Warum werden an Straßen immer Bäume gepflanzt?

Zumindest in Deutschland werden an fast jede neue Straße Bäume gepflanzt.
Ist doch eigentlich gefährlicher für die Autofaher.
Ich find schön aber ist Optik der einzige Grund?

Gruß
Giskard

Moien

Zumindest in Deutschland werden an fast jede neue Straße Bäume
gepflanzt.
Ist doch eigentlich gefährlicher für die Autofaher.
Ich find schön aber ist Optik der einzige Grund?

Stabilisierung des Untergrund. Je nach Region und Boden kann es sinnvoll sein neben den normalem Untergrund sich natürliche Unterstützung zu holen.

Nicht jede Baumart ist dafür zu gebrauchen und oft würde es auch ohne gehen. Bestimmte Bäume drücken auch die Strassendecke hoch… Und in manchen Kreisen wird immer und überall aus Prinzip gepflanzt, egal wie der Boden aussieht. Das ist dann was anderes.

cu

Hallo Giskard,
Optik (Landschaftsbild) erkennst du an. Also kein Thema.
Es ist gefährlicher für die Bäume. Die springen nicht von dem ihnen zugewiesenen Platz.
Über Ökologie möchtest du eventuell nichts hören wollen.
Nun gut, dann reden wir von den technischen Vorteilen.

  • An Bäumen erkennt man nach starkem Schneefall die Fahrbahn.
  • Bäume beschatteten die Fahrbahn, so dass sich der Asphalt nicht übermäßig durch Sonneneinstrahlung erwärmt. Temperaturunterschiede des Straßenkörpers werden abgeschwächt. Es geht also auch um Rissbildung und nicht nur darum, dass sich der Asphalt auf die Reifen wickelt oder wellenförmig verteilt wird. Aus einem Haarriss wird im Winter ein (Schlag-)Loch.

Wer seine Geschwindigkeit nicht anpasst, weil ihm Bäume zu wenig mächtig erscheinen, fährt auch sonst schneller und erwischt früher oder später andere Verkehrsteilnehmer. Da wird lieber etwas Rinde von einem Baum geopfert. Die Gehölzwertermittlung nach Koch ist den Versicherungen bekannt.

Bei Neuanpflanzungen an Straßen sind die Abstände oft größer als früher (wenn es denn mit dem Grunderwerb klappt). Das liegt nun nicht an der Ideologie des ADAC aus den 70ern, der alle Alleen beseitigen wollte. Es gibt sogar ökologische Zwänge. Wenn ein Vogel aus einem Busch/Baum fliegt, soll er noch Zeit haben, sich zu orientieren, bevor es Platsch macht.

Das Verhältnis Baum, Straße, Ökologie, Landschaftsbild usw. ist ein Kompromiss. Intelligente Wesen haben den Vorteil, sich anpassen zu können.

Ich möchte noch anmerken, dass auch in Deutschland nicht an fast jede Straße Bäume gepflanzt werden. Ich kenne Straßenabschnitte, wo nach Abholzung nicht nachgepflanzt wurde und ich kenne Straßenabschnitte, die sich zu Alleen entwickeln.

Ich habe hier einiges überspitzt, aber nicht grundsätzlich falsch dargestellt. Falls dich andere Aspekte interessieren, dann frage bitte.
Grüße
Ulf

Hallo,

also ersten werden längst nicht mehr überall an den Straßen Bäume
gepflanzt…und zweitens hat das Primär „Strategische“ Gründe…:smile:
Bäume haben genau wie zum B. Menschen eine Wärme-Signatur…
(neben dem rein „optischen“ Tarnen) können sie so marschierende
Militär-Verbände „Tarnen“…
Wie Vietnam den Amis schmerzlich beigebracht hat,ist High-Tec nicht alles…

Hallo Ulf

Für diesen Artikel würde ich dir gerne einen Punkt geben, aber ich
darf es noch nicht. Bin noch nicht solange dabei. Der fragende und
der Rest von www sollte sich deinen Artikel ausdrucken und mehrfach durchlesen.
Ich wünsche