Warum Rezept für Baby selber zahlen?

Hallo,

in letzter Zeit müssen wir quasi für jedes Rezept vom Kinderartzt selber zahlen. Unser Sohn ist 5 Monate alt und hat zzt. seit 2 Wochen Durchfall. Alle Medikamente (Anti-Pilzsalbe, Ducrhfallmittel, etc.) gibts nur auf so nem grünen Rezept. Haben diesen Monat schon fast 40 Euro ausgegeben. Die in der Apotheke gucken uns schon blöd an und fragen, warum wir dass selber zahlen müssen.
Heute haben wir den Kinderarzt mal angesprochen und er meinte, dass er für jedes Kind pro Quartal nur 27 Euro zur Verfügung hätte. Er würde das Budget lieber für Antibiotika, etc. aufheben… ???

Ich dachte immer bis zu einem gewissen Alter sind Medikamente frei, gerade dann wenn sie dringen benötigt werden??

In der Apotheke sieht man dann aber auch andere Patienten aus der Praxis, die für ihr Nasenspray gar nix zahlen müssen!
Nasenfaktor? Abzocke? Oder völlig rechtens?
Kann man sich das von der Krankenkasse zurückholen?
Steuerlich absetzen kann man ja eh erst ab ner bestimmten Summe, oder?
Trotzdem kommen wir gut über 50 Euro im Monat nur für Medizin für den Kleinen!!

Danke vielmals!

Hallo,
nein, von der Kasse gibt es da mit Sicherheit nichts zurück - bei der Steuer geltend machen, ja, das geht.
Ich finde die Aussage des Arzztes zwar von seiner Warte her nachvollziehbar aber trotzdem unpassend. Wenn er die mediznische Notwendigkeit feststellt und es handelt sich um Vertragsmittel, dann muss er es auch verordnen - gerade bei Kleinkindern oder Säuglingen.
Gruß
Czauderna

Hallo

da hat dein guter KA wohl sein Budget voll und nimmt nun Privatrezepte…Frechheit!
Ich würde entweder den KA wechseln oder frag mal deine KK, was die dazu sagt!
Sachen gibts…
LG und Gute Besserung!

da hat dein guter KA wohl sein Budget voll und nimmt nun
Privatrezepte…Frechheit!

!

Servus Manou,

das mit der ‚Frechheit‘ ist schnell hingeschrieben. Tatsache ist, dass Du es zur Frechheit erklärst, wenn ein Kinderarzt (Ärzte-Prekariat) sich davor zu drücken versucht, die Medikamente für seine Patienten aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Sicher ist das unethisch - pleitegehen wird heute auch schon öfters als unethisch betrachtet, wegen der verloren gegangenen Arbeitsplätze.

Nur mal so zum Nachdenken . . .

Gruß

Kai Müller

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in letzter Zeit müssen wir quasi für jedes Rezept vom
Kinderartzt selber zahlen. Unser Sohn ist 5 Monate alt und hat
zzt. seit 2 Wochen Durchfall. Alle Medikamente
(Anti-Pilzsalbe, Ducrhfallmittel, etc.) gibts nur auf so nem
grünen Rezept. Haben diesen Monat schon fast 40 Euro
ausgegeben.

Dieser Kinderarzt scheint ein kaltblütiger Typ zu sein:

  1. Er muß für das Baby alles das, was er auf Kassenrezept verschreiben kann, auch auf Kassenrezept verschreiben.

  2. Er hat (wie alle Ärzte) eine Budgetbeschränkung. Das liegt an der Gesundheitspolitik der letzten Jahre (Ulla Schmidt, Lauterbach und Konsorten). Gesundheitspolitik bestand in Kostendämpfung, sprich: Runterschreiben der Ausgaben, koste es den Bürger, was es wolle (ob’s nun besser wird, werden wir erst sehen).

  3. Trotz der Budgetbeschränkung muß er verschreiben. Überschreitet er nun das Budget, wird ihm das vom Einkommen (besser: Umsatz) abgezogen. Wie er auf Dauer damit fertig werden soll, ist sein Problem.

Als Beispiel:
Ein Bäcker ist verpflichtet, für jeden Kunden 6 Brötchen a 50 Cent zu liefern. Dafür bekommt er 3 €. Wenn nun einer kommt und sagt, er habe besonders Hunger und es geht ihm schlecht, so ist der Bäcker verpflichtet, noch weitere Brütchen abzuliefern - auch wenn er es nicht nur nicht bezahlt kriegt, sondern wenn er die Dinger sogar selbst bezahlen muß.

