Warum sind Radieschen scharf?

Kann mir jemand erklären, warum bestimmte Gemüse wie z.B. Radieschen, Rettich, Kren scharf sind? Was ist das für ein Stoff? Und vor allem: zu welchem Nutzen werden einem da Tränen in die Augen getrieben? Zur Abschreckung??
Auf euer Wissen bin ich sehr neugierig!
Marie

Hallo Marie,

Du vermutest schon richtig, die ‚Scharfen Sachen‘ sind von der Pflanze tatsächlich als Fraßschutz vorgesehen.

Chemisch gesehen handelt es sich bei Rettich & Co (auch Zwiebeln und Knoblauch) um meist schwefelhaltige Verbindungen, den sog. Senfölen. Die sind interessanterweise einer bestimmten Klasse chemischer Kampfstoffe ähnlich.
In reinem Zustand sind diese Senföle tatsächlich stark hautreizend und alles andere als gesund. Es ist mal wieder die Dosis, die ein Ding zum Gifte macht.

Gandalf

Hallo, Marie,
übrigens sind die von Dir genannten Pflanzen alle Angehöriger einer Pflanzenfamilie (Kreuzblütler/Brassicaceae) zu denen auch der Senf (Sinapis avensis e.a.)gehört. Die Familie liefert eine ganze Reihe von Pflanzen für den menschlichen Genuß, so z.B. sämtliche Kohlarten, Rettiche, Radieschen, Rübsen, etc.
In den Zellen enthalten ist bei allen Arten (außer Raps) ein Senföl-Glykosid, das bei der Zerstörung der Zellen freigesetzt wird.
Wie Gandalf schon schreibt, dient das der Pflanze als Fraßschutz.
Raps, der kein Senföl enthält, wird Wildtieren oft zum Verhängnis, da sie zu viel davon fressen und dann an Blähungen eingehen.
Grüße
Eckard.

Wow, seids ihr gescheit! Vielen Dank an gandalf und eckard für die schnelle antwort. Jetzt weiss ich wieder ein bißchen mehr.
Marie

Hallo Eckard,

Raps, der kein Senföl enthält, wird Wildtieren oft zum
Verhängnis, da sie zu viel davon fressen und dann an Blähungen
eingehen.

das gilt doch aber nur für eine neuere Kulturform, oder irre ich mich da. Die älteren Formen enthielten meines Wissens einen Bitterstoff, der dem Raps ‚abgezüchtet‘ wurde.

Gandalf

das gilt doch aber nur für eine neuere Kulturform, oder irre
ich mich da. Die älteren Formen enthielten meines Wissens
einen Bitterstoff, der dem Raps ‚abgezüchtet‘ wurde.

Hallo, Gandalf,
klar, Du hast recht, aber diese Sorte wird mittlerweile überwiegend, um nicht zu sagen fast ausschließlich angebaut.
Aber auch die Fraßfeinde haben Wege gefunden, die Glucosinolat-Myrosinase-Falle der Kreuzblütler zu umgehen. Ein, wie ich finde, hochinteressanter Artikel dazu steht hier http://www.mpg.de/pdf/mpf02_4/mpf02_4_12_15.pdf (benötigt Acrobat-Reader)
Grüße
Eckard (der leider viel zu wenig von Chemie versteht)

hi,

Chemisch gesehen handelt es sich bei Rettich & Co (auch
Zwiebeln und Knoblauch) um meist schwefelhaltige Verbindungen,
den sog. Senfölen. Die sind interessanterweise einer
bestimmten Klasse chemischer Kampfstoffe ähnlich.

nach dem genusse von zwieblen, radieschen, knoblauch u.ä. entwickelt sich ein penetranter körpergeruch, der aus allen poren geschwitzt wird. er ist einem kampfstoff nicht unähnlich, denn unerwünschte sexualpartner nehmen dann mit sicherheit reißaus *fg*

warum riecht man nach zwiebeln et al. eigentlich überall, auch wenn man die zähne putzt und kaugummi kaut? das muß in der tat eine aggressive chemikalie sein.

datafox

Hi Datafox,

denn unerwünschte sexualpartner nehmen dann mit
sicherheit reißaus *fg*

kommt darauf an; wenn er/sie selber viel Knobi intus hat, steht es pari :-0

warum riecht man nach zwiebeln et al. eigentlich überall, auch
wenn man die zähne putzt und kaugummi kaut? das muß in der tat
eine aggressive chemikalie sein.

beim Knoblauch ist es eine schwefelhaltige Substanz, die reletiv hydrophob ist, sich also in Wasser relativ schlecht löst.
Trotzdem verteilt sie sich im gesamten Körper und wird mit dem Schweis z.T wieder ausgeschieden. Da sie auch rel. leicht flüchtig ist, wird sie auch mit der Ausatemluft über die Lunge ausgeschieden. Da helfen weder Kaugummi noch Zähneputzen.

Gandalf