Warum Schulerferien unterschiedlich?

Hallo,

Theoretisch dürfte das machbar sein. Dies beweisen ja auch die
ansehnlichen Ergebnisse beim sog. Homeschooling.

Auch beim Homeschooling sind die Eltern Vermittleer, bzw. es gibt Ansprechpartner usw. Hast du dich schon mal mit Homeschooling ernsthaft auseinandergesetzt.

Das ist aber
sicher nicht für jedes Kind die ideale Lösung.

Volle Zustimmung. Auch nicht für alle Eltern.

In der Schule
geschieht ja auch mehr, als nur die Rezeption von
Informationen.

Eben.

Elke, ich behaupte ja nicht, dass eine solche Regelung keine
Probleme aufwirft. Ob und ggf. wie die letztlich lösbar wären,
kann jemand, der wie du den Überblick hat, sicher besser
beurteilen. Trotzdem wage ich es manchmal, herkömmliche
Konzepte gedanklich umzustricken, so bin ich halt.

Umstricken und Querdenken - wunderbar. Aber auch bei solchen freien Assoziationen sollte man gewisse praktische Gegebenheiten nicht völlig außer Acht lassen.

Bei uns kümmern sich die Lehrer mit „learning packages“, wenn
ein Kind mehr als ein, zwei Tage fehlt.

So institutionell ist das am Gymnasium unseres Sohnes nicht
vorgesehen. Da müssen die Schüler bzw. die Eltern schon selbst
die Initiative ergreifen und bei den Lehrern nachfragen, wie
sie entstandene Lücken schließen können. Das finde ich aber
auch o.k. so.

Wir sind eine kleine Grundschule. Bei uns fehlen öfters Kinder mal ein paar Tage, da wir internationale Familien haben und da vielleicht doch öfter im Vorfeld nach Extra-Beurlaubung gefragt wird, deshalb sind wir darauf eingerichtet. Natürlich ist es sowieso an einer Grundschule einfacher, da der Großteil des Stoffes von einem einzigen Lehrer vermittelt wird. Gerade das zeigt aber, dass es bei höheren Klassen schwieriger sein wird, ein solches Konzept mit den jetzt vorhandenen Ressourcen einzuführen.

Gruß
Elke

1 „Gefällt mir“

Hallo,

warum sollte man dafür mehr Lehrer benötigen?

Weil du von selbstständig arbeitenden, selbstmotivierten Schülern ausgehst, die so in der Mehrzahl nicht in den Schulen sind - weder bei den Kleinsten noch bei den älteren.

In der Anfangsphase wäre eine Aufhebung des Klassenverbands
doch gar nicht nötig.

Wenn du von den kleineren Gruppen und der individuellen Betreuung ausgehst, eben doch.

Da muss doch erst mal gemeinsam erfahren
werden, wie man mit solchen Medien arbeitet. Außerdem fangen
alle gerade erst an. Soweit ich weiß gibt es doch heute schon
diese Eingangsstufe, die in 1-3 Schuljahren durchlaufen wird.
Dabei kann es doch durchaus bleiben. Immer mit demselben
Lehrer und denselben Mitschülern.

Falsch. Kennst du dieses System?
Gerade wenn Klassen 1-2 (in Hessen nicht 1-3, ich kenne auch aus anderen Bundesländern nur die flexible Eingangsstufe mit 1 und 2 zusammen) gemeinsam unterrichtet werden, heißt das, dass die Klassen 1-3 jedes Jahr neu gemischt werden. Die Mehrheit der Kinder braucht in der Tat 2 Jahre um diese Eingangsstufe zu durchlaufen, aber es gibt natürlich nach oben und unten die Ausnahmen. Aber in einer solchen Klasse sind dann Erst- und Zweitklässler gemeinsam. Knapp die Hälfte wird nach einem Jahr in die 3. versetzt, der Rest bleibt ein weiteres bzw. noch zwei weitere Jahre in dieser Klasse. Aus den Abgängern der Eingangsstufe werden neue dritte Klassen gebildet. Die Lehrer bleiben bei den einen oder den anderen.

Organisatorisch ist natürlich eine völlig andere Schule (ab
Klasse 3) eine neue Herausforderung. Da kann man nicht auf
bewährte Strukturen zurückgreifen. So etwas könnte aber im
Bildungsministerium im Rahmen einer Projektgruppe erst einmal
als Modell erarbeitet werden und später in jeder Schule
entsprechend den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden.
Schwierig ist das nur in der Einführungsphase.

