…wann ist ein Kind ein Kind…?
Hi!
Ich hoffe es ist o.k., wenn ich mich hier einklinke.
ich sehe das grundsätzlich schon auch so, dass Schule die
Kinder auf das Leben vorbereiten soll. Doch wenn ich
(zumindest in den Schulen, die ich kenne) sehe, wie Lehrer
arbeiten, stellen sich mir die Nackenhaare auf.
Ich könnte Seiten füllen, mit Dingen, die in JEDER anderen
Branche undenkbar wären, die einen Betrieb in kürzester Zeit
ruinieren würden, aber an Schulen völlíg normal sind.
Schulen sind sehr häufig auch keine Unternehmen.
Dennoch gebe ich Dir recht.
Auch ich habe in meiner Schullaufbahn und der meiner Geschwister Dinge gesehen, die jeder Beschreibung spotten.
Auf der anderen Seite habe ich aus meiner Schulzeit sehr viol positives mitgenommen.
Insofern ist Schule in gewisser Weise lehrreich und vielleicht
auch der nötige Flaschenhals für das spätere Leben. Nur
wahrscheinlich anders, als viele Lehrer das einmal
ursprünglich vor hatten.
Wie meinst Du das?
Wobei ich betonen möchte, dass auch hier nicht allein den
Lehrer die Schuld trifft, sondern das System einfach nicht
mehr zeitgemäß ist.
Vor allem trifft bei Problemen in der Schule die Eltern die Schuld.
Wer es nicht auf die Reihe bekommt, seine Kinder für deren Aufgabe zu motivieren und sie bei deren Erfüllung zu unterstützen, ist für die Erziehung von kindern ungeeignet und kauft sich besser einen Hund…
Um es kurz zu machen: Schule bedeutet für mich, Augen zu und
durch. So unbeschadet, wie es eben geht! Denn Gott sei Dank
ist das nur ein befristeter Zeitraum, der irgendwann vorbei
geht.
…und das kommunizierst Du auch an deine Kinder???
Schule ist die erste richtige Verpflichtung im Leben, quasi der Job für Kinder. In der Schule lernt man auf die sanfte Tour, dass es nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten gibt. Und man lernt einen großen Teil dessen, was man zur Erfüllung späterer, deutlich umfangricherer Pflichten, benötigt. Pflichten im beruflichen sowie auch im persönlichen und zwischenmenschlichen bereich.
Somit ist Schule nicht nur Paukanstalt, sondern persönlichkeitsbildende Maßnahme.
Man sollte Kinder dazu motivieren, dieses Angebot zu nutzen. Sonst müssen sie es später auf die harte Tour lernen.
Mir ist wichtig, dass auch in der heutigen Zeit Kinder
noch Kinder sein sollen. Und ich glaube, dass das eine Form
der Bildung ist, die vielen Erwachsenen schon heute fehlt.
Genau deshalb, weil sie in der Schule schon unmotiviert waren.
Oder anders: eine ausgeprägte, spielerische Herzensbildung hilft dir nicht weiter, wenn Du mit 50 aufwachst und immer noch Parkplatzwächter bist.
Es geht um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen „Kindsein“ und Pflichterfüllung.
Nur so kann ein für die Zukunft und das Erwachsenendasein gut gerüsteter Mensch dabei herauskommen.
Um wieder zum Thema zurückzukommen. Es ging ja um die
Ferienzeiten. Ich denke, dass es sinnvoller ist, regelmäßig
(so wie es die Bayern machen) Ferienzeiten einzuräumen. Denn
nicht nur bei den jüngeren Schülern schafft es Luft, um wieder
mit Elan arbeiten und Lernen zu können. Wenn nciht so viel
Zeit vertrödelt würde, wie ich bereits geschrieben habe,
sondern straffer gearbeitet würde, wäre auch das für das
spätere Leben hilfreich.
Ich bin absolut einverstanden.
Hierfür müsste man jedoch zunächst einmal der werten Lehrerschaft Dampf machen und sie für die Vollzeit arbeiten lassen, für welche sie bezahlt werden.
Wir brauchen Nachmittagsbetreuung, Förderkurse, Workshops in berufsnahen Aktivitäten und Hausaufgabenbetreuung. Das kann alles von den lehrern geleistet werden, sie müssten nur ihre Arbeitszeit wirklich an ihrem Arbeitsplatz verbringen.
Auf eine weitere Diskussion hierzu werde ich zudem mich nicht einlassen, die Fakten zur Untermauerung findet Ihr im Archiv, ich habe zahlreiche Beispiele belegt.
Nur noch eines: durch Nachmittagsaktivitäten könnte das Phänomen der offenbar immer unfähiger werdenden Eltern noch einigermassen aufgefangen werden.
Ich habe noch nie gehört, dass es für
hilfreich für den Erfolg im Beruf ist, einfach nur die Zeit
abzusitzen.
Natürlich nicht.
Ich ging in Bayern zur Schule, was natürlich ein extrem positives Beispiel ist, aber Zeit abgesessen haben wir nicht so viel. Man musste schon mitziehen, um den Abschluß zu erhalten.
Ich möchte meinen Kindern keine Mühen ersparen, aber ich
möchte ihnen UNNÖTIGE Mühen ersparen. Das ist ein Unterschied.
Natürlich. Aber auch unnötige Mühen auf sich zu nehmen gehört zum Reifeprozess.
Ich war ein unglaublicher Penner in der Schule, aber ich habe es geschafft. Und mein bayerisches Abi hat mir im Studium sehr geholfen. Ich konnte einiges aus dem Effeff, was die Kommillitonen aus Hessen oder Sachsen noch nie gehört hatten. Etwas Englisch und Kurvendiskussion sollte man schon können bei BWL…
Daher ist es für jeden, der später für sein geld arbeiten werden muss ausgesprochen sinnvoll, in der Schule wenigstens ein bisschen mitzumachen.
Und: ich habe genug gespielt als Kind. Da hatte ich kein Problem.
Denn nichts ist schlimmer, als sich unglaubwürdig zu machen.
So ist es.
Wenn Du n icht jeweils 5 Mio. Euro in Gold, Immobilien, US-Dollar, Öl und IBM-Aktien pro Kind zu vererben hast, solltest Du, um Deiner Glaubwürdigkeit als Mutter willen, Deinen Kindern nicht so einen Mist erzählen sondern sie bei ihren schulischen Aktivitäten unterstützen.
Auch bei Kindern. Und nur, weil Kinder das vielleicht nicht
verbalisieren (manche auch nicht können) heißt es nicht, dass
sie es nicht bemerken.
Das glaube ich allerdings auch…
Schön, dass Du gute Erfahrungen gemacht hast, ich übrigens
auch (zumindest in der Grundschule). Trotzdem bleibe ich
realistisch, da ich durch das „wirkliche Leben“ so verwöhnt
bin, dass ich mich nur schwer wieder auf die vorsintflutliche
Arbeitsweise und kurzsichtige Einstellung zurückschrauben
kann… Für alles gilt aber, Ausnahmen gibt´s, ganz klar,
überall!
Die Notwendigkeit einer gewissen Entwicklung hin zur Lebensreife durch die Schule ist keine Ausnahme…
Grüße,
Mathias

