in letzter Zeit müssen wir quasi für jedes Rezept vom
Kinderartzt selber zahlen. Unser Sohn ist 5 Monate alt und hat
zzt. seit 2 Wochen Durchfall. Alle Medikamente
(Anti-Pilzsalbe, Ducrhfallmittel, etc.) gibts nur auf so nem
grünen Rezept. Haben diesen Monat schon fast 40 Euro
ausgegeben.
Dieser Kinderarzt scheint ein kaltblütiger Typ zu sein:
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Er muß für das Baby alles das, was er auf Kassenrezept verschreiben kann, auch auf Kassenrezept verschreiben.
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Er hat (wie alle Ärzte) eine Budgetbeschränkung. Das liegt an der Gesundheitspolitik der letzten Jahre (Ulla Schmidt, Lauterbach und Konsorten). Gesundheitspolitik bestand in Kostendämpfung, sprich: Runterschreiben der Ausgaben, koste es den Bürger, was es wolle (ob’s nun besser wird, werden wir erst sehen).
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Trotz der Budgetbeschränkung muß er verschreiben. Überschreitet er nun das Budget, wird ihm das vom Einkommen (besser: Umsatz) abgezogen. Wie er auf Dauer damit fertig werden soll, ist sein Problem.
Als Beispiel:
Ein Bäcker ist verpflichtet, für jeden Kunden 6 Brötchen a 50 Cent zu liefern. Dafür bekommt er 3 €. Wenn nun einer kommt und sagt, er habe besonders Hunger und es geht ihm schlecht, so ist der Bäcker verpflichtet, noch weitere Brütchen abzuliefern - auch wenn er es nicht nur nicht bezahlt kriegt, sondern wenn er die Dinger sogar selbst bezahlen muß.
Das war jetzt eine Art Grundunterricht über das deutsche Gesundheitswesen. Es ist noch viel mehr zu sagen, alles in ähnlicher Form!
Die in der Apotheke gucken uns schon blöd an und
fragen, warum wir dass selber zahlen müssen.
Die in der Apotheke brauchen nicht blöd zu gucken, die wissen das ganz genau (in einer ähnlichen Klemme stecken sie selbst). Aber wer sagt das schon einer Kundin?
Heute haben wir den Kinderarzt mal angesprochen und er meinte,
dass er für jedes Kind pro Quartal nur 27 Euro zur Verfügung
hätte. Er würde das Budget lieber für Antibiotika, etc.
aufheben… ???
Die Erklärung steht oben.
Ich dachte immer bis zu einem gewissen Alter sind Medikamente
frei, gerade dann wenn sie dringen benötigt werden??
Der Unterschied zwischen Gesetzestheorie und -wirklichkeit. Mit der Krankenkasse hat das alles gar nichts zu tun.
Krankenkassen braucht man nie zu fragen. Ich sage immer, daß bei der Einstellung die Krankenkassenangestellten einen Satz auswendig lernen müssen für die Kundschaft:
„Wenn der Doktor Ihnen das verschreibt, werden wir das bezahlen!“ Der zweite Teil des Satzes darf nicht gesagt werden:
„Anschließend schauen wir nach, ob’s berechtigt war und holen uns vom Doktor das Geld zurück!“
In der Apotheke sieht man dann aber auch andere Patienten aus
der Praxis, die für ihr Nasenspray gar nix zahlen müssen!
Nasenfaktor? Abzocke? Oder völlig rechtens?
Keine Abzocke, der Kinderarzt versucht eben klarzukommen, so gut es geht.
Rechtens ist das natürlich nicht. Wo kämen unsere Gesundheitspolitiker da hin!
Kann man sich das von der Krankenkasse zurückholen?
Nein, aber man kann’s der Kassenärztlichen Vereinigung melden. Das ist nicht die Vertretung der Kassenärzte, sondern jene Vereinigung, die die Kassenärzte tritt (davon wollen die Bonzen aber nichts hören).
Der Doktor kriegt dann eins drauf. Anschließend könnte er zu dem Schluß kommen, daß er an Ihnen nichts verdient (das sind Ärzte gewöhnt), aber daß er mit Ihnen ins Minus kommt.
Und dann legt er auf Ihre Besuche vielleicht keinen Wert mehr (wir haben freie Arztwahl, aber auch freie Patientenwahl, was den Leuten oft gar nicht bekannt ist.)
Spinnen wir den Faden weiter: Sie erreichen Ihr gutes Recht. Dann kann es passieren, daß der Kinderarzt demnächst leider keine Termine mehr für Sie frei hat. Und der nachste auch nicht. Und der übernächste…
Steuerlich absetzen kann man ja eh erst ab ner bestimmten
Summe, oder?
Richtig.
Trotzdem kommen wir gut über 50 Euro im Monat nur für Medizin
für den Kleinen!!
Tja, für alles gibt es eine Lösung. Vielleicht schicken Sie mir mal eine e-mail?