So etwas fände ich total spannend!

Erinnert mich an den chinesischen Fluch: Mögest du in interessanten (spannenden) Zeiten leben.
Um mich zu wiederholen: Mit den jetzigen Resourcen (Lehrer, Klassenzimmer usw.) ist das nicht zu leisten. Wahrscheinlich auch nicht mit den jetzigen Schülern.

Gruß
Elke

Um mich zu wiederholen: Mit den jetzigen Resourcen (Lehrer,
Klassenzimmer usw.) ist das nicht zu leisten. Wahrscheinlich
auch nicht mit den jetzigen Schülern.

Hallo!

Nein, es würde eine ganz andere Schule erfordern mit völlig anders gestalteten Räumen. Mehr Lärmschutz, gemütliche Ecken für Gruppenarbeit, abgeschirmte Arbeitsplätze für konzentriertes Lernen, bessere Bibliotheken. Die Räume müssten mehr wie Großraumbüros anstatt wie herkömmliche Klassenzimmer gestaltet werden. Natürlich mit einer altersgemäßen Möblierung und Farbgebung. Die Lehrer halte ich gar nicht für so ungeeignet. Die sind lernfähig. Sie müssten sich nur ihren alle-mal-herhören-Tonfall abgewöhnen. Dann dann müssten nicht mehr alle herhören und die Lautstärke würde die anderen stören. Aber das geht schon.

Genau wie die Schüler. Da käme es mal auf einen (Schul-)Versuch an. Ich würde es ihnen durchaus zutrauen.

Aber so ein Wandel könnte auch peu à peu erfolgen. Vielleicht im Rahmen des Förderunterrichts. Wenn dann jedes Kind sein schwaches Gebiet am Rechner selbständig noch einmal durchgehen würde und die Überflieger sich genüsslich ein Zusatzthema, das nicht im Lehrplan steht, einverleiben könnten. Mit Auswahlmöglichkeit.

Viele Grüße

Anne

Hallo,

Die Lehrer halte ich gar nicht für so
ungeeignet. Die sind lernfähig.

Das bezweifele ich nicht. Mein Einwand bezog sich auf die Anzahl der existierenden Lehrer, weniger auf die Qualität derselben.

Genau wie die Schüler. Da käme es mal auf einen
(Schul-)Versuch an. Ich würde es ihnen durchaus zutrauen.

Wieviel praktische Erfahrung hast du mit - z.B. einer ORientierungsstufenklasse (5./6. Klasse in Hessen)? Mit einer 8. Klasse Hauptschule (klar, Hauptschule gibt es dann nciht mehr, aber die Schüler wären tendenziell dieselben)? Einer 3. Klasse Grundschule?

Aber so ein Wandel könnte auch peu à peu erfolgen. Vielleicht
im Rahmen des Förderunterrichts. Wenn dann jedes Kind sein
schwaches Gebiet am Rechner selbständig noch einmal durchgehen
würde und die Überflieger sich genüsslich ein Zusatzthema, das
nicht im Lehrplan steht, einverleiben könnten. Mit
Auswahlmöglichkeit.

Das wird doch schon gemacht.
Gruß
Elke

Hallo,
ich gehe nur mal auf den Schülerlaptop ein.

Ich habe damit selbst keine Erfahrung, aber Rückmeldung von Kollegen und Eltern die in sogenannten „Laptopklassen“ eingesetzt waren bzw. deren Kinder dort drin waren. Nach anfänglicher Euphorie haben manche Schulen nun schon Schwierigkeiten ihre „Laptopklassen“ voll zu bekommen, weil sich rumspricht dass die Noten der Kinder oft sanken und die Eltern sich von den Auswüchsen der Internet-, Lan-, ICQ-Fixierung überfordert sahen.
Das mag nun daran liegen, dass es kein wirklich darauf abgestimmtes Konzept gibt, weil ja am Ende immer noch die gleichen Inhalte +igendwas erreicht werden sollen. Aber das Fazit bis jetzt ist:

Kinder daddeln gerne, das hat aber mit Lernen des vorgegsehenen Stoffes bei vielen nichts zu tun.

Gruß
Werner

Hallo!

Wieviel praktische Erfahrung hast du mit - z.B. einer
ORientierungsstufenklasse (5./6. Klasse in Hessen)? Mit einer
8. Klasse Hauptschule (klar, Hauptschule gibt es dann nciht
mehr, aber die Schüler wären tendenziell dieselben)? Einer 3.
Klasse Grundschule?

