Hallo Leute!
Ich hab mal eine Frage: Warum war Goethe kein Aufklärer?
mfg Karina
Hallo Leute!
Ich hab mal eine Frage: Warum war Goethe kein Aufklärer?
mfg Karina
Göthe als Politiker im Widerspruch zur Aufklärung
Guten Tag, Karina
Göthe im Sturm und Drang - kein Aufklärer:
„… Die jetzt folgenden Jahre bezeichnet man als „Sturm- und
Drangzeit“, in der man mehr das Gefühl betonte als den Verstand, wie
in der vorhergegangenen Aufklärung. …“
Der Göthe der Klassik - ein ‚abgeklärter‘ Aufklärer:
„… Mit Goethes Reise nach Italien (1786-88) begann seine
„klassische“ Periode. Die Dramen dieser Jahre wie „Iphigenie“ und
„Torquato Tasso“ betonen nicht mehr allein das Gefühl. Vielmehr soll
das Gefühl vom Verstand gebändigt und veredelt werden. So soll sich
der Mensch zu einem sittlich immer vollkommeneren Wesen
entwickeln. …“
Göthe im Dienst (als Premierminister) eines absoluten Herrschers -
nicht der Platz für die freien Gedanken der Aufklärung:
„… 1775 berief der junge Herzog Karl-August von Weimar Goethe als
Minister an seine Residenz. Für den Dichter begann jetzt ein Leben
strenger Pflichterfüllung im Dienst des kleinen Herzogtums. …“
http://www.derweg.org/mwberdeu/goethe.htm
Eine eher unglaubwürdige Wertung:
„Goethe hat die Aufklärung in sich aufgenommen, ohne seine
Eigenständigkeit aufzugeben. Er besaß eine sensible
Wahrnehmungsfähigkeit und hatte eine breite Bildung. Er war ein Mann
der Ordnung, Gesetzestreue und Schicklichkeit. … Vom Widerspruch
der Aufklärung hat er gewußt, deshalb steht am Ende der Aufklärung
eine unvergleichliche Synthese, die nicht wiederholbar ist.“ (Prof.
Vierhaus, Göttingen)
http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/82/82_3/goet…
Mit freundlichem Gruss
Rolf
Goethe kein Aufklärer?
Hallo,
Karina!
Ich seh das so:
Wenn man den „Erlkönig“ liest, dann erlebt man das Scheitern der rein rationalen Aufklärung mit: Der Vater kann sagen und erklären, was er will, und er hat ja recht, aber „der Sohn in seinen Armen“ stirbt trotzdem.
Gegenüber der erlebten Wahrheit (kann man heute sagen: der „gefühlten“ Wahrheit?) hat die bloß rationale Erklärung keine Chance. In dem Gedicht geht es um die Frage nach einer nicht-nur-rationalen Pädagogik; aber das kann man weiterführen in andere Bereiche und findet viele Äußerungen Goethes über das Ungenügen des rein Rationalen (bis hin zur - komisch gemeinten? - Antwort Fausts auf die Frage Gretchens, wie er es mit der Religion halte: „Gefühl ist alles“).
Gruß!
H.