Warum tun Menschen Dinge die ihnen schaden

Hallo,

anpassen konnten. Außderdem haben wir durch Einsatz von
Technik und Medizin die Evolution quasi außer Kraft gesetzt.

Würde ich so nicht sagen. Ok, die Menschheit hat sich in den
letzten paar hundert Jahren (nicht tausend) weitaus schneller
entwickelt, wie in den letzten hunterttausend, wenn nicht
Millionen Jahren. Aber Grundlagen zu schaffen dauert halt
länger…

Eben. Evolutionsbiologisch gesehen unterscheiden wir uns
vom Menschen von vor 10T Jahren kaum.

Biologisch haben wir uns ständig angepasst, schau doch zum
Beispiel zu den „Handy-Kindern“, so schnell wie die mit :smiley:aumen die SMS tippen, wirst du es nie können.

Das ist doch bloß Übung/Training. Das hätten Jugendliche
vor 1000 Jahren auch gekonnt. Das hat rein gar nix mit
Evolution zu tun.
Dafür sind die Kinds absolut unfähig, eine Kuh
zu melken oder mit dem Bogen etwas zu jagen.

Und nicht nur da sieht
man die Entwicklung. War es vor paar hundert Jahren noch
möglich, das gesamte Wissen der Gesellschaft im Kopf zu
haben, so wird das heute, wenn überhaupt, nur in einem
speziellen, eng begrenzten Fachgebiet möglich sein.

Das ist einfach Quatsch. Das gesamte Wissen der Menschheit
hat nie jemand im Kopf haben können!
Wieviel wir uns an Wissen aneignen können, liegt ja nur
daran was und wiviel wir lernen.

Die Evolution wurde durch Technik und Medizin nicht außer
Kraft gesetzt, eher haben diese Sachen die Evolution
beschleunigt. Hin zu immer komplexeren Struktur.

Gesellschaftliche Strukturen haben erstmal wenig mit
biologischer Evolution tu tun.

Biologisch gibt es IMHO keine richtige Auslese mehr.
Durch die Möglichkeiten der Medizin können heute viele
Menschen mit gewissen körperlichen und auch geistigen
Nachteilen überleben und Kinder bekommen, die früher
einfach gestorben wären.
Auslese durch Hunger und Krankheiten gibts kaum noch,
weil durch die Absicherung in der Gesellschaft sogar
stark behinderte gut (über-)leben können.
Kinder werden nicht vorwiegend von starken und schlauen
gezeugt (ist eher umgekehrt, unterprivilegierte haben
meist mehr Kinder).

Gruß Uwi

Hi Gerold,

interessante Frage. Wer weiß, ob die Dinge die die Menschen tun, ihnen tatsächlich schaden? Meint das ein Betroffener oder Außenstehende? Beides kann richtig und falsch sein. Was für einen richtig und gut ist, kann für einen anderen falsch und schädlich sein.

Auch gibt es hier nicht nur einen Grund. Mangelnde Selbstliebe (ein ach so großes Wort), Kompensation, mangelnde Relexion, Autoaggression…

…essen zu viel

Wann ist zuviel zuviel? Wenn’s Fett ansetzt und nicht mehr der Norm entspricht? Langeweile, Ersatz, Gefühle betäuben, Gewohnheit…

…verplempern ihre Lebenszeit vor dem Fernseher

Was kennzeichnet ein erfülltes Leben? Manchen mag das reichen. Fernsehen hat auch was mit weg sehen zu tun, sich ein Stück weit auch mit sich selbst nicht beschäftigen wollen. Lieber im Fernsehen die heile Welt sehen oder sonstwie ablenken lassen, weil man sich nicht mit den Härten des täglichen Lebens auseinandersetzen mag oder gar nicht kann.

…kaufen Dinge um sie kurz später wieder wegzuwerfen

Kaufsüchtige tun das in aller Regel um sich was Gutes zu tun, um sich zu trösten. Im Moment des Kaufens geht es ihnen gut, doch hinterher wenn sie spüren, dass sie „eigentlich“ was anderes gewollt hätten, wird das gekaufte Objekt uninteressant. Kaufen als Ersatzbefriedigung ist wohl aktuell auch noch eher Frauensache. Männer sollen jedoch langsam nachziehen.

…verplempern ihr Geld in der Spielbank

Thrill. Nervenkitzel. Dekadenz… Wunsch (noch) reicher zu werden.

…fahren riskant

Geschwindigkeitsrausch? Imponiergehabe?

Seltsamer Weise empfinden wir (die Menschen) bei all diesen
Tatägkeiten auch ein Lustgefühl.
Ok es heisst man soll die Jahre mit Leben und nicht das Leben
mit Jahren ausfüllen, abr dafür sich selber Schaden zufügen !?
Ist da biologisch was falsch gestrickt, oder was meint Ihr?

Auch hätte ich was ganz anderes schreiben können. Ich denke, das läßt sich nur sehr bedingt so pauschal beantworten, auch wenn ich Deine Frage verstehe und gut finde. Richtiger fände ich es sich ein konkretes Leben anzusehen und dann zu schauen, ob der Mensch es verplempert, ob er sich selbst Schaden zufügt. Bzw. der Mensch muss das selbst möglichst neutral machen. Denn es ist sein Leben und nur er kann bestimmen, was für ihn lebenswert ist und was er als vergeudet ansieht oder sogar als selbstschädigend. Wie schon erwähnt, was für einen schädlich ist, kann für einen anderen ja gerade richtig sein.

Ciao,
Romana

Hallo Anja und Tychi,

Von Spinoza (Ethik) kenne ich
„Ich sehe das Gute und billig es aber dem Schlechten folge ich
nach“
Aus dem Gedaechtnis zitiert, daher vielleicht nicht korrekt.

das ist auch eine Übersetzungsfrage:
Original: „Video meliora proboque, deteriora sequor“
Meiner-Übersetzung: „Ich sehe das Bessere und billige es, dem Schlechtern aber folge ich“
Spinoza, Ethik, IV, Propositio XVII, Scholium

Diese Formulierung geht aber wohl nicht auf ihn zurueck,
sondern er
zitiert ihn (ohne Quellenangabe)

Spinoza zitiert nach Ovid, Metamorphosen VII, 20
http://www.costarelli.de/carlo/zitate_latein.htm
was er selbst aber nicht angibt, sondern nur von „unde illud poetae natum“ spricht, also von „jenes Dichterwort“.

der Spruch findet sich angeblich aber auch in einem Brief des Apostels Paulus (laut Moreau, Spinoza et le Spinozisme, p. 102)
Dies ist dort aber weder belegt, noch kann ich es belegen.

, um von ihm ausgehend Aspekte
seiner
Affektenlehre zu erklaeren (glaube ich).

Spinoza zum Grund der Zitation: „… weil es nötig ist, außer der Macht (potentia) ebensosehr die Ohnmacht unserer Natur zu kennen, um bestimmen zu können, was die Vernunft im Mäßigen der Affekte vermag“

Viele Grüße
franz

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Hallo Franz

Schoen, dass du meine vagen Angaben ausfuehrlicher dargelegt hast.
Jetzt wissen wir es relativ genau.

Gruss, Tychi