erst heute bekam ich auf Nachfrage (monatlich) die Antwort, dass nun doch kein Bedarf besteht)
  • einmal, dass man einen „Bewerber zum Zurückgreifen hat, wenn die nächste Expansion aussteht“ (geschätzter Termin: Sommer 2007)
  • vier weitere Vorstellungsgespräche, bei zweien blieb ich im „Talent-Pool“, die anderen beiden hatten zumindest die Courage, mir keine weiteren Hoffnungen zu machen.

Für die etwas „verächtliche“ Ausdrucksweise bitte ich um Entschuldigung.

Hier solltest Du eine Analyse ansetzen.
Warum scheinst Du hier zu versagen, wie wirkst Du auf Dein
Gegenüber, warum kannst Du Dich hier nicht richtig verkaufen

Vielleicht ist das ein/der Knackpunkt.

Naja… bei der einen Personalvermittlung bekam ich nur den Tipp, mich gehaltsmäßig nicht unter Preis zu verkaufen (aber das war schon so spät in dieser Zeit, dass ich einfach kräftig an der „Preisschraube gedreht“ hatte).

Meine Bewerbungen gehen in der Regel durch zwei bis acht andere Hände, bevor sie auf den Weg gehen. Und da gab es keine Beanstandungen, im Gegenteil (und das sind wahre Freunde, die mich sicher nicht „schonen“ würden).

Naja… bleibt mir nur der Gang zu einer (teureren?) Bewerbungsberatung… Mal schauen, wie ich das stemme.

Gruß
GM

Abend Monster!

  • über 350 geschriebenen Bewerbungen, von denen über 250
    unbeantwortet geblieben sind (bitte keine lauten Gedanken über
    deren Güte - die Quote „Vorstellungsgespräche pro Antwort"
    liegt bei mir bei ca. 10%, was ja eigentlich nicht allzu wenig
    sein sollte)

Naja von 100 Antworten 10 Vorstellungsgespräche aus insgesamt 350
Bewerbungen ist nicht der Brüller.

Wie man allerdings 350 Bewerbungen in 20 Monaten schafft ist mir ein
Rätsel. Das sind etwa 20 Bewerbungen pro Monat also jeden Tag eine
Bewerbung. Sowas in der angemessen Qualität zu schaffen ist nicht
möglich!

1-2 pro Woche halte ich für das absolute Maximum. Irgendwie habe ich
den Eindruck es handelt sich eher um eine Art Serien-Bewerbung und
sowas erkennt selbst der unerfahrene Personalreferent.

…frage ich mich langsam, ob „bewerben“ wirklich die Lösung
sein soll.

Wenn du einen Job möchtest dann ist das wohl die einzige Möglichkeit.

Eigentlich war nicht nur ich der Meinung, dass ein
„Befriedigend“ eben „Befriedigend“ heißt - und nicht
„unehrenhaft entlassen“. Ich sollte später eines Besseren
belehrt werden.

OK, dumm gelaufen aber vergess es! Mit so einer Einstellung wird das
nichts.

  • wenn eine Antwort auf meine Bewerbung kommt, dauert diese
    (mit sehr wenigen Ausreißern) selten kürzer als ein halbes
    Jahr.

Alles was länger wie 3 Monate ist abhaken.

  • es kommt *doch* auf den Namen, bzw. dessen Herkunft an (auch
    wenn es keiner zugeben mag - ich habe da mal eine kleine aber
    recht repräsentative Recherche gestartet. Das Ergebnis bis
    jetzt ist „aufschlussreich“ bis verheerend).

Das glaube ich nicht.

  • aus den Antworten der Arbeitgeber (inkl. telefonisches
    Nachfragen) kann man selten bis nie Verbesserungspotential für
    die eigene Bewerbung entdecken

Absolut korrekt, ich habe schon auf Stellenausschreibungen 500
Bewerbungen bekommen, allein die Arbeit der Auswahl und dann rufen
die alle noch an und wollen wissen warum sie es nicht waren…
Sorry das klingt hart aber ist einfach nicht machbar, das hat auch
nichts mit dir persönlich zu tun.

  • solange man keine ALG-mäßigen Leistungen erhält, kommen auch
    *gar keine* Vorschläge, Lösungen oder auch nur irgendetwas
    gutes von der Arbeitsagentur - nur der Satz „um Sie muss ich
    mir ja keine Sorgen machen…“

Das ist wohl wahr, du mußt dir selber helfen.

Das alles sagt mir: Bewerben scheint nichts zu bringen. Zähle
ich meine gesamten Bewerbungskosten zusammen, komme ich nur
zum Schluss: Allein von diesem Geld könnte ich locker zwei
Jahre bescheiden leben.

Super, super, super bescheiden leben heißt etwa 500€ im Monat,
das sind 12000€ und das für 350 Bewerbungen? Haben die Ledereinband
mit echtem Blattgold?

Ich bin auch gerne bereit mal über ein paar Bewerbungen von dir
zu schauen (EMail, egal wie groß, inklusive alles, Anschreiben,
Zeugnisse, Lebenslauf, Stellenanzeige, WebLink zur Firma, kurze
Zusammenfassung warum du der ideale Mitarbeiter bist, Zusammenfassung
was die Firma macht, Zusammenfassung was dein Job wäre, Stellung
des Ansprechpartners, und dir fällt doch sicher noch mehr ein…).

Gruß
Stefan

Hallo Grübelmonster,

dein Text könnte von mir stammen. Schau mal in meiner Visitenkarte nach der Berufsbezeichnung.

Ich habe genau denselben Leidensweg durch, den du derzeit gerade erlebst. Aber ich habe die Hoffnung niemals aufgegeben.

Zwischendurch habe ich auch mal einen Umweg über die IT-Schiene genommen, erst noch 3 Semester Medienwirtschaft studiert und nebenbei im Steuerbüro gearbeitet, anschließend 1 Jahr Weiterbildung über das AA gemacht, bis vor Kurzem im Callcenter im Techniksupport gearbeitet. Auch wenn der Weg nicht geradlinig war, so war ich aber niemals länger als 6 Monate am Stück zu Hause.

Und jetzt bin ich seit Kurzem Geschäftsführerin eines Trägers von mehreren Kindereinrichtungen - der von meinem breitgefächerten Wissen aus dem Steuerrecht und der IT-Branche profitiert.

Ich bin aus einer Vielzahl von Bewerbern für diesen Posten ausgewählt wurden, trotz meiner Zweitfunktion als alleinerziehende Mutter mit einem Kleinkind.

Also, gib die Hoffnung niemals auf - das ist das Verkehrteste, was du tun kannst.

Weil…

  • Du einen Job willst
  • Du vielleicht mehr als 345 Euro im Monat Kohle zur Verfügung haben willst
  • Du Dein Wissen und Können anwenden möchtest
  • Du Dein Wissen erweitern willst
  • Du Deinen Beitrag zum Gemeinwohl durch Steuern zahlen leisten willst
  • nix tun auf Dauer einfach ätzend ist
  • sich manche „Freunde“ sehr merkwürdig verhalten, wenn man arbeitslos ist
  • Du die Arbeitsmarktstatistik echt nicht versauen willst
  • Du einfach noch zu jung bist um „die paar Jahre“ bis zur Rente abzusitzen

Hi Grübelmonster,

nein, obige Auflistung ist nicht ernst gemeint. Die jetzt folgenden Punkte sind viel ernsthafter gemeint: nach 15 Monaten und quasi (Werk)täglich einer Bewerbung, ist es Zeit Bilanz zu ziehen. Achja, alle diese Fragen sollst Du bitte nicht hier im Forum beantworten, sondern ehrlich für Dich im stillen Kämmerlein.

  • Was willst Du wirklich? Ist ein Job in Deinen Ausbildungsberuf das was Du möchtest? Oder hast Du diese Ausbildung seinerzeit mehr aus Verlegenheit oder praktischen Gesichtspunkten gewählt? Falls ja - was würdest Du gerne machen? Wie wäre der Weg dorthin? Du bist jung genug, um ein Studium oder eine andere Ausbildung zu machen!

  • Gibt es Alternativen in Deinem Ausbildungsberuf? Könnte es statt dem Finanzamt auch ein Steuerberater sein? Oder winken vielleicht in der freien Wirtschaft die passenden Jobs? Wäre eine Selbstständigkeit eine Alternative?

  • Gibt es Alternativen Deinen Arbeitsort betreffend? Muss es also 3 km Umkreis von Klein-Posemuckl sein, oder ist auch das Ausland eine Alternative? Was wäre mit anderen Bundesländern?

  • Sind Deine Bewerbungen so okay? Ich schliesse mich hier meinen Vorrednern an: 1 Bewerbung pro Tag erscheint mir sehr viel zu sein, um wirklich individuelle Schreiben zu produzieren. Hat die mal ein objektiver Mensch (eventuell bietet Dein Arbeitsamt sowas an?) durchgeschaut? Ansonsten gucke auch ich mir Deine Unterlagen gerne mal durch.

