Hallo,
was lernen Kadetten auf einem Segelschulschiff außer den Dienstgraden und back- und steuerbord ?
Warum nimmt man kein modernes Kriegsschiff.
Gruß
rakete
Hallo,
was lernen Kadetten auf einem Segelschulschiff außer den Dienstgraden und back- und steuerbord ?
Warum nimmt man kein modernes Kriegsschiff.
Gruß
rakete
Warum nimmt man kein modernes Kriegsschiff.
Weil die Marine glaubt, die Grundlagen mit Tauen und Segeln vermitteln zu müssen. Außerdem soll es wohl den Korpsgeist unter den Seeoffizieren stärken.
Hallo !
Nichts, ausser, dass es im Team besser geht und sich dort einer auf den anderen verlassen muß.
Und - man gehört damit zu einer „Crew Nr“ (Jahreszahl). Diese Crew bleibt immer zusammen. Nicht
dienstlich auf einem Schiff, sondern in der Hierarchie der Marine bleiben sie bis zur Pensionierung
verbunden. Man hilft sich gegenseitig, man schiebt sich gegenseitig vorwärts, man bleibt in hilfreichem
Kontakt miteinander bis zur
Pensionierung oder Abschied.
Seemännisch ist Segelschiffahrt für nichts gut. Dann müßten auch LKW-Fahrer erstmal mit dem Pferdewagen
anfangen.
mfgConrad
Hallo
viele halten das für überholt, aber für den Temageist und allgemeine Seemannschaft ist es sicher nicht schlecht. Navigation ist z.B. ein ganz anderes Spiel, wenn Du mit Deinem Kurs von Winden abhängig bist.
Gruß
Peter B.
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Warum nimmt man kein modernes Kriegsschiff.
…weil sich die Marine auf das Post-Öl-Zeitalter vorbereitet.
Andreas
Hi,
außer Peter B. machen es sich die Vorredener m. E. zu leicht.
Das „Segeln“ vermittelt die Grundlagen der Schiffahrt nun mal am besten, genau wie das Kartfahren die beste Schule für die Formel 1 ist und ein Laufrad gut auf das Fahrrad vorbereitet. Gerade auch das Steuern und Navigieren ist auf einem Segler anders als auf einem Zerstörer, mit dem Du Plump mit vollem Schub gegen die Strömung fahren kannst.
Und dass ein gewisser Teamgeist auf einem Schiff ebenfalls sehr förderlich ist - und bestimmt wichtiger als auf einem Betriebsausflug - ist wohl unbestritten.
Grüße, M
Hi,
außer Peter B. machen es sich die Vorredener m. E. zu leicht.
Das „Segeln“ vermittelt die Grundlagen der Schiffahrt nun mal
am besten, genau wie das Kartfahren die beste Schule für die
Formel 1 ist und ein Laufrad gut auf das Fahrrad vorbereitet.
Gerade auch das Steuern und Navigieren ist auf einem Segler
anders als auf einem Zerstörer, mit dem Du Plump mit vollem
Schub gegen die Strömung fahren kannst.
Und dass ein gewisser Teamgeist auf einem Schiff ebenfalls
sehr förderlich ist - und bestimmt wichtiger als auf einem
Betriebsausflug - ist wohl unbestritten.
,
Nein, nein, so ist es nicht!
Die Kadetten lernen dort nichts, sie sind nur Werkzeuge, damit das Schiff segelt. Steuern und navigieren, nicht dort!!
Wohl am Ruder stehen und Kurs halten, aber nicht navigieren.
Das Alles kommt später.
Das sagt der heutige Kommandant der „GF“.
Allein die Bildung eines Crewgeistes soll dort ausgebildet werden.
mfgConrad
Hallo, Conrad,
das sehe ich auch so,
das gemeinsame Erleben, das miteinander tun, miteinander auskommen auf engem Raum sind Dinge, die sich nirgends so gut wie auf einem Segelschiff lernen und einüben lassen. Wenn jeder auf den anderen angewiesen ist, bildet sich naturgemäß (im guten Sinne) ein Korpsgeist heraus.
Das Gorch-Fock-Lied http://ingeb.org/Lieder/gorchfok.html drückt dieses Zusammengehörigkeits gefühl m.E. sehr gut aus
Gruß
Eckard
Hallo Conrad,
Die Kadetten lernen dort nichts,
Das Verstehe ich nun so, dass sie an Bord keinen theoretischen Unterricht erhalten, lernen werden sie dort sehr viel und ich denke nicht nur
… die Bildung eines Crewgeistes soll dort ausgebildet werden.