Das war jetzt eine Art Grundunterricht über das deutsche Gesundheitswesen. Es ist noch viel mehr zu sagen, alles in ähnlicher Form!

Die in der Apotheke gucken uns schon blöd an und
fragen, warum wir dass selber zahlen müssen.

Die in der Apotheke brauchen nicht blöd zu gucken, die wissen das ganz genau (in einer ähnlichen Klemme stecken sie selbst). Aber wer sagt das schon einer Kundin?

Heute haben wir den Kinderarzt mal angesprochen und er meinte,
dass er für jedes Kind pro Quartal nur 27 Euro zur Verfügung
hätte. Er würde das Budget lieber für Antibiotika, etc.
aufheben… ???

Die Erklärung steht oben.

Ich dachte immer bis zu einem gewissen Alter sind Medikamente
frei, gerade dann wenn sie dringen benötigt werden??

Der Unterschied zwischen Gesetzestheorie und -wirklichkeit. Mit der Krankenkasse hat das alles gar nichts zu tun.
Krankenkassen braucht man nie zu fragen. Ich sage immer, daß bei der Einstellung die Krankenkassenangestellten einen Satz auswendig lernen müssen für die Kundschaft:

„Wenn der Doktor Ihnen das verschreibt, werden wir das bezahlen!“ Der zweite Teil des Satzes darf nicht gesagt werden:
„Anschließend schauen wir nach, ob’s berechtigt war und holen uns vom Doktor das Geld zurück!“

In der Apotheke sieht man dann aber auch andere Patienten aus
der Praxis, die für ihr Nasenspray gar nix zahlen müssen!
Nasenfaktor? Abzocke? Oder völlig rechtens?

Keine Abzocke, der Kinderarzt versucht eben klarzukommen, so gut es geht.
Rechtens ist das natürlich nicht. Wo kämen unsere Gesundheitspolitiker da hin!

Kann man sich das von der Krankenkasse zurückholen?

Nein, aber man kann’s der Kassenärztlichen Vereinigung melden. Das ist nicht die Vertretung der Kassenärzte, sondern jene Vereinigung, die die Kassenärzte tritt (davon wollen die Bonzen aber nichts hören).

Der Doktor kriegt dann eins drauf. Anschließend könnte er zu dem Schluß kommen, daß er an Ihnen nichts verdient (das sind Ärzte gewöhnt), aber daß er mit Ihnen ins Minus kommt.

Und dann legt er auf Ihre Besuche vielleicht keinen Wert mehr (wir haben freie Arztwahl, aber auch freie Patientenwahl, was den Leuten oft gar nicht bekannt ist.)

Spinnen wir den Faden weiter: Sie erreichen Ihr gutes Recht. Dann kann es passieren, daß der Kinderarzt demnächst leider keine Termine mehr für Sie frei hat. Und der nachste auch nicht. Und der übernächste…

Steuerlich absetzen kann man ja eh erst ab ner bestimmten
Summe, oder?

Richtig.

Trotzdem kommen wir gut über 50 Euro im Monat nur für Medizin
für den Kleinen!!

Tja, für alles gibt es eine Lösung. Vielleicht schicken Sie mir mal eine e-mail?

Wenn er die

mediznische Notwendigkeit feststellt und es handelt sich um
Vertragsmittel, dann muss er es auch verordnen - gerade bei
Kleinkindern oder Säuglingen.

Ohne persönlich werden zu wollen: Das sind so die schönen Theorien der Versicherungsfachangestellten (siehe obiges Posting von mir), über die ich mich seit Jahren ärgere,

Wer bestimmt denn die Notwendigkeit? Theoretisch der Arzt.

In vielen Fällen aber der Patient mit seiner Anspruchshaltung!

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Hallo BigGin

Hier
http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/05/index.php?..
habe ich folgenden Satz gefunden

„(1)Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind von der Versorgung nach § 31 ausgeschlossen.“

§31 regelt die Verordnung von Arznei und Verbandmitteln

"Satz 1 gilt nicht für:

  1. versicherte Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr"

Erkundige dich bei deiner Kasse lieber nochmal, vielleicht kannst du ja deinem Kinderarzt helfen, seinen Patienten in Zukunft Geld zu sparen und der Versichertengemeinschaft die Kosten zu übertragen, die sie gewillt ist zu zahlen

Hallo,

  1. Trotz der Budgetbeschränkung muß er verschreiben.
    Überschreitet er nun das Budget, wird ihm das vom Einkommen
    (besser: Umsatz) abgezogen. Wie er auf Dauer damit fertig
    werden soll, ist sein Problem.

das ist nicht ganz korrekt. Bei nach dem SGB richtig verordneten Medikamenten zahlt die Kasse auch bei überschrittenem Budget.

