Warum Schulerferien unterschiedlich?

Weiss jemand warum in Deutschland die Bundesländer unterschiedliche Ferienzeiten habe und nicht wie im Süden alle zur gleichen Zeit?
Vieln Dank für die Antwort.

Weiss jemand warum in Deutschland die Bundesländer
unterschiedliche Ferienzeiten habe und nicht wie im Süden alle
zur gleichen Zeit?

Ja, ich!

Tach Ultrapink,

auf solche Kleinigkeiten wie Anrede, Schlußformel,Grüße und solche Kinderkacke will ich gar nicht eingehen.
Wir haben 16 Bundesländer, und nun stell Dir mal vor, was passiert, wenn Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern gleichzeitig Schuferien hätten: Die Staus auf den Autobahnen würden von Florenz bis Tauberbischofsheim reichen.
Die unterschiedlichen Termine sind ein Versuch, die Staus bei der An- und der Abreise zu entzerren; dazu stürmen nicht alle Familien zu gleicher Zeit die Ferienhäuser, -wohnungen und Hotels in Europa.

Die südlichen Länder haben aber auch drei Monate Ferien am Stück; da entzerrt sich manches von selber.

Gruß - Rolf

Also Rolf,

die Frage brannte wohl so unter den Nägeln, dass er/sie sich nicht mit Marginalien aufhalten wollte :wink: Kann ja mal vorkommen und ist m.E. kein Grund, seinerseits höfliche Umgangsformen zu vernachlässigen und den Fragesteller gleich verbal zu steinigen.

In der Sache trifft deine Argumentation m. E. weitgehend zu. Die sommerlichen hohen Temperaturen in südlichen Ländern waren vermutlich dafür ausschlaggebend, dass die Sommermonate zum Lernen und Arbeiten weitgehend tabu sind, weil es einfach nicht viel bringt.

Angesichts des Klimawandels stellt sich die Frage, ob und inwieweit auch mitteleuropäische Länder solche Gedanken ins Kalkül ziehen sollten.

Ganz davon abgesehen, würde ich mir wünschen, dass jeder Schüler ein Kontingent von 2-3 Wochen (neben einer Kernferienzeit von 3 - 4 Wochen) zur beliebigen Verfügung hätte. Dann wären die Urlaubszeiten sicher gleichmäßiger übers Jahr verteilt.

lg
sine

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Liebe Sine, lieber Rolf,
entschuldigung für mein nicht ganz so höfliches Auftreten, aber wie Sine schon angemerkt hat, brannte die Frage wirklich!
Werde in Zukunft versuchen mich an diese Regeln zu halten :smile:
Trotzdem vielen Dank für eure Antworten.

Einen schönen Sonntag noch,
Ultrapink

Hallo,

Ganz davon abgesehen, würde ich mir wünschen, dass jeder
Schüler ein Kontingent von 2-3 Wochen (neben einer
Kernferienzeit von 3 - 4 Wochen) zur beliebigen Verfügung
hätte. Dann wären die Urlaubszeiten sicher gleichmäßiger übers
Jahr verteilt.

Das wären dann interessante Unterrichte, wenn immer mal wieder Anteil der Klassen einfach einige Wochen später zum Unterricht erscheint und wenn die dann auftauchen geht vielleicht ein anderer Teil in deren individuelle Ferien. Dazu kommen dann noch krankheitsbedingte Fehlzeiten. Wie sollte man sowas in der Unterrichtsplanung auffangen? Einfach ignorieren, oder einfach drei Wochen vor und nach den Ferien (auch bei Weihnachts-, Herbst-, Osterferien?) nur noch Spielchen?
Das ist wirklich ein spannender Vorschlag, gespannt wäre ich auch auf einen Vorschlag, wie das Unterrichtlich aufgefangen werden könnte.