  • Ist Dein Auftreten in Vorstellungsgesprächen okay? Hast Du jeweils ein Feedback bekommen, woran es lag, dass Du nicht Nummer 1 wurdest? Hier würde ich eventuell auf ein professionelles Bewerbertraining verweisen. Das unter der Voraussetzung, dass Du die „üblichen“ Regeln bezüglich Wortwahl, Kleidung, Information über die Firma etc. befolgst.

Nimm’s bitte nicht persönlich, aber wenn Du mir das da

dank einer sehr schlampigen
Umsetzung der Änderungen in der Prüfungsordnung für mich (der
Jahrgang nach mir hatte eine neue; die für mich gültige
Übergangslösung ließ weder ein System erkennen noch bot diese
eine echte Chance) unmöglich war, mein Studium „im ersten
Anlauf“ zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Dafür brachte
ich es im „zweiten Anlauf“ (dessen Termin ich keine zwei
Wochen vorher mitgeteilt bekam) mit einem „befriedigenden“
Abschluss erfolgreich zuende.

im Vorstellungsgespräch erzählen würdest, höbe sich zumindest meine linke Augenbraue. Aber die Sache mit der Prüfungsordnung würde ich mit einem diplomatischen „durch eine Änderung in der Prüfungsordnung und deshalb etwas anderen Schwerpunkten“ erklären.
Und selbst wenn es wirklich und ehrlich so war, dass Du den Termin erst 2 Wochen vorher erfahren hast - ich als Personaler würde Dir kein Wort glauben :wink: Normalerweise stehen doch solche Termine (zumindest der grobe Zeitraum) schon ewig vorher weg. Also einfach rauslassen, auch wenn’s wahr ist.

Noch eine andere Idee zu den Vorstellungsgesprächen: Hast Du vielleicht eine Videokamera daheim? Dann stell die auf, setz Dich davor und sprich frei zu folgenden Fragen:

  • Erzähle Deine Werdegang?
  • Warum dieser Beruf?
  • Warum Bewerbung bei uns (=imaginäre Firma)
  • Warum hat das Studium so lange gedauert?
  • Warum ist Dein Notenschnitt so „schlecht“?
  • Warum sollen wir Dich „trotzdem“ einstellen?
  • Was hast Du in der Zwischenzeit gemacht und warum?
  • Was sind Deine Stärken und Schwächen?

Dieses Band guckst Du Dir dann 2 Tage später mal an. Versuch das so zu bewerten, als ob ein Fremder zu sehen wäre. Und versuch so ehrlich wie möglich zu sein. „Einfach ätzend, die lila Kravatte“ oder „Um Himmels willen, der popelt ja in der Nase!“ oder „Sagt der jetzt echt „Ex-Scheffe war ein Arschloch?““ oder auch weniger drastische Dinge wie Stimmlage (ich piepse gerne, wenn ich aufgeregt bin) Wortwahl (vielleicht sagst Du in jedem Satz fünfmal ne oder sehr-sehr?) oder denkst „Mist, das hätte ich aber anders ausdrücken können!“ oder „waow, hier hab ich aber echt dummes Zeug geschwafelt“.

Klar, das ist ätzend, aber sowas hilft ungemein :wink: Alternativ kannst Du natürlich die Videokamera und Selbstanalyse durch einen Menschen Deines Vertrauens ersetzen. Lieber nicht die Freundin, in dem Fall scheint mir der ältere Bruder (oder was Du halt so hast!) besser geeignet.

…frage ich mich langsam, ob „bewerben“ wirklich die Lösung
sein soll.

Naja, was willste denn sonst tun? Angenommen, Dein Daddy ist nicht Rockefeller und Du willst auch nicht bis an Dein Lebensende Sozialhilfe kriegen, muss ein Job her. Das geht entweder über Beziehungen (die Du sicher ausschöpfst!), über Zufall (würde ich mich aber nicht drauf verlassen) oder eben über Bewerbungen aus Eigeninitiative bzw. auf Anzeigen bezogen.

  • es kommt *doch* auf den Namen, bzw. dessen Herkunft an (auch

wenn es keiner zugeben mag - ich habe da mal eine kleine aber
recht repräsentative Recherche gestartet. Das Ergebnis bis
jetzt ist „aufschlussreich“ bis verheerend).

Das würde mich interessieren.

  • solange man keine ALG-mäßigen Leistungen erhält, kommen auch
    *gar keine* Vorschläge, Lösungen oder auch nur irgendetwas
    gutes von der Arbeitsagentur - nur der Satz „um Sie muss ich
    mir ja keine Sorgen machen…“

Sieh es positiv: auch wenn Du ALG in irgendeiner Form kriegst, prasseln die Vorschläge nicht wirklich auf Dich nieder :wink:

Das alles sagt mir: Bewerben scheint nichts zu bringen. Zähle
ich meine gesamten Bewerbungskosten zusammen, komme ich nur
zum Schluss: Allein von diesem Geld könnte ich locker zwei
Jahre bescheiden leben.

Uuups. Gehen wir mal vom Existenzminimum für einen Single aus. Das sind irgendewas um die 600 Euro im Monat. 15 Monate (die 5 vor der Prüfung nicht mitgerechnet) lang mal 600 Euro sind 9000 Euro. Durch 350 Bewerbungen (eher weniger, weil ja ein paar ebenfalls schon vorher waren). Dann bist Du bei 25 Euro pro Bewerbung. Bist Du ganz sicher, dass die so derart teuer sind? Siehst Du eventuell Chancen, ohne Verlust am „Eindruck“ die Werke zu verbilligen? Denn grad wenn man kein bis nicht viel Einkommen hat, schlägt sowas natürlich massiv zu Buche.

*wink*

Petzi

PS: Ich hab mir das Posting eben nochmal durchgelesen: manches klingt so, als ob ich Dir da persönlich irgendwas unterstellen wollte. Das ist nicht der Fall. Ich habe nur das wiedergegeben, was ich als Dir kritisch gegenüberstehender Personaler so denken würde :wink:

Hallo!

auch wenn’s nicht ernst gemeint war: Das muss mal geschrieben werden (genauso ernst):

  • Du einen Job willst

Versuche ja nichts anderes in den letzten über 1,5 Jahren :smile:

  • Du vielleicht mehr als 345 Euro im Monat Kohle zur Verfügung
    haben willst

345 Euro wären schonmal was…

  • Du Dein Wissen und Können anwenden möchtest

Siehe „weil… Du einen Job willst“

  • Du Dein Wissen erweitern willst

dito

  • Du Deinen Beitrag zum Gemeinwohl durch Steuern zahlen
    leisten willst

dito

  • nix tun auf Dauer einfach ätzend ist

tue ja schon was…

  • sich manche „Freunde“ sehr merkwürdig verhalten, wenn man
    arbeitslos ist

lese die Anführungszeichen und kann mit Stolz sagen, dass ich diese schon lange vor dieser Situation „aussortiert“ hatte.

  • Du die Arbeitsmarktstatistik echt nicht versauen willst

Das kann man mir nicht vorwerfen.

  • Du einfach noch zu jung bist um „die paar Jahre“ bis zur
    Rente abzusitzen

Manchmal zweifle ich :smile:

nein, obige Auflistung ist nicht ernst gemeint. Die jetzt
folgenden Punkte sind viel ernsthafter gemeint: nach 15
Monaten und quasi (Werk)täglich einer Bewerbung, ist es Zeit
Bilanz zu ziehen. Achja, alle diese Fragen sollst Du bitte
nicht hier im Forum beantworten, sondern ehrlich für Dich im
stillen Kämmerlein.

  • Was willst Du wirklich? Ist ein Job in Deinen
    Ausbildungsberuf das was Du möchtest? Oder hast Du diese
    Ausbildung seinerzeit mehr aus Verlegenheit oder praktischen
    Gesichtspunkten gewählt? Falls ja - was würdest Du gerne
    machen? Wie wäre der Weg dorthin? Du bist jung genug, um ein
    Studium oder eine andere Ausbildung zu machen!

Die Ausbildung habe ich nach den folgenden Gesichtspunkten ausgesucht:

  • bin eher der „Controller“-Typ
  • hab viel Interesse am Rechtswesen allgemein, insbesondere wenn es in den Bereich „Geldströme/Transaktionen/M&A“ geht
  • die praktische Komponente: ich wollte meiner Family nicht auf der Tasche liegen, daher kein normales Studium
  • Gibt es Alternativen in Deinem Ausbildungsberuf? Könnte es
    statt dem Finanzamt auch ein Steuerberater sein? Oder winken
    vielleicht in der freien Wirtschaft die passenden Jobs? Wäre
    eine Selbstständigkeit eine Alternative?

Das Finanzamt ist für mich mit dem Zeitpunkt meines Ausscheidens „gestorben“. War mir von vorneherein klar. Daher meine Alternativen: Steuerberater- und Wirtschaftsprüferkanzleien (100%), Steuerabteilungen bei Unternehmen in der freien Wirtschaft (100%), Controlling (qualifikationsbedingt noch 75%) und andere Positionen, wo ich (u.a.) meiner Meinung nach passen könnte.

