Warum in aller Welt sagen wir zu unseren Kindern über andere mitunter wildfremde Leute Onkel und Tante??? Ich finde diese Begriffe gehören in den Kreis der Familie.
Ich finde das grauenhaft wenn da jemand zu seinem Kind über mich sagt „Die Tante da…“ Entsprechend sind andere für mich und meine Kinder Männer und Frauen.
Hallo,
wenn fremde Personen als „der Onkel da“ bezeichnet werden, finde ich das schon merkwürdig.
Was jemand als Familie definiert, kann sehr vielfältig sein. Ich kenne es so, daß auch Freunde der Eltern als „Tante XY“ oder „Onkel Z“ angesprochen werden. Früher gab es dafür auch den Begriff „Nenn-Tante“ oder „Nenn-Onkel“, wenn über diese Personen gesprochen wurde. Man unterschied sie dadurch von den Geschwistern der Eltern, die durch die Blutsverwandtschaft „Tante“ oder „Onkel“ waren.
Ich finde es nur dann kritisch, wenn Kinder gezwungen werden, eine Person, die sie nicht mögen als „Tante A.“ anzusprechen, weil es sich um eine Freundin der Mutter handelt. Ich finde es schön, wenn Familien erweitert werden können.
Viele Grüße
Iris
Warum in aller Welt sagen wir zu unseren Kindern über andere
mitunter wildfremde Leute Onkel und Tante???
Nein wir tun das gar nicht, zumindest in meiner Familie und
in unserem Freundeskreis hat es das nie gegeben.
Ich finde diese
Begriffe gehören in den Kreis der Familie.
Noch nicht mal da, oder redest du deinen Neffen mit „Hallo Neffe an“.
Gruß an alle anderen
Stefan
Hallo Stefan,
Dein Vergleich
Noch nicht mal da, oder redest du deinen Neffen mit „Hallo
Neffe an“.
hinkt aber arg! Das Kind sagt doch auch (in aller Regel) Mama und Papa zu seinen Eltern, die Eltern aber nicht „Sohn“ oder „Tochter“.
Soll heißen: Kinder sagen eben den Begriff des Verwandschaftsverhältnis (auch: Oma und Opa), werden selbst aber mit Namen angesprochen.
Ob Kinder die Worte Tante und Onkel in der Anrede benutzen, ist Geschmackssache, finde ich. Meine Töchter haben es nicht getan, meine Geschwister auch nicht drauf bestanden. Mich hat auch noch kein Kind „Tante“ genannt, obwohl ich reichlich Neffen und Nichten habe.
Meinem Vater allerdings war das damals sehr wichtig, wir durften als Kinder Erwachsene nicht einfach mit Vornamen anreden, das war ungezogen! Zu meiner Kinderzeit war es allerdings durchaus üblich, alle Geschwister und Freunde der Eltern als Onkel und Tante zu bezeichnen. Ich fand das okay, habe aber langsam damit aufgehört, als ich erwachsen war. Seitdem benutze ich nur noch die Vornamen. (Meinem Vater passte das nicht, aber das war mir dann egal.)
Meine Schwester dagegen sagt heute noch „Tante“ und „Onkel“ - ich finde das komisch, mit über 50 Jahren! Aber ich habe auch nie Mami und Papi zu meinen Schwiegereltern gesagt - es sind ja nicht meine Eltern.
Befremdend finde ich allerdings, dass es heute noch Leute gibt, die „die Tante“ sagen, wenn sie die Erzieherin im Kindergarten meinen.
So wie Thomas Gottschalk einst bei „Wetten dass“…
Gruß
Jette
Hi
Also „der Onkel da…“ und ähnliches finde ich auch komisch bis gefährlich, das vermittelt dem Kind doch ein völlig falsches Sicherheitsgefühl…
darum geht es meiner Meinung nach nämlich.
Nach meiner Erfahrung sind nicht blutsverwandte Personen, die mit Onkel oder Tante angesprochen werden, *sichere* Personen des Familienumfelds.
Dazu zählen in erster Linie die Ehepartner der blutsverwandten Onkel und Tanten, ich finde es jedenfalls sehr seltsam wenn gesagt wird „Und dann kommt mein Onkel Erwin mit Lena“ und dann seine Frau gemeint ist, bei uns hieße das eher, dass Lena die Tochter wäre.
