Warum werden an Halloween Süssigkeiten verteilt?

hallo zusammen,

jetzt steht ja mal wieder halloween und dementsprechend auch die kinder vor der tür.
was der hintergrund dieser "feier" ist, ist mir schon klar (auch wenn ich mehr der St. martin fan bin), aber keiner kann mir sagen, warum die kinder zum süsigkeiten-betteln geschickt werden.
also, warum werden süsigkeiten verteilt?

gruß

markus
Re: halloween wird süß
Hallo, Markus!


Eine Möglichkeit, die in dieser Nacht auf der Erde umgehenden Geister der Toten davon abzuhalten, in die Häuser zu kommen und Unheil anzurichten, war es, Esswaren vors Fensater oder in den Vorhof zu stellen.
Man nimmt nun an, dass die armen Leute der Ortschaften das Recht hatten, diese Lebensmittel in der Nacht zu holen. Dabei haben diese sich hinter Tüchern oder Larven unkenntlich gemacht, um nicht erkannt zu werden.
Diese Gaben waren also eine Art "Sozialabgabe", ähnlich wie das Heischesingen an Dreikönig oder das "Quempas"-Singen. In manchen Gegenden gab es ein Verbot für reiche Leute und dren Kinder, an solchen Umzügen teilzunehmen.
In Zeiten allgemeinen Wohlstands wurde ein Kinderspaß daraus. Und die Lebensmittel wurden auf Süßigkeiten beschränkt. Das hat sich offensichtlich in den USA so entwickelt, wo aus dem ursprünglich recht schaurigen Brauch eine Belustigung wurde.

Gruß Fritz
Re^2: halloween wird nass
Servus Fritz,

hierzu ein Bericht aus den 1980er Jahren aus Bolivien: Dort findet die gleiche Vermischung von Allerseelen und Allerheiligen statt wie bei uns, aber lustiger: Das Dorf trifft sich auf dem Friedhof, auf den Gräbern versammelt wird ausführlich gegessen und getrunken und schön geklampft und gesungen. Der Schluck & Bissen, der auch sonst für Hans im Keller ausgegeben wird, soll dabei besonders aufmerksam zelebriert werden.

Verpflegung der Seelen der Vorfahren also, wie südlich des Sahel und auch sonst vielerorts seit dem Neolithikum.

Die Grablaternen bei uns (und natürlich die Hymne an den Zenträu von Wolfgang Ambros) dürften ein Überrest von dieser Speisung der Seelen der Vorfahren sein.

Aus dem rumänisch-orthodoxen Raum ist mir empfohlen worden, die Seele eines frisch Verstorbenen zu atzen, indem man innerhalb der ersten sechs Wochen nach dessen Tod einer älteren Person, die selber nicht mehr so lange hat, eine Flasche mit Quellwasser schenkt - womit wir uns per rondo con variazione wieder bei den Kelten und ihrer Wasserverehrung befinden...


Sey gegrüszt!




MM
dankeschön (owt)