Warum sind Bahnen zerbeult ?

Hi.

Keine Ahnung, ob das hier richtig ist.
Es gibt ja leider kein Brett „Bahn“ oder so…

Mir fällt immer wieder auf Bahnhöfen auf, dass die Seitenwände von Loks und auch die Dächer der Waggons extrem verbeult sind.
Woran liegt das??

Ich meine, es hämmert ja keiner auf die Flächen ein, noch kann die Erklärung Hagelbrocken sein.

☼ Markuss ☼

Tach…

Die antwort ist m.E. relativ einfach: Materialspannung!

Heißt: Beim schweissen der Metallbahnen ergeben sich durch Temperaturdifferenzen in dem relativ dünnen Blech (zw. 1 u 2 mm) Spannungen, die dann wie Beulen aussehen.
Bei hochwertigen Wagons werden diese Beuelen vor dem lackieren mittels einer punktuellen Wärmebehandlung wieder ausgebeult, dann gespachtelt und lackiert.
Auch nicht zu vergessen: Auch wenn ein Wagon stabil aussieht, er arbeitet (Sommer/Winter/Erschütterungen). Diese Spannungen führen zu minimalen Materialverschiebungen, die sich in „Beulen“ summieren.

Grüße

Midir

Hallo Markuss,

wo fährst du denn Bahn???..:smile:

Bei den deutschen Eisenbahnen ist die „Karosserie“ als Teil der
„Tragenden Konstruktion“ des Personen(oder Güter)waggons extrem
stabil ausgeführt (ebenso wie bei den Triebfahrzeugen)…
„normale“ Waggons und Lokomotiven sind so konstruiert,das ihre
„Karosse“ Formstabil bis 250 Km/h bleibt…
Die ICE-Baureihen und andere schnellfahrende Triebfahrzeuge sind bis
500 Km/h Formstabil…
Dazu kommt dann noch ein „Sicherheitszuschlag“ von 10 Prozent…

Bestes Beispiel (leider im traurigen Sinne) das ICE-Unglück von
Eschede:
die Wagen haben einen „Stopp“ aus fast 200 Stundenkilometern auf NUll „relativ klaglos“ weggesteckt…
Zu bemerken ist,das sich dieser Unfall hätte durchaus vermeiden lassen,wenn jemand rechtzeitig die NOTBREMSE betätigt hätte…schließlich fuhr der „entgleiste“ 1.Waggon des ICE fast 6 Kilometer mit 198 Km/h pro Stunde über die Schienen…
erst in Eschede an der Weiche vor der Brücke „sorgte“ das entgleiste
Drehgestell des Waggons 1 dafür,das sich der ICE „Teilte“ …

Hallo,

wo fährst du denn Bahn???..:smile:

Also auch wenn ich nicht Markus bin, aber mir ist die Geschichte auch schon aufgefallen. Und zwar insbesondere bei der Indienststellung eines neuen Metronom-Zuges von dem ich zunächst gedacht hatte, dass es sich um die Übernahme eines Doppelstockwagens aus alten DDR-Beständen gehandelt habe. Das Dach sah aus, als ob da jemand Golfbälle drauf geschossen habe. Später erzählte mir der Geschäftsführer dann, dass es sich keineswegs um einen sanierten Altbestand, sondern um ein neues Fahrzeug handele.

Gruß vom Wiz

Hallo,

wenn du diese hier meinst:
http://www.der-metronom.de/content/metronom/bilderga…
http://www.der-metronom.de/content/metronom/bilderga…

da kann ich aber ausser den „Sicken“ der Zellen nichts sehen…

Servus,

die nicht tragenden Bleche, um die es dabei geht, sehen subjektiv „beulig“ aus, sind dabei aber nicht sehr stark verformt. Es liegt an den großen glatten Flächen, dass das so heftig aussieht.

Es wird Dir auffallen, dass man den Dächern nichts ansieht, den Fronten wenig, und den Seiten viel: Die Druckwellen, die beim Durchfahren von Tunnelstrecken, unter Brücken und bei Begegnungen entstehen, reichen dafür aus. So erklärt sich auch, dass langsamere Fahrzeuge „glatter“ ausschauen als schnellere, und ältere (aus Bundesbahn-Zeiten, wo z.B. die Triebwagen 628 mit dem Materialaufwand von Mannschaftstransportpanzern, aber aus Sparsamkeit mit einem Motor zu wenig gebaut wurden) teils besser als neuere.

Die Altbau-E-Lokomotiven 140 und 141, die äußerlich fast gleich aussehen, unterscheiden sich am durchschnittlichen Zustand der Außenhaut: die lahme Krücke 140, obwohl in den meisten Exemplaren älter als die 141, kommt eher glatter daher, weil sie vor allem Güterzugdienst macht.