Die Effekte sich vielfältig. Unter anderem auch das Selbstvertrauen, soziale und körperliche Belastbarkeit und nicht zu letzt eine veränderte Einsicht in Wirkung von See und Wind werden dort vermittelt, wie es auf einem Motorschiff nicht in vergleichbarer Weise geschehen kann.
Das ist im übrigen nichts spezifisch militärisches, sondern wird zum Teil (in anderen Ländern) noch für die Handelsschiffahrt genutzt und nicht zuletzt in der Jugendarbeit.
Gruß
Werner
Das Verstehe ich nun so, dass sie an Bord keinen theoretischen
Unterricht erhalten, lernen werden sie dort sehr viel und ich
denke nicht nur
Keine Sorge, der theoretische Unterricht kommt an Bord nicht zu kurz
Die Effekte sich vielfältig. Unter anderem auch das
Selbstvertrauen, soziale und körperliche Belastbarkeit und
nicht zu letzt eine veränderte Einsicht in Wirkung von See und
Wind werden dort vermittelt, wie es auf einem Motorschiff
nicht in vergleichbarer Weise geschehen kann.
Ich denke viel besser kann man es nicht formulieren. Sehr wichtig ist aber an Bord eines Segelschulschiffes, dass man enorm wichtige Erfahrungen mit der Kraft von Wind und Wellen macht. Auf Motorhochseeschiffen kann man die schmale Grenze zwischen Leben und Tod, Professionalität und Leichtsinn, Technikabhängigkeit und Teamabhängigkeit niemals so real erleben, wie an Bord eines Segelschiffs. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Seeoffizier, der einen solche Erfahrungsschatz hat ein besserer Seeoffizier ist.
Das ist im übrigen nichts spezifisch militärisches, sondern
wird zum Teil (in anderen Ländern) noch für die
Handelsschiffahrt genutzt und nicht zuletzt in der
Jugendarbeit.
Richtig, das war ja auch bei der deutschen Handelsmarine bis zum Untergang der Pamir 1957 so. Und es ist definitiv kein Luxus sich ein Segelschulschif zu leisten.
Gruß Andreas
Richtig, das war ja auch bei der deutschen Handelsmarine bis
zum Untergang der Pamir 1957 so. Und es ist definitiv kein
Luxus sich ein Segelschulschif zu leisten.
Natürlichist es ein Luxus. Zigtausende Offiziere und Kapitäne der Handelsschiffahrt haben nie ein Segelschiff betreten und fahren mit dieser Ausbildung (ohne Segel) ihre Schiffe sehr viel sicherer und routinierter als die Kommandandanten der Kriegsmarinen.
Wenn der Kommandant der „GF“ selbst sagt, dass seine Kadetten, gehen sie dann von Bord, nichts über Wind und Wetter „gelernt“ haben, sollte das schon stimmen.
mfgConrad
Die „Pamir“ war nie offizielles Ausbildungsschiff der deutschen Handelsschiffahrt.
Deshalb kann sie nicht als Beispiel herangezogen werden.
Da gibt es einen großen Unterschied zwischen „Pamir“ und "„GF“.
Die „Pamir“ war Ausbildungsschiff zur seemännischen Ausbildung des Nachwuchses einiger
Reeder. Die Schiffsjungen sollten hier eine praktische Ausbildung durchlaufen, wie in der
Schiffsjungenschule an Land. Nur etwas praxisbezogener.
Vom Spleißen bis zum Steuern, vom Laden der Ladung bis zum Löschen der Ladung. Das Segeln selbst war nur Zusatz.
Ein Glücksfall, welcher sich dann aber schnell als Nachteil herausstellte.
Die „Pamir“ war echtes Ausbildungsschiff für den seemännischen Nachwuchs.
Die „Gorch Fock“ ist Präsentationsschiff Deutschlands, auf dem man als Segelbedienung Kadetten
fährt. Diese können nach der vorgeschriebenen Dienstzeit an Bord das Ruder, die Segel bedienen.
Von Seekartennavigation, Sextantenbedienung, Seemannschaft usw wissen sie nichts.
Dafür ist die Stammbesatzung da.
Der Kapitän eines Handelsschiffes hat in den seltensten Fällen mal ein Segelschiff auch nur betreten.
Trotzdem fahren diese Leute weit weniger Havarien, als ihre Kollegen bei den Kriegsmarinen.
Wenn Reserveoffiziere (Handelsschiffskapitäne und Offiziere)ihre Reserveübung bei der Marine machen, schläft dort an Bord alles viel ruhiger. Endlich mal wieder ein wirklicher Seemann auf der Brücke, der aufpasst!!!
mfgConrad
Viele, vielleicht sogar die Mehrzahl der Kadetten, schlagen keine nautische Laufbahn ein, sondern
gehen in ganz andere Richtungen, z.B. Sanitätsdienst, Maschinendienst, Waffentechnik, Verwaltung,
Logistik, Hubschrauberpiloten usw, usw.