Gruß
Werner

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Liebe nägelverbrennende sine,

kein Grund, seinerseits höfliche
Umgangsformen zu vernachlässigen und den Fragesteller gleich
verbal zu steinigen.

das ist ja auch gar nicht passiert, es wurde ja nur dezent darauf hingewiesen, dass schlechtes Benehmen hier durchaus auffällt. Mich würde weiters interessieren, wie solch eine Frage so dringend sein kann.

Ganz davon abgesehen, würde ich mir wünschen, dass jeder Schüler ein
Kontingent von 2-3 Wochen (neben einer Kernferienzeit von 3 - 4
Wochen) zur beliebigen Verfügung hätte. Dann wären die Urlaubszeiten
sicher gleichmäßiger übers Jahr verteilt.

Mir fällt ehrlich gesagt kein Vorteil einer solchen Lösung im Vergleich zu der bestehenden ein, nur massive Nachteile. Gibt’s da auch Sachargumente für, oder findest Du das einfach nur so schön?

dkmmkuasfids,

Malte

Als Ergänzung

auf solche Kleinigkeiten wie Anrede, Schlußformel,Grüße und solche Kinderkacke will ich gar nicht eingehen.

Recht hast du, Rolf!

Die zentrale Regelung der Ferientermine wurde 1955 vereinbart.

Auf der Grundlage der daraufhin von der Kultusministerkonferenz auf ihrer Sitzung am 30.6./1.7.1954 in Feldafing erarbeiteten Vorschläge und früherer Vereinbarungen der KMK verabschiedeten die Ministerpräsidenten am 17.2.1955 das sog. Düsseldorfer „Abkommen zwischen den Ländern der Bundesrepublik zur Vereinheitlichung auf dem Gebiete des Schulwesens“. Das Abkommen - Vorläufer des „Hamburger Abkommens“ vom 28.Oktober 1964 - schuf einen gemeinsamen Rahmen für das allgemeinbildende Schulwesen. Nicht einbezogen waren allerdings die Volksschulen (Grund-und Hauptschulen). Das Abkommen enthielt im einzelnen Bestimmungen über den Schuljahresbeginn, Gesamtdauer der Ferien und Zeitraum für die Sommerferien, Bezeichnungen, Organisationsformen und Schultypen der Mittelschule und der Gymnasien (mit Regelung der Sprachenfolge), Anerkennung der Prüfungen und Bezeichnung der Notenstufen, darüberhinaus auch eine besondere Härtefallklausel für den Schulwechsel von Land zu Land bei Oberstufenschülern. Mit dem Abschluß des Düsseldorfer Abkommens, das am 1. April 1957 in Kraft trat, nahm die öffentliche Diskussion über den „Schulwirrwarr“ in der Bundesrepublik deutlich ab, wenngleich die Forderung nach einem Bundeskultusministerium unter umfassenderen kulturpolitischen Aspekten auch in der Folgezeit zunächst noch auf der politischen Tagesordnung blieb und auch innerhalb der Kultusministerkonferenz diskutiert wurde.

=> http://www.kmk.org/kmkgesch/geskap2.htm

Gruß Fritz

Hallo Malte und Werner,

ich bin halt ein freiheitsliebender Mensch, deshalb betrachte ich die Schulpflicht sowieso als eine Unverschämtheit seitens des Staates, aber das ist ja noch ein anderes Thema.

Selbstverständlich würde ich von den Schülern erwarten, dass sie sich den urlaubsbedingt verpassten Lernstoff eigenverantwortlich aneignen. Mit einem guten Lehrbuch sollte das kein Problem sein.

Wenn Kinder krankheitsbedingt in der Schule fehlen, wird das ja auch regelmäßig problemlos kompensiert, und zwar durch die Schüler selbst bzw. durch entsprechenden Einsatz der Eltern (je nach Alter der Schüler).

