Warum sind die Ferienzeiten so unterschiedlich?

…wann ist ein Kind ein Kind…?
Hi!

Ich hoffe es ist o.k., wenn ich mich hier einklinke.

ich sehe das grundsätzlich schon auch so, dass Schule die
Kinder auf das Leben vorbereiten soll. Doch wenn ich
(zumindest in den Schulen, die ich kenne) sehe, wie Lehrer
arbeiten, stellen sich mir die Nackenhaare auf.

Ich könnte Seiten füllen, mit Dingen, die in JEDER anderen
Branche undenkbar wären, die einen Betrieb in kürzester Zeit
ruinieren würden, aber an Schulen völlíg normal sind.

Schulen sind sehr häufig auch keine Unternehmen.
Dennoch gebe ich Dir recht.
Auch ich habe in meiner Schullaufbahn und der meiner Geschwister Dinge gesehen, die jeder Beschreibung spotten.
Auf der anderen Seite habe ich aus meiner Schulzeit sehr viol positives mitgenommen.

Insofern ist Schule in gewisser Weise lehrreich und vielleicht
auch der nötige Flaschenhals für das spätere Leben. Nur
wahrscheinlich anders, als viele Lehrer das einmal
ursprünglich vor hatten.

Wie meinst Du das?

Wobei ich betonen möchte, dass auch hier nicht allein den
Lehrer die Schuld trifft, sondern das System einfach nicht
mehr zeitgemäß ist.

Vor allem trifft bei Problemen in der Schule die Eltern die Schuld.
Wer es nicht auf die Reihe bekommt, seine Kinder für deren Aufgabe zu motivieren und sie bei deren Erfüllung zu unterstützen, ist für die Erziehung von kindern ungeeignet und kauft sich besser einen Hund…

Um es kurz zu machen: Schule bedeutet für mich, Augen zu und
durch. So unbeschadet, wie es eben geht! Denn Gott sei Dank
ist das nur ein befristeter Zeitraum, der irgendwann vorbei
geht.

…und das kommunizierst Du auch an deine Kinder???
Schule ist die erste richtige Verpflichtung im Leben, quasi der Job für Kinder. In der Schule lernt man auf die sanfte Tour, dass es nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten gibt. Und man lernt einen großen Teil dessen, was man zur Erfüllung späterer, deutlich umfangricherer Pflichten, benötigt. Pflichten im beruflichen sowie auch im persönlichen und zwischenmenschlichen bereich.
Somit ist Schule nicht nur Paukanstalt, sondern persönlichkeitsbildende Maßnahme.
Man sollte Kinder dazu motivieren, dieses Angebot zu nutzen. Sonst müssen sie es später auf die harte Tour lernen.

Mir ist wichtig, dass auch in der heutigen Zeit Kinder
noch Kinder sein sollen. Und ich glaube, dass das eine Form
der Bildung ist, die vielen Erwachsenen schon heute fehlt.

Genau deshalb, weil sie in der Schule schon unmotiviert waren.
Oder anders: eine ausgeprägte, spielerische Herzensbildung hilft dir nicht weiter, wenn Du mit 50 aufwachst und immer noch Parkplatzwächter bist.
Es geht um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen „Kindsein“ und Pflichterfüllung.
Nur so kann ein für die Zukunft und das Erwachsenendasein gut gerüsteter Mensch dabei herauskommen.

Um wieder zum Thema zurückzukommen. Es ging ja um die
Ferienzeiten. Ich denke, dass es sinnvoller ist, regelmäßig
(so wie es die Bayern machen) Ferienzeiten einzuräumen. Denn
nicht nur bei den jüngeren Schülern schafft es Luft, um wieder
mit Elan arbeiten und Lernen zu können. Wenn nciht so viel
Zeit vertrödelt würde, wie ich bereits geschrieben habe,
sondern straffer gearbeitet würde, wäre auch das für das
spätere Leben hilfreich.

Ich bin absolut einverstanden.
Hierfür müsste man jedoch zunächst einmal der werten Lehrerschaft Dampf machen und sie für die Vollzeit arbeiten lassen, für welche sie bezahlt werden.
Wir brauchen Nachmittagsbetreuung, Förderkurse, Workshops in berufsnahen Aktivitäten und Hausaufgabenbetreuung. Das kann alles von den lehrern geleistet werden, sie müssten nur ihre Arbeitszeit wirklich an ihrem Arbeitsplatz verbringen.
Auf eine weitere Diskussion hierzu werde ich zudem mich nicht einlassen, die Fakten zur Untermauerung findet Ihr im Archiv, ich habe zahlreiche Beispiele belegt.

Nur noch eines: durch Nachmittagsaktivitäten könnte das Phänomen der offenbar immer unfähiger werdenden Eltern noch einigermassen aufgefangen werden.

Ich habe noch nie gehört, dass es für
hilfreich für den Erfolg im Beruf ist, einfach nur die Zeit
abzusitzen.

Natürlich nicht.
Ich ging in Bayern zur Schule, was natürlich ein extrem positives Beispiel ist, aber Zeit abgesessen haben wir nicht so viel. Man musste schon mitziehen, um den Abschluß zu erhalten.

Ich möchte meinen Kindern keine Mühen ersparen, aber ich
möchte ihnen UNNÖTIGE Mühen ersparen. Das ist ein Unterschied.

Natürlich. Aber auch unnötige Mühen auf sich zu nehmen gehört zum Reifeprozess.

Ich war ein unglaublicher Penner in der Schule, aber ich habe es geschafft. Und mein bayerisches Abi hat mir im Studium sehr geholfen. Ich konnte einiges aus dem Effeff, was die Kommillitonen aus Hessen oder Sachsen noch nie gehört hatten. Etwas Englisch und Kurvendiskussion sollte man schon können bei BWL…

Daher ist es für jeden, der später für sein geld arbeiten werden muss ausgesprochen sinnvoll, in der Schule wenigstens ein bisschen mitzumachen.

Und: ich habe genug gespielt als Kind. Da hatte ich kein Problem.

Denn nichts ist schlimmer, als sich unglaubwürdig zu machen.

So ist es.
Wenn Du n icht jeweils 5 Mio. Euro in Gold, Immobilien, US-Dollar, Öl und IBM-Aktien pro Kind zu vererben hast, solltest Du, um Deiner Glaubwürdigkeit als Mutter willen, Deinen Kindern nicht so einen Mist erzählen sondern sie bei ihren schulischen Aktivitäten unterstützen.

Auch bei Kindern. Und nur, weil Kinder das vielleicht nicht
verbalisieren (manche auch nicht können) heißt es nicht, dass
sie es nicht bemerken.

Das glaube ich allerdings auch…

Schön, dass Du gute Erfahrungen gemacht hast, ich übrigens
auch (zumindest in der Grundschule). Trotzdem bleibe ich
realistisch, da ich durch das „wirkliche Leben“ so verwöhnt
bin, dass ich mich nur schwer wieder auf die vorsintflutliche
Arbeitsweise und kurzsichtige Einstellung zurückschrauben
kann… Für alles gilt aber, Ausnahmen gibt´s, ganz klar,
überall!

Die Notwendigkeit einer gewissen Entwicklung hin zur Lebensreife durch die Schule ist keine Ausnahme…

Grüße,

Mathias

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OT: nachgezaehlt
Hallo,

Ps: Was mich am meisten wundert, hat vorher niemand
nachgezählt?

Doch, allerdings fuer eines der letzten Jahre. Da ich allerdings sonst nichts beizutragen hatte, habe ich doch nichts geschrieben. Haette ich nicht erwaehnt, aber du hast ja gefragt :wink:

Kati

Hallo,
ehrt Dich und freut mich.
Aber wie die Diskussion zeigt, wär die Mitteilung doch wichtig gewesen
(und hätte mir die Mühe erspart).
Teilst Du das Ergebnis noch mit?

Beste Grüße!
H.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Grundsätzlich finde ich es sehr interessant, was hier alles zu Tage kommt. Obwohl ich jetzt noch einmal betone, dass ich einfach nur wissen wollte, warum die Ferienzeiten (z.T. sogar noch extremer als Bayern/NRW) differieren.

Mit dem Flaschenhals ist genau das gemeint, wie es auch sinnbildlich aussieht. Es ist die erste wirkliche Prüfung, die Kinder formt.

Und um das auch noch zu klären: Natürlich kommuniziere ich das weder vor den Kindern, noch vor den Lehrern. Das wäre nicht nur dumm sondern auch fahrlässig. Ich sorge auch dafür, dass meine Kinder ihren Lehrern mit dem nötigen Respekt begegnen und ihre gute Erziehung trägt auch zu einem ordentlichen Umgang bei.

Diesen oberflächlichen Satz, wer es mit der Kindererziehung nicht kann, soll sich besser einen Hund kaufen, finde ich unpassend. Näher darauf einzugehen würde allerdings den Rahmen sprengen.

Immer unfähiger werdende Eltern… WEr wagt, so etwas zu sagen? Ich kenne niemanden, der nicht immer wieder zweifelt, ob er alles richtig macht. Wie auch, das Endergebnis sieht man sowieso erst, wenn´s fast zu spät ist. Zumal man in der Rolle der Mutter oder des Vaters mittendrin steckt und eine objektive Wahrnehmung sowieso nur schwer, wenn überhaupt, gelingt. Und deshalb - Hut ab, vor all denen, die es trotzdem wagen, Eltern zu werden.

Dass es in manchen Fällen für Kinder sogar erleichternd ist, in Ganztagseinrichtungen zu gehen, ist unbestritten und es sollte dringend möglich gemacht werden. Keine Frage!

Obwohl ich es nicht mag, derartige Pamphlete (ist das jetzt richtig geschrieben? Sieht so doof aus) zu veröffentlichen, fand ich es doch jetzt mal nötig ein paar Dinge gerade zu rücken. Schließlich bin ich das mit meiner vielleicht ein wenig provokanten Nachfrage jetzt schuldig.

Viele Grüße, Claudia

PS. Ich bin auch in Bayern zur Schule gegangen. Ich weiß, wovon ich spreche.

Ein Rechenexempel?
Au weia, dann müssen wir NRWler noch ein bisschen besser rechnen lernen… :wink:

Hallo Hannes,

ich hatte mir die Mühe vor ca. drei oder vier Jahren gemacht. Damals habe ich sogar alle Bundesländer miteinander verglichen, weil ich es so praktisch im Kalender untereinander stehen hatte. Seitdem habe ich immer mal wieder gefragt und gerätselt. Ist mir jetzt wieder eingefallen, als ich gesehen habe, dass es hier ein Forum gibt, bei dem es auch sehr kompetente Ansprechpartner gibt.

Wie auch immer das zustande kommt: Bayerische Schulkinder neben den Weihnachts- und Sommerferien auch noch je eine Woche Faschings- und Herbsferien (NRW hat dafür zwei Wochen Herbstferien). Zusätzlich hat Bayern 14 Tage Pfingstferien. Beide Bundesländer sind übrigens
überwiegend katholisch.

Ich finde das toll (und es ist den Bayern auch echt gegönnt, bin selber einer), denn überschaubare Schulzeitblöcke spornen meiner Meinung nach noch mehr an. Ein Kind ist nun mal nicht so leistungsfähig wie ein Erwachsener. Und dass die Bayern ihre Schüler offenbar mehr fordern, dafür aber diese regelmäßigen Erholungspausen bieten können, ist doch klasse und scheint auch bewährt zu sein!!

Viele Grüße, Claudia

PS. In den neuen Bundesländern war nach meiner Erinnerung der Unterschied sogar noch eklatanter. Wie das jetzt dort ist, weiß ich allerdings nicht.

Hallo Claudia,
tät mir echt leid/Leid, wenn sich meine vorige Mitteilung irgendwie zu hart anhört.

Wie auch immer das zustande kommt: Bayerische Schulkinder haben
neben den Weihnachts- und Sommerferien auch noch je eine Woche Faschingssferien

Erst seit wenigen Jahren. Vorher waren Rosenmontag und Faschingsdienstag frei; d. h. unter Einrechnung des ohnehin freien Samstags wurden nur drei zusätzliche Tage für die Ferienwoche benötigt - und diese Tage wurden anderen Ferien, vor allem den Weihnachtsferien, abgeknappst.
Das muss auch so gehandhabt werden; denn die Zahl der durch Ferien insgesamt entfallenden Schultage ist bundeseinheitlich festgelegt.

Zusätzlich hat Bayern 14 Tage Pfingstferien.

Schön für die Kinder. Für die Lehrer sind es Korrekturtage; denn nach diesen Ferien sind die Noten des schriftlichen Abiturs abzugeben.
Der Eindruck wesentlich unterschiedlicher Feriendauer kommt vielleicht zustande, weil

  1. Ferienanfang und -ende in den verschiedenen Bundesländern nicht zusammemnfallen (das ist politisch gewollt: damit der Verkehr nicht zusammenbricht)
  2. die Ferien in den verschiedenen Bundesländern verschieden lang sind;
    Beispiele aus dem laufenden Schuljahr:
    Herbstferien in By 6 Tage, in NRW 12 Tage,
    Weihnachtsferien in By 10 Tage, in NRW 13 Tage.
    So gleicht sich dann alles wieder aus.

Beste Grüße!
H.

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Hallo Claudia,

Grundsätzlich finde ich es sehr interessant, was hier alles zu
Tage kommt. Obwohl ich jetzt noch einmal betone, dass ich
einfach nur wissen wollte, warum die Ferienzeiten (z.T. sogar
noch extremer als Bayern/NRW) differieren.

Naja, manchmal entwickeln sich eben Diskussionen aus einer Frage.
Ist doch interessant.

Mit dem Flaschenhals ist genau das gemeint, wie es auch
sinnbildlich aussieht. Es ist die erste wirkliche Prüfung, die
Kinder formt.

O.K.

Und um das auch noch zu klären: Natürlich kommuniziere ich das
weder vor den Kindern, noch vor den Lehrern. Das wäre nicht
nur dumm sondern auch fahrlässig. Ich sorge auch dafür, dass
meine Kinder ihren Lehrern mit dem nötigen Respekt begegnen
und ihre gute Erziehung trägt auch zu einem ordentlichen
Umgang bei.

O.K.

Diesen oberflächlichen Satz, wer es mit der Kindererziehung
nicht kann, soll sich besser einen Hund kaufen, finde ich
unpassend. Näher darauf einzugehen würde allerdings den Rahmen
sprengen.

Ich meine das absolut ernst, wenngleich ich das nicht direkt auf Dich bezogen wissen will.
Ich wollte nicht Dich mit diesem Satz angreifen, sondern klar herausstellen, dass man sich fragen sollte, ob man in der Lage ist, ein Kind zu erziehen, BEVOR man sich vermehrt.

Immer unfähiger werdende Eltern… WEr wagt, so etwas zu
sagen?

Ich.
20% der Schüler in Deutschland kommen ohne Abschluß aus der Schule, Tendenz steigend. Diese Leute bekommen dann mit überdurchschnittlicher Wahrscheinlichkeit (im Vergleich zu Akademikern) wiederum Kinder. Was soll dabei herauskommen?

Ich kenne niemanden, der nicht immer wieder zweifelt,
ob er alles richtig macht. Wie auch, das Endergebnis sieht man
sowieso erst, wenn´s fast zu spät ist. Zumal man in der Rolle
der Mutter oder des Vaters mittendrin steckt und eine
objektive Wahrnehmung sowieso nur schwer, wenn überhaupt,
gelingt. Und deshalb - Hut ab, vor all denen, die es trotzdem
wagen, Eltern zu werden.

Volle Zustimmung.
Nur muß man zumindest den Willen und die Fähigkeit haben, es richtig zu machen.

Dass es in manchen Fällen für Kinder sogar erleichternd ist,
in Ganztagseinrichtungen zu gehen, ist unbestritten und es
sollte dringend möglich gemacht werden. Keine Frage!

O.K.

Obwohl ich es nicht mag, derartige Pamphlete (ist das jetzt
richtig geschrieben? Sieht so doof aus) zu veröffentlichen,
fand ich es doch jetzt mal nötig ein paar Dinge gerade zu
rücken. Schließlich bin ich das mit meiner vielleicht ein
wenig provokanten Nachfrage jetzt schuldig.

Wieso, die Antwort ist doch völlig o.k.
Warum sollten wir das nicht diskutieren?

Viele Grüße, Claudia

PS. Ich bin auch in Bayern zur Schule gegangen. Ich weiß,
wovon ich spreche.

Schade, dass Du eine so negative Erinnerung hast.
Meine Schulzeit war klasse.

Grüße,

Mathias

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Langsam fängt es an, Spaß zu machen :smile:
Hallo Mathias,

langsam macht mir die Diskussion Spaß. Vielleicht liegt es daran, dass Du tatsächlich am Thema Interesse hast und nicht nur Spaß daran, ein wenig um Dich zu schlagen um Dir Luft zu machen. Nett!

Trotzdem finde ich den Satz mit dem Hund zu oberflächlich. Ich fühlte mich übrigens dabei nicht angesprochen. Im Gegenteil - manchmal denke ich sogar das Gleiche. Aber - es gibt einfach zu viele Hunde… :wink:

Das mit den unfähiger werdenden Eltern ist vielleicht eine Altlast. Denn das wichtigste bei Erziehung ist Liebe und Vorbild. Das wird sich aber auch wieder ändern, denn wirklich wohl fühlt sich dabei kaum ein Mensch. Mein Mann hat mir einmal gesagt: Jede Bewegung erzeugt eine Gegenbewegung. Das klingt einfach. Ist aber genial. Es hilft mir in vielen Situationen, Ruhe zu bewahren. Die Gegenbewegung dafür werden wir vielleicht nicht mehr erleben. Aber sie wird kommen.

Nur muß man zumindest den Willen und die Fähigkeit haben, es
richtig zu machen.

Ob man die Fähigkeit hat, wird sich zeigen. Ich denke, der Wille macht es aus.

Das passt übrigens auch recht gut auf Lehrer. Schon oft habe ich mich gefragt, warum ausgerechnet so viele Menschen diesen Beruf ergreifen, die im Grunde Kinder gar nicht mögen und teilweise sogar Angst vor ihnen haben. (Ich spreche jetzt von normalen Kindern)

Aber ehrlich gesagt, wüsste ich auch nicht, woher ich die Motivation nehmen würde. Die Vorstellung ist ja doch frustrierend: Kaum habe ich es geschafft, etwas mehr Wissen, Schliff und Menschlichkeit in eine Horde (sagen wir mal) „ungeschliffener Diamanten“ vermittelt zu haben, wieder bei Null anfangen zu müssen. Turnus für Turnus. Ich kann mir nichts vorstellen, bei dem man schneller altert. Während vielleicht dann ein Teil meiner ehemaligen Schäfchen im Leben rechts und links an mir vorbei rauscht und die tollsten Karrieren macht… Ohne mir dafür dann wenigstens ein kleines Denkmal zu stiften :smile:

Viele Grüße, Claudia

PS. Ein bisschen unangenhem ist mir so ein Seelenstrip ja schon, da das web schon sehr öffentlich ist.

Hi Claudia,

langsam macht mir die Diskussion Spaß. Vielleicht liegt es
daran, dass Du tatsächlich am Thema Interesse hast und nicht
nur Spaß daran, ein wenig um Dich zu schlagen um Dir Luft zu
machen. Nett!

Was denkst Du denn? Wenn ich mich schlagen will, gehe ich in die U-Bahn. Mit dunkler Haut kriegt man da immer was vor die Keule und die habe ich im Sommer… :wink:

Trotzdem finde ich den Satz mit dem Hund zu oberflächlich. Ich
fühlte mich übrigens dabei nicht angesprochen. Im Gegenteil -
manchmal denke ich sogar das Gleiche. Aber - es gibt einfach
zu viele Hunde… :wink:

Natürlich war das oberflächlich. Aber ioch bin wirklich der Ansicht, dass sich nicht jeder Depp vermehren sollte. Alles in diesem Land ist strengstens reglementiert, nur Kindern darf man so gut wie alles antun.
Das stört mich.
Natürlich kann man keine staatlich verordnete Geburtenkontrolle durchführen. Man kann aber durchaus Familien und die Situation der Kinder darin besser verfolgen.
Kindergartenpflicht ab 2 1/2, Schulpflicht ab 5, jeweils die Möglichkeit der Ganztagesbetreuung durch vernünftige Pädagogen (haben wir ja genug von in Hartz 4), und schon haben wir viele Probleme gelöst.

Das mit den unfähiger werdenden Eltern ist vielleicht eine
Altlast. Denn das wichtigste bei Erziehung ist Liebe und
Vorbild.

So ist es.

Das wird sich aber auch wieder ändern, denn wirklich
wohl fühlt sich dabei kaum ein Mensch. Mein Mann hat mir
einmal gesagt: Jede Bewegung erzeugt eine Gegenbewegung. Das
klingt einfach. Ist aber genial. Es hilft mir in vielen
Situationen, Ruhe zu bewahren. Die Gegenbewegung dafür werden
wir vielleicht nicht mehr erleben. Aber sie wird kommen.

Ich hoffe, dass man in Deutschland insgesamt bald versteht, dass ein Gesellschaft wie die unsere ih Luxusleben nur einigermassen behalten kann, wenn man das Leistungsprinzip akzeptiert und bereit ist, Leistung zu bringen.
Die zukunftsgerichtete Kindererziehung findet dann ganz von selbst statt.

Nur muß man zumindest den Willen und die Fähigkeit haben, es
richtig zu machen.

Ob man die Fähigkeit hat, wird sich zeigen. Ich denke, der
Wille macht es aus.

Das ist die Grundvoraussetzung.

Das passt übrigens auch recht gut auf Lehrer. Schon oft habe
ich mich gefragt, warum ausgerechnet so viele Menschen diesen
Beruf ergreifen, die im Grunde Kinder gar nicht mögen und
teilweise sogar Angst vor ihnen haben. (Ich spreche jetzt von
normalen Kindern)

Ein vollbezahlter Halbtagesjob mit Beamtenstatus ist für einige die Motivation.

Aber ehrlich gesagt, wüsste ich auch nicht, woher ich die
Motivation nehmen würde. Die Vorstellung ist ja doch
frustrierend: Kaum habe ich es geschafft, etwas mehr Wissen,
Schliff und Menschlichkeit in eine Horde (sagen wir mal)
„ungeschliffener Diamanten“ vermittelt zu haben, wieder bei
Null anfangen zu müssen. Turnus für Turnus.

Es muss einem Lehrer Freude machen, diese Entwicklung zu initiieren, zu fördern und zu begleiten.

Ich kann mir
nichts vorstellen, bei dem man schneller altert. Während
vielleicht dann ein Teil meiner ehemaligen Schäfchen im Leben
rechts und links an mir vorbei rauscht und die tollsten
Karrieren macht… Ohne mir dafür dann wenigstens ein kleines
Denkmal zu stiften :smile:

Diese Karrieren sind doch Belohnung genug.
Auch als Lehrer kann man eine schöne Karriere machen und die Befriedigung aus seinem Job ziehen, ein paar vernünftige Menschen „produziert“ u haben.
Wem das nicht reicht, der muss etwas anderes machen.

Was das Altern betrifft: ein Job wie der meine ist sehr viel härter als das Lehrerdasein, aber die extremen Ups and Downs machen schon auch süchtig. Ich arbeite meistens so um die 80h pro Woche. ich arbeite fast jeden Tag. Aber ich teile meine Zeit auch einigermassen frei ein. Ich reise viel, sehe viel, versäume aber auch viel „Social Life“ zuhause, weil ich eben beruflich so viel weg bin.
Ich habe innerhalb von 2 Jahren 11 Kg zugenommen und 20% graue Haare bekommen. Nun habe ich aber gelöernt, dass man auch viel arbeiten und reisen kann, ohne fett zu werden und dass graue Haare manchen Frauen (zum Glück auch meiner Holden) gefallen.
Also passt alles.
Wenn mir ein Lehrer dann aber erzählt, er hätte ein Burnout-Syndrom, so frage ich mich, was dieser Mensch täte, würde er einen Job in der freien Wirtschaft machen müssen.

Viele Grüße, Claudia

PS. Ein bisschen unangenhem ist mir so ein Seelenstrip ja
schon, da das web schon sehr öffentlich ist.

So sehr strippen wir doch noch gar nicht. Da geht noch was!

Grüße,

Mathias

Okay, ich habe mich verhauen
Hallo Mathias,

Kindergartenpflicht ab 2 1/2, Schulpflicht ab 5, jeweils die
Möglichkeit der Ganztagesbetreuung durch vernünftige Pädagogen
(haben wir ja genug von in Hartz 4), und schon haben wir viele
Probleme gelöst.

Ja und nein. Für manche KInder, da habe wir uns ja schon drauf geeinigt, ist dies eine Chance, ein „normales“ Familienleben zu erleben. Regelmäßige Mahlzeiten, Kontaktpersonen für Sorgen, Nöte und ein offenes Ohr für Ideen und Erlebnisse, ewältigen von Konflikten ohne Gewalt und Geschrei.

Für mich wäre das allerdings gar nix… Meine Kinder sind unterschiedlich gerne dort hin gegangen und als Mutter möchte ich ganz gerne selbst meine Kinder er- und aufziehen.

Ein vollbezahlter Halbtagesjob mit Beamtenstatus ist für
einige die Motivation.

Ich dachte, das gehört zu den Vorurteilen. Ähnlich wie Schwiegermutterwitze.

Diese Karrieren sind doch Belohnung genug.
Auch als Lehrer kann man eine schöne Karriere machen und die
Befriedigung aus seinem Job ziehen, ein paar vernünftige
Menschen „produziert“ u haben.
Wem das nicht reicht, der muss etwas anderes machen.

Es gibt wirklich Lehrer, die diese Arbeit aus Berufung machen und nach höherem streben. Ein Teil davon bleibt sogar im Schuldienst. Einen kenne ich sogar! Allerdings kenne ich einen wesentlich höheren Anteil, die aus ihrem Beruf frühzeitig (oder soll ich sagen rechtzeitig?) ausgestiegen sind und jetzt richtig Karriere machen. Das wäre eigentlich die Sorte gewesen, die ich meinen Kindern als Lehrer gewünscht hätte :smile:

Was das Altern betrifft: ein Job wie der meine ist sehr viel
härter als das Lehrerdasein, aber die extremen Ups and Downs
machen schon auch süchtig. Ich arbeite meistens so um die 80h
pro Woche. ich arbeite fast jeden Tag. Aber ich teile meine
Zeit auch einigermassen frei ein. Ich reise viel, sehe viel,
versäume aber auch viel „Social Life“ zuhause, weil ich eben
beruflich so viel weg bin.

Ich habe innerhalb von 2 Jahren 11 Kg zugenommen und 20% graue
Haare bekommen. Nun habe ich aber gelöernt, dass man auch viel
arbeiten und reisen kann, ohne fett zu werden und dass graue
Haare manchen Frauen (zum Glück auch meiner Holden) gefallen.
Also passt alles.
Wenn mir ein Lehrer dann aber erzählt, er hätte ein
Burnout-Syndrom, so frage ich mich, was dieser Mensch täte,
würde er einen Job in der freien Wirtschaft machen müssen.

Altern ist ja auch nichts schlimmes. Das meinte ich gar nicht. Im Gegenteil. Mein Mann arbeitet ähnlich viel, hat auch jede Menge grauer Haare, aber er gestaltet es selbst. Es gibt keinen festgelegten Turnus, nach dem er wieder bei Null anfangen muss. Das Risiko ist höher aber man kann auch richtig etwas erreichen. Das können Lehrer nur dann, wenn sie immer wieder die Kraft aufbringen, sich immer wieder aufs neue voll auf die Kinder einzulassen und sich jedes Mal neu motivieren, noch mehr herauszuholen. Das kann doch nicht klappen. Oder?

So sehr strippen wir doch noch gar nicht. Da geht noch was!

Ich schon. Ich unterhalte mich gerne und auch tiefergehend. Aber nie mit einem Mikrofon, so dass mir hunderte dabei zuhören können. Und mich dann dabei gründlich missverstehen.

Viele Grüße,

Claudia

PS. Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, bis ich geantwortet habe. Ich war ein paar Tage schwer beschäftigt. Ab Montag habe ich zu allem Überfluss einen Gips an der rechten Hand, dass ich dann höchstens nur noch kurze einsilbige Antworten geben könnte. War nett, mit Dir zu plaudern!

Hi Claudia!

Kindergartenpflicht ab 2 1/2, Schulpflicht ab 5, jeweils die
Möglichkeit der Ganztagesbetreuung durch vernünftige Pädagogen
(haben wir ja genug von in Hartz 4), und schon haben wir viele
Probleme gelöst.

Ja und nein. Für manche KInder, da habe wir uns ja schon drauf
geeinigt, ist dies eine Chance, ein „normales“ Familienleben
zu erleben. Regelmäßige Mahlzeiten, Kontaktpersonen für
Sorgen, Nöte und ein offenes Ohr für Ideen und Erlebnisse,
ewältigen von Konflikten ohne Gewalt und Geschrei.

Für mich wäre das allerdings gar nix… Meine Kinder sind
unterschiedlich gerne dort hin gegangen und als Mutter möchte
ich ganz gerne selbst meine Kinder er- und aufziehen.

Dieses Argument hört man oft und ich kann das auch verstehen.
Alerdings müssen ja auch viele Eltern beide arbeiten und das wäre so deutlich einfacher.
Weshalb also nicht die Nachmittagsbetreuung fakultativ anbieten?

Ein vollbezahlter Halbtagesjob mit Beamtenstatus ist für
einige die Motivation.

Ich dachte, das gehört zu den Vorurteilen. Ähnlich wie
Schwiegermutterwitze.

Ich habe hierzu im Archiv einen Haufen geschrieben. Ich kann das anhand einiger verschidener Beispiele sehr gut eblegen, zumindest für Bayern.

Diese Karrieren sind doch Belohnung genug.
Auch als Lehrer kann man eine schöne Karriere machen und die
Befriedigung aus seinem Job ziehen, ein paar vernünftige
Menschen „produziert“ u haben.
Wem das nicht reicht, der muss etwas anderes machen.

Es gibt wirklich Lehrer, die diese Arbeit aus Berufung machen
und nach höherem streben. Ein Teil davon bleibt sogar im
Schuldienst. Einen kenne ich sogar! Allerdings kenne ich einen
wesentlich höheren Anteil, die aus ihrem Beruf frühzeitig
(oder soll ich sagen rechtzeitig?) ausgestiegen sind und jetzt
richtig Karriere machen. Das wäre eigentlich die Sorte
gewesen, die ich meinen Kindern als Lehrer gewünscht hätte :smile:

Das ist eben so. Die meisten auch sehr guten leute bleiben nicht ewig bei einem Arbeitgeber.
Ich würde mir z.B. für meine Kinder (die ich hoffentlich irgendwann einmal haben werde) vermehrt Lehrer wünschen, die vorher in der freien Wirtschaft gearbeitet haben.

Was das Altern betrifft: ein Job wie der meine ist sehr viel
härter als das Lehrerdasein, aber die extremen Ups and Downs
machen schon auch süchtig. Ich arbeite meistens so um die 80h
pro Woche. ich arbeite fast jeden Tag. Aber ich teile meine
Zeit auch einigermassen frei ein. Ich reise viel, sehe viel,
versäume aber auch viel „Social Life“ zuhause, weil ich eben
beruflich so viel weg bin.

Ich habe innerhalb von 2 Jahren 11 Kg zugenommen und 20% graue
Haare bekommen. Nun habe ich aber gelöernt, dass man auch viel
arbeiten und reisen kann, ohne fett zu werden und dass graue
Haare manchen Frauen (zum Glück auch meiner Holden) gefallen.
Also passt alles.
Wenn mir ein Lehrer dann aber erzählt, er hätte ein
Burnout-Syndrom, so frage ich mich, was dieser Mensch täte,
würde er einen Job in der freien Wirtschaft machen müssen.

Altern ist ja auch nichts schlimmes. Das meinte ich gar nicht.
Im Gegenteil. Mein Mann arbeitet ähnlich viel, hat auch jede
Menge grauer Haare, aber er gestaltet es selbst. Es gibt
keinen festgelegten Turnus, nach dem er wieder bei Null
anfangen muss. Das Risiko ist höher aber man kann auch richtig
etwas erreichen. Das können Lehrer nur dann, wenn sie immer
wieder die Kraft aufbringen, sich immer wieder aufs neue voll
auf die Kinder einzulassen und sich jedes Mal neu motivieren,
noch mehr herauszuholen. Das kann doch nicht klappen. Oder?

Natürlich kann es das. Ich habe in meinem beruflichen Leben schon dreimal wirklich wieder von Null angefangen und jedes mal davon profitiert.
Auch im jetzigen Job fange ich bei vielen Projekten immer wieder von Null an. Allerdings nicht turnusmässig, ich weiß nicht, wann es wieder los geht und ob überhaupt. Diese Sicherhit hat ein Lehrer hingegen durchaus.
Auch im privaten bereich habe ich einen gewissen „Reset“ recht frisch hinter mir und bin gestärkt aus der Sache herausgegangen. Ich habe aber auch nur selten wirklich Angst. Klar, dass nciht jeder so ein Knochen ist.
Dennoch muss man sich schon auch selbst immer wieder motivieren (können), sonst kommt schnell in einen gefährlichen Trott hinein.

Ferner sollte auch für einen Lehrer jedes Schuljahr wieder neu sein. Er kann neue Konzepte ausprobieren, die er in den Ferien entwickelt hat, er bekommt neue Schüler, die anders sind. Viele bekommen andere Jahrgangsstufen oder begleiten eine Klasse über 2-3 Schuljahre.
Da ist somit schon Abwechslung dahinter, und es gibt viele zusätzliche Variationsmöglichkeiten, wenn man es richtig anstellt. Ich hatte einige tolle Lehrer, denen mit Sicherheit nicht langweilig war und ist. Ich hatte aber auch andere, die sich und ihr gesamtes Umfeld jede Minute gelangweilt haben. Am Fach lag es nicht.

So sehr strippen wir doch noch gar nicht. Da geht noch was!

Ich schon. Ich unterhalte mich gerne und auch tiefergehend.
Aber nie mit einem Mikrofon, so dass mir hunderte dabei
zuhören können. Und mich dann dabei gründlich missverstehen.

Das kann im Netz schon mal passieren. Aber man stellt das dann eben klar und diskutiert weiter.
Manchmal ist auch der Ton schärfer, weil man sich in der Anonymität des Netzes „mehr traut“, aber das ist in 99,9% der Fälle nicht böse gemeint.
Wenn es aber für Dich eine so große Anstrengung ist, schätze ich Deine Offenheit mir gegenüber umso mehr.

Viele Grüße,

Claudia

PS. Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, bis ich
geantwortet habe. Ich war ein paar Tage schwer beschäftigt. Ab
Montag habe ich zu allem Überfluss einen Gips an der rechten
Hand, dass ich dann höchstens nur noch kurze einsilbige
Antworten geben könnte. War nett, mit Dir zu plaudern!

Kein Stress, ich war am WE auch weg.

Viele Grüße und gute Besserung!

Mathias