  • Gibt es Alternativen Deinen Arbeitsort betreffend? Muss es
    also 3 km Umkreis von Klein-Posemuckl sein, oder ist auch das
    Ausland eine Alternative? Was wäre mit anderen Bundesländern?

Bewerbe mich europaweit, von Anfang an, plus ein wenig im Raum Nahost (da gibt’s das Namensproblem halt nicht).

  • Sind Deine Bewerbungen so okay? Ich schliesse mich hier
    meinen Vorrednern an: 1 Bewerbung pro Tag erscheint mir sehr
    viel zu sein, um wirklich individuelle Schreiben zu
    produzieren. Hat die mal ein objektiver Mensch (eventuell
    bietet Dein Arbeitsamt sowas an?) durchgeschaut? Ansonsten
    gucke auch ich mir Deine Unterlagen gerne mal durch.

Gerne. Meine Bewerbungsmappen werden regelmäßig durch 4-8 (kompetente) Augen quergelesen.

  • Ist Dein Auftreten in Vorstellungsgesprächen okay? Hast Du
    jeweils ein Feedback bekommen, woran es lag, dass Du nicht
    Nummer 1 wurdest? Hier würde ich eventuell auf ein
    professionelles Bewerbertraining verweisen. Das unter der
    Voraussetzung, dass Du die „üblichen“ Regeln bezüglich
    Wortwahl, Kleidung, Information über die Firma etc. befolgst.

Professionelle Bewerbertrainings habe ich schon hinter mir. Drei Lehrgänge, um genau zu sein. Davon einer über die AA, zwei, die ich privat gebucht hatte.

Nimm’s bitte nicht persönlich, aber wenn Du mir das da

[…]

im Vorstellungsgespräch erzählen würdest, höbe sich zumindest
meine linke Augenbraue. Aber die Sache mit der
Prüfungsordnung würde ich mit einem diplomatischen „durch eine
Änderung in der Prüfungsordnung und deshalb etwas anderen
Schwerpunkten“ erklären.
Und selbst wenn es wirklich und ehrlich so war, dass Du den
Termin erst 2 Wochen vorher erfahren hast - ich als Personaler
würde Dir kein Wort glauben :wink: Normalerweise stehen doch
solche Termine (zumindest der grobe Zeitraum) schon ewig
vorher weg. Also einfach rauslassen, auch wenn’s wahr ist.

Das erzähle ich hier im Forum, aber nicht im Vorstellungsgespräch. Dort sage ich meist noch nicht mal etwas über die anderen Schwerpunkte. Zumal: wer (zu Anfang) den selben Weg wie ich gegangen ist (und das sind nicht allzu wenige im Bereich Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung) und auch mal den eingehenden Blick über den Tellerrand „Bundesland“ gewagt hat, der weiß, dass die Systeme miteinander inkompatibel sind.

Noch eine andere Idee zu den Vorstellungsgesprächen: Hast Du
vielleicht eine Videokamera daheim? Dann stell die auf, setz
Dich davor und sprich frei zu folgenden Fragen:

  • Erzähle Deine Werdegang?
  • Warum dieser Beruf?
  • Warum Bewerbung bei uns (=imaginäre Firma)
  • Warum hat das Studium so lange gedauert?
  • Warum ist Dein Notenschnitt so „schlecht“?
  • Warum sollen wir Dich „trotzdem“ einstellen?
  • Was hast Du in der Zwischenzeit gemacht und warum?
  • Was sind Deine Stärken und Schwächen?

Dieses Band guckst Du Dir dann 2 Tage später mal an. Versuch
das so zu bewerten, als ob ein Fremder zu sehen wäre. Und
versuch so ehrlich wie möglich zu sein. „Einfach ätzend, die
lila Kravatte“ oder „Um Himmels willen, der popelt ja in der
Nase!“ oder „Sagt der jetzt echt „Ex-Scheffe war ein
Arschloch?““ oder auch weniger drastische Dinge wie Stimmlage
(ich piepse gerne, wenn ich aufgeregt bin) Wortwahl
(vielleicht sagst Du in jedem Satz fünfmal ne oder sehr-sehr?)
oder denkst „Mist, das hätte ich aber anders ausdrücken
können!“ oder „waow, hier hab ich aber echt dummes Zeug
geschwafelt“.

Schon getan und „verfeinert“ in Bewerberseminar „Nummer 2“, welches da war vor inzwischen einem Jahr - bevor „die Masse“ der VG’e begann.

Klar, das ist ätzend, aber sowas hilft ungemein :wink: Alternativ
kannst Du natürlich die Videokamera und Selbstanalyse durch
einen Menschen Deines Vertrauens ersetzen. Lieber nicht die
Freundin, in dem Fall scheint mir der ältere Bruder (oder was
Du halt so hast!) besser geeignet.

…frage ich mich langsam, ob „bewerben“ wirklich die Lösung
sein soll.

Naja, was willste denn sonst tun? Angenommen, Dein Daddy ist
nicht Rockefeller und Du willst auch nicht bis an Dein
Lebensende Sozialhilfe kriegen, muss ein Job her. Das geht
entweder über Beziehungen (die Du sicher ausschöpfst!), über
Zufall (würde ich mich aber nicht drauf verlassen) oder eben
über Bewerbungen aus Eigeninitiative bzw. auf Anzeigen
bezogen.

Das „warum bewerben“ sollte mehr eine rhetorische Frage sein. Es war eine Mischung aus:

  • „gehts Euch genauso?“
  • „was führte bei Euch zum Erfolg?“
  • „habt Ihr auch das Namensproblem?“
    und so weiter.

Und dass ich Daddy („Rockefeller“) oder der Allgemeinheit („Sozialhilfe“) auf der Tasche liegen würde, stimmt nicht.

  • es kommt *doch* auf den Namen, bzw. dessen Herkunft an (auch

wenn es keiner zugeben mag - ich habe da mal eine kleine aber
recht repräsentative Recherche gestartet. Das Ergebnis bis
jetzt ist „aufschlussreich“ bis verheerend).

Das würde mich interessieren.

Das habe ich in einem anderen Thread bereits konkretisiert:

Manche Stellenanbieter reagieren auf meine Nachfrage mit dem Satz „Stelle vergeben“ - und das am auf die Stellenanzeige folgenden Montag. Und weil ich in manchen Fällen nicht glauben will, dass die Stelle übers Wochenende besetzt wurde, lasse ich einen „guten Freund und ehemaligen Studienkollegen“, der exakt den selben Lebenslauf hat, dort abermals anrufen, meist Tage später. Er bekommt in allen Fällen die Information auf die Frage (bei wortwörtlich gleichem Fragestil) und teilweise sogar Einladungen vom Telefon weg. Das macht mich nunmal stutzig, da der einzige Unterschied bei mehreren Versuchen nur noch im Namen begründet sein kann (andere Faktoren wie Wortwahl, Stimmlage und Auftreten wurden stets abgestimmt und variiert, von daher kann man diese, denke ich, ausblenden).

  • solange man keine ALG-mäßigen Leistungen erhält, kommen auch
    *gar keine* Vorschläge, Lösungen oder auch nur irgendetwas
    gutes von der Arbeitsagentur - nur der Satz „um Sie muss ich
    mir ja keine Sorgen machen…“

Sieh es positiv: auch wenn Du ALG in irgendeiner Form kriegst,
prasseln die Vorschläge nicht wirklich auf Dich nieder :wink:

Naja, wenn ich wenigstens ALG bekäme, egal mit welcher Nummer… *lach*

Das alles sagt mir: Bewerben scheint nichts zu bringen. Zähle
ich meine gesamten Bewerbungskosten zusammen, komme ich nur
zum Schluss: Allein von diesem Geld könnte ich locker zwei
Jahre bescheiden leben.

Uuups. Gehen wir mal vom Existenzminimum für einen Single aus.
Das sind irgendewas um die 600 Euro im Monat. 15 Monate (die 5
vor der Prüfung nicht mitgerechnet) lang mal 600 Euro sind
9000 Euro. Durch 350 Bewerbungen (eher weniger, weil ja ein
paar ebenfalls schon vorher waren). Dann bist Du bei 25 Euro
pro Bewerbung. Bist Du ganz sicher, dass die so derart teuer
sind? Siehst Du eventuell Chancen, ohne Verlust am „Eindruck“
die Werke zu verbilligen? Denn grad wenn man kein bis nicht
viel Einkommen hat, schlägt sowas natürlich massiv zu Buche.

Rechnen wir auch mal sämtliche Gemeinkosten hinzu: Anteilige Kosten Internet, Telefonkosten, Zeitungen (bis vor kurzem jedes Wochenende ein ganzer Stapel), Bewerberkurse, Fahrten zu Vorstellungsgesprächen und ggf. Übernachtung, Fahrten zu Kontaktmessen und Networking-Veranstaltungen - da kommt (zusammen mit Papier/Druckkosten, gutem Foto und Anschaffung der Mappen/Umschläge/Porti) etwas zusammen. Zumal die Mappe entweder nie zurückkommt oder durch die Post derart geknickt wird (wozu habe ich so einen großen Briefkasten?!), dass man da eh nichts mehr verwenden kann.
Dann macht man aus dem „bescheiden“ ein „wirklich bescheiden“ - et voilà: es kommen etwa zwei Jahre heraus.