Sicher müsste mein Konzept noch ein wenig Feintuning erhalten :wink:

Vorteil einer solchen Regelung wäre für uns z.B., dass wir mal im Februar einen Skiurlaub machen könnten. Weihnachten sind wir am liebsten zu Hause (zudem wird es da so früh dunkel) und während der Osterferien ist der Schnee meist schon matschig oder ganz weg :frowning:

Ist ja nur mal eine Idee, ohne Hoffnung auf Umsetzung in diesem Leben :wink:

LG
sine

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Hallo,

ich bin halt ein freiheitsliebender Mensch, deshalb betrachte
ich die Schulpflicht sowieso als eine Unverschämtheit seitens
des Staates, aber das ist ja noch ein anderes Thema.

In der Tat.

Selbstverständlich würde ich von den Schülern erwarten, dass
sie sich den urlaubsbedingt verpassten Lernstoff
eigenverantwortlich aneignen. Mit einem guten Lehrbuch sollte
das kein Problem sein.

Eigentlich könnte man gleich auf Schulen und Lehrer verzichten, oder? Kann man ja alles mit einem guten Lehrbuch auch machen.
Ist das ehrlich deine Meinung?

Wenn Kinder krankheitsbedingt in der Schule fehlen, wird das
ja auch regelmäßig problemlos kompensiert,

Problemlos? Das wage ich erstmal zu bezweifeln. Das kommt auf Kind, Jahrgangsstufe, Fächer und natürlich Dauer der Krankheit an.

Stell dir das mal praktisch vor! Du siehst nur deine Fehltage, aber der Lehrer muss das mit +/- 25 Kindern multiplizieren. Längere Gruppenarbeiten werden unmöglich. Klassenarbeiten werden ebenfalls schwer behindert. Jeder Lehrer legt Schwerpunkte anders (als der andere Lehrer bzw. das Lehrbuch) - ich wollte mal den Aufschrei der Eltern hören, wenn es heißt: „Ja, aber als Sie DAS gesagt haben, war meine Sohn nicht da. Wie kann dann verlangt werden, dass er das in der Klassenarbeit bringt?“ Referatzyklen sind nicht aufrechtzuhalten.

Bei uns kümmern sich die Lehrer mit „learning packages“, wenn ein Kind mehr als ein, zwei Tage fehlt. Es ist ziemlich viel Aufwand, das zusammenzustellen. Das ist in der normalen Arbeitszeit gar nicht zu schaffen.

Gruß
Elke

Vorteil einer solchen Regelung wäre für uns z.B., dass wir mal
im Februar einen Skiurlaub machen könnten. Weihnachten sind
wir am liebsten zu Hause (zudem wird es da so früh dunkel) und
während der Osterferien ist der Schnee meist schon matschig
oder ganz weg :frowning:

Aaahh ja!

Freiheitsliebend auf Kosten Deines Sohnes, der dann selbständig, natürlich mit Hilfe eines guten Lehrbuchs, aber allein nacharbeiten müßte, was er in der Schule zugunsten des Skiurlaubs seiner Eltern versäumt hat?
Natürlich müßte auch er mit in den Urlaub fahren, sonst könnte er ja allein zu Hause bleiben und in die Schule gehen.

Ich wette, Du wärest auch für den Samstagsunterricht, damit Du ohne Rücksicht auf die Kinder Tennis spielen gehen könntest.

Falls ich mich irre, darfst Du mich jetzt watschen.

Gruß - Rolf

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Hallo!

Ich denke, das ist in einer Schule wie wir sie heute kennen, nicht möglich. Möglich wäre es aber, wenn die ganze Institution Schule einen totalen Wandel vollziehen würde: Weg vom festen Unterricht im Klassenverband und hin zu jahrgangsübergreifenden Lernformen mit Hilfe verschiedener Medien, Lernprogramm und selbstständigem Arbeiten mit dem Lehrer als helfender Mentor und nicht als Alleinunterhalter.

Wenn also jeder Schüler in jedem Fach seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend den Stoff in seinem Tempo durchlaufen würde, könnten auch flexible Ferientage integriert werden. Gruppenarbeit bzw. Unterrichtseinheiten mit Lehrer wäre dann auch unter Schülern auf demselben Lernniveau möglich - egal, wie alt die Schüler dann sind.

