Warum Tod für alle Kühe im Stall

Und schon wieder BSE

Das wieder eine Kuh positiv getestet wurde ist bekannt und schlimm genug. Meine Frage ist aber, warum müssen alle anderen Kühe des Stalls auch sofort getötet werden.
Bei einer Schweinepest sehe ich diese Maßnahme ein - die Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit soll unterbunden werden.
BSE wird aber doch nicht so einfach übertragen (ich habe noch nicht gehört, dass eine Kuh der anderen den Kopf abbeißt ohne dass mann das merkt) und ein geschlachtetes Rind wird doch in jedem Fall getestet. Das es dann mindestens 30 Monate alt ist, lässt sich einrichten.

Gibt es noch andere Übertragungswege für BSE, die mir entgangen sind ?

hallo, Andreas
traurig, aber nicht zu umgehen! Da sich noch nicht am lebendem Rind ein Test auf BSE machen läßt (in 5-6 Wochen ist´s so weit), muss man schon tabula rasa machen. Leider weiß man heute immer noch nicht sicher, wie sich die Rinder anstecken. Es soll sogar eine (wissentschaftliche) Meinung geben, dass durch den Samen des infizierten Bullen diese Krankheit verbreitet wird. Halte ich zwar für echte Spekulation. doch ich bin kein Biologe.
Grüße
Raimund

Danke für die Antwort
aber ‚tabula rasa‘ klingt zunächst unlogisch. Dies würde nur einen Sinn machen, wenn BSE auch durch Kontakt oder Tröpfcheninfektion übertragen werden könnte. Dies bedeutet aber konsequenterweise eine mögliche Übertragung von BSE auch auf den Menschen durch bloßen Kontakt. Die Bauern, Metzger, Konsumenten von Milch, - kurz alle wären extrem gefährdet. Dies ist aber bislang weder in Medien noch in der Politik so zu vernehmen. Oder hat man uns das bislang verschwiegen um Panik zu vermeiden ?
Auch ein Lebend-Test ändert an dieser Situation nichts.
Da dies nach wie vor unklar ist, bleibt meine Frage offen.

Andreas

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Hi!

Das Problem ist doch, dass eigentlich keiner genau Bescheid weiß. Keiner weiß, ob BSE nicht vielleicht auch anders als durch Verzehr übertragen werden kann. Der BSE Schnelltest birgt keine 100%ige Sicherheit. Ein Test, der negativ ausfällt heißt nicht, dass das Rind garantiert BSE-frei ist. Insofern tötet man z.Zt. lieber ein Rind mehr, als dass man eine Seuche riskiert.
Skandalös, dasss in den letzten Jahren in D in dieser Richtung nicht geforscht wurde, aus Geldmangel.

Ciao
Kaj

Danke für die Antwort
aber ‚tabula rasa‘ klingt zunächst unlogisch.

Raimund hat Recht, tabula rasa ist die einzige Möglichkeit die Gefahr einer Seuchenausbreitung zu minimieren.
Momentan geht man davon aus, daß BSE vor allem über Futtermittel (unerlaubt zugemischtes Tiermehl) übertragen wird. Wenn also auf einem Hof ein Tier erkrankt, dann liegt der Verdacht nahe, daß auch die anderen Tiere im Stall kontaminiertes Futter gefressen haben und bereits erkrankt sind. Die gängigen Tests können die Krankheit aber erst ab einer gewissen Prionenkonzentration in Körpergeweben nachweisen. Die notwendigen Prionenkonzentrationen werden aber erst bei einem relativ weit fortgeschrittenen Stadium der Vermehrung der Prionen im Tierkörper erreicht. Man will also den denkbaren Fall vermeiden, daß ein Tier aus dem selben Stall bei der späteren Schlachtung negativ getestet wird (obwohl es infiziert ist) und damit in die Nahrungsmittelkette gerät.
Ein weiterer Grund ist der, daß beim Zerlegen der Rinder in den Schlachthöfen eine tierische Sauerei entsteht. So könnte beim entfernen der relavanten Teile wie Rückenmark, Augen und Hirn eines infizierten Tieres kontaminiertes Gewebe durch die Gegend spritzen und gesundes Fleisch verseuchen. Außerdem sind die Werkzeuge zum Zerlegen anschließend so kontaminiert, daß sie selbst mit Natronlauge nicht sterilisiert werden können.

Alles in allem sind die Tests in den Schlachthöfen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sie bringen absolut keine Sicherheit, sondern dienen nur der Verbraucherberuhigung.

Gruß
Tom

… aus Aktionismus, Verdrängung, Abwiegelung, Angst vor finanziellen Verlusten und insbesondere fehlendem Wissen kennzeichnet die heutige Situation.

Mit den jetzt eingeführten BSE-Schnelltests lassen sich unter diversen Einschränkungen Erkrankungen des Rinds feststellen. Ein negativer Test läßt aber keineswegs den Schluß zu, daß das Tier BSE-frei war. Auch eine seit vielen Jahren aufgestellte Behauptung, daß nämlich der BSE-Erreger nur in Hirn und Rückenmark anzutreffen ist, entspricht nicht der Wahrheit. Wie sonst ist es möglich, daß mit einem in Entwicklung befindlichen Testverfahren der Erreger im Blut nachgewiesen werden kann. Wenn die Existenz dieses Tests keine Presseente ist, dann ist bestens durchblutetes Muskelfleisch keineswegs unbedenklich verzehrbar.