PS: Ich hab mir das Posting eben nochmal durchgelesen: manches
klingt so, als ob ich Dir da persönlich irgendwas unterstellen
wollte. Das ist nicht der Fall. Ich habe nur das
wiedergegeben, was ich als Dir kritisch gegenüberstehender
Personaler so denken würde :wink:

Habe es nie so verstanden, keine Sorge. Und ich habe als mein privates Ich geantwortet.

Gruß
GM

Hallo Anke!

Vielen Dank fürs Mutmachen!

Die Hoffnung werde ich nie aufgeben - höchstens mal hinterfragen und gelegentlich mal den Kanal „Ironie“ „fluten“, wie hier in der Wertung ein wenig geschehen.

Bei mir war’s noch nicht die Schiene IT, aber:

  • zwei Wahlkämpfe als Politikberater
  • nebenbei ehrenamtliches „Mädchen für alles“ bei den Johannitern
  • Callcenter Techniksupport kommt noch - nächsten Mittwoch VG

Gruß
GM

Moin Stefan!

Naja von 100 Antworten 10 Vorstellungsgespräche aus insgesamt
350
Bewerbungen ist nicht der Brüller.

Ich weiß.

Wie man allerdings 350 Bewerbungen in 20 Monaten schafft ist
mir ein
Rätsel. Das sind etwa 20 Bewerbungen pro Monat also jeden Tag
eine
Bewerbung. Sowas in der angemessen Qualität zu schaffen ist
nicht
möglich!

1-2 pro Woche halte ich für das absolute Maximum. Irgendwie
habe ich
den Eindruck es handelt sich eher um eine Art Serien-Bewerbung
und
sowas erkennt selbst der unerfahrene Personalreferent.

Das sehe ich im Wesentlichen etwas anders.
Natürlich bin ich zeitweise in die Falle des „Serienbriefs“ getappt.
Aber: Das war nur ein kleinerer Anteil an der Gesamtanzahl.
Und wenn man wirklich in „Vollzeit“ Bewerbungen schreibt, ist die individuelle Bewerbung möglich. Natürlich hat man vorher einen „Pool“ an Lebensläufen aufgebaut, die im Wesentlichen gleich, aber mit branchen- und stellenbezogenen Schwerpunkten versehen sind => Arbeitsersparnis. Natürlich hat man den einen oder anderen *sinngemäßen* Textbaustein im Hinblick auf den Bewerbungsbezug, die kurze Schilderung des eigenen Werdegangs, den branchen- und stellenbezogenen Ausgangspunkt und so weiter => „nicht das Rad zweimal erfunden“. Schließlich gibt es bei vielen Bewerbungen *einer Person* Überschneidungspunkte.
Aber mit entsprechenden Detailideen und einer „Perfektschreibleistung“ von „mehr als 60 Anschlägen pro Minute“ (bei wenigen Fehlern und Rechtschreibkorrektur…) ist das zu schaffen.
(Hier wird es Zeit für die Anmerkung, dass ich in Bewerbungen deutlich sparsamer mit Anführungszeichen umgehe.)

…frage ich mich langsam, ob „bewerben“ wirklich die Lösung
sein soll.

Wenn du einen Job möchtest dann ist das wohl die einzige
Möglichkeit.

Klar. Die Frage war ein wenig rhetorisch gemeint - sorry, dass ich das nicht so rübergebracht habe.

Eigentlich war nicht nur ich der Meinung, dass ein
„Befriedigend“ eben „Befriedigend“ heißt - und nicht
„unehrenhaft entlassen“. Ich sollte später eines Besseren
belehrt werden.

OK, dumm gelaufen aber vergess es! Mit so einer Einstellung
wird das
nichts.

Ich entschuldige mich für die Selbstironie.

  • wenn eine Antwort auf meine Bewerbung kommt, dauert diese
    (mit sehr wenigen Ausreißern) selten kürzer als ein halbes
    Jahr.

Alles was länger wie 3 Monate ist abhaken.

Ich habe nicht gesagt, dass ich bei einer vier Monate alten Bewerbung noch große Hoffnungen auf die Stelle habe. Aber wenn ich anrufen und meine Mappe zurückfordern würde, wäre das auch nicht die feine Art.

  • es kommt *doch* auf den Namen, bzw. dessen Herkunft an (auch
    wenn es keiner zugeben mag - ich habe da mal eine kleine aber
    recht repräsentative Recherche gestartet. Das Ergebnis bis
    jetzt ist „aufschlussreich“ bis verheerend).

Das glaube ich nicht.

Glauben wenige, außer denen, die wirklich davon betroffen sind. Es gibt abseits meiner persönlichen Erfahrung sowie der Erfahrungen in meinem Freundeskreis auch z.B. im Internet genügend Foren, wo genau diese Problematik mehrfach (natürlich selten exakt so, aber das Wesentlichen stimmt überein) diskutiert wurde, z.B.:

https://www.openbc.com/cgi-bin/forum.fpl?op=showarti…

Und: nicht umsonst liegt der Anteil an niedergelassenen Steuerberatern mit ausländischem Namen (im weitesten Sinne) sehr, sehr, sehr niedrig.

  • aus den Antworten der Arbeitgeber (inkl. telefonisches
    Nachfragen) kann man selten bis nie Verbesserungspotential für
    die eigene Bewerbung entdecken

Absolut korrekt, ich habe schon auf Stellenausschreibungen 500
Bewerbungen bekommen, allein die Arbeit der Auswahl und dann
rufen
die alle noch an und wollen wissen warum sie es nicht waren…
Sorry das klingt hart aber ist einfach nicht machbar, das hat
auch
nichts mit dir persönlich zu tun.

Selten erwartet. Aber: Ist es denn wirklich so „extrem zu viel“ verlangt, dass man nach einem erfolglosen VG - abseits des Standardsatzes „Wahl ist auf einen Mitbewerber gefallen“ und des Troststatements „bitte nicht als Wertung Ihrer Person ansehen“ - dem interessierten und um Verbesserung bemühten Bewerber zumindest eine Sache zu nennen, die einem negativ aufgefallen ist? Gerade vor dem Hintergrund, dass die Dokumentation des Bewerbungsprozesses im Hinblick auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ausgebaut wird oder zumindest „werden sollte“ - und z.B. dank SAP R/3 HR auch nicht allzu schwierig abzurufen sein dürfte?

  • solange man keine ALG-mäßigen Leistungen erhält, kommen auch
    *gar keine* Vorschläge, Lösungen oder auch nur irgendetwas
    gutes von der Arbeitsagentur - nur der Satz „um Sie muss ich
    mir ja keine Sorgen machen…“

Das ist wohl wahr, du mußt dir selber helfen.

Ich weiß. Der kleine Idealist in mir sieht aber die AA nicht als „Abnick- und Zahlorgan“, sondern auch als eine Institution, die dem Menschen helfen soll, wieder in Lohn und (zumindest Knäcke-) Brot zu kommen. Gerade im Hinblick auf eine passende Vorbereitung (gerade wenn es der Bewerber so wünscht und damit Eigeninitiative entgegen aller Unkenrufe über den „faulen Arbeitslosen“ beweist) - oder ist das zu viel verlangt?

Das alles sagt mir: Bewerben scheint nichts zu bringen. Zähle
ich meine gesamten Bewerbungskosten zusammen, komme ich nur
zum Schluss: Allein von diesem Geld könnte ich locker zwei
Jahre bescheiden leben.

Super, super, super bescheiden leben heißt etwa 500€ im Monat,
das sind 12000€ und das für 350 Bewerbungen? Haben die
Ledereinband
mit echtem Blattgold?

Habe ich in einem anderen Beitrag schon erwähnt. Man nehme auch die Gemeinkosten im weiteren Sinne dazu, z.B.:

  • Anteil an den Internetgebühren (bei täglicher Suche bemerkbar!)
  • Telefonkosten
  • Zeitungen für Stellenanzeigen (und nicht nur das Regionalblättchen und/oder die FAZ)
  • Ratgeber in Buchform
  • Bewerberseminare
  • nicht erstattete Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen
  • Fahrtkosten zu Kontaktmessen und Networking-Veranstaltungen
  • Fortbildungskosten, um nicht den Anschluss zu verlieren

Ich bin auch gerne bereit mal über ein paar Bewerbungen von
dir
zu schauen (EMail, egal wie groß, inklusive alles,
Anschreiben,
Zeugnisse, Lebenslauf, Stellenanzeige, WebLink zur Firma,
kurze
Zusammenfassung warum du der ideale Mitarbeiter bist,
Zusammenfassung
was die Firma macht, Zusammenfassung was dein Job wäre,
Stellung
des Ansprechpartners, und dir fällt doch sicher noch mehr
ein…).