Darüber habe ich mich mit einem Kollegen, der eine grosse schmerztherapeutische Praxis mit mehreren Kollegen betreibt, kürzlich noch unterhalten. Er hatte sein VerordnungsBudget, für 2006 glaube ich, um über 1 Million Euro überzogen und wurde zum Regress, also zum Zahlen gebeten. Das hat er, mit Hilfe eines Anwaltes, den er allerdings selbst gezahlt (der Kollege verdient ziemlich gut) abwenden können.
Die meisten Kollegen scheuen den Regreß und die Anwaltskosten und lassen Patienten alle nicht verschreibungspflichtigen, also auch die apothekenpflichtigen Medikamente selbst zahlen.
Ich halte das für den falschen Weg.

Tja, für alles gibt es eine Lösung. Vielleicht schicken Sie
mir mal eine e-mail?

Aber vielleicht kennen Sie ja den richtigen Weg und haben Interesse ihn zu verraten. Vielleicht schicken Sie mir mal eine E-mail?

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Vielen Dank schonmal für die Antworten.
Also zusammenfassend stelle ich fest, dass es nicht rechtens ist, was der Arzt macht. Nun, was sollen wir denn jetzt tun? Er wird uns sicherlich auch künftig nichts freiwillig verschreiben. Sollen wir uns mit ihm anlegen? Wir sind eigentlich total zufreiden mit ihm, bis auf die Sache mit den Rezepten…
Ich weiß nicht, wie er reagiert, wenn wir ihn mit irgendwelchen Paragraphen oder Gesetzen kommen…

Wir haben mittlerweile bei sechs anderen Ärzten versucht einen Termin zu bekommen - vergebens!
Immer das Gleiche:

  • wie sind sie versichert? Gesetzlich? Oh, dann muss ich mal beim Arzt nachfragen…
  • Tut uns leid, wir nehmen keine neuen Patienten mehr auf…
    wir können sie aber auf eine warteliste setzen…

Alle sagen uns, dass wir leider bei unserem jetzigen Kinderarzt bleiben müssen…

Aber an welcher anderen Stelle, außer beim behandelnden KA, kann man sich denn Rezepte austellen lassen??

Danke schonmal!! :smile:

Guten Abend,

Und dann legt er auf Ihre Besuche vielleicht keinen Wert mehr
(wir haben freie Arztwahl, aber auch freie Patientenwahl, was
den Leuten oft gar nicht bekannt ist.)

Spinnen wir den Faden weiter: Sie erreichen Ihr gutes Recht.
Dann kann es passieren, daß der Kinderarzt demnächst leider
keine Termine mehr für Sie frei hat. Und der nachste auch
nicht. Und der übernächste…

So etwas gibt es wirklich? Bin gerade ziemlich entsetzt. Kann also passieren dass man jahrelang zufrieden ist mit seinem Kinderarzt und plötzlich vergibt er keine Termine mehr? Aber er muss schon einen triftigen Grund dafür angeben, oder?

Schöne Grüße

Hallo Priamos1,
sie sehen, wir haben beide ein Sternchen für unseren Beitrag bekommen, womöglich sogar vom gleichen Leser oder Leserin. Du hast die einigen Erfahrungen (du bist Arzt ??) und ich die meinigen als Sozialversicherungsfachangesteller ( Versicherungsansgestellter klingt mir zu profan). Ich habe (wahrscheinlich genau wie du) Kontakt zu sehr vielen Ärzten unterchiedlicher Fachrichtungen - einige vertreten deine Ansicht andere denken da mehr wie ich es beschrieben habe.
Versicherte etwas selbst bezahlen zu lassen was eigentlich zu Lasten der Kasse zu verordnen ist, das ist unredlich - Budget hin oder her.
Und was das Anspruchsdenken der Versicherten angeht, das gibt es vielen Fällen sicherlich aber Asnpruch und Notwendigkeit sind zei Paar Schuhe.
Wenn der Arzt nach nicht die Zivilcourage hat dem Patienten genau dies zu verdeutlichen, dann hat er etwas falsch gemacht.
Wenn nicht der Arzt die Notwendigkeit festlegt, wer dann.
Der Kassenmitarbeiter kann und darf das nicht, denn wenn es so wäre, dann lege ich mir ab sofort ein Rezeptblock auf meinen Schreibtisch und schreibe die Verordnungen selbst aus wenn ich der Meinung bin dass es notwendig ist (das ist natürlich ironisch gemeint).
Gruß
Czauderna

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Hallo,
sorry für die vielen Tippfehler, aber ich wiedereinmal in Eile heute Morgen - (schade, dass man dies nicht korrigieren kann).
Gruß
Czauderna

So etwas gibt es wirklich? Bin gerade ziemlich entsetzt. Kann
also passieren dass man jahrelang zufrieden ist mit seinem
Kinderarzt und plötzlich vergibt er keine Termine mehr? Aber
er muss schon einen triftigen Grund dafür angeben, oder?