Aus der Politik ist Vermischtes zu hören. Einerseits die Forderung nach einer ökologischen Landwirtschaft und von anderer Seite nach besserer Kontrolle des Viehfutters. Sterneköche wiederum schwören auf Fleisch höchster Qualität aus Argentinien, weil die Rinder dort statt Kraftfutter einfach nur Gras fressen.

Mit diesen wenigen Informationen und der Nachricht, daß sogar die lückenhaften BSE-Tests durch Schlachtung im benachbarten Ausland umgangen werden, komme ich zur festen Überzeugung, daß eine skrupellose und kriminelle Landwirtschafts-, Fleisch- und Futtermittelmafia am Werk ist, unterstützt von einem Landwirtschaftsminister, der Verantwortungsbewußtsein und Sachkenntnis höchstens in homöopathischer Verdünnung besitzt - eben ein Interessenvertreter der üblen Sorte, der das Blaue vom Himmel lügt, Hauptsache der Absatz stimmt.

Bei aller Tragik könnte BSE letztlich sogar zum Glücksfall werden, dann nämlich, wenn tatsächlich ein Umdenken beginnt, wenn Nahrungsmittelproduktion nicht einfach nur billig sein soll und dabei Naturbelastung und Tierquälerei seelenruhig in Kauf genommen werden.

Gruß
Wolfgang

Tabula rasa
klingt zwar einleuchtend, aber

wenn die Prionen sich unerkannt über den Schlachthof (Richtung Mensch) verbreiten können und alle Tiere infiziert sein können, die auch (gepanschtes) Kraftfutter gefressen haben, so wäre es zur Seuchenbekämpfung wirkungsvoller und konsequenter, alle Tiere zu töten (oder vom Schlachthof fernzuhalten), die dieses Futter dieses Herstellers bekommen haben. Das wird aber als nicht notwendig angesehen. Das wäre tabula rasa. Entweder - oder ?
Dass man auf Tests nicht vertrauen darf, ist klar.
Andreas

Raimund hat Recht, tabula rasa ist die einzige Möglichkeit die
Gefahr einer Seuchenausbreitung zu minimieren.
Momentan geht man davon aus, daß BSE vor allem über
Futtermittel (unerlaubt zugemischtes Tiermehl) übertragen
wird. Wenn also auf einem Hof ein Tier erkrankt, dann liegt
der Verdacht nahe, daß auch die anderen Tiere im Stall
kontaminiertes Futter gefressen haben und bereits erkrankt
sind. Die gängigen Tests können die Krankheit aber erst ab
einer gewissen Prionenkonzentration in Körpergeweben
nachweisen. Die notwendigen Prionenkonzentrationen werden aber
erst bei einem relativ weit fortgeschrittenen Stadium der
Vermehrung der Prionen im Tierkörper erreicht. Man will also
den denkbaren Fall vermeiden, daß ein Tier aus dem selben
Stall bei der späteren Schlachtung negativ getestet wird
(obwohl es infiziert ist) und damit in die Nahrungsmittelkette
gerät.
Ein weiterer Grund ist der, daß beim Zerlegen der Rinder in
den Schlachthöfen eine tierische Sauerei entsteht. So könnte
beim entfernen der relavanten Teile wie Rückenmark, Augen und
Hirn eines infizierten Tieres kontaminiertes Gewebe durch die
Gegend spritzen und gesundes Fleisch verseuchen. Außerdem sind
die Werkzeuge zum Zerlegen anschließend so kontaminiert, daß
sie selbst mit Natronlauge nicht sterilisiert werden können.

Alles in allem sind die Tests in den Schlachthöfen nur ein
Tropfen auf den heißen Stein. Sie bringen absolut keine
Sicherheit, sondern dienen nur der Verbraucherberuhigung.

Gruß
Tom

hallo, Andreas,
gerade weil man nicht weiß, wie BSE infiziert wird und weil BSE erst nach 3 jahren und dann nur am totem Tier nachzuweisen ist, hat man bisher die Tiere alle getötet. Jetzt kommt man (wieso eigentlich erst jetzt) auf die Idee, die Herde nicht zu töten, sondern zu beobachten. Ein weiser Entschluss!
Grüße
Raimund

Hallo Andreas!

Du hast natürlich recht. Die beste Lösung wäre natürlich, sämtliche Tiere zu töten die Futter eines Herstellers gegessen haben welches im Verdacht steht mit BSE kontaminierte Bestandteile zu enthalten. Aber Du weißt ja wie das mit der Politik und den schmerzhaften Entscheidung so ist, man versucht sich drum herum zu lavieren. Und einen Landwirt für 100 Rinder zu entschädigen ist halt viel billiger als einigen tausend Landwirte den Verlust ihrer Existenzgrundlage zu bezahlen. Money rules!
Es bleibt letztlich an uns Verbrauchern hängen, wie wir mit der ganzen Geschichte umgehen!

Gruß
Tom

Hi hier einen kleine Parodie an alle BSE Leser
liebe Kuh im Stalle,
wir alle, sind recht froh, daß ihr da auf dem Stroh,
schon für uns Menschen habt gesorgt,
ehe noch der Welt Anfang war,
für uns ein schönes Fleische wart,
bis zum BSE Zeitalter,
verfaßt im Jahr 3 oder 5 nach BSE
gruße von Unrin stein.

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