Hallo allerseits,
vielleicht ne blöde Frage, aber vor kurzem habe ich ergebnislos drüber nachgedacht, warum man Matrosen usw. umgangssprachlich „See bär“ nennt?
Ich meine, was hat ein Bär mit dem Meer zu tun? Seewalroß z.B. würde mir ja noch einleuchten, aber Seebär? Wenn man es so dahin sagt, ist es natürlich normal, aber wenn ich tiefer darüber nachdenke finde ich einfach keinen Grund.
Vielleicht kann das ja einer von den Nordlichtern hier beantworten
meine Volksetymologische Erklärung wäre, daß meist ältere erfahrene Seeleute so genannt werden, die man sich mit dicken Bart und rundlich vorstellt. Einem Bären eben nicht unähnlich.
Die Analogie zu einem Seemann ist also nicht ganz „schief“
Als Seebär bezeichnet man:
* zwei verschiedene Gattungen der Ohrenrobben, siehe Nördlicher Seebär oder Südliche Seebären
* Umgangssprachlich einen erfahrenen Seefahrer http://de.wikipedia.org/wiki/Seeb%C3%A4r
Hallo, Elke,
ich hab keine Ahnung. Das ist auch der Grund, warum ich bisher nicht geantwortet habe.
Es könnte eine Verballhornung von „Seefahrer“ sein. Aber i.d.R. werden wohl eher maulfaule, knurrige Individuen mit dieser Bezeichnung belegt. Möglicherweise gibt auch ein oft etwas legeres Erscheinungsbild (insb. Gesichtsbehaarung) Anlass zu diesem Epithetum ornans.
Hallo allerseits,
erstmal vielen Dank für die Antworten. Jetzt weiß ich auch, warum meine Biologielehrerin immer gesagt hat, ich soll mich mehr auf den Unterricht konzentrieren und nicht so viel mit der Nachbarin schwatzen
Noch nie was von einem Tier namens Seebär gehört, aber jetzt bin ich ja schlauer. Und was die zweibeinigen alten Seebären betrifft, so scheinen sich ja nicht mal die Altmeister Grimm so ganz im klaren zu sein, ob die Bezeichnung nun von einem richtigen Eisbar oder von alten Brummbären stammt (und die echten Seebären kannten die Gebrüder Grimm wohl auch nicht). So ganz geklärt ist es also nicht, aber mir kommen alle Varianten inzwischen plausibel vor
Bei Brehm (Brehm`s Tierleben) gab es früher den Seebären (Otaria ursina) oder auch Vließseehund.
Dieser sah aus wie man sich früher Hein Seemann vorgestellt hat (Und heute noch!). Dämliches versoffenes Gesicht und Schnauzbart.
Also wurde Hein Seemann auch „Seebär“ genannt. Mit dem bärigen tolpatschigen Benehmen eines Bären.
Die wissenschaftliche Bezeichnung für den Eisbär ist Ursus maritimus, was ich ohne jegliche Lateinkenntnisse mit „Meerbär“ übersetzen würde. Und in der Tat: Eisbären legen oft gewaltige Strecken schwimmend im Meer zurück.
ich schätze mal, dass seinerzeit, als der Begriff seinen Ursprung fand, in fast allen deutschspachigen´ Häfen irgendeine Form von Plattdeutsch gesprochen wurde. Auf Platt spricht sich Seebär Sejbor´ oder ähnlich (ist je nach Region sehr unterschiedlich). Das Bor kann man außer mit Bär auch als bar´ (wie in Schiffbar) übersetzen, so dass es etwa die Bedeutung von Seetauglich annehmen würde. Bor kann aber auch ohne´ bedeuten, nur macht das wenig Sinn.
Ist alles reine Spekulation.
Nur, so ganz weglassen kann man das Platt nicht.
Schließlich ist sogar die Weltwährung, der Dollar, plattdeutschen Ursprungs, und die Seehäfen lagen alle im plattdeutschen Bereich. Das Platt muß also eigentlich Einfluß genommen haben.
Hallo allerseits,
habe über die Weihnachtstage noch eine andere Erklärung gefunden, die nun gar nichts mit Bären zu tun hat.
Im „Wörterbuch des Rotwelschen: deutsche Gaunersprache. Mannheim 1956“ von Siegmund Andreas Wolf steht, daß sich die Bezeichnung Seebär vom althochdeutschen „sibbi“ = Blutsverwandter, Bruder ableitet (davon auch das Wort „Sippe“). „Seebär“ wäre also eine Verballhornung von sibbi. Erkläre ich mir jetzt so, daß sich die Matrosen ganz früher so untereinander angeredet haben, als geistige Verwandte sozusagen, als Leute von der gleichen (Berufs-)Sippe.
Ob es stimmt, wer weiß? So richtig überzeugt mich das nicht, aber möglich ist es immerhin…