Nehme ich gerne in Anspruch. Das kann im Moment aber etwas dauern - ein Grund, den ich mal Ironie des Schicksals nenne: Im Moment steht das Telefon nicht still und ich habe gerade ein paar Einladungen erhalten. Es geht doch voran.

Gruß
GM

Hallo GMonster,
aus Deinen bisherigen Beiträgen lese ich, dass Du Deine Situation sehr
professionell und ernsthaft analysiert hast. Auch Deine bisherigen Bemühungen um einen Job sind wesentlich mehr als manch anderer macht, der schnell wieder einen Job bekommt.
Wenn Dein Lebenslauf einigermaßen stimmig und Schule und Studium von den Noten in Ordnung sind, muss es andere Gründe für die Ablehnungen in der ersten Runde geben.

Die Firmen oder Personen, die Dich bisher zu einem VG eingeladen haben, erscheinen mir nicht gerade erste Wahl zu sein (Strukturvertrieb/Zeitarbeit) und die Riesenmenge an Bewerbungsmappen auf konkrete Stellenanzeigen haben Dir eine Resonanz erbracht, die gegen Null tendiert, oder?

Professionelle Bewerbertrainings habe ich schon hinter mir.
Drei Lehrgänge, um genau zu sein. Davon einer über die AA,
zwei, die ich privat gebucht hatte.

Das interessiert mich näher, schon aus eigenem Interesse. Nicht das Training durch die AA, sondern die beiden anderen. Was genau wurde da gemacht und welche Trainer waren das? War das Gruppen- oder Einzeltraining? Kannst Du Empfehlungen geben (du wohnst ja wohl um die Ecke :wink:)?

Gruß bobesch

Hallo Bobesch,

aus Deinen bisherigen Beiträgen lese ich, dass Du Deine
Situation sehr
professionell und ernsthaft analysiert hast. Auch Deine
bisherigen Bemühungen um einen Job sind wesentlich mehr als
manch anderer macht, der schnell wieder einen Job bekommt.
Wenn Dein Lebenslauf einigermaßen stimmig und Schule und
Studium von den Noten in Ordnung sind, muss es andere Gründe
für die Ablehnungen in der ersten Runde geben.

Vielen Dank für die Blumen :smile:

Die Firmen oder Personen, die Dich bisher zu einem VG
eingeladen haben, erscheinen mir nicht gerade erste Wahl zu
sein (Strukturvertrieb/Zeitarbeit) und die Riesenmenge an
Bewerbungsmappen auf konkrete Stellenanzeigen haben Dir eine
Resonanz erbracht, die gegen Null tendiert, oder?

Naja, das erkläre ich so:

Der Strukturvertrieb hat sich natürlich zunächst nicht als solcher gezeigt. Erst mit etwas Recherche habe ich den Braten gerochen und meine Konsequenzen gezogen (Absage durch mich).
Und mit der Zeitarbeit ist das so eine Sache. Sicher bekäme ich da nicht eine Beschäftigung der ersten Wahl - aber immerhin eine Beschäftigung, die mich in Aktion hält und meinen Kühlschrank etwas füllen kann.

Professionelle Bewerbertrainings habe ich schon hinter mir.
Drei Lehrgänge, um genau zu sein. Davon einer über die AA,
zwei, die ich privat gebucht hatte.

Das interessiert mich näher, schon aus eigenem Interesse.
Nicht das Training durch die AA, sondern die beiden anderen.
Was genau wurde da gemacht und welche Trainer waren das? War
das Gruppen- oder Einzeltraining? Kannst Du Empfehlungen geben
(du wohnst ja wohl um die Ecke :wink:)?

Das „um die Ecke“ zählt nicht :smile:. Meine Seminare (abseits der AA) waren weiter weg.
Da habe ich drei Empfehlungen für Dich (Du verstehst, dass ich hier im Forum keine Werbung machen will - die genauen Daten kann ich Dir aber gerne per e-Mail zukommen lassen):

  • manche größere Unternehmen und Personalvermittler veranstalten „Recruiting Days“. Im wesentlichen ein AC (2-3 Tage), aber Du gehst mit konkreten Verbesserungsvorschlägen da raus, wenn Du es nicht geschafft hast.

  • da gibt es regelmäßig ein recht gutes Seminar in München. Link und Kontaktadresse kriegst Du per Mail, wenn Du willst. Ist ein Wochenende, bei dem man unter anderem deinen ganzen Lebenslauf auseinandernimmt und sinnvoll wieder zusammensetzt, mehrere Anschreiben (m.E. für ein paar Textbausteine nicht schlecht) mit Dir konzipiert und - auch nicht unwichtig - Dir wirklich gute Fotos mitgibt. Zusätzlich gibt’s einen Haufen Tipps.
    Das ganze läuft in Gruppen ab (so um die 25-30 Leute) und sollte etwas länger vorher gebucht werden (viel Resonanz). Ich hab das damals im abendlichen „Einzelcoaching“ gemacht, weil der zu meinen Gunsten „Abgesprungene“ sich doch umentschlossen hatte (war mein Seminar Nummer drei - die Dame, die das Seminar veranstaltet, hat kaum Verbesserungsbedarf entdeckt).
    Unschätzbarer Vorteil: Kein Motivationsgewäsch à la „Tschakka - Du schaffst es“, sondern bodenständige und brauchbare Tipps.

  • Optimierung nach der Seite mit dem Slogan „gemeinsam schlagen wir die Schema-F-Bewerber“ (da habe ich aber keine eigene Erfahrung). Nicht billig und man muss öfter nachhaken, aber Du wirst zum Festpreis so lange mit Ideen und Verbesserungen beliefert, bis DU zufrieden bist. Und wenn Du nunmal erst zufrieden bist, wenn ein Arbeitsvertrag unter Deiner Nase liegt… (Satz bewusst nicht beendet!)

Wie gesagt: näheres per Mail (will keine Schleichwerbung machen)

Viel Erfolg!

GM

Hallo Grübelmonster,

auch wenn’s nicht ernst gemeint war: Das muss mal geschrieben
werden (genauso ernst):

*grins* nu haste ja doch auf die ganzen Fragen was geschrieben :-o

Die Ausbildung habe ich nach den folgenden Gesichtspunkten
ausgesucht:

  • bin eher der „Controller“-Typ
  • hab viel Interesse am Rechtswesen allgemein, insbesondere
    wenn es in den Bereich „Geldströme/Transaktionen/M&A“ geht
  • die praktische Komponente: ich wollte meiner Family nicht
    auf der Tasche liegen, daher kein normales Studium

Das heisst, dass Du das was Du gelernt hast auch gerne beruflich tun würdest? Sorry, diese Frage mag naiv klingen, aber ich kenne viele Leute die sich am Ende der Ausbildung sicher waren, dass sie den gelernten Beruf keinesfalls weitermachen wollen.

meine Alternativen: Steuerberater- und
Wirtschaftsprüferkanzleien (100%), Steuerabteilungen bei
Unternehmen in der freien Wirtschaft (100%), Controlling
(qualifikationsbedingt noch 75%) und andere Positionen, wo ich
(u.a.) meiner Meinung nach passen könnte.

Und sonst? Nochmal der Klarheit wegen - ich möchte Dir hier überhaupt gar nix unterstellen (und schon gar nicht, dass Du ein „Schmarotzer“ seiest, im Gegentum, Deine Postings machen einen überaus engagierten Eindruck!) sondern nur dumme Alternativen ins Gespräch werfen. Ob Du die schon längst angedacht hast oder ob die überhaupt nicht in Frage kommen, mag ich nicht zu beantworten.
Darum weitere dumme Ideen: Wie sieht’s denn mit der ganzen buchhalterischen Seite bei Firmen aus? Rechnungswesen? Finanzplanung? All dieser Kram? Falls Dir Qualifikationen fehlen - was müsstest Du tun, um diese zu bekommen? Ist das realistisch aufgrund Deiner Lebenssituation?
Oder siehst Du Alternativen? Das kann nun vom Romanautor zum PC-Dozenten über den Alleinunterhalter bis zum Profi-Ebayer aller sein… Gäbe es da irgendwas für Dich? Oder soll es schon der Finanzbereich sein?

bietet Dein Arbeitsamt sowas an?) durchgeschaut? Ansonsten
gucke auch ich mir Deine Unterlagen gerne mal durch.

Gerne. Meine Bewerbungsmappen werden regelmäßig durch 4-8
(kompetente) Augen quergelesen.

Jein, mir ging es hier weniger ums „querlesen“ wo ja doch mehr Flüchtigkeitsfehler auffallen, als mehr um Profis, die Deine Unterlagen analysieren. Aber das hast Du ja schon durch. Trotzdem giltet (sic!) mein Angebot natürlich weiterhin, wenn Du magst, gebe ich gerne meinen Senf dazu.

Das erzähle ich hier im Forum, aber nicht im
Vorstellungsgespräch. Dort sage ich meist noch nicht mal etwas
über die anderen Schwerpunkte.

