seit Jahrzehnten können Bremsleitungen auch aus Legierungen hergestellt werden die nicht bzw. kaum korrodieren. Diese werden von einigen Herstellern auch verbaut, von den meisten aber nicht, selbst nicht bei sehr hochpreisigen Fahrzeugen greift man weiterhin auf Bremsleitungen aus Stahl zurück die früher oder später rosten.
Dass verrostete Bremsleitungen platzen können mußte ich selbst feststellen: Bei meinem ersten Auto platzte die Bremsleitung während der HU - zum Glück, denn hätte ich eine Vollbremsung machen müßen wäre diese im Straßenverkehr geplatzt. Das Auto war übrigens allgemein kaum verrostet und nicht viel älter als 10 Jahre.
Warum gefährden Fahrzeughersteller Menschenleben um evtl. einstellige Eurobeträge zu sparen?
Wieso schreibt der Gesetzgeber andere sicherheitsrelevante Ausstattung vor aber macht keine Regeln über die Haltbarkeit sicherheitsrelevanter Komponenten wie der Bremsleitungen?
Man könnte auch den Halter dazu verpflichten sie regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls zu ersetzen.
Der Halter spart weniger als einen Cent je KM Laufleistung um sich selbst zu schützen.
Davon abgesehen gibt’s doch 2 Bremskreise, ein Platzer ist generell erstmal abgesichert, oder irre ich mich da?
Es gibt nicht nur die beiden zwei Anforderungen „billig“ und „korrosionsbeständig“ an Materialien. Für das Beispiel Bremsleitung:
Bremsleitungen werden in den freien Räumen verlegt, die vorhanden sind. Das hat den banalen Grund, dass man Bremsleitungen um den Motorblock, das Getriebe usw. herumlegen kann, während es schwierig ist, den Motorblock oder das Getriebe um Leitungen herum zu verbauen. Um die freien Räume nutzen zu können, müssen die Bremsleitungen gebogen werden. Dies geschieht heute mit Rohrbiegemaschinen und ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, müssen die Rohe dafür aus einem Material sein, das gebogen werden kann. Außerdem müssen Bremsleitungen mit speziellen Dichtflächen versehen werden, was ebenfalls eine gewisse Flexibilität des Materials voraussetzt. Edelstahl ist jedoch härter und spröder als normaler Stahl.
Die Bremsleitungen müssen nicht zuletzt aufgrund ihrer Länge vibrationsbeständig sein. Edelstähle erfüllen diese Eigenschaft in der Regel auch nicht, wodurch Ermüdungsbrüche wahrscheinlich werden.
Alternativen zu Edelstahl sind Kupfer-Nickel-Legierungen sowie beschichteter Stahl (verzinkt + Kunststoffüberzug zum Schutz vor Steinschlag und anderen mechanischen Beschädigungen), wobei das letztgenannte Material tatsächlich hauptsächlich verwendet wird, was uns zu der Frage bringt, warum die Bremsleitung bei Deinem Fahrzeug Schaden genommen hat, denn beschichteter Stahl sollte eigentlich 10-15 Jahre halten, bis sie anfangen, TÜV-relevant zu rosten.
Es gibt ja nicht bloß den einen Edelstahl, aber wenn ich Edelstahlschrauben mit normalen Schrauben aus verzinktem Kohlenstoffstahl vergleiche, dann sind die Edelstahlschrauben diejenigen, die sich krummbiegen und deren Köpfe versagen.
Das liegt daran, dass Stahlschrauben aus speziell vergütetem, hochfestem Kohlenstoffstahl bestehen, während Edelstahlschrauben zwar recht zäh sind, aber eine geringere Streckgrenze haben als hochfeste Kohlenstoffstähle. Bei den Bremsleitungen besteht das „Problem“ in der Kaltverformung. Dadurch verändert sich bei Edelstahl die Kristallstruktur, was ihn an den Biege- und Bördelstellen hart und spröde werden lässt. Das gleiche gilt für die ständigen Biegebewegungen im laufenden Betrieb bzw. die Befestigungsstellen.
Bei den meisten Fahrzeugen die ich nach durchschnittlich 25 und mehr Jahren verschrottet hatte waren rostige Bremsleitungen zb gar kein Problem gewesen.
Und solange sind die meisten Autos heutzutage ja gar nicht im Verkehr vertreten.
Dazu gibt’s alle 2 Jahre eine Hauptuntersuchung wo die Prüfer schon sehr genau auf so etwas achten.
Meine ältesten Leitungen sind seit 48 Jahren im Einsatz ohne eine einzige Roststelle.
Bei meinem Womo (Bj 88) war mir vor 2 Jahren eine Leitung im hinteren Bremskreis durchgerostet und unterwegs geplatzt.
War vollkommen gefahrlos. Vorne wäre es deutlich schlechter gewesen.
Den Kreis hatte ich dann provisorisch geflickt und konnte problemlos aber natürlich vorsichtig nach Hause weiterfahren.
Zuhause habe ich dann gleich sämtliche Leitungen erneuert und nichtrostendes zugelassenes Material dafür verwendet.
Vorgeschrieben ist die Hauptuntersuchung, bei der sicherheitsrelevante Mängel erkannt werden sollten, bevor sie zu einem echten Risiko werden. Natürlich ist es denkbar, dass eine Bremsleitung sich zum Zeitpunkt der letzten Untersuchung der letzten Untersuchung in einem quasi neuwertigen Zustand befindet und just drei Tage vor der nächsten HU zu Staub zerfällt, aber der Normalfall ist das nicht.
