Ich habe einen Auftrag bekommen, für die Gastronomie eine Substanz zu entwickeln, die mit Alkohol oder einer anderen Substanz unter Chemolumineszenz reagiert. Diese Sunstanz soll geschmacksfrei sein.
Ich habe schon unzählige Bücher gewälzt und das Internet durchforstet, konnte aber nichts konkretes finden.
Meine Frage ist also, welche strukturellen Eigenschaften muss eine Substanz/Molekül haben, dass sie von einem Menschen als geschmacksfrei empfunden wird? Also ich nehme mal an, dass der Schlüssel in der Struktur des Moleküls liegt, bzw. in dessen funktionellen Gruppen.
Ich hoffe ihr könnt mir dabei irgendwie behilflich sein, mir eine Erklärung zu diesem Problem geben oder einen Link geben wo eine genaue Beschreibung dafür steht.
Eine Substanz schmeckt sauer, wenn sie einen niedrigen pH-Wert aufweist. Sie schmeckt salzig, wenn sie bestimmte Ionen (vor allem Na+) enthält.
Mit süß und bitter ist es schwieriger. Es gibt in den Geschmackssinneszellen, die ganz bestimmte Strukturmerkmale erkennen und dies als „süß“ oder „bitter“ ans Gehirn weitergeben. Das sind aber ganz unterschiedliche Teile. Die Antwort auf Deine Frage muss also lauten: Ein Stoff ist dann geschmacklos, wenn er zu keinem einzigen Rezeptor passt. Natürlich wäre Dir eine positive Formulierung lieber, aber ich fürchte, es geht nur im Ausschlussverfahren.
Noch schlimmer ist es übrigens mit dem Geruch. Da kommen schon etliche hundert verschiedene Rezeptoren zusammen. Die Substanzen, die erkannt werden, haben keine erkenntbare chemische Ähnlichkeit. Oder erkennst Du ein gemeinsames Strukturmerkmal von Blausäure und Benzaldehyd. (Diese beide Stoffe werden nicht nur beide wahrgenommen, sondern sie riechen auch noch identisch).
Um Dir die Arbeit noch ein bisschen zu erschweren: Es reicht nicht, eine Substanz „geschmacklos“ zu machen. Sie muss auch „geruchlos“ sein, weil beide Sinne beim Menschen nicht besonders sauber getrennt sind. Ich würde schätzen, dass der reine Geschmack höchstens 10% des Sinneseindrucks beim Essen ausmacht. Der Rest ist Riechen, Tasten (mit der Zunge), Sehen und Vorstellen. (Zu letzterem: Versuche haben gezeigt, dass grüne Kekse bitter, gelbe Kekse sauer und rosa Kekse süß schmecken - es sei denn man isst sie mit verbundenen Augen. Das ist kein Witz!)
Ich habe einen Auftrag bekommen, für die Gastronomie eine
Substanz zu entwickeln, die mit Alkohol oder einer anderen
Substanz unter Chemolumineszenz reagiert. Diese Sunstanz soll
geschmacksfrei sein.
Mein Rat: vergiss es einfach . . .
Ich hoffe ihr könnt mir dabei irgendwie behilflich sein, mir
eine Erklärung zu diesem Problem geben oder einen Link geben
wo eine genaue Beschreibung dafür steht.
Egal, was dabei rauskommt - man darf es nicht benutzen!
Das Lebensmittelrecht funktioniert genau anders rum wie alle anderen Gesetze: Normalerweise darf man alles, was nicht verboten ist - nur bei Lebensmitteln darf man nur das machen, was vom Gesetzgeber explizit erlaubt ist.
Wenn deine geheimnisvolle Substanz also nicht zufällig gerade normales Lebensmittel oder einer der derzeit nach ZuZulV zugelassenen Zusatzstoffe ist, ist der Einsatz schlicht und ergreifend nicht zulässig.
Sorry, aber so sieht es nun mal aus - und nicht ohne guten Grund!
Oder traust du dir auch zu, eine fundierte Aussage über Giftigkeit, Krebserregende oder Erbgutveränderende Wirkung zu machen? Nicht nur für sich alleine, sondern auch in Verbindung mit allen anderen denkbaren Zutaten im Enderzeugnis? Mit toxikologischen Langzeitstudien?
Ich find’s absolut irre, das heutzutage, wo von der Presse schon der Einsatz bekanntermaßen harmloser Stoffe wie beispielsweise die gängigen Konservierungstoffe völlig verteufelt wird, jemand auf die bescheuerte Idee kommt, so einen Unfug einzusetzen. Schon mal viel Vergnügen mit dem Kamerateam von RTL Explosiv . . .
um den Anforderungskatalog von Michael noch länger zu machen kommen noch einige Faktoren dazu.
Der Stoff muß toxikologisch absolut unbedenklich sein, sonst kommt ihr in Teufels Küche wenn ein Kunde ein Problem damit kriegt.
Die Kosten sollten wahrscheinlich auch übersichtlich bleiben.
In Summe halte ich es für ziemlich unwahrscheinlich, alles unter einen Hut zu kriegen.