Okay, allerdings wirst Du schon auf die Frage „Warum hat Ihr Studium denn 10 statt 6 Semester (oder was halt auch) gedauert?“ schon irgendwas sagen müssen… Und da Dich der Bereich ja interessiert wird es mit der Argumentation „hab das falsche Studium erwischt“ auch schwer :wink:

Das „warum bewerben“ sollte mehr eine rhetorische Frage sein.
Es war eine Mischung aus:

Okay, dann antworte ich mal:

  • „gehts Euch genauso?“

Ja, war nicht viel anders, ausser dass ich deutlich weniger Bewerbungen pro Woche geschrieben habe als Du. Die dafür alle dann mit wirklich individuellem Text und ohne -bausteine.

  • „was führte bei Euch zum Erfolg?“

Flexibilität was Ort und Job angeht.

  • „habt Ihr auch das Namensproblem?“

Nein, aber das Problem eine Frau im „gebärfähigen Alter“ zu sein :wink:

Und dass ich Daddy („Rockefeller“) oder der Allgemeinheit
(„Sozialhilfe“) auf der Tasche liegen würde, stimmt nicht.

Hab ich ja auch nicht behauptet :wink:

Manche Stellenanbieter reagieren auf meine Nachfrage mit dem
Satz „Stelle vergeben“ - […]
ich einen „guten Freund und ehemaligen Studienkollegen“, der
exakt den selben Lebenslauf hat, dort abermals anrufen, meist
Tage später. Er bekommt in allen Fällen die Information auf
die Frage (bei wortwörtlich gleichem Fragestil) und teilweise
sogar Einladungen vom Telefon weg. Das macht mich nunmal
stutzig, da der einzige Unterschied bei mehreren Versuchen nur
noch im Namen begründet sein kann

Darf ich nochmal dumm nachfragen: Du hast also am Montag früh angerufen „Hier Abdullah Bin Imladen, ich habe diese Ausbildung und würde mich interessieren…“ und hast sofort eine Absage („Job vergeben“) gekriegt. Dann hast Du ein paar Tage später angerufen „Hier Hans Wurst, ich habe diese Ausbildung und würde mich interessieren…“ und man hätte Dich sofort zu einem Gespräch eingeladen? Und das passierte nicht einmal bei einem Trottel sondern durchaus reproduzierbar?

Sieh es positiv: auch wenn Du ALG in irgendeiner Form kriegst,
prasseln die Vorschläge nicht wirklich auf Dich nieder :wink:

Naja, wenn ich wenigstens ALG bekäme, egal mit welcher
Nummer… *lach*

Klar, aber die Jobangebote kämen trotzdem nicht :wink: Aber auch hier nochmal dumm gefragt: „Irgendwas“ müsstest Du doch kriegen, denn die Ausbildung war doch bezahlt?

wiedergegeben, was ich als Dir kritisch gegenüberstehender
Personaler so denken würde :wink:

Habe es nie so verstanden, keine Sorge. Und ich habe als mein
privates Ich geantwortet.

*lach*

Wie auch immer, weiten unten schreibst Du ja von ein paar Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Ich drück Dir ganz feste die Daumen, dass eines davon zum Erfolg führt!

*wink*

Petzi

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Hallo Petzi!

*grins* nu haste ja doch auf die ganzen Fragen was geschrieben

-o

Gell? Bin geduldig…

Die Ausbildung habe ich nach den folgenden Gesichtspunkten
ausgesucht:

  • bin eher der „Controller“-Typ
  • hab viel Interesse am Rechtswesen allgemein, insbesondere
    wenn es in den Bereich „Geldströme/Transaktionen/M&A“ geht
  • die praktische Komponente: ich wollte meiner Family nicht
    auf der Tasche liegen, daher kein normales Studium

Das heisst, dass Du das was Du gelernt hast auch gerne
beruflich tun würdest? Sorry, diese Frage mag naiv klingen,
aber ich kenne viele Leute die sich am Ende der Ausbildung
sicher waren, dass sie den gelernten Beruf keinesfalls
weitermachen wollen.

Ja. Und um noch eins draufzusetzen: Ab der 11. Klasse hat mich wirklich *jeder* in der Informatik gesehen. Nur ich nicht (allzu lange). Noch beim Bund habe ich gezielt angefangen, mich in den betriebswirtschaftlichen Bereich hinein zu interessieren. Und das „da oben“ kam dabei heraus.

meine Alternativen: Steuerberater- und
Wirtschaftsprüferkanzleien (100%), Steuerabteilungen bei
Unternehmen in der freien Wirtschaft (100%), Controlling
(qualifikationsbedingt noch 75%) und andere Positionen, wo ich
(u.a.) meiner Meinung nach passen könnte.

Und sonst? Nochmal der Klarheit wegen - ich möchte Dir hier
überhaupt gar nix unterstellen (und schon gar nicht, dass Du
ein „Schmarotzer“ seiest, im Gegentum, Deine Postings machen
einen überaus engagierten Eindruck!) sondern nur dumme
Alternativen ins Gespräch werfen. Ob Du die schon längst
angedacht hast oder ob die überhaupt nicht in Frage kommen,
mag ich nicht zu beantworten.
Darum weitere dumme Ideen: Wie sieht’s denn mit der ganzen
buchhalterischen Seite bei Firmen aus? Rechnungswesen?
Finanzplanung? All dieser Kram? Falls Dir Qualifikationen
fehlen - was müsstest Du tun, um diese zu bekommen? Ist das
realistisch aufgrund Deiner Lebenssituation?

Die buchhalterische/rechnungslegende Seite habe ich auch längst einbezogen (auch wenn ich da oft genug auch vom Stellenanbieter gesagt bekomme, dass ich mich weit unter Preis verkaufen würde). Gerade deshalb bilde ich mich zur Zeit zum Controller fort (im Oktober bin ich fertig). Und sobald ich wieder etwas Geld in die Finger bekomme, wird das in eine weitere Qualifikation gesteckt - dieses mal Bilanzbuchhalter IFRS (womit ich sowohl die mechanische buchhalterische Seite abgedeckt habe (die theoretische habe ich mit meinem Diplom schon abgedeckt) *und* die internationale Marktlücke direkt ausfülle).

Finanzplanung hat im Großteil der Fälle einen gewissen Beigeschmack, der leider wahr ist. Da kamen reichlich Strukturvertriebe oder auch „seriöse“ Arbeitgeber, die eigentlich nur jemand für den Vertrieb oder als Quelle für Adressen brauchen. Und da ich die Zeit, die ich für die Gut/Böse-Recherche bräuchte, in anderen Bereichen besser und effizienter einsetzen kann, habe ich das Feld ausgelassen.

Oder siehst Du Alternativen? Das kann nun vom Romanautor zum
PC-Dozenten über den Alleinunterhalter bis zum Profi-Ebayer
aller sein… Gäbe es da irgendwas für Dich? Oder soll es
schon der Finanzbereich sein?

Ich denke einfach, dass ich da am besten einsetzbar bin. Kann mit dieser Materie einfach am besten umgehen.

Was aber nicht heißt, dass ich ab Schulanfang nicht Menschen mit mehrfachem Handicap durch die Gegend kutschiere oder mir, wenn die Möglichkeit bestünde und das Angebot nichtselbständig bleibt, das Callcenter-Headset überstülpen würde. Nur würde ich z.B. (wirklich geschehen!) nicht nach Hamburg ziehen, um Kehrmaschine fahren zu dürfen (ja, ich habe so ein Angebot bekommen, weil der Bewerber auf diese Stelle leider seine Handynummer so falsch geschrieben hatte, dass die meinige dabei herauskam - seltsamerweise wurde der Personalchef sehr ungehalten, als ich ihm sagte, dass ich mich (nach seiner Beschreibung der Stelle) an eine Bewerbung bei ihm nicht erinnern könnte und sehr „distanziert“, als er meinen Namen erfuhr).

bietet Dein Arbeitsamt sowas an?) durchgeschaut? Ansonsten
gucke auch ich mir Deine Unterlagen gerne mal durch.

Gerne. Meine Bewerbungsmappen werden regelmäßig durch 4-8
(kompetente) Augen quergelesen.

Jein, mir ging es hier weniger ums „querlesen“ wo ja doch mehr
Flüchtigkeitsfehler auffallen, als mehr um Profis, die Deine
Unterlagen analysieren. Aber das hast Du ja schon durch.
Trotzdem giltet (sic!) mein Angebot natürlich weiterhin, wenn
Du magst, gebe ich gerne meinen Senf dazu.

Da muss ich mich korrigieren: Die „gelegentlichen“ 4 der 8 Augen sind:

  • mein Vater, der keine Flüchtigkeitsfehler liest, sondern die ganze Mappe Wort für Wort auseinandernimmt und jeden Buchstaben auf die Godwaage legt.
  • ein mit mir gut befreundeter Personaler „a.D.“, der mich auch gelegentlich für „besonders wichtige Vg’e“ vorbereitet.