In einer solchen, flexiblen Schule wäre es auch möglich, Krankheitstage oder andere Defizite durch den freiwilligen Verzicht auf die flexiblen Ferientage wieder auszugleichen.

Theoretisch ist solch ein Lernen möglich. Ich habe das mal im Wall Street Institute, einer englischen Sprachschule, kennengelernt. Bei Erwachsenen klappt das ganz gut. Die Hauptarbeit fand am Rechner statt und nach jeder Lektion (3-4 Lerneinheiten am Rechner) trafen sich die entsprechenden Schüler in kleinen Gruppen mit dem Lehrer. Man traf dabei immer wieder auf ganz andere Leute, da jeder sein eigenes Lerntempo hatte. Dieses Konzept wäre - meiner Meinung nach - auch eine gute Idee für eine „echte“ Gesamtschule. Eine Schule also, in der wirklich alle Schüler angemessen gefördert werden könnten.

Auf eine allgemeinbildende Schule umgesetzt müsste dann aber für jeden Schüler ein Rechner mit der entsprechenden Software zur Verfügung stehen.

Viele Grüße

Anne

Hallo,
ich halte deine Ideen für utopisch. Das wäre nur mit einem wesentlich größeren Lehrerkontingent möglich. Abgesehen von den organisatorischen Problemen, vergisst du zumindest bei Grundschülern wie wichtig für die jüngeren Schüler Dinge wie Klassengemeinschaft, Bindung an bestimmte Lehrer (der nicht so extrem sein muss, wie an deutschen Grundschulen, aber dennoch wichtig ist) usw. sind.

Gruß
Elke

Hallo,
ja in einer idealen Welt, wo Kinder ein lernförderndes Umfeld (inkl. Familie) und ein vielfaches an Geld für Bildung vorhanden wäre könnte so etwas vielleicht klappen. Dann müssten wir wohl aber auch Armut und Ungerechtigkeit weitgehend überwinden.

Dein Beispiel einer Schule für Erwachsene, die natürlich eine ganz andere Arbeitshaltung habe zeigt hier allerdings nichts, denn diese Schüler hatten ja auch schon eine komplette schulische Sozialisation hinter sich.
Wahrscheinlich mussten sie für diesen Unterricht auch noch bezahlen oder für ein Stipendium bestimmte Noten bringen. Da war also eine gewaltige äußere Motivation da.

Mit entsprechenden Angeboten könnte man natürlich auch den kindlichen Lerndrang entsprechend nutzen. Aber das wäre immer viel individueller notwendig, als das mit den jetzigen Mitteln auch nur annähernd möglich ist.
Im Grunde läuft der Zug im Moment ziemlich in die entgegengesetzte Richtung. Nach Pisa ist der QM-Wahn in die Schulen eingezogen. Vergleichsarbeiten, Abschlussprüfungen und eine Überfrachtung der Lehrpläne machen im Grunde einen immer strafferen einheitlichen Unterricht Notwendig.

Aber träumen darfst du natürlich.

Gruß
Werner

Aaahh ja!

Freiheitsliebend auf Kosten Deines Sohnes, der dann
selbständig, natürlich mit Hilfe eines guten Lehrbuchs, aber
allein nacharbeiten müßte, was er in der Schule zugunsten des
Skiurlaubs seiner Eltern versäumt hat?
Natürlich müßte auch er mit in den Urlaub fahren, sonst könnte
er ja allein zu Hause bleiben und in die Schule gehen.

Rolf, das war ja nur ein Beispiel. Wir können ja jederzeit urlauben, nur könnte unser Schatzi außerhalb der Ferien nicht mit, deshalb verkneifen wir es uns :wink:

Ich wette, Du wärest auch für den Samstagsunterricht, damit Du
ohne Rücksicht auf die Kinder Tennis spielen gehen könntest.