Nur Erfahrungen als Schülerin in Grund-, Real-, Berufs-, und Fachoberschule. Zusätzlich als Übungsleiterin im Eiskunstlauf. Hauptsächlich bei Kindern von 3-12. Außerdem lerne ich selbst viel und gern Fremdsprachen und habe schon alle möglichen Medien ausprobiert. Vom Computerprogramm über Audio-Sprachkurse, verschiedene Lehrbücher für Kurs- und Selbstunterricht. Manche Programme, die gut gemacht sind, können sehr fesselnd sein, so dass man den Stoff sehr spielerisch erdaddelt, ohne dass einem dabei die Arbeit wirklich bewusst wird. Manche Programme haben ganz tolle Ansätze, aber später fallen Schwächen auf, die eigentlich nicht nötig wären. Es gibt sehr schöne Lehrbücher und dazu passende Programme und Medien und schon unser Mathelehrer in Klasse 7 gab uns bereits ein (damals noch gedrucktes) Programm mit nach Hause, weil wir das Prozentrechnen zeitlich nicht mehr unterbekommen hätten. Das hat wunderbar funktioniert. Prozentrechnen kann ich heute noch sehr gut und es war das erste Mal, dass ich im Matheunterricht nicht auf schwächere Schüler warten musste. Wenn ich überlege, wieviel Zeit ich dort vertrödelt hatte, die ich viel besser mit englischen Vokabeln verbracht hätte! Darin war ich nämlich ziemlich schwach.

Vokabeltrainer am Rechner sind bei mir außerdem viel effektiver. Beim herkömmlichen Vokabeln lernen in einer Liste konnte ich immer wunderbar die Reihenfolge von oben nach unten aufsagen, aber die Bedeutung wusste ich immer noch nicht. Und die Rechtschreibung auch nicht.

Wie gesagt, ich befasse mich hobbymäßig viel mit dem Lernen, habe aber oft den Eindruck, dass in der Schule trotzdem immer noch ganz ähnlich gearbeitet wird, wie früher bei uns (eingeschult 1971). Nur die Bücher sind gammeliger - wir hatten immerhin noch neue! Wenn ich bei einem VHS-Kurs in einer Schule mal einen Blick in die herumliegenden Gammel-Bücher werfe, vergeht mir eigentlich schon alles. Computer sind weit und breit nicht zu entdecken. Genausowenig CD-Abspielgeräte, Fernseher für Lehrfilme, Lernspiele oder sonstige Medien. Klar, irgendwo im abgeschlossenen Kämmerchen wird sich mal so ein Gerät verbergen. Aber von einer ordentlichen Versorgung keine Spur.

Und die Schulgeschichten, die die Mädchen im Verein erzählen, sind fast die gleichen wie früher bei uns: Langweilige Lehrer, lästige Hausaufgaben - nichts hat sich geändert. Wo leben wir heute eigentlich? Immer noch im 20. Jahrhundert?

Warum darf Schule an den Fortschritten des Computerzeitalters so gut wie gar nicht teilhaben? Warum werden immer noch Kinder in entsprechende Schulformen für Herrschaft, Mittel- und Unterschicht eingeteilt? Den einfachen Arbeiter, der nur mit Kraft und mit wenig Hirn seinen Job erledigte und sein Brot verdiente, gibt es nicht mehr. Warum werden aber immer noch Schüler für solche Jobs herangezogen? Oder wofür besuchen die die Hauptschulen? Um das Hartz IV Formular richtig ausfüllen zu können?

Im Beruf wird selbstständiges Arbeiten verlangt. Warum dürfen Kinder das als Schüler kaum lernen? Warum betet man ihnen alles vor?

Ich habe in der Schule das Lernen nicht gelernt. Das hat sich später gerächt. Warum bringt man Kindern das nicht rechtzeitig bei? In meinem Englischkurs gestern erzählte noch eine andere Teilnehmerin, dass sie das in ihrer Schulzeit auch nie gelernt hat und bis heute nicht kann. Das Mädel hat gerade erst die Schule verlassen. Ich glaube vorletztes Jahr.

Wir leben im 21. Jahrhundert, aber der Unterricht läuft noch wie in der Mitte des 20., denn auch bei uns war nicht alles neu. Die Welt ist eine andere, besonders die Arbeitswelt. Aber die Schule bleibt wie sie ist - weitgehend.