Das erzähle ich hier im Forum, aber nicht im
Vorstellungsgespräch. Dort sage ich meist noch nicht mal etwas
über die anderen Schwerpunkte.

Okay, allerdings wirst Du schon auf die Frage „Warum hat Ihr
Studium denn 10 statt 6 Semester (oder was halt auch)
gedauert?“ schon irgendwas sagen müssen… Und da Dich der
Bereich ja interessiert wird es mit der Argumentation „hab das
falsche Studium erwischt“ auch schwer :wink:

Da sage ich in Stichpunkten „Trauerfall in der Familie, letztes Jahr freiwillig wiederholt (bis hierhin Kurzversion, ab hier auf Nachfrage bzw. bei echtem Interesse), anderes Bundesland, andere Studieninhalte, Prüfung nicht gepackt, gearbeitet, zweite Prüfung bestanden“. Alles nachprüfbar, wertneutral und ohne persönlichen Beigeschmack.

Das „warum bewerben“ sollte mehr eine rhetorische Frage sein.
Es war eine Mischung aus:

Okay, dann antworte ich mal:

  • „gehts Euch genauso?“

Ja, war nicht viel anders, ausser dass ich deutlich weniger
Bewerbungen pro Woche geschrieben habe als Du. Die dafür alle
dann mit wirklich individuellem Text und ohne -bausteine.

Unter Baustein verstehe ich auch das (ausgeschriebene) „MfG“ oder das „sehr geehrte® Frau/Herr Personaler“.

  • „was führte bei Euch zum Erfolg?“

Flexibilität was Ort und Job angeht.

Habe ich. Europaweit „plus x“.

  • „habt Ihr auch das Namensproblem?“

Nein, aber das Problem eine Frau im „gebärfähigen Alter“ zu
sein :wink:

Ähnliches Problem, außer:
Im VG ist die Frage nach Familienplanung allgemein schon „Tod-Kriterium“ und darf meines Wissens mit einer Lüge beantwortet werden. Völlig legitim.
Aber: Darf man in punkto Herkunft („Wo kommt der Name denn her?“) - also einer zur Interesse/Smalltalk getarnten oder auch so ernstgemeinten Frage auch so reagieren? Oder bietet eine Antwort mit dem Beigeschmack/Unterton „das diskriminiert“ nicht doch willkommene Angriffsfläche, die dann - als Mentalitätenproblem abgestempelt - zur nach AGG „zulässigen Diskriminierung“ wird?

Ich will hier keine „was ist schlimmer“-Diskussion anzetteln, sondern nur einen Denkanstoß geben.

Und dass ich Daddy („Rockefeller“) oder der Allgemeinheit
(„Sozialhilfe“) auf der Tasche liegen würde, stimmt nicht.

Hab ich ja auch nicht behauptet :wink:

War mal allgemeiner gesprochen. Um mehr Mails mit dieser Behauptung als Inhalt von vorneherein zu unterbinden.

Manche Stellenanbieter reagieren auf meine Nachfrage mit dem
Satz „Stelle vergeben“ - […]
ich einen „guten Freund und ehemaligen Studienkollegen“, der
exakt den selben Lebenslauf hat, dort abermals anrufen, meist
Tage später. Er bekommt in allen Fällen die Information auf
die Frage (bei wortwörtlich gleichem Fragestil) und teilweise
sogar Einladungen vom Telefon weg. Das macht mich nunmal
stutzig, da der einzige Unterschied bei mehreren Versuchen nur
noch im Namen begründet sein kann

Darf ich nochmal dumm nachfragen: Du hast also am Montag früh
angerufen „Hier Abdullah Bin Imladen, ich habe diese
Ausbildung und würde mich interessieren…“ und hast sofort
eine Absage („Job vergeben“) gekriegt. Dann hast Du ein paar
Tage später angerufen „Hier Hans Wurst, ich habe diese
Ausbildung und würde mich interessieren…“ und man hätte Dich
sofort zu einem Gespräch eingeladen? Und das passierte nicht
einmal bei einem Trottel sondern durchaus reproduzierbar?

Ohne die genaue Vorgehensweise darzulegen: Ja, in Grundzügen hast Du das Procedere richtig dargestellt. Dieser Versuch läuft übrigens seit inzwischen fast 2 Monaten, mit etwa 5-6 Adressaten pro Woche. Also durchaus reproduzierbar.
Übrigens: die Namen sind auch anders, insbesondere distanziere ich mich entschieden von der phonetischen Ähnlichkeit zu einem Synonym für „Einzelhandelsgeschäft“ sowie dem Zwischenwort, welches meines Wissens nicht viel mehr bedeutet als das schottische „Mc“ oder das skandinavische -son.

Sieh es positiv: auch wenn Du ALG in irgendeiner Form kriegst,
prasseln die Vorschläge nicht wirklich auf Dich nieder :wink:

Naja, wenn ich wenigstens ALG bekäme, egal mit welcher
Nummer… *lach*

Klar, aber die Jobangebote kämen trotzdem nicht :wink: Aber auch
hier nochmal dumm gefragt: „Irgendwas“ müsstest Du doch
kriegen, denn die Ausbildung war doch bezahlt?

Als ehemaliger Finanzbeamter (auf Widerruf) kriegt man kein ALG I (keine Sozialversicherung außer Nachversicherung bei der Rente sowie die Mischung aus öffentlicher Beihilfe und private Vorsorge hinsichtlich Kranken- und Pflegeversicherung). Und da ich erst kürzlich wieder einen Erbschein in der Hand hielt, wo auch etwas „drauf war“, ist ALG II auch nicht möglich ohne sehr dreisten Betrug - und sowas tue ich nicht.

Wie auch immer, weiten unten schreibst Du ja von ein paar
Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Ich drück Dir ganz feste
die Daumen, dass eines davon zum Erfolg führt!

Dankedanke. Würde Zeit werden. Und für alle, die es interessiert: „Inzwischen 15% Quote VG’e pro Antworten, wird Ende September erreicht sein“.

Gruß
GM

Abend Monster!

1-2 pro Woche halte ich für das absolute Maximum. Irgendwie
habe ich
den Eindruck es handelt sich eher um eine Art Serien-Bewerbung
und
sowas erkennt selbst der unerfahrene Personalreferent.

Das sehe ich im Wesentlichen etwas anders.

Ich bin gespannt auf eine Bewerbung von dir. :smile:

Eigentlich war nicht nur ich der Meinung, dass ein
„Befriedigend“ eben „Befriedigend“ heißt - und nicht
„unehrenhaft entlassen“. Ich sollte später eines Besseren
belehrt werden.

OK, dumm gelaufen aber vergess es! Mit so einer Einstellung
wird das nichts.

Ich entschuldige mich für die Selbstironie.

Vergiß es, das ist es nicht.

  • wenn eine Antwort auf meine Bewerbung kommt, dauert diese
    (mit sehr wenigen Ausreißern) selten kürzer als ein halbes
    Jahr.

Alles was länger wie 3 Monate ist abhaken.

Ich habe nicht gesagt, dass ich bei einer vier Monate alten
Bewerbung noch große Hoffnungen auf die Stelle habe. Aber wenn
ich anrufen und meine Mappe zurückfordern würde, wäre das auch
nicht die feine Art.

Wer es in drei Monaten nicht schafft dir eine Antwort zukommen zu
lassen, wird es auch nicht schaffen die Unterlagen zurückzuschicken.
Das Telefongespräch ist rausgeworfenes Geld.

  • es kommt *doch* auf den Namen, bzw. dessen Herkunft an (auch
    wenn es keiner zugeben mag - ich habe da mal eine kleine aber
    recht repräsentative Recherche gestartet. Das Ergebnis bis
    jetzt ist „aufschlussreich“ bis verheerend).

Das glaube ich nicht.

Glauben wenige, außer denen, die wirklich davon betroffen
sind.

Ich nehme das jetzt mal so hin aber alle Kollegen die ich kenne
interessiert das überhaupt nicht, wohingegen ein Bewerbungsfoto
durchaus relevant sein kann (ist mir auch unverständlich ist aber so).

Selten erwartet. Aber: Ist es denn wirklich so „extrem zu
viel“ verlangt, dass man nach einem erfolglosen VG - abseits
des Standardsatzes „Wahl ist auf einen Mitbewerber gefallen“
und des Troststatements „bitte nicht als Wertung Ihrer Person
ansehen“ - dem interessierten und um Verbesserung bemühten
Bewerber zumindest eine Sache zu nennen, die einem negativ
aufgefallen ist? Gerade vor dem Hintergrund, dass die
Dokumentation des Bewerbungsprozesses im Hinblick auf das
Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ausgebaut wird oder
zumindest „werden sollte“ - und z.B. dank SAP R/3 HR auch
nicht allzu schwierig abzurufen sein dürfte?