Den etwa vierzig Jahre lang im Einsatz befindlichen D-Zug-Wagen, die nach Interregio-Einsatz jetzt für Pseudo-ICs herhalten müssen, kannst Du teilweise von außen ansehen, wo die tragenden Elemente des Wagenkastens liegen.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

wenn du diese hier meinst:
http://www.der-metronom.de/content/metronom/bilderga…
http://www.der-metronom.de/content/metronom/bilderga…

ja,

da kann ich aber ausser den „Sicken“ der Zellen nichts
sehen…

Ich habe gerade mal meine Fotos von der Taufe angesehen, da habe ich leider keinen „Beweis“ gefunden. Ich erinnere mich aber, dass gerade die Dächer der Doppelstockwagen wirklich vollkommen ungleichmäßig verbeult waren.

Gruß vom Wiz

Hi,

wenn Du mal gerade die 110 und die 140 nimmst, dann fallen öfter
Beulen auf, die sich an der Seite direkt hinter den Stirnfenstern
befinden. Noch vor den kleinen Seitenfenstern im Führerhaus.
Das sind keine richtigen Beulen, sondern sehen eher aus wie Falten.
Im Bahnjargon sagt man auch „Kummerfalten“ dazu;
Die entstehen durch zu schnelles Beifahren an andere Fahrzeuge, oder
durch leichte „Auffahrunfälle“. Dabei verzieht sich der Lokaufbau etwas…und die Lok trägt ab dann Kummerfalten :smile:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Manni,

und die Lok trägt ab dann Kummerfalten :smile:

Danke für den schönen Ausdruck.

Das erklärt wohl die Sicken an den Seiten bei der 155: Da ist vorne und hinten kein Platz für Kummerfalten, das würde gleich die ganze Kiste zerknautschen, wenn die nicht schon werkseitig längs gefaltet wäre (sind ja auch ein paar kW im Spiel bei dem Teil…).

Jetzt frag ich mich: Wenn man die Kummerfalten ausbügelt, wird dann aus einer E 10 eine E 10³ (mit Bügelfalte)?

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,Servus,

Die Altbau-E-Lokomotiven 140 und 141, die äußerlich fast
gleich aussehen, unterscheiden sich am durchschnittlichen
Zustand der Außenhaut: die lahme Krücke 140, obwohl in den
meisten Exemplaren älter als die 141, kommt eher glatter
daher, weil sie vor allem Güterzugdienst macht.

Widerspruch dazu…:smile:

Die Baureihen 140 und 141 sind bis auf ein paar Unterschiede gleich.

Die Baureihe 140/139 (Früher E 40)
-anders überseztes Getriebe (für Anfahrzugkraft bei Güterzügen)
-Ursprünglich OHNE Sifa und Indusi (in den 50er/60er-Jahren
gab es noch Zf auf Güterzügen)
-Höchstgeschwindigkeit 110 Km/h

Die Baureihe 141
-Höchstgeschwindigkeit 120 Km/h
-Mehrfachsteuerung
-rund 1 Meter „kürzer“ als die E40

Leider „leiden“ beide Baureihen an der „Sparsamkeit“ bei der Wartung
…Undallschäden und andere Beschädigungen werde im wahrsten Sinne
des Wortes nur noch geflickt…

Hallo Manni,

wenn Du mal gerade die 110 und die 140 nimmst, dann fallen
öfter
Beulen auf, die sich an der Seite direkt hinter den
Stirnfenstern
befinden. Noch vor den kleinen Seitenfenstern im Führerhaus.
Das sind keine richtigen Beulen, sondern sehen eher aus wie
Falten.
Im Bahnjargon sagt man auch „Kummerfalten“ dazu;

Die Baureihe 110 (E 10) ist die „Bügelfalten-Ellok“…:smile:
Wobei die Baureihen 110 und 140 identisch sind von den Fahrzeugabmessungen her…
Außerdem kam es in den 1990er-Jahren zu „wilden“ Umbau-Aktionen,wobei
„Bügelfalten“-Lokkästen (also die Karroserie) auf Rahmen der Baureihe 140 gesetzt wurden …

Die entstehen durch zu schnelles Beifahren an andere
Fahrzeuge, oder
durch leichte „Auffahrunfälle“. Dabei verzieht sich der
Lokaufbau etwas…und die Lok trägt ab dann Kummerfalten :smile:

Durch zu schnelles Befahren wohl eher nicht…:smile:

Die Baureihe 110 bzw. deren „Schnellfahrausführung“ 112(DB alt)
durften bereits seit den 1980er-Jahren nicht schneller als 140 Km/h
fahren…(Baureihe 114 dann)…