Ganz im Gegenteil, wir sind dankbar für jede Stunde, die wir gemeinsam verbringen können, sei es zu Hause, im Urlaub oder auf dem Tennisplatz:wink:. Samstags können wir z. B. ausnahmsweise mal gemeinsam frühstücken, was in der Woche unmöglich ist, da die Schule meist um 7.45 Uhr beginnt :frowning:(

Falls ich mich irre, darfst Du mich jetzt watschen.

Du irrst, aber ich watsche dich nicht. Du hast deinen Eindruck beschrieben, das ist o.k. und ich danke dir für dein Feedback; es zeigt mir, dass ich mich missverständlich ausgedrückt habe.

Gruß - Rolf

Gruß
sine

Eigentlich könnte man gleich auf Schulen und Lehrer
verzichten, oder? Kann man ja alles mit einem guten Lehrbuch
auch machen.
Ist das ehrlich deine Meinung?

Theoretisch dürfte das machbar sein. Dies beweisen ja auch die ansehnlichen Ergebnisse beim sog. Homeschooling. Das ist aber sicher nicht für jedes Kind die ideale Lösung. In der Schule geschieht ja auch mehr, als nur die Rezeption von Informationen.

Wenn Kinder krankheitsbedingt in der Schule fehlen, wird das
ja auch regelmäßig problemlos kompensiert,

Problemlos? Das wage ich erstmal zu bezweifeln. Das kommt auf
Kind, Jahrgangsstufe, Fächer und natürlich Dauer der Krankheit
an.

Klar, wenn jemand 6 Monate im Koma liegt, kann er natürlich im Stoff nicht Schritt halten, da helfen die besten Bücher nicht :wink:

Stell dir das mal praktisch vor! Du siehst nur deine Fehltage,
aber der Lehrer muss das mit +/- 25 Kindern multiplizieren.
Längere Gruppenarbeiten werden unmöglich. Klassenarbeiten
werden ebenfalls schwer behindert. Jeder Lehrer legt
Schwerpunkte anders (als der andere Lehrer bzw. das Lehrbuch)

Elke, ich behaupte ja nicht, dass eine solche Regelung keine Probleme aufwirft. Ob und ggf. wie die letztlich lösbar wären, kann jemand, der wie du den Überblick hat, sicher besser beurteilen. Trotzdem wage ich es manchmal, herkömmliche Konzepte gedanklich umzustricken, so bin ich halt.

  • ich wollte mal den Aufschrei der Eltern hören, wenn es
    heißt: „Ja, aber als Sie DAS gesagt haben, war meine Sohn
    nicht da. Wie kann dann verlangt werden, dass er das in der
    Klassenarbeit bringt?“

Ja, selbstverantwortliches und selbständiges Handeln wurde dem Bürger abgewöhnt. Das ist nun das traurige Ergebnis.

Bei uns kümmern sich die Lehrer mit „learning packages“, wenn
ein Kind mehr als ein, zwei Tage fehlt.

So institutionell ist das am Gymnasium unseres Sohnes nicht vorgesehen. Da müssen die Schüler bzw. die Eltern schon selbst die Initiative ergreifen und bei den Lehrern nachfragen, wie sie entstandene Lücken schließen können. Das finde ich aber auch o.k. so.

Es ist ziemlich viel
Aufwand, das zusammenzustellen. Das ist in der normalen
Arbeitszeit gar nicht zu schaffen.

Als engagierter Lehrer hat man wirklich die A-Karte, das glaube ich dir gern :frowning:

Gruß
Elke

Hallo Anne,

deine Ansätze gefallen mir schon mal :wink:

Was mich stört, ist diese Abhängigkeit vom Computer. Ich arbeite lieber mit Büchern.

LG sine

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Hallo Anne,

deine Ansätze gefallen mir schon mal :wink:

Was mich stört, ist diese Abhängigkeit vom Computer. Ich
arbeite lieber mit Büchern.

LG sine

Hallo Sine,

es gibt durchaus auch Bücher mit zugehörigem Computerprogramm. Das war in der Sprachschule auch so: Für die Arbeit zuhause gab es ein Buch, in der Schule wurde der Computer verwendet und mit dem Lehrer in der Gruppe gearbeitet. Denkbar wäre auch eine Wahlmöglichkeit und u.U. der zusätzliche Einsatz von Audio-Material.

Da aber viele Kinder gerne daddeln, wäre es doch günstig, diesen Spieltrieb für das Lernen zu nutzen. Lernen muss und soll doch nicht langweilig sein.

Ideal wäre für jeden Schüler ein robustes Notebook auf das alle relevanten Materialien aufgespielt werden. Dann müssten die Schüler auch nicht mehr so schwere Büchertaschen herumschleppen. Ich habe mal von einem Projekt in Afrika gelesen, bei dem in einem Modellversuch jedem Schüler ein preiswertes Notebook mit einem robusten Betriebssystem auf Linux-Basis und bewährten, günstigen Komponenten zur Verfügung gestellt wird. Inkl. Internetanschluss. So ein Rechner für ca. 200 Euro wäre sicher auch hier finanzierbar, wenn gleichzeitig die Ausgaben für Bücher sinken könnten. Man könnte ihn schließlich über mehrere Jahre einsetzen.

Ich meine, das Lehrmaterial sollte auf die Zielguppe (Schüler) abgestimmt sein und weniger auf den Anbieter (Lehrer). Aber es spricht auch nichts gegen gedruckte Lehrerausgaben. Es ist sowieso günstig, wenn jeder neue Informationen über den Kanal aufnehmen dürfte, der bei ihm am besten Funktioniert. Es gibt doch ganz verschiedene Lerntypen.

Viele Grüße

Anne

Hallo Werner,

träumen ist gut! Ich bin schon lange aus der Schule und habe keine Kinder. Das Thema finde ich interessant, betrifft mich aber nicht selbst.

Das Lernen in der Sprachschule war grundsätzlich ziemlich teuer, aber ich hatte tatsächlich sowas wie ein Stipendium (Gewinnspielgewinn :wink:). Aber eigentlich war der Preis völlig unangemessen, da die Sprachschule einen geringen Aufwand hatte (relativ alte Computer verrichteten die Hauptarbeit und die Muttersprachler verdienten relativ wenig). Trotzdem war das Lernergebnis gar nicht schlecht. Kernpunkt war einfach ein recht gut durchdachtes Konzept, das auch den Muttersprachlern ohne Lehrerausbildung ermöglichte, anhand klarer Vorgaben den Stoff gut rüberzubringen. Zu jeder einzelnen Stunde gab es ganz klare Vorgaben, was durchzunehmen war und mit welchen Hilfsmitteln. Dazu die Struktur des Computerprogramms. Ich fand die Idee an sich genial, auch wenn es manchmal etwas starr rüberkam. Nur die Preise dafür waren echt heftig. Gewinnmaximierung eben.

Ich denke aber, dass jedes Kind grundsätzlich erst mal gern lernt. Wenn es dort abgeholt wird, wo es gerade steht und ab da stressfrei, ohne Unter- oder Überforderung seinen eigenen Lernweg im individuell passenden Tempo gehen kann, wird es sich so leicht nicht frustriert abwenden. Meiner Meinung nach entsteht Schulversagen aus dem Gefühl heraus, nicht mithalten zu können und die Übersicht zu verlieren. Nicht aus Faulheit oder wegen der falschen Herkunft. Wird jedem Kind die Perspektive auf einen angemessenen Lernfortschritt und Lernziel gelassen, wird es auch weiter mitmachen wollen.

Beim individuellen Lernen könnte auch jeder mehr Zeit in die schwächeren Bereiche und weniger Zeit in die starken Fächer investieren. Wie oft saß man doch früher selbst gelangweilt in seinem stärksten Fach und wartete, bis der letzte es kapiert hatte und auf der anderen Seite musste man in seinen schwächeren Fächern rödeln damit man den Anschluss nicht verlor. Genau das würde so weitgehend vermieden.

Nach Abschluss jeder Lerneinheit gäbe es einen Abschlusstest, den die einen früher, die anderen später ablegen könnte und für den es dann auch Noten geben könnte. Versetzungsstress wäre damit Geschichte. Nach dem X. Test stände dann die Prüfung zum Hauptschulabschluss auf dem Programm, nach Test Y der Realschulabschluss und bei Test Z eben das Abi. Wer langsam lernt, beendet die Schule dann eben mit dem Hauptschulabschluss, Überflieger haben dann Abi. Unter Umständen sogar gleichzeitig, so dass Freunde die ganze Schullaufbahn zusammenbleiben könnten. Von der Schule abgehen könnten alle mit bestandenem Abi oder mit irgendeinem Abschluss, Ausbildungsplatz und 16 Jahren. Ab 18 auch ohne Abschluss. Damit wären vom Hochbegabten bis zum Lernbehinderten alle versorgt.

Im Grunde gibt es ähnliche Systeme auch im Sport. In verschiedenen Sportarten gibt es auch Leistungstufen, die mit Prüfungen abgeschlossen werden und jeder trainiert entsprechend seinen Leistungen und seinem Talent. Ein gutes Beispiel sind die verschiedenen farbigen Gurte bei den Selbstverteidigungssportarten. Beim Sport funktioniert das wunderbar, warum nicht auch in der Schule? Immerhin bringt der Abschluss einer Leistungstufe beim Sport auch ein höheres Ansehen in der Trainingsgruppe und ist dadurch motivierend. In unserem Sportverein trainieren auch Kadersportler zusammen mit Breitensportlern. Die einen durchlaufen die Trainingsgruppen nur schneller während andere länger bleiben. Trotzdem kann man zusammen Spaß haben und effektiv trainieren. Vom Alter her ist das natürlich sehr gemischt. Das stört aber kaum. Denn zu dem Zeitpunkt kämpfen alle mit denselben Aufgaben.

Ich finde, die Zeit ist reif, die überholten Lernformen zu überdenken und die neuartige Technologie von heute dafür zu nutzen. Wir haben doch heute ganz andere Möglichkeiten als vor 100 Jahren. Aber die Schule hat sich kaum geändert. Das kann doch nicht sein!

Viele Grüße

Anne

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Hallo Elke,

warum sollte man dafür mehr Lehrer benötigen? Wenn Schüler einen großen Teil des Stoffs mehr oder weniger eigenständig erarbeiten, braucht man doch gar keinen Lehrer zusätzlich. Im Gegenteil, wenn die Schüler erst mal gut eingearbeitet sind, könnte der anwesende Mentor-Lehrer evtl. sogar eine größere Anzahl von Schülern betreuen. Dafür könnten in den Unterrichtsphasen kleinere Gruppen gebildet werden und man käme mit dem gleichen Personalbestand aus.

In der Anfangsphase wäre eine Aufhebung des Klassenverbands doch gar nicht nötig. Da muss doch erst mal gemeinsam erfahren werden, wie man mit solchen Medien arbeitet. Außerdem fangen alle gerade erst an. Soweit ich weiß gibt es doch heute schon diese Eingangsstufe, die in 1-3 Schuljahren durchlaufen wird. Dabei kann es doch durchaus bleiben. Immer mit demselben Lehrer und denselben Mitschülern.

Organisatorisch ist natürlich eine völlig andere Schule (ab Klasse 3) eine neue Herausforderung. Da kann man nicht auf bewährte Strukturen zurückgreifen. So etwas könnte aber im Bildungsministerium im Rahmen einer Projektgruppe erst einmal als Modell erarbeitet werden und später in jeder Schule entsprechend den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden. Schwierig ist das nur in der Einführungsphase.

So etwas fände ich total spannend!

Viele Grüße

Anne

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