Zuviel verlangt ist eine gute Frage, ich denke nicht, aber die
entscheidenen Leute sehen das nicht.
Ich gebe gern zu, das ich früher auch lieber die Zeit benutzt habe
weitere Bewerber kennen zu lernen als das ich einem eine sinnvolle
Antwort auf seine brennende Frage gegeben hätte „Warum ich nicht?“.
Einfach die Unterlagen an die Personalabteilung zurück geben, mit
dem Vermerk „Absage“ ist unglaublich einfach.

Ich bin auch gerne bereit mal über ein paar Bewerbungen von
dir
zu schauen (EMail, egal wie groß, inklusive alles,
Anschreiben,
Zeugnisse, Lebenslauf, Stellenanzeige, WebLink zur Firma,
kurze
Zusammenfassung warum du der ideale Mitarbeiter bist,
Zusammenfassung
was die Firma macht, Zusammenfassung was dein Job wäre,
Stellung
des Ansprechpartners, und dir fällt doch sicher noch mehr
ein…).

Nehme ich gerne in Anspruch. Das kann im Moment aber etwas
dauern - ein Grund, den ich mal Ironie des Schicksals nenne:
Im Moment steht das Telefon nicht still und ich habe gerade
ein paar Einladungen erhalten. Es geht doch voran.

Ups, ein Vorstellungsgespräch dauert 1h, mit Anreise vieleicht einen
Tag da muß es doch bald was geben…

Gruß
Stefan

PS: Ganz viel Erfolg bei deinen Gesprächen, alle Daumen drück!

Hallo GM,

  • „habt Ihr auch das Namensproblem?“

Nein, aber das Problem eine Frau im „gebärfähigen Alter“ zu
sein :wink:

Ähnliches Problem, außer:
Im VG ist die Frage nach Familienplanung allgemein schon
„Tod-Kriterium“ und darf meines Wissens mit einer Lüge
beantwortet werden. Völlig legitim.
Aber: Darf man in punkto Herkunft („Wo kommt der Name denn
her?“) - also einer zur Interesse/Smalltalk getarnten oder
auch so ernstgemeinten Frage auch so reagieren?

Warum denn nicht? Wie will ein Arbeitgeber vor einem Arbeitsgericht beweisen, dass der Arbeitsvertrag berechtigterweise nichtig ist, weil er ihn nie abgeschlossen hätte, wenn er gewusst hätte, dass der Name von xyz gekommen wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Arbeitsrichter so einen Einwand NICHT in der Luft zerreißen.

Oder bietet eine Antwort mit dem Beigeschmack/Unterton „das diskriminiert“
nicht doch willkommene Angriffsfläche, die dann - als
Mentalitätenproblem abgestempelt - zur nach AGG „zulässigen
Diskriminierung“ wird?

Ich würde es echt mal darauf ankommen lassen. Wobei mich der berüchtigte Namen schon mal interessieren würde, wenn Du ihn nicht hier im Forum posten willst, dann gerne per Mail.

Vielleicht fällt mir dann auch eine „vorstellungsgesprächgerechte“ Dichtung dazu ein, die dann evtl. auch noch nicht angreifbar wäre.

Übrigens: die Namen sind auch anders, insbesondere distanziere
ich mich entschieden von der phonetischen Ähnlichkeit zu einem
Synonym für „Einzelhandelsgeschäft“ sowie dem Zwischenwort,
welches meines Wissens nicht viel mehr bedeutet als das
schottische „Mc“ oder das skandinavische -son.

Genau hier bin ich aber stutzig geworden, was das denn für ein Name sei.

Dankedanke. Würde Zeit werden. Und für alle, die es
interessiert: „Inzwischen 15% Quote VG’e pro Antworten, wird
Ende September erreicht sein“.

Dann wäre es ja durchaus interessant, wenn Du für den Fall der Fälle eine „gedichtete“ Namensherkunft hättest (sofern Du das dann auch ordentlich rüberbringen kannst).

Gruß, Karin

Hallo KUHmax!

Ähnliches Problem, außer:
Im VG ist die Frage nach Familienplanung allgemein schon
„Tod-Kriterium“ und darf meines Wissens mit einer Lüge
beantwortet werden. Völlig legitim.
Aber: Darf man in punkto Herkunft („Wo kommt der Name denn
her?“) - also einer zur Interesse/Smalltalk getarnten oder
auch so ernstgemeinten Frage auch so reagieren?

Warum denn nicht? Wie will ein Arbeitgeber vor einem
Arbeitsgericht beweisen, dass der Arbeitsvertrag
berechtigterweise nichtig ist, weil er ihn nie abgeschlossen
hätte, wenn er gewusst hätte, dass der Name von xyz gekommen
wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Arbeitsrichter so
einen Einwand NICHT in der Luft zerreißen.

Nur gibts dabei das Folgende zu beachten:

Praktische Probleme

  • Namensschild am Briefkasten, wenn Post kommt - wie erkläre ich’s dem Vermieter (wohnt im selben Haus!)?
  • Mit welchem Namen melde ich mich am Telefon, wenn ich für meine ISDN-Nummern keine separaten Ruftöne einstellen kann?
  • Wie mache ich das mit den Zeugnissen? (wäre ja Urkundenfälschung, wenn man da am PC einen anderen Namen einfügt, oder?)
  • Muss ich dann auch zweimal GEZ zahlen?

(Rechts-)Theoretische Probleme:

  • Ich glaube kaum, dass der zivilrechtliche Grundsatz „falsa demonstratio non nocet“ auch für den Arbeitsvertrag gilt.
  • Sobald eine Sozialversicherungsnummer angegeben werden muss oder die Lohnsteuerkarte den Besitzer wechselt, ist es aufgeflogen.
  • Überlebt man die Probezeit, wenn der falsche Name rauskommt? Gäbe es dabei Rechtsmittel?

Und es wird nicht nur darum gehen, sich rein rechtlich abzusichern, denn strategisch sitzt der Stellenanbieter am längeren Hebel:

  • Arbeitsvertrag wird angeboten und unterschrieben
  • Mit der Lohnsteuerkarte wird klar, dass der Name falsch war
  • Eine (Gnaden-) Woche Arbeit, dann sofotige Kündigung, Grund: „Probezeit“. Arbeitszeugnis wäre entweder nichtssagend oder würde die versteckte Klausel „hat den Arbeitgeber beschissen“ enthalten. Weil es im Grunde genommen der Wahrheit entspricht und Motive hier nicht interessieren, wird es auch von Gerichtsseite keine Möglichkeit auf Wiedereinstellung oder Änderung des Arbeitszeugnisses geben.

Ich schätze, dass ein Presseausweis hier der einzige „Freibrief“ sein dürfte - das Ganze wäre zumindest interessant von investigativ-journalistischer Seite betrachtet.

Oder bietet eine Antwort mit dem Beigeschmack/Unterton „das diskriminiert“
nicht doch willkommene Angriffsfläche, die dann - als
Mentalitätenproblem abgestempelt - zur nach AGG „zulässigen
Diskriminierung“ wird?

Ich würde es echt mal darauf ankommen lassen. Wobei mich der
berüchtigte Namen schon mal interessieren würde, wenn Du ihn
nicht hier im Forum posten willst, dann gerne per Mail.

Bei Gelegenheit… Denke, dass ich mal Mitte nächste Woche die freundlichen Angebote, meine Mappe durchzusehen, annehmen werde, da kann ich das mit dem Namen im gleichen Rutsch vorbeischicken.

Vielleicht fällt mir dann auch eine
„vorstellungsgesprächgerechte“ Dichtung dazu ein, die dann
evtl. auch noch nicht angreifbar wäre.

*Das* würde mich aber wirklich interessieren! Wir sollten uns zusammensetzen :smile:

Übrigens: die Namen sind auch anders, insbesondere distanziere
ich mich entschieden von der phonetischen Ähnlichkeit zu einem
Synonym für „Einzelhandelsgeschäft“ sowie dem Zwischenwort,
welches meines Wissens nicht viel mehr bedeutet als das
schottische „Mc“ oder das skandinavische -son.

Genau hier bin ich aber stutzig geworden, was das denn für ein
Name sei.

Naja:

„Synonym für Einzelhandelsgeschäft“ = „Laden“ (=2.Wort)
arabisches Pendant zu „Mc“, bzw. „-son“ (m.W. „Sohn des/der“) = „ibn“ => „ben“ => *„bin“* (=1.Wort)

Sollte nur das Extrembeispiel aus dem vorherigen Beitrag entschärfen, ohne „es auszusprechen“ (ja, man wird bewusst vorsichtiger, gerade mit dieser Herkunft).

Dankedanke. Würde Zeit werden. Und für alle, die es
interessiert: „Inzwischen 15% Quote VG’e pro Antworten, wird
Ende September erreicht sein“.

Dann wäre es ja durchaus interessant, wenn Du für den Fall der
Fälle eine „gedichtete“ Namensherkunft hättest (sofern Du das
dann auch ordentlich rüberbringen kannst).

Würde mich echt freuen, das mit Euch allen mal auszukarteln. Wer weiß - vielleicht wird eine Fortsetzung zu Wallraffs „Ganz Unten“ daraus?

Gruß
GM