Nein, das muß er nicht. Dieser Aspekt der Arzt-Patient-Beziehung wird immer wieder gerne verschwiegen.

Aber die Freiheit gilt für beide, für Arzt und Patient.

Der Arzt ist höchstens wie jeder Bürger im Rahmen seiner Fähigkeiten zur Nothilfe verpflichtet.
Dann aber ist Schluß.

Und was das Anspruchsdenken der Versicherten angeht, das gibt
es vielen Fällen sicherlich aber Asnpruch und Notwendigkeit
sind zei Paar Schuhe.
Wenn der Arzt nach nicht die Zivilcourage hat dem Patienten
genau dies zu verdeutlichen, dann hat er etwas falsch gemacht.
Wenn nicht der Arzt die Notwendigkeit festlegt, wer dann.

Es lebe die Theorie! Sicher legt ein Arzt die Notwenigkeit einer Verordnung fest, aber nur eben zum Teil. Der andere Teil stammt vom Patienten.

Und Unredlichkeit? Als Versicherungsfachangestellter sitzt man gemütlich im Büro und genießt die Freuden des abhängig Beschäftigten. Das Gehalt am nächsten Monat ist sicher, die Sozialleistungen werden bezahlt und die Steuer auch gleich abgezogen.

Ein Arzt ist dagegen Freiberufler. Hier in dem speziellen Falle des Arztes erfährt er frühestens im August, was er Januar bis März verdient hat und wie die Kosten/Unkosten-Rechnung aussieht.

Das würde kein normaler Betrieb mitmachen, eine Disposition auf längere Zeit ist wirtschaftlich unmöglich.

Was glauben Sie wohl, weshalb jeder junge Mediziner, der etwas im Hirn hat, nach seiner Ausbildung aus Deutschland verschwindet?

Warum haben wir wohl Ärztemangel?

Ich habe vor kurzem zwei Kollegen, die eine große Praxis mit Belegkrankenhaus führen, gefragt. „Würde Ihr wieder Medizin studieren?“
Die Antwort erfolgte im Chor: „Nie wieder!“

Für meine Person sage ich dasselbe: Nie wieder!!

Hallo,
na, dann schauen wir mal - das Durchschnittseinkommen eines Arztes in Deutschland (alle Fachrichtungen eingeschlossen) lag 2009 bei 76.000,00€ im Jahr (wohlgemerkt Einkommen, also nach Abzug der getätigten Investitionen und Personal- und Verwaltungskosten für Selbstänge Ärzte) - da muss sich ein Sozialversicherungsfachangestellter ersteinmal hinbegeben. Aber das soll nicht das Thema sein - ich gönne dieses Einkommen jedem Arzt.
Ich frage mich immer warum es bei dieser ganzen Kritik von Ärzten wie Ihnen beispielsweise, nur wenige gibt, die sagen - was soll ich mit mit den Kassenärztlichen Vereinigungen und/oder den Krankenkassen und sogar auch noch mit den „forderden“ Patienten rumärgern, ich gebe meine Zulassung zurück und bin nur noch als Privatarzt tätig. Wir beide wissen warum dieser „Vorschlag“ grundsätzlich unsinnig ist, weil ohne die Kassenzulassung die Mehrheit der Ärzte wirklich gleich ins Ausland gehen könnten.
Die Problematik ist doch die, dass sich (vereinfachen wir das einmal) der Arzt ungerecht vergütet sieht und mehr als Unternehmer tätig sein muss statt einfach nur Arzt zu sein. Ja, das ist sicherlich dem Grunde nach berechtigt. Durch Budgetierung und durch die Gesundheitspolitik wird da schon kräftig am Einkommensrad gedreht, aber glauben Sie tatsächlich, das ginge nur den Ärzten so ??
Hier wird auf hohem Niveau argumentiert und teilweise sogar gejammert.
Ich wiederhole nocheinmal - Jahresdurchschnittseinkommen eines Arztes in Deutschland 76.000,00 €.
Dies alles aber dann auf dem Rücken der Patienten auszutragen um zu erreichen, dass die Patienten die Lobby für die Ärzteschaft bilden sollen, das halte ich immer noch für unredlich.
Jeder soll nach seiner Leistung und seinem Können bezahlt werden und gerade bei den Ärzten sollte auch die lange Ausbildungszeit berücksichtigt werden, aber das ist eine Frage die Verhandlungsgegenstand zwischen den beteiligten Parteien sein sollte und nicht Sache der Patienten, die aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen auch eine entsprechende Behandlung erwarten dürfen.
Und noch etwas - Ihre Bemerkung zum Versicherungsfachangestellten (es heisst wirklich Sozialversicherungsfachangestellter) klingt etwas nach „Klassenkampf“ frei nach dem Motto - wir armen Selbständigen und Ihr abgesicherten Arbeitnehmer - ein schlagendes Argument, fürwahr.
Jetzt sind wir aber doch weit vom eigentlichen Fall ausgegangen, nämlich dass dem Kleinkind Sachen verordnet wurden auf Privatrezept, für die ein Kassenrezept erforderlich gewesen wären.
Sie sagen, das war (so wie geschildert) okay - ich sage, das war es nicht.
Gruß
Czauderna