Der ungehinderte Zugang zum Internet ist sicher nicht der richtige Weg. Aber gut gemachte Lernprogramme und intelligente Medienpakete, bei denen sich Bücher, Audio-Material und Computerprogramme ergänzen und abwechseln, wären doch viel zeitgemäßere Lernmethoden als immer dieser Alleinunterhalter vor der Tafel in Verbindung mit gammeligen Büchern oder auch lähmender Gruppenarbeit in einem lauten Klassenraum.

Wären in dem Bereich die Vorgaben vom Ministerium weiter gefasst, gäbe es sicher schnell Verlage, die die entsprechenden Medien entwickeln. Gewisse Sachen sind ja bereits als Lernhilfen für Kinder spendabler Eltern erhältlich. Das lässt sich sicher auch ausweiten.

Viele Grüße

Anne

Hallo,

Nur Erfahrungen als Schülerin in Grund-, Real-, Berufs-, und
Fachoberschule. Zusätzlich als Übungsleiterin im Eiskunstlauf.

Als ich vor drei Jahren nach Deutschland zurückkam, dachte ich auch, ich wüsste, wie Schulen in Deutschland so liefen bzw. was für Kinder/Schüler da rumlaufen. Ich bin ganz schön auf die Nase gefallen (bin selbst 1966 eingeschult worden, also nicht so anders als du) - Schule heutzutage ist ganz anders als zu unserer Zeit. Und Übungsleiterin bei einem Sport, den (motivierte) Kinder freiwillig machen, ist etwas ganz anderes als das, was Lehrer täglich in den Schulen erleben.

Über den Rest den du schreibst - das ist ein ganz anderes Thema. Natürlich wäre es schön, wenn Computer sinnvoll ins Lernen integriert werden könnten. ABer an Schulen, wo die Mittel für notwendige Bausanierungen fehlen, wo vorne und hinten gekürzt wird (Personal wird überall eingespart, wenn nicht bei Lehrern, dann beim Verwaltungs- und Betreuungspersonal), usw.
Und von jedem Schüler den Laptop zu verlangen (oder besser: ihm einen in die Hand zu drücken), sind wir noch weit entfernt.

Utopische Zukunftskonzepte sind was Schönes, aber hilft den Schülern recht wenig, weil sie soweit von der Realität entfernt sind, dass sie nicht umgesetzt werden können. Da sind mir kleinere Lösungen mit praktischem Bezug lieber.

Gruß
Elke

Utopische Zukunftskonzepte sind was Schönes, aber hilft den
Schülern recht wenig, weil sie soweit von der Realität
entfernt sind, dass sie nicht umgesetzt werden können. Da
sind mir kleinere Lösungen mit praktischem Bezug lieber.

Hallo Elke,

natürlich ist es alles Utopie unter den heutigen Voraussetzungen. Aber ursprünglich ging es um die Frage nach den Ferien und der Möglichkeit von individuell ausgewählten Ferientagen. Und die sind meiner Meinung nach eben nur in einer völlig anderen Schulform möglich, als wir sie heute haben. Nur dann wenn Schüler selbstständig lernen und alle in einem individuellen Lerntempo ihren Stoff erarbeiten, wäre es möglich, dass zwischendurch mal einer für eine Woche verschwindet ohne etwas zu verpassen. Variable Ferientage sind eben im heutigen System nur schwer wieder aufzuholen und deshalb nicht zulässig.

Es ist schade, aber von uns nicht zu ändern. Aber man wird sich doch mal Gedanken machen dürfen. Einfach so… Ich bin nicht die richtige Person, um Schülern zu helfen. Ich stecke nicht im System und beobachte nur ein wenig.

Beim Sport ist mir aber aufgefallen, dass alle Spielregeln, die einem erstmal etwas absurd vorkommen, meist einen tieferen Sinn haben. Den kann man verstehen, wenn man mal überlegt, was wäre, gäbe es diese Regel gerade nicht. Genau dasselbe habe ich hier versucht und über Abhilfe nachgedacht. Die meisten Regeln sind eben keine Schikane, auch wenn es machmal so aussieht. Viele Leute sehen solche Regeln, denken „die ist aber blöd“, meckern kurz und halten sich dran (oder auch nicht). Welcher Sinn dahinter steckt kapieren viele nicht und hinterfragen ihn auch nicht. Genau so ist es auch mit den Ferienregelungen. Ja, sie sind blöd aber es geht mit diesem Schulsystem nicht anders.

Aber wer weiß, vielleicht geht Schule doch irgendwann mal in solch eine Richtung. Vielleicht in 50 oder 100 Jahren?

Viele Grüße

Anne