Warum sind z.B. Würmer ekelig

Hallo,
nachdem ich mich auf Grund eines anderen Artikels an die Regenwürmer auf meinem Fussboden erinnert habe, kam mir die Frage, warum finden viele Menschen z.B. Würmer, Spinnen, und anderes „Gekräuche“ so ekelig bzw unangenehm in der Wohnung?

Es ist ja nicht so das die eine Bedrohung darstellen… oder irgendeine Form der Gefährdung von Leib und Leben. Ich habe sogar meine Nachbarin mit „Aidshandschuhen“ bei der einfachen Gartenarbeit (Unkrautzupfen) gesehen. Und die waren nicht zum eigentlichen Schutz der Haut - oder weil da was gefährliches wächst.

Oder ein ganz anderes Beispiel in einem anderen Forum. Da ging es um Haarpflege. Es gab einer den Rat sich ein Eigelb in die Haare zu geben. Empörung pur! Ihhh das stinkt, ihhh das ist eklig, ihhhh das ist glitschig.

Also woher mag das kommen? Wieso fürchten sich so viele Menschen vor den natürlichen Dingen und bevorzugen die Errungenschaften der „Modernen Zeiten“ wie z.B. fertiges Ei-Shampoo?

Ich kann das irgendwie nicht verstehen, auch ich züchte keine Würmer für die Wohnung *ggg*, aber ein Ei in die Haare zu geben finde ich völlig normal.

Jetzt könnte man ‚natürlich (rofl)‘ denken es hat was mit Hygiene zu tun, aber bitteschön, was ist an einem Wurm unhygienisch? Oder an einer Spinne? Oder an sogenanntem Unkraut?

„my home is my castle“ ?

Für alle Denksanstösse dankbar
Sabine (die selber eine undefinierbare Angst vor Spinnen hat)

Hallo!

warum finden viele Menschen z.B. Würmer, Spinnen, und

anderes „Gekräuche“ so ekelig bzw unangenehm in der Wohnung?

Das ist in der Hauptsache anerzogen. Obwohl, ein gesunder Respekt vor den Kiefern von großen Hauswinkelspinnen oder Kreuzspinnen ist angebracht. Als Kind hat mich ne Hauswinkelspinne mal ordentlich gebissen. Das werde ich wohl nie vergessen.

Es würde mich aber interessieren, ob der Ekel vor Fliegenlarven (Stubenfliegen, Schmeißfliegen, Dasselfliegen) oder Käferlarven („Engerlinge“) auch instiv vorhanden ist. Es könnte jedoch auch sein, dass der Ekel davor durch Konditionierung entsteht. (ZB Fliegenlarven in der stinkenden Biotonne)

VG, Stefan

Hallo

Obwohl, ein gesunder
Respekt vor den Kiefern von großen Hauswinkelspinnen oder
Kreuzspinnen ist angebracht. Als Kind hat mich ne
Hauswinkelspinne mal ordentlich gebissen.

Was, Spinnen können richtig kräftig beißen?

Oh nein, jetzt fange ich mich erst wirklich an zu gruseln!

Viele Grüße
Thea

Hallo

Obwohl, ein gesunder
Respekt vor den Kiefern von großen Hauswinkelspinnen oder
Kreuzspinnen ist angebracht. Als Kind hat mich ne
Hauswinkelspinne mal ordentlich gebissen.

Was, Spinnen können richtig kräftig beißen?

Äh, wenn sie nicht beißen könnten, was könnten sie denn? Dir nur nen Schock versetzen?
Aber mach Dir keine Sorgen: Das mit dem Biss ist nur wirklich bedenklich, wenn es sich um den in Deutschland relativ seltenen wärmeliebenden grünen Dornfinger handelt.
Außerdem ist es wohl der Schreck, der diese Erinnerung in mir nicht ganz ruhen lässt. Ich gebe ja zu, die Spinne ziehmlich geärgert zu haben. Aber die Celiceren einer großen Hauswinkelspinne sehen wirklich furchterregend aus und allein bei dem Gedanken, von denen Gebissen worden zu sein, da läuft es mir kalt den Rücken herunter.
An sich hab ich aber keinen Ekel vor Tieren.

Aber um dir noch etwas mehr Angst zu machen: Die Mehrzahl der Hummeln, die Du im Sommer siehst leben im Insektenstaat organisiert und können SEHR WOHL stechen. Auch das hab ich am eigenen Leib erfahren. Das die Hummeln mit ihren Mandibeln (Teil des Insektengebisses) auch beißen können, das steht ja außer Frage.

VG, Stefan (aber immer schön locker bleieben. Bei uns sind eigentlich alle Tierchen mehr oder weniger friedlich und nahezu gänzlich ungefährlich, wenn man keinen allergischen Schock erleidet)

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bei spinnen weiss ich es nicht - das wird anerzogen sein - bei anderen dingen ists aber der instinkt - wir müssen uns ja z.b vor vergammelten lebensmitteln schützen und deshalb ekeln wir uns vor bestimmten gerüchen oder bestimmten optischen eindrücken und auch vor der beschaffenheit mancher lebensmittel - klar ist ein rohes ei nicht automatisch verfault, aber es gibt lebensmittel die glibberich werden wenn sie schlecht sind.