Nur sehr wenige könnten fachlichen Nutzen aus der Dienstzeit auf der „GF“ ziehen. Viele werden rein
dienstlich kein Schiff mehr betreten bzw keinen Brückendienst mehr machen müssen.
So, wie sie alle eine infanteristische Ausbildung absolvieren, die sie später auch kaum gebrauchen.
Gehen sie dann von Bord, haben die meisten Kadetten bald vergessen, woher der Wind kam,
aber die Zusammenarbeit und das Gefühl, zusammen etwas erlebt zu haben, das werden sie nie vergessen.
mfgConrad
Hi!
Seemännisch ist Segelschiffahrt für nichts gut.
Da frage ich mich, warum ich einen Segelschein gemacht habe, um mit einer Segelyacht auf der Ostsee herumzukurven. Durch das Segeln habe ich eine ganze Menge z.B. über die Bedeutung des Wetters gelernt (ist schon recht beeindruckend, wenn man von einer Böenwalze erwischt wird)! 
Grüße
Heinrich
Hallo,
ich gehe davon aus, dass dir bewusst ist, dass die Tugenden von Handelsschiffskapitänen und Kriegsschiffkapitänen sich unterscheiden und sich dies dann auch in der Ausbildung niederschlagen kann.
Warum dir das was du hier so fast schon aggressiv darstellst, so wichtig ist, kann ich nur vermuten, aber ich glaube da deutlich den (gekränkten) Stolz eines Handelsschiffers herauszuhören der sich (?) oder andere nicht aufgrund fehlender Segelschiffserfahrung als zweitklassig betrachtet sehen will.
Trotzdem noch mal der Hinweis darauf, dass solche Erfahrungen auf einem Segelschiffen (und Ähnliches) in vielen nicht militärischen Bereichen als wichtige die Sozialkompetenzen stärkende und Charakterbildende Maßnahmen eingesetzt werden.
Das man auch auf anderen Wegen zu einem guten Seemann werden kann widerlegt das nicht.
Die Gorch Fock als reines Prestigeobjekt und die Ausbildung dort als im Grunde nicht existent abzutun, ist dem m. E. absolut nicht angemessen.
Gruß
Werner
Die „Pamir“ war nie offizielles Ausbildungsschiff der
deutschen Handelsschiffahrt.
Deshalb kann sie nicht als Beispiel herangezogen werden.
Klar kann sie das, wie auch die Passat, da sie als ladungstragende Schulschiffe einer deutschen Reederei Teil der deutschen Handelsflotte waren.
Gruß Andreas
Wenn der Kommandant der „GF“ selbst sagt, dass seine Kadetten,
gehen sie dann von Bord, nichts über Wind und Wetter „gelernt“
haben, sollte das schon stimmen.
Das hat er genau wann und wo gesagt? 
Schon mal auf einem Segler gewesen, wenn sich das Schiff über Stunden mit um die 30° Dauerkränkung fast ins Wasser legt und 15m Brecher über die Oberdecks wischen?
Da lernst du nichts über Wind und Wetter? Während der Motorschiffreisende ein wenig in seiner Koje ein wenig hin und her geschaukelt wird und nicht mal weiß, dass er sich evtl. in gefahr befindet lernt der Segler zwei Dinge: Demut und Risiken zu erkennen und einzuschätzen!
Gruß Andreas
Hallo,
also ich kenne ja den derzeitigen Kommandanten der GF nicht persönlich. Immo von Schnurbein ind Georg Hering habe ich noch kennengelernt. Und glaube mir, die haben dafür gesorgt, dass die Kadetten was über Seemannschaft gelernt haben.
Was Deine Behauptung angeht, dass diese zigtausend Handesschiffkapitäne ihre Schiffe sicherer fahren als die Kommandanten der Marine, das würde ich jetzt gerne belegt haben. Natürlich sollte ein Erzskipper, der die gleiche Route zum 1000s Male fährt irgendwann den Weg wissen, das ist anders als auf einem Kriegsschiff, das je nach Einsatz oft genug mit einenm neuen Seegebiet konfrontiert wird. Und je nachdem, um was für ein Kriegsschiff es sich handelt gibt es auch sicher Unterschiede in der Besatzung (Wehrpflichtige/Berufsseeleute). Aber die generalistische Aussage halte ich sicher für falsch.
Gruß
Peter B.
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