Darüber hinaus ist die Lebenserwartung der üblichen beschichteten Leitungen so hoch, dass über einen solchen Zeitraum auch die Wahl eines anderen Materials Korrosion nicht mit Sicherheit ausschließen könnte - insbesondere dann nicht, wenn nicht das Material Ursache des Problems ist, sondern bspw. eine Beschädigung durch mechanische Einflüsse.
Vorgeschrieben ist auch die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung, damit dürften Unfälle nicht möglich sein - trotzdem sind auch Gurte, Airbags, ABS, ESP… bei Neuwagen vorgeschrieben. Wieso dann nicht auch Bremsleitungen die ein gefährliches Aufplatzen unwahrscheinlicher machen?
Genau so erging es mir. Die Leitungen sind nicht immer gut sichtbar, Rostnarben bleiben so evtl. unentdeckt bzw. kann in Gegenden mit viel Streusalzeinsatz in zwei Jahren eine leicht angerostete Bremsleitung Rostnarben bekommen die bei Belastung zur Zerberstung führen.
Du wirst im Internet viele Fälle von geplatzten Bremsleitungen finden - und ein etwas teureres Material hätte wahrscheinlich viele davon verhindert.
Der Satz ergibt keinen Sinn und das schon gleich gar nicht als so eine Art Antwort auf meinen Artikel.
Lies doch einfach mal entspannt die Straßenverkehrszulassungsordnung. Paragraf 30 wäre ein guter Ansatzpunkt.
Verzinkt und beschichtet. Viel besser geht’s halt kaum. Dir steht es aber frei, die Leitungen durch solche aus Gold ersetzen zu lassen. Ansonsten wirst Du halt mit dem Kfz-spezifischen allgemeinen Lebensrisiko leben müssen. Dir kann genauso mal ein Dachziegel auf die Rübe fallen, auch wenn das nicht passieren sollte. Dinge passieren eben und damit sie nicht häufiger als unvermeidbar passieren, gibt es Vorschriften, die HU usw. und dennoch platzt mal ein Reifen oder eine Bremsleitung. So ist das nun einmal.
Fahrzeughersteller sparen sogar Zehntelcent, wo es möglich ist. Sie sparen einzelne Sekunden der Produktion, wo es möglich ist.
Nur gut 10 Jahre alt und schon in einem so schlechten Zustand, dass man von „allgemein kaum verrostet“ sprechen muss?
Was sagt eigentlich der Serviceplan, wann man welche Teile - in diesem Fall Bremsleitungen - auf Schäden kontrollieren sollte?
In Deiner theoretischen Welt, in der jeder HU-Ingenieur immer jeden cm jeder Bremsleitung genau prüft und nie etwas übersieht, dürfte es auch keine Unfälle geben da in der Straßenverkehrsordnung steht, dass sich jeder Verkehrsteilnehmer so zu bewegen hat, dass andere Teilnehmer nicht gefährdet werden.
Mit diesem Argument könntest Du auch gegen den Einsatz von Gurten, Airbags und Geschwindigkeitsbegrenzungen argumentieren. Fakt ist, dass es günstige Stahlleitungen gibt die eben schneller rosten und welche aus besseren Materialien die weniger schnell durchrosten. Du scheinst die Ansicht der Autolobby zu vertreten die scheinbar findet, dass es wichtiger ist einen einstelligen Eurobetrag bei der Produktion zu sparen als Personenschäden und teure Reparaturen zu verhindern.
Diese Schlussfolgerung ist schon vom Ansatz her falsch. Die Hauptuntersuchungen von TÜV & Co. sind in der Regel Ingenieure, die eine Weiterbildung zum Prüfingenieur durchlaufen und ein umfassende staatliche Prüfung durchlaufen haben und denen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Durchführung ihrer Arbeit, die zusätzlich anhand von Prüflisten erfolgt, bewusst ist, während es sich bei handelsüblichen Autofahrer zu einem Gutteil um rücksichtslose, unaufmerksame und/oder rücksichtslose Gestalten handelt, die während der Fahrt Mobiltelefone bedienen, Kinder auf dem Rücksitz bändigen, unter dem Einfluss von berauschenden Substanzen stehen, Verkehrsschilder für optional und/oder physikalische Gesetze für vage Richtlinien halten.
Da gibt es nicht einmal ansatzweise einen Zusammenhang. Gurte, Airbags und Geschwindigkeitsbegrenzungen retten täglich hunderte von Leben, während korrodierte Bremsleitungen, die dann auch noch zu einem Unfall führen, die absolute Ausnahme sind.
Und deswegen verwendet man halt auch nicht günstige Stahlleitungen, sondern verzinkte Rohre, die zusätzlich noch beschichtet sind.
Ich weiß nicht einmal, welche Ansicht die Autolobby im Hinblick auf Bremsleitungen verwendet. Ich weiß allerdings sehr wohl, dass natürlich Kostenüberlegungen bei jedem Teil eine Rolle spielen, aber dass die Autohersteller auch wissen, dass es marketingtechnisch nicht so gut kommt, wenn das Laben ihrer Kunden alle naslang im Vordermann, in Leitplanken oder an Bäumen endet und genau deswegen verwendet man halt auch nicht günstige Stahlleitungen, sondern verzinkte Rohre, die zusätzlich noch beschichtet sind.
Aber verrat uns doch mal, um was für ein Fahrzeug es sich bei Dir handelt. Ich habe nämlich durchaus in Erinnerung, dass Du Dich gerne mal mit Fahrzeugen befasst, die schon etwas älter sind als das in Deutschland betriebene Durchschnittsfahrzeug.
Einer meiner Vorredner hatte ja anscheinend einen ähnlichen Gedanken: