kann mir mal jemand bitte erklären, woran man fest macht, wie stark eine säure ist? mit den Pks-werten bin ich vertraut, nur denke ich mir, dass eine starke säure ja eh nur zu 100% dissozieren kann bzw. entsprechend der ausgangsstoffmenge oxoniumionen im wasser bilden kann… was ich damit jetzt sagen will ist, dass jede säure doch im Grunde gleich stark ist, da sie zu 100% dissoziert oder?
(und die schwachen säuren sind eben schwächer, da sie aufgrund ihres korrespondierenden starken basepaars eben nicht alle protonen im wasser lösen können.)
nur jetzt hört man dauernd von vergleichen wie schwefelsäure mit salzsäure etc… wo ist dann deren unterschied? ich hoffe ihr könnnt mir irgendwie helfen…
Ich verstehe deine Beispiele zwar nicht, aber ich kann dir das nur so erklären:
Nicht jede Säure dissoziiert gleich stark. Kohlensäure z.B. nur ganz wenig, Essigsäure schon mehr und Schwefelsäure fast ganz.
Hier gibt’s auch noch ein Video: http://www.youtube.com/watch?v=52e3OGFsNaE&feature=r…
Eher am Ende gibt’s ein gutes Experiment.
nur das war der springende punkt… bei schwachen säuren vollzieh ich das auch zu hundertprozent nach, nur ist es doch bei starken säuren so dass
…die Ausgangsstoffmenge n gleich der Stoffmenge n von H30+ entspricht, wenn man die säure dann im wasser dissozieren lässt, bzw diese starken säuren dissozieren doch immer zu 100% oder nicht? dann kann doch die eine starke säure nicht stärker als die andere sein?
die Säurestärke von starken Säuren wird nicht in Wasser bestimmt. Man verwendet die Dissoziation in anderen, wasserfreien Lösemitteln wie z.B. reiner Essigsäure. Darin dissoziieren starke Säuren nicht vollständig und man kann auch diese noch in ihrer Säurestärke unterscheiden.
Salpetersäure dissoziiert in wasserfreier Essigsäure z.B. so:
HNO3 + CH3COOH CH3COOH2+ + NO3-
Es stellt sich also ein Gleichgewicht ein, ähnlich wie für schwache Säuren in Wasser. Die Dissoziation ist nicht vollständig.
ergänzend zu Stefan_Rs richtiger Antwort:
Du hast recht, im Wasser sind starke Säuren (und Basen) gleich stark, da sie vollständig dissoziieren. Man spricht daher auch vom nivellierenden Effekt des Wassers.
Hallo Endy: Wenn Du mit den pKs klar kommst ist das schon mal gut. 1. Die Säurestärke einer Säure hängt von der Elektronegativität (EN) der beteiligten Atome (S, P, N, C, Cl, O) ab und die EN dieser Atome ist verschieden. 2. Der Dissoziationsgrad einer Säure ist Konzentrations-abhängig, je höher die Konz. desto geringer der Dissoziationsgrad und damit umso weniger sauer ist diese Säure. 3. Dass z.B. bei H2SO4 das erste H bei einem anderen pKs abspaltet als das 2.te H weisst Du sicher. 4. Der pH einer sauren wässrigen Lösung ändert auch mit der Temperatur, da der pKs von Wasser Temperatur-abhängig ist. Gruss. Paul
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bei Deiner Antwort bin ich nicht ganz sicher, ob sie nicht mißverständlich ist.
Hallo Endy: Wenn Du mit den pKs klar kommst ist das schon mal
gut. 1. Die Säurestärke einer Säure hängt von der
Elektronegativität (EN) der beteiligten Atome (S, P, N, C, Cl,
O) ab und die EN dieser Atome ist verschieden.
Der wichtige Punkt ist hier, dass die Säurestärke von der Stabilität des resultierenden Säure-Anions abhängt.
So erkennt man zwanglos, warum in Wasser HI die stärkste der Halogenwasserstoffsäuren ist, viel stärker als HF; obwohl bei der letzteren die EN-Differenz am Größten ist, ist HI deutlich stärker, weil am großen Iodanion die negative Ladung besser stabilisiert wird als am kleinen Fluoridanion.
Andererseits ist HF in SbF5 eine sog. Supersäure…