übrigens gibts auch deshalb kaum blaue lebensmittel - nur einige beeren - blau gilt nicht als essbar im grunde (hab die genaue formulierung leider vergessen) oder sogar als giftig, ich weiss es leider nicht mehr.

jedenfalls muss man wohl trennen zwischen dem akel vor kleintieren wie insekten (die man einst ja gegessen hat weil wichtige lieferanten) und eben ekel vor jenen dingen die verdorbenen lebensmitteln ähnlich wirken und uns deshalb ekelig vorkommen können weil unbewusst da eine parallele gezogen wird.

grundlegend ist ekel eine schutzfunktion - aber wir sind halt degeneriert und flippen wegen allem aus - ich übrigens auch*g
(motten, schneider und alles was sich hektisch bewegt *graus)

das sich z. menschen vor schlangen, mäusen oder ratten ekeln kann ich wiederum gar nicht nachvollziehen. also ists das wieder prägung schätze ich wie die angst vor dem hund die ja meist von den eltern an die kinder weitergegeben werden.

LG
nina

Hallo,

nur schnell dazu:

übrigens gibts auch deshalb kaum blaue lebensmittel - nur
einige beeren - blau gilt nicht als essbar im grunde (hab die
genaue formulierung leider vergessen) oder sogar als giftig,
ich weiss es leider nicht mehr.

Es gibt mehrere Gründe. Zum einen kommt blau in der Natur bei Früchten etc. seltener vor als andere Farben, daher empfinden wir blaue Lebensmittel als unnatürlich. Zum anderen erinnert blaue Farbe auch eher an verdorbene Lebensmittel, ein Grund mehr warum wir das nicht so gerne mögen. Und schließlich, ein eher untergeordneter Grund, blau ist eine kalte Farbe, blaue Spaghetti wirken also beispielsweise aus drei Gründen nicht einladend: Unnatürlich, möglicherweise verdorben und dann auch noch kalt. Bäääh :wink: Nur Kinder haben kein so großes Akzeptanzproblem mit blauen Speisen. Schlumpfeis ist ja wohl sehr beliebt :wink:

Gruß

Hallo Sabine,
das ist eine interessante Frage. Der erste Gedanke wäre ja, daß Maden im Essen davor warnen, das Zeug noch zu verzehren, da es nicht mehr frisch ist. Allerdings essen ja viele Naturvölker gerne Raupen, Maden und anderes Gekriech und würden sich über eine „Aufwertung“ ihres Essens durch Insekten eher freuen.

Wahrscheinlich haben sich vor langer Zeit Menschen entwickelt, die eine Abneigung gegen Krabbeltiere entwickelten und deshalb hochwertigere und kalorienreichere Nahrung bevorzugten. Die waren dann evolutionstechnisch im Vorteil gegenüber ihren insektenverzehrenden naturvölkischen Verwandten.

Naja, die Franzosen bilden da eher eine Mischform :wink:

MfG

Tai

Wahrscheinlich haben sich vor langer Zeit Menschen entwickelt,
die eine Abneigung gegen Krabbeltiere entwickelten und deshalb
hochwertigere und kalorienreichere Nahrung bevorzugten. Die
waren dann evolutionstechnisch im Vorteil gegenüber ihren
insektenverzehrenden naturvölkischen Verwandten.

Maden sind durchaus auch „hochwertig und kalorienreich“, also glaube ich nicht an eine evolutionäre Entstehung dieser Abneigung.

IMHO handelt es sich um kulturell bedingten Ekel - so wie man sich heutzutage vor allem Möglichen ekelt (Holzschneidbretter - siehe Küchenbrett weiter unten), das vor kurzer Zeit noch alltäglich war.

LG
Stuffi

Hi Stuffi

Maden sind durchaus auch „hochwertig und kalorienreich“, also
glaube ich nicht an eine evolutionäre Entstehung dieser
Abneigung.

Ja, aber man muß ein paar 1.000 davon essen, um auf die Kalorienzahl von einem Schnitzel zu kommen. Und um die erst mal zu finden, vergeht schon der größte Teil des Tages, den man ansonsten zum Aufbau einer Zivilisation nutzen könnte…

MfG

Tai

Hi,

ich möchte mich nicht reinsetzen, aber ich glaube, dass es auch etwas damit zu tun hat, wie man -das klingt voll dämlich- mit ihnen aufwuchs. Damit meine ich, dass australische Ureinwohner sich ja auch von ihnen ernähren. Sie sind ja eigentlich nicht öfter giftig als andere Tierarten auch. Hierzulande haben sie, wei du schon sagst, etwas mit Unhygiene zutun. Wie ernähren uns ja auch primär von Nachrungsmitteln, die sie auch als Nahrungquelle bevorzugen.

