Warum 'stolpern' Systeme manchmal beim Booten?

Sagen wir schätzungsweise, bei ca. dreissig Bootvorgängen erhalte ich (unter Win95b) einmal die Meldung „Maestro 32-96 nicht gefunden!“, also einmal wird meine Soundkarte nicht gefunden. Boote ich noch einmal, wird sie erkannt. In ganz, ganz selten Fällen taucht auch mal das CD-Laufwerk nicht auf.
   Diese Merkwürdigkeit hat mich schon immer interessiert, aber erst jetzt fällt es mir ein, hier mal zu fragen. Denn meine Freundin rief diese Woche und meinte, ihr Outlook Express hätte einen Zeichensatz-Konflikt gemeldet, doch diese Fehlermeldung hätte sie zum ersten Mal erhalten, obwohl sie PC bzw. OE schon drei Jahre besitzt. Ich entgegnete achselzuckend, sie solle den Rechner rebooten - und dann ging’s wieder.

Ich dachte bisher, ein Computer arbeitet beim Booten nach und nach die benötigten Dateien ab, doch wie kann es da passieren (zwischen zwei Bootvorgängen selbständig vorgenommene Anderungen ausgeschlossen), dass er dabei manchmal „stolpert“?

Marco

Ich dachte bisher, ein Computer arbeitet beim Booten nach und
nach die benötigten Dateien ab, doch wie kann es da passieren
(zwischen zwei Bootvorgängen selbständig vorgenommene
Anderungen ausgeschlossen), dass er dabei manchmal „stolpert“?

Da gibt es verschiedene Gründe. Einerseits gibt es etwas, was mal in einem Artikel als ‚Alterung‘ bezeichnet wurde. Also, dass die Installation eines Systems sich mit der Zeit irgendwie verändert, eben ‚altert‘ und somit einen Grund darstellt, warum man PCs von Zeit zu Zeit neu aufsetzt. Insbesondere bei Systemen, die man herunterfahren muss, können sich beim Zurückschreiben offenbar Veränderungen einschleichen. IBM arbeitet aus diesem Grund an Lösungen, speziell für Server, die das vermeiden sollen.

Ein weiteres Phänomen sind ‚Bitdreher‘. Die Lesevorgänge sind nicht immer 100% präzis, da kommt es hin und wieder vor, dass einzelne Bits falsch gelesen werden. Womöglich wird ein gewisser Grad an falschen Bits vom System noch toleriert, aber ab einer gewissen Menge nicht mehr. Da ergeben sich dann Fehlermeldungen oder anderes.

Speziell Windows 9x-Systeme neigen etwas eher dazu, solches Verhalten zu entwickeln. NT-Systeme sind da stabiler, insbesondere bei Verwendung des NTFS-Filesystems.

Mitunter kann man ein 9x-System verbessern, indem man mit der ‚Datenträgerbereinigung‘ die Partitionen aufräumt und anschliessend mit ‚Reorg‘ alles neu anordnet. Dabei werden Dateileichen entfernt und dadurch eben in einigen Fällen das System wieder stabilisiert.

CU
Peter

Hallo Peter,

danke für Deine „Stolper“-Erklärung! :o) Ich werde sie auch meiner Freundin mal zuschicken.

Marco

reorg???
Hallo Peter,

von „reorg“ habe ich noch nie was gehört, habe jetzt auch, interessiert und neugierig wie ich bin, sowohl in der Windows-Hilfe als auch in DOS-Eingabeaufforderung reorg eingegeben aber ohne Ergebnis.

Oder meinst Du „defrag“, die Datenträger-Defragmentierung?

CIAO
Helmut