Warum sagt man

rheinisches Ufer (Rhein) aber nicht donauisches Ufer. D.h. mit jedem Fluss kann man nicht sprachlich so umgehen, wie z.B. mit dem Rhein. Hat bestimmt eine einfache Erklärung, die mir aber nicht geläufig ist. Wer kann helfen.

Danke für die Hilfe
Brigitte

Vielleicht mag das an der Vokalhäufung liegen, die für deutsche Zungen dann doch ungewöhnlich ist. Bei anderen werden Konsonanten eingefügt oder weggelassen. Beispiele : Elb[e]ufer, Mulde n ufer, aber: Spreeufer, Neißeufer.

Gruß

HM

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Hallo, Brigitte,
ich glaube, da hat der Fritz schonmal was dazu geschrieben. Ich habe das aber nicht mehr gefunden.
Es heißt ja auch „der“ Rhein und „die“ Donau - also der Rhein ist schon was ganz besonderes :smile:

Grüße
Eckard

Zuviel der Blumen, lieber Eckard!

Ich habe über die Herkunft, das Geschlecht und die Zusammensetzung von Flussnamen einiges geschrieben, aber nichts über die Adjektivbildungen von Flussnamen. Am Geschlecht der Flussnamen liegt es meiner Meinung nach nicht. Denn der Main ist maskulin und niemand sagt: mainisch; die Elbe ist feminin und doch gibt es: die nordelbischen Bistümer. Jedenfalls glaube ich, das schon gehört zu haben.

Und hallo, Brigitte!

Mir ist die Besonderheit des Rheins aber auch noch nie aufgefallen.

Jetzt habe ich mich hingesetzt und nachgeguckt. Der Rhein scheint in der Tat der einzige – oder doch einer der wenigen – Fluss zu sein, der so ein Adjektiv bildet:

mainisch, neckarisch, moselig, elbisch (?), oderig, nilisch, mississippianisch, amazonisch (?) klingen doch fast durchweg alle seltsam.

„Elbisch und amazonisch“ scheinen aber nicht ganz so falsch zu sein, allerdings denkt man bei deren Gebrauch – wenn man sie denn gebraucht“ – doch eher an das Land, das Gebiet an diesen Flüssen.

Dies nun wiederum lässt in mir den Gedanken aufkommen, dass „rheinisch“ zunächst auch nur für die Länder und Gebiete gebraucht wurde: Oberrheinische Tiefebene, rheinländischer Sauerbraten, mittelrheinische Burgenlandschaft, etc.

Und so käme ich zu der – mich selber nicht ganz überzeugenden – Erklärung: Adjektive zu Flüssen werden nur gebildet, wenn sie das Land an diesen Flüssen bedeuten. Belege dafür habe ich keine!

Warum es aber dann keine „donauische“ oder „danubische“ Monarchie, sondern nur eine Donaumonarchie gab, weiß ich auch wieder nicht zu sagen.

Wieder eines der Mysterien der deutschen Sprache!:wink:

Gruß Fritz

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Fiume (di) fiori e Proseco
„Spaßeshalber“ (nur um das Thema dochnicht ganz trocknen zu lassen):
Warum spricht man von „reinem Wein“, auch aber selten von „Rheinwein“ und auch von „Rheinischem Wasser“ aber selten von „Rheinwasser“, aber nur ungern von „Rheinbier“ und eher von „Donauwein“ und sogar noch „Donaubier“ aber seltener (oder?) von „Donauischem Wasser“?
Hat sicherlich damit zu tun, daß der Rhein doch nicht voller Wein ist, aber voller inzwischen wieder reinem Wasser. Und unter „Donauwein“ eben der Wein aus der Donaugegend gemeint ist, genauso wie unter „Rheingraben“ der Graben innerhalb dessen (übrigens: „in dem“ oder „in dem“?) sich der Rhein befindet, nicht „sein Bett“.
Aber „Rheinbett“ klingt irgendwie auch nicht, genauso wenig wie „Rheinschiefebene“.
Der geographische Aspekt wird auch noch sehr schön (finde ich) deutlich an Begriffen wie „cis/transLeitanisch“ (?), und die „kaukasische Steppe“ wird sich ja nur ziemlich ungerne im Gebirge befinden. :smile:
Amüsant auch, that Stratford and Oxford are even not an inch „Avonic cities“, que Paris/Lutèce n´a jamais été un Ville Seinique, Roma mai una Città Tevernica, i Warszawa nigdy byl jedno miasto „Warszawa Wysliega“.
Is the Missouri, however, a Mississipic side river or is the Mississipi a Missouric one? :smile:
Es ist doch sehr schön, daß man (bei dieser Gelegenheit) durch „grammatische“ Spielereien auch durch die deutsche Sprache (und das auch noch mit melodischem Aspekt) „der Sache“ immer noch einen weiteren „übertragenen“ Aspekt beifügen kann (was mir bloß nicht immer deutlich sichtbar gelingt).
So etwa die (scheinbare) Unterscheidung zwischen „Reinländern“ und „Rhausländern“. Toll, dazu, das alle sich inzwischen in Deutschland wieder wohler fühlen können, wenn sie nur wollen.