Viele Grüße,

Hilmar

Hallo

Meine Assoziation dazu:

Würmer, Maden und ähnliches Getier finden sich (auch) auf Kadavern. Kadaver sind erstens giftig und bedeuten zweitens „hier ist etwas/jemand gestorben = hier droht Gefahr/Krankheit“. Der widerlichste Geruch ist nicht umsonst verwesendes Fleisch. Er erzeugt Todesangst. Denselben Effekt hat der Anblick von Blut, oder auch ein (besonders ein menschliches) Skelett.

Gruß
dataf0x

dann lag ich ja richtig :smile:

Hallo!

Meine Assoziation dazu:

Würmer, Maden und ähnliches Getier finden sich (auch) auf
Kadavern. Kadaver sind erstens giftig und bedeuten zweitens
„hier ist etwas/jemand gestorben = hier droht
Gefahr/Krankheit“. Der widerlichste Geruch ist nicht umsonst
verwesendes Fleisch.

Ähm, wir Menschen riechen Schwefelwasserstoff („faule Eier“) viel intensiver als etwa Cadaverin, das va für den Leichengeruch sorgen. Wenn mich jemand wählen lässt, wo ich mich aufhalten muss, in einem Raum mit gleicher Konzentration Schwefelwasserstoff oder Cadaverin, ich würde GANZ BESTIMMT das Cadaverin wählen. Und zwar nicht nur wegen der hohen Giftigkeit des Schwefelwasserstoffs, sondern auch wegen des riesigen Gestanks.

Was übrigens auch ganz nett riecht ist Buttersäure. Wenn man sich übergibt riecht es vor zu einem großen Teil danach

Er erzeugt Todesangst. Denselben Effekt

hat der Anblick von Blut, oder auch ein (besonders ein
menschliches) Skelett.

Naja, da wär ich aber vorsichtig. Dass Blut Todesangst erzeugt, das ist mir echt neu. Wie kommst Du darauf? Gibt es irgendwelche Untersuchungen dazu? Biologisch ließe es sich bestimmt nicht erklären. Schließlich sind Menschen und deren Vorfahren Allesfresser. Und wie gruselig ein Skelett ist oder nicht, dass hängt ganz vom Kontext ab. Ein Skelett bei uns in der Anatomie finde ich weniger eklig als eine verstaubte Karte auf dem Dachboden unserer Schule.

VG, Stefan

Hallo

Ähm, wir Menschen riechen Schwefelwasserstoff („faule Eier“)
viel intensiver als etwa Cadaverin

Die Intensität habe ich nicht gemeint, sondern das Gefühl, das bei dem Geruch auftritt. Möglich bin ich damit wirklich eine Ausnahme, aber der Geruch von faulen Eiern hat bei mir einen anderen Effekt als der Geruch von Verwesung. Faule Eier sind einfach ekelig und unangenehm, aber Verwesungsgeruch erfaßt mein ganzes Sein. Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Mir schwinden die Sinne, und mir wird so übel, daß ich brechen muß. Es ist, als ob man man dir die Lebenskraft nimmt. Es ist bekannt, daß der Geruch eines toten Tiers im Auto den Besitzer psychisch so fertigmacht, daß er ihn sogar dann noch wahrzuhmen glaubt, wenn er gar nicht mehr da ist.

Naja, da wär ich aber vorsichtig. Dass Blut Todesangst
erzeugt, das ist mir echt neu. Wie kommst Du darauf? Gibt es
irgendwelche Untersuchungen dazu? Biologisch ließe es sich
bestimmt nicht erklären. Schließlich sind Menschen und deren
Vorfahren Allesfresser. Und wie gruselig ein Skelett ist oder
nicht, dass hängt ganz vom Kontext ab. Ein Skelett bei uns in
der Anatomie finde ich weniger eklig als eine verstaubte Karte
auf dem Dachboden unserer Schule.

Der plötzliche Anblick einer Blutlache oder eines menschlichen Skelettes erzeugt bei den meisten Menschen garantiert Schockreaktionen, Panik, Übelkeit und Hysterie.

Wer kann schon eine OP in Farbe angucken, wenn Knochen gesägt werden? Ist der Anblick des eigenen Röntgenbildes wirklich gefühlsneutral? Noch ein Test: Stecke dir beide Hände in die Mundwinkel und spreize die Lippen auseinander so weit du kannst. Öffne und schließe deine Zähne langsam und schau es im Spiegel an. Der Anblick deines nackten Gebisses ist bereits gruselig. Warum? Weil es an einen Knochenschädel erinnert, bei dem die Zähne ohne Lippen zu sehen sind - einen Toten!

Diese Gefühle muß ein Arzt, Leichenbeschauer, Bestatter und sogar Jäger und Schlachter erst überwinden lernen.

Gruß
dataf0x