In zweiter Linie sind es dann enge Freunde der Eltern und in dritter Linie vielleicht das betagte Kindermädchen etc.
Alles was eben eine sehr persönliche und sichere Bindung zum Kind aufbaut.
Das Kind weiß, wenn es Personen mit Tante/Onkel anreden darf, sind sie okay (mit Bewilligung der Eltern).
Blut macht noch lange keine Familie. Ich habe etwaige Verwandte Onkel, Tanten und Cousins die ich nie bewusst gesehen habe, obwohl sie nicht soweit weg leben.
Dafür habe ich aber einen sehr lieben Onkel, der Mann meiner Patentante ist. Eine sehr innige Beziehung zu einer Tante, die ehemalige Arbeitskollegin und immer noch beste Freundin meiner Mutter ist (und deren Tochter ich als meine Cousine vorstelle) und zu einer älteren Dame, die Busenfreundin meiner Oma ist.
Ich denke aber, diese Nenn-Onkels und Tanten treten vor allem in der Kindheit auf. Die Bezeichnungen bleiben zwar großteils erhalten (manchmal wird aus Tante Martina eben Martina) aber irgendwann ist schluss. So nenne ich den „neuen“ Mann meiner Nenn-Tante und Freundin meiner Mutter lediglich beim Vornamen, obwohl wir uns genauso gut verstehen.
lg
Kate
Ich finde das grauenhaft wenn da jemand zu seinem Kind über
mich sagt „Die Tante da…“
Ach, damit (natürlich „Onkel“ in meinem Fall) kann ich leben. Schlimmer fände ich es, wenn meine Eltern von mir als „der Zwerg“, „der Kurze“ oder ähnliches sprechen würden.
Rainer
schlimmer noch
Ach, damit (natürlich „Onkel“ in meinem Fall) kann ich leben.
Schlimmer fände ich es, wenn meine Eltern von mir als „der
Zwerg“, „der Kurze“ oder ähnliches sprechen würden.
schlimmer noch ist sowas wie „meine maus“ - möglichst während der schäferhund mit „mein baby“ geherzt wird. (alles schon dagewesen in wer-weiss-was. fanden aber alle ganz normal. na ja, fast alle).
gruß
ann
Hallo,
Ach, damit (natürlich „Onkel“ in meinem Fall) kann ich leben.
Zumindest in afrikaans-sprachigen Kreisen würdest du dich damit wohlfühlen.
Jeder, der älter ist als der Sprechende (und sei es nur um ein knappes Jahr) wird - sofern fremd mit „Oom“ bzw. „Tannie“ angesprochen.
Gruß
Elke
In aller Welt…
Hi
Es ist ja auch in vielen anderen Kulturen so, dass diverse Grade von „Tante“ und „Onkel“ als Anrede dienen.
Im Chinesischen etwa ist Ayi (jüngere Schwester der Mutter) die Anrede für Junge Frauen bis etwa 25 durch Kinder bzw. wenn die Frau dem Alter der Mutter entspricht (auch Terminus für Stiefmütter, Kinderkrankenschwestern, Kindergärtnerinnen und Sozialarbeiterinnen) und Shushu ist das selbe für Junge Männer (jüngerer Bruder des Vaters) auch durch Kinder.
Bomu (Frau von Bofu, dem älteren Bruder des Vaters) ist die Ansprache für ältere Damen durch jüngere Menschen (mit größerem Altersabstand, eine 40 jährige würde zu einer 45 jährigen nicht Bomu sagen, aber zu einer 65 jährigen. Eine 20 Jährige kann zu einer 40 Jährigen Bomu sagen, als Daumenregel gílt, das eine Bomu in etwa das Alter der eigenen Mutter hat und drüber)
Informeller ist Daye („großer Großvater“ bedeutet eigentlich: älterer Bruder des Vaters), das sagt man nur zu alten Männern, die man gut kennt, vergleichbar wie wenn man einen nicht verwandten Mann „Opa“ nennen darf. Bofu ist die respektvolle Form mit etwas mehr Umkreis.
Laoyeye (Urgroßvater) ist die sehr respektvolle Anrede für Männer ab 75, auch wenn man gar nicht verwandt ist.
Ähnliches gilt jeweils auch für Korea.
In Indien ist es so, dass Frauen fremde Männer mit „Onkel“ (älter) oder Bruder (jünger) oder Sohn (viel jünger), Männer fremde Frauen mit „Tante“ (älter), Schwester (jünger) oder Tochter (viel jünger) ansprechen.
Das liegt daran, dass der Kontakt unverfänglich sein soll und damit wird ein Pseudoverwandtschaftsverhältnis erstellt. Gerade wenn man als Frau Hilfe sucht, ist es besser jemanden mit „Onkel“ anzusprechen sonst wirkt man… promiscuous und der Mann wird eher wegrennen als mit einem sprechen… (gilt natürlich nur bedingt für Touristen, Inder sind ja nicht blind).
Wenn man Bittstellt, sind gegenüber älteren Männern Ansprachen wie „Großväterchen“ ganz empfehlenswert (dadaji)
Ist für mich auch ein Fall von Sicherheitsgefühl durch Verwandtschaftsanreden ^^
lg
Kate
Gute Frage. Ich werde meine Tante Auguri in Italien mal anrufen.
To-i
Hallo Jette,
Ob Kinder die Worte Tante und Onkel in der Anrede benutzen,
ist Geschmackssache, finde ich. Meine Töchter haben es nicht
getan, meine Geschwister auch nicht drauf bestanden. Mich hat
auch noch kein Kind „Tante“ genannt, obwohl ich reichlich
Neffen und Nichten habe.
bei uns war/ist das mit „Onkel“ und „Tante“ auch nicht üblich. Fremden gegenüber schon gar nicht.
Gruß, Karin
Danke für eure vielfältigen Antworten. Es scheint ja den Ursprung in anderen Kulturen zu haben. Ich finde den Aspekt falsche Vertrautheit zu vermitteln sehr gewichtig.
Und natürlich ist es schön, Familien zu erweitern. Keine Frage. Aber für mich sind Onkel und Tanten nur die, die es auch wirklich sind. Das eine schließt das andere ja nicht aus.
Hallo,
Es scheint ja den
Ursprung in anderen Kulturen zu haben.
So würde ich das nicht ausdrücken. Es war auch in unserer Kultur früher üblich.
Ich finde den Aspekt
falsche Vertrautheit zu vermitteln sehr gewichtig.
Ja.
Gruß
Elke
Hallo,
in meiner Familie ist es so, dass die Anreden „Onkel“ und „Tante“ nicht automatisch an alle Erwachsenen vergeben werden.
Alle erwachsenen Familienmitglieder, die nicht Eltern, Großeltern oder Geschwister sind, werden Onkel und Tante gerufen, aus Respekt.
Ebenso ist die Kindergartenerzieherin „Tante“, aus Respekt und um sie der Familie näher zu bringen, verbringt sie doch viel Zeit mit dem Kind.
Erwachsene, die in der näheren Umgebung wohnen, werden mit „Nachbar + Vorname“ angeredet, dafür entfällt das „Sie“. Erwachsene, die man gar nicht kennt, sind Frau xy und Herr qz und „Sie“.
Früher fand ich das sehr antiquiert, inzwischen weiß ich das sehr zu schätzen, haben doch die Kinder offensichtlich das „Siezen“ verlernt. wenn man bedenkt, wie viele Anreden es im asiatischen Raum gibt, die soziale Verhältnisse wiederspiegeln…
Ich bin ein bisschen am Thema vorbei. Sorry.
Gruß
Guten Tag.
schlimmer noch ist sowas wie „meine maus“ […]
Was meistens die Katze meint.
der schäferhund mit „mein baby“ […]
Und das Blag mit „Üffes, du Aaarsch, hömma die Tante am wehtun auf und mach se ma Ei“.
fanden aber alle ganz normal.
Aber nur, wenn die Omi mit dem Wauwi den Üffes aus dem Kindi holt.
Gruß Eillicht zu Vensre
„Üffes, du Aaarsch, hömma die Tante am wehtun
auf und mach se ma Ei“.
Köstlich!
Was bitte ist ein „üffes“?
Wahrscheinlich nichts Nettes.
hu,
Was bitte ist ein „üffes“?
Wahrscheinlich nichts Nettes.
achwas. so sprechen bildungsferne schichten nur den namen „yves“ aus 
OT
Hallo,
Was bitte ist ein „üffes“?
/t/schakkeline-schantal-dschastin-und-kaewwin/4469760
http://www.zentrale-der-macht.de/2007/12/19/schakkel…
Nein, ich will die Pointe hier nicht verraten 
Gruß
Kati