Ein ähnliches Phänomen wie: „Rheinisch“ und selten „Donauisch“ taucht übrigens auch in „Hamburger Deern“ und „Hamburgische…“ auf, mir vertrauter in „Bremer Musikanten“ und „Bremische Senatoren“, aber hier steckt anscheinend doch auch ein philologischer (?) Bedeutungsunterschied.
Besteht eigentlich zwischen dem „Atlantischen Bündnis“ und dem „Transatlantischen Bündnis“ ein Unterschied?

Herzliche Grüße, moin, manni.

die
Elbe ist feminin und doch gibt es: die nordelbischen Bistümer.
Jedenfalls glaube ich, das schon gehört zu haben.

Mir ist ebenso die Bezeichnung ostelbisch geläufig. Rheinisch habe ich bewußt dagegen noch nicht gehört, obwohl es schnell vertraut klingt, vielleicht ist das auch ein wenig eine Frage der Wahrnehmung???

mainisch, neckarisch, moselig, elbisch (?), oderig, nilisch,
mississippianisch, amazonisch (?) klingen doch fast durchweg
alle seltsam.

Also wenn, dann würde ich in Bezug auf die Oder sicher von oderschen Gebieten sprechen :wink:. Oderig klingt mir doch etwas nach moderig !

Und so käme ich zu der – mich selber nicht ganz überzeugenden
– Erklärung: Adjektive zu Flüssen werden nur gebildet, wenn
sie das Land an diesen Flüssen bedeuten. Belege dafür habe ich
keine!

Das könnte gut hinkommen, insofern ist das vielleicht nur eine Ableitung von rheinländisch oder eben elbländisch (havelländisch gibt es zumindest sicher).

Gruß Maid

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Danubisch
Hallo,

Warum es aber dann keine „donauische“ oder „danubische“
Monarchie, sondern nur eine Donaumonarchie gab, weiß ich auch
wieder nicht zu sagen.

Das Adjektiv „danubisch“ gibt es aber zumindest in den Geowissenschaften.

Grüße,
Hasta Lavista

Mir ist ebenso die Bezeichnung ostelbisch geläufig.
havelländisch gibt es zumindest sicher.

Danke schön, schöne Maid, für die Unterstützung meiner Ausführungen.

„oderig“ war natürlich eher spaßig gemeint, so wie du es auch aufgefasst hast.

Es wäre schön, wenn man irgendwelche bestätigende Literatur fände.

Gruß Fritz

Das Adjektiv „danubisch“ gibt es aber zumindest in den Geowissenschaften.

Und was bedeutet es da? Im Duden fand ich das Wort nicht.

Fritz

Keltisch
Lieber Asta, und lieber Fritz:
Mey

Schön, lieber Manfred,

dann wäre das auch gesagt.

Was ich aber wissen wollte, war: wie das Adjektiv „danubisch“ von den Geologen gebraucht wird. Dass es so etwas wie: „auf die Donau bezogen, die Donau betreffend, zur Donau gehörig“ bedeutet, kann sich ja jeder ausrechnen.

Aber eine geologische Aussage, in der es vorkommt, würde ich gern mal hören.

Z. B. Die danubischen Sedimente sind bei Tuttlingen, in der Donauversickerung besonders gut zu sehen.

Gruß Fritz

Hallo!

Mir ist ebenso die Bezeichnung ostelbisch geläufig. Rheinisch
habe ich bewußt dagegen noch nicht gehört, obwohl es schnell
vertraut klingt, vielleicht ist das auch ein wenig eine Frage
der Wahrnehmung???

Also „rheinisch“ ist eine absolut übliche und gebräuchliche Bezeichnung für alles aus dem Rheinland…

Ob die Rheinische Post (eine Zeitung aus Düsseldorf), der rheinische Apfelkuchen (sehr lecker!), der rheinische Sauerbraten (obwohl es da SEHR viele verschiedene geben dürfte) oder auch die niederrheinische T®iefebene im Wetterbericht (das ist da, wo immer die dicken Wolken stehen…) - rheinisch ist hier im Rheinland eine allgegenwärtige Bezeichnung!

Aber das muß man nicht wissen, wenn man nicht von hier ist…
(dafür gibts ja w-w-w!)

Schönen Gruß,
Robert

Hi Fritz,

Eine einfache Suche bei Google.de bringt genügend Treffer aus der geowissenschaftlichen Szene, in der Du den Gebrauch des Wortes „danubisch“ findest, z.B. „das danubische Flußsystem“, „das rheno-danubische Flysch“ etc…
Viel Spaß beim „googeln“,

Und was bedeutet es da? Im Duden fand ich das Wort nicht.

Es bedeutet dort „zur Donau gehörend“, oder „im Einzugsgebiet der Donau liegend“.
Danubische Sedimente wäre z.B. auch denkbar.

Grüße,
Hasta Lavista