Warum so viel Grammatik in der Schule?

Hallo Matthias,

Hallo Aragorn,

da wir schon beim Kütteln sind. Schon mal was von einer
Grußformel gehört?

Ja… :smile: Hallo XYZ, Liebe® XYZ…

Und neu ist mir ebenfalls, dass jemand, der im Ausland lebt,
die Regeln seiner Muttersprache unterwandert.

Unterwanderen tue ich nichts, eher auf Berge wandern… ausserdem (*g*) muss ich diese Regeln wohl anwenden, denn wenn du einen Blick in meine Vika wirfst, dann weisst du wieso…

Grüsse

Matthias

ps: die großkleinschreibung abzuschaffen wäre die einzige
sinnvolle reform gewesen :smile:

der neue weg = der Neue weg = der neue Weg

??? Nein, das wäre hochgradig unbedacht gewesen.

Der Tod vom Genitiv

Hallo,

ich glaub ja nicht, daß das von meinen Vorschreibern so häufig gebrachte Argument der Schulung des Verstandes ein wirklich gutes ist. Wenn es darum ginge sollte doch besser mehr Mathematik- oder meinetwegen auch Philosophieunterricht gegeben werden.
Das Problem mit unserer Sprache ist ja, daß sie eben nicht ganz logisch ist. Dennoch hat die Grammatik-Schulung durchaus ihre Berechtigung. Es ist nämlich eine Schande, wie unsere Sprache zur Zeit verkommt. Ich habe kein großes Problem damit, daß immer mehr Anglizismen verwendet werden, vielmehr halte ich das für eine Modeerscheinung; wer „hip“ sein will, spricht englisch, wer intellektuell klingen will, verwendet Latinizismen (heißt das so?) - was solls. Ein Problem sehe ich aber darin, wenn die englische Grammatik kurzerhand auf unsere Sprache übertragen wird. Insbesondere das "s" bei Genitiven ist mir ein Dorn im Auge. Noch schlimmer ist es wenn die selbe Endung für den Plural verwendet wird, was ja nicht einmal im Englischen richtig wäre.
Aber auch des Genitivs andere Formen :wink: werden immer häufiger verhunzt.
Noch viel schlimmer sieht es beim Konjunktiv aus. In der indirekten Rede schenkt man ihn sich heutzutage oft komplett (oder verwendet den falschen), und im Irrealis regiert das „würde“. Mir hat man in der Schule beigebracht, eine Sprache mit „würde“ sei eine würdelose Sprache.

Gruß
L.

hallo!

der neue weg = der Neue weg = der neue Weg

??? Nein, das wäre hochgradig unbedacht gewesen.

wieso?

„der neue weg ist der bessere.“ eindeutig verstehbar.
„der neue weg - und der alte ist wieder da!“ auch eindeutig verstehbar.

die bedeutung von wörtern ergibt sich immer aus dem kontext. „auf der Hut sein“ und „der Hut geht mir hoch“ schreibt man 100% gleich (auch mit großschreibung!) und es sind trotzdem zwei völlig verschiedene substantive. dann müßte man das ja auch kritisieren.

grüße lehitraot.

Erklärung zu ‚der neue weg‘

wieso?

„der neue weg ist der bessere.“ eindeutig verstehbar.
„der neue weg - und der alte ist wieder da!“ auch eindeutig
verstehbar.

„der neue weg“ war mal vor einigen Jahren ein Slogan auf dem Werbeplakat einer großen deutschen Partei. Ohne Kontext. Hat für einige Belustigung gesorgt…

Es gibt ja einige Worte in der deutschen Sprache, die da unterschiedliche Bedeutung erlangen… „gut“ sei so eins, „sein“ auch, „los“ ebenso, und viele mehr. Die Großschreibung von Substantiven halte ich für non-removable, um mich mal eines Anglizismusses zu bedienen… Aber das mag daran liegen, daß ich’s einfach so gewohnt bin - das räum ich gerne ein.

Einigen wir uns auf ein „Wir werden es (vielleicht) erleben!“?

Gruß,

Doc.

PS: Nicht, weil ich eine Diskussion scheue, sondern weil ich glaube, daß diese zu keinem Ende führen kann.

… man kann nicht alles haben/wissen…
Huhuuu…

bei uns war es so, dass wir erst ein Diktat geschrieben haben und dann die Wörter bestimmen mussten - und auch die Kommaregeln dazu.

Die Wörter bestimmen, das kann ich heute nicht mehr (wenn mein Kollege sagt: ja, das Prädikat und diesundjenes *ächz*), aber ich weiss wohl, wann ein Komma kommt (kann es zwar nicht begründen, ist aber immer so).

Lernen muss man nun mal in der Schule, da hilft alles nix…

Ich rede zum Beispiel sehr starken badischen Dialekt (vor allem, wenn ich nervös bin oder so, da kann ich nicht auch noch gleichzeitig denken und „übersetzen“), dafür kann ich aber ausgezeichnet deutsch schreiben, und ehrlich gesagt bin ich froh drum. Man muss sich nur etwas mit der Sprache beschäftigen, dann klappt das schon.

Andererseits muss ich auch sagen, dass ich dafür z. B. mit Zahlen nicht umgehen kann. Jeder sollste sich auf das konzentrieren, was er gerne macht und was ihm liegt. Mir Mathe (oder gar Geschichte - welch Graus) aufzudrängen hätte auch nix genützt, mich hat das einfach nicht interessiert, basta. Da konnte ich so viel büffeln wie ich wollte…

Auch in Erdkunde war ich sehr schlecht, was sich heute auf meine Allgemeinbildung auwirkt.

Also ich würde fast sagen, man kann nicht alles haben. Ein Mensch mit Allgemeinbildung ist auch nicht schlechter als einer, der nur toll reden oder schreiben kann… :smile:

Grüße Netti

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Hai, barbara,

solidarischen Gruß von einer, die die deutsche Grammatik auch erst im Latein-Unterricht „gelernt“ bekommen hat…
…und ebenso bei Praktikanten im Erwachsenenalter mittelprächtige Gruselanfälle bekommt, wenn die sich auf die Rechtschreibprüfung von Word verlassen :frowning:

Gruß
Sibylle

Hallo!

ps: die großkleinschreibung abzuschaffen wäre die einzige
sinnvolle reform gewesen :smile: wieso gibt es eigentlich in der
schweiz kein ß? ich weiß, daß es das dort nicht gibt (3sat),
aber wieso?

Gute Frage, die haben das nie gehabt… und ich habe mich so
daran gewöhnt :smile:)

Mir hat ein Schweizer mal erklärt, dass ihnen (den Schweizern)die Akzente des Französischen wichtiger waren als das ß. Deswegen wollte man diese lieber auf der Tastatur haben, woraufhin für das ß irgendwie kein Platz mehr war.

MfG,
Car

Großschreibung im Deutschen
Das Deutsche ist eine substantivorientierte Sprache. Teilweise umschreiben wir sogar Verben durch Substantive (Behördensprache). Daher ist es ein große Erleichterung fürs Leben, wenn diese bestimmten Wortarten hervorgehoben sind.

Seid so demütig anzuerkennen, dass es kein Zufall war, dass gerade das Deutsche diese Großschreibung hervorgebracht hat. Es war ausnahmsweise keine Willkür.

Andreas

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