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Nein, das muß er nicht. Dieser Aspekt der
Arzt-Patient-Beziehung wird immer wieder gerne verschwiegen.

Aber die Freiheit gilt für beide, für Arzt und Patient.

Der Arzt ist höchstens wie jeder Bürger im Rahmen seiner
Fähigkeiten zur Nothilfe verpflichtet.
Dann aber ist Schluß.

Hallo,

puh, schon schlimm so was. Wenn man dann total machtlos dagegen ist. Dachte ja immer, Ärzte freuen sich über jeden Patienten. Na ja ich dachte ich auch mal (das ist allerdings etwas länger her) dass Ärzte grundsätzlich gute Menschen sind.

Schöne Grüße

Hallo, Nachtrag - sorry, ich hatte Ihren letzten Beitrag zum Thema als solches überlesen - Sie sind auch der Meinung der Kinderarzt hätte verschreiben müssen ?? - na, dann wäre es ja geklärt.
Gruß
Czauderna

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hi Ihr Streithansel Guenter und Priamos:
die Sache ist ganz einfach: das, was der Arzt(!) für notwendig, angemessen und wirtschaftlich hält, muss er auf Kassenrezept verschreiben, Luxusgüter auf Privat-Rezept. Die Auslegung der o.g. Kriterien obliegt dem behandelndem Arzt, sonst niemandem!
Man kann Fieber auch mit Wadenwickeln senken, Zwiebelsaft löst festsitzenden Schleim und Salbei-Bonbons helfen gegen Halsschmerzen, alles eine Ansichts- und Auslegungssache.
Medikamentenüberschreitungen zahlt der Arzt aus seiner eigenen Tasche, von bereits verdientem und versteuertem Geld und das möchte jeder Doc gern vermeiden
denkt synapse

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na, dann schauen wir mal - das Durchschnittseinkommen eines
Arztes in Deutschland (alle Fachrichtungen eingeschlossen) lag
2009 bei 76.000,00€ im Jahr (wohlgemerkt Einkommen, also nach
Abzug der getätigten Investitionen und Personal- und
Verwaltungskosten für Selbstänge Ärzte) -

Rechnen wir weiter: 76000/12 macht grob 6000 brutto iim Monat. Abzüglich Sozialversicherungsbeiträge (etwa 2000) kommen wir auf 4000 im Monat. Sagen wir noch Einkommenssteuer 1000, bleiben 3000 übrig.

Eine Krankenschwester verdient übrigens 2700 vor Steuern und etwa 2000 bei Steuerklasse III.

Ich habe vor langen Jahren diese Rechnung einmal aufgemacht, meine Arbeitszeit betrachtet und die Brocken hingeschmissen.

Hallo synapse,
aber wir streiten doch nicht - wir sind nur verschiedener Meinung zu einigen Sachen.
Du hast natürlich recht mit dem was du schreibst hinsichtlich der Eigenbehandlung, dafür gab es auch ein Sternchen - das kann man machen - da muss man aber doch auch fragen dürfen, warum empfiehlt das ein Arzt in Regel nicht seinen Patienten und verordnet stattdessen Medikament, egal ob auf Kasse oder privat ?
Das ist aber nun wirklich auch ein anderes Thema.
Gruß
Czauderna

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