Warum schwitzen wir?

Hallo,

die Frage ist durchaus ernst gemeint.

Klar - zur Kühlung des Körpers.

Doch warum schwitzen wir z.B. auch bei 35°? Die Körpertemperatur beträgt ja 37° - eigentlich müßten wir bei 35° ja frieren, weil die Umgebung 2° kühler ist, als wir selbst.

Oder gibt es dafür einen trifftigen/anderen Grund?

Hallo,

als Nebenprodukt beim Energiestoffwechsel der Zelle oder man kann auch sagen beim Verbrennen von Kohlenhydraten und Fett entsteht Wärme, insbesonder bei Muskelarbeit. Diese Wärme muss der Körper irgendwie los werden sonst heizt er sich auf mit der Folge Hitzschlag und Tod. Bei Kälte verliert der Körper über Atmung und Haut mehr Wärme als er produziert und man fängt an zu frieren und zu zittern (Muskeltätigkeit) oder zieht sich warm an um den Wärmeverlust über die Haut zu veringern. Wird es zu warm, reicht die Abstrahlung von Wärme über die Haut und die Atmung nicht mehr aus und der Körper ergreift zusätzlich Maßnahmen und fängt an zu schwitzen so wie ich jetzt gerade.

Gruss,

Lutz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Doch warum schwitzen wir z.B. auch bei 35°? Die
Körpertemperatur beträgt ja 37° - eigentlich müßten wir bei
35° ja frieren, weil die Umgebung 2° kühler ist, als wir
selbst.

Oder gibt es dafür einen trifftigen/anderen Grund?

Desto geringer der Unterschied zwischen Körper- und Umgebungstemperatur ist, desto schwieriger wird die Abführung überschüssiger Körperwärme. Deshalb wird durch Schwitzen nachgeholfen. Bei Bewegung wird es noch extremer, weil der Körper dann noch mehr Wärme abführen muß.

Benni

Sie können nicht einfach die Luftemperatur heranziehen. Es geht bei dieser Frage darum, bei welcher Temperatur Wärmeaufnahme und Wärmeabgabe des Körpers ohne Gegenregulation (Schwitzen) im Gleichgewicht stehen. Dies ist die sogenannte Indifferenztemperatur, sie hängt von vielen Faktoren ab: Temperatur, Kleidung, Luftfeuchtigkeit, Wind etc. Ich glaube bei einem nackten Menschen, Windstille und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 40 % liegt sie bei ca. 25 °C. Im Wasser z.B. sehr viel höher (35 °C?), da dieses eine höhere Wärmekapazität/Wärmeleitfähigkeit besitzt.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

In der Tat eine gute Frage.

Obwohl ich eine Alleswisserin bin, kann ich darauf nicht sofort antworten :smile:. Ich werde mich also schlau machen müssen…

Hallo, ich denke dass selbst bei absoluter Ruhe der Körper Arbeit leistet. Dabei wird, wie bei jedem Motor, auch Wärme produziert. Wird diese überflüssige Wärme durch normale Abstahlung ausreichend abgeführt, schwitzen wir nicht. Erst wenn es zu einr Überhitzung kommen würde, schaltet sich die Kühlung mit Schweißbildung hinzu. Das wird vom Gehirn geregelt. Biologisch gesehen werden die Organe, hauptsächlich die Haut, stärker durchblutet, die Hautporen öffnen sich und der Schweiß tritt aus. Gruß Stephan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

oT: Re^2: Warum schwitzen wir?

In der Tat eine gute Frage.

Obwohl ich eine Alleswisserin bin, kann ich darauf nicht
sofort antworten :smile:. Ich werde mich also schlau machen
müssen…

Entschuldigung, aber Sie kennen den Spruch von Dieter Nuhr?

Hatte er nur EINEN? :smile:

Hallo Armin,

Doch warum schwitzen wir z.B. auch bei 35°? Die
Körpertemperatur beträgt ja 37° - eigentlich müßten wir bei
35° ja frieren, weil die Umgebung 2° kühler ist, als wir
selbst.

Bei 35°C ist die Differenz zwischen Körper und Umgebung zu gering, um rein über Abstrahlung und Konvektion ausreichend Wärme nach außen abzuführen. Darum frieren wir bei 35°C nicht, sondern bekommen eben dieses leidige Dampfsauna-Gefühl. Das Zauberwort heiß dann „Verdunstungskälte“.

Wir schwitzen also und der auf dem Körper großflächig verteilte Schweiß verdunstet (manchmal langsamer als er nachproduziert wird). Die aus dem Flüssigkeitsverband heraustretenden Wassermoleküle brauchen dazu eine gewisse kinetische Energie, die sie quasi den verbleibenden Wassermolekülen in Form von Wärme (Temperatur = durchschnittliche Bewegungsenergie der Teilchen) entziehen. Somit kühlt sich der verbleibende Schweiß ab, welcher wiederum Wärme vom Körper aufnimmt und diesen folglich kühlt. Deshalb kann der Körper selbst bei Temperaturen über 37°C immernoch effizient Wärme nach außen abgeben.

Dabei spielt die Luftbewegung eine entscheidende Rolle. Wird von einem lauen Lüftchen die der Haut naheliegende, mit Wasserdampf gesättigte Luftschicht ständig durch frische, ungesättigte Luft erneuert, kann pro Zeiteinheit mehr Wasserdampf abgegeben werden und der Kühleffekt wird dadurch stärker. Ventilatoren besorgen einem das Lüftchen, falls es nicht bereits die Natur tut.

Andersherum hat man an „schwülen“ Tagen das Gefühl, dass kein Schweiß dieser Welt irgendwas nützt. An solchen Tagen herrscht eine hohe relative Luftfeuchtigkeit. Die Luft beinhaltet also bereits so viel Wasserdampf, dass die relative Sättigungsgrenze (die Obergrenze des Vermögens der Luft, Wasserdampf aufzunehmen) sehr viel schneller erreicht ist. Dadurch kann netto pro Zeiteinheit weniger Wasserdampf aus dem Schweiß in die Luft übergehen und der Kühleffekt sinkt.

Dann ist Hardcore-Extreme-Ventilatoring angesagt :wink:

Lieben Gruß
Huttatta

Hallo,

die Frage ist durchaus ernst gemeint.

Klar - zur Kühlung des Körpers.

Doch warum schwitzen wir z.B. auch bei 35°? Die
Körpertemperatur beträgt ja 37° - eigentlich müßten wir bei
35° ja frieren, weil die Umgebung 2° kühler ist, als wir
selbst.

Oder gibt es dafür einen trifftigen/anderen Grund?

Ich glaube
bei einem nackten Menschen, Windstille und einer
Luftfeuchtigkeit von ca. 40 % liegt sie bei ca. 25 °C. Im
Wasser z.B. sehr viel höher (35 °C?), da dieses eine höhere
Wärmekapazität/Wärmeleitfähigkeit besitzt.

Hallo,

verstehe ich das richtig: Wenn obiges zutrifft, dann ist das die Idealtemperatur, wo wir weder schwitzen noch frieren?

Dann ist Hardcore-Extreme-Ventilatoring angesagt :wink:

Hallo,

also sind Ventilatoren doch zu etwas gut, anstatt die heiße Luft von A nach B zu schieben :wink:

Kommt dieser Wind eigentlich durch die Kleidung gut genug durch?

verstehe ich das richtig: Wenn obiges zutrifft, dann ist das
die Idealtemperatur, wo wir weder schwitzen noch frieren?

So ist es - entsprechende Inaktivität vorausgesetzt natürlich.

Benni

Hi Armin,

Kommt dieser Wind eigentlich durch die Kleidung gut genug
durch?

ja. Das ist natürlich auch eine Frage angepasster Kleidung. Probier doch einfach mal, dich bei 35°C mit nem dünnen Hemd und dünner Stoffhose bekleidet vor ein Gebläse zu stellen. Dann machst du das Gleiche mit dicker Lederhose, Wollpulli und Windjacke. Den Unterschied wirst du sicher sehr schnell feststellen. Dann ist kein Ventilator mehr groß genug und so schnell wie dir in den Schuhen der Schweiß steht, kannst du sie gar nicht wechseln :wink:

Jeder Biker kennt das wohl ad nauseam. Ankleiden, schwitzen, Helm an, noch mehr schwitzen, Handschuhe an, fast sterben vom Hitzestau, Motorrad starten, Kleidung klebt bereits, losfahren, an der ersten roten Ampel stehen bleiben, jammern, heulen und das blöde schöne Wetter verdammen, von innen angelaufenes Visier hochklappen und bei grün völlig fertig weiterfahren. Nach mehreren Kilometern ununterbrochener Hochgeschwindigkeitsfahrt dann die erste Erleichterung! Tja, das macht dann auch keinen richtigen Spaß mehr. Da bleibe ich doch lieber bei meinem T-Shirt und dünner Hose - ohne Mopped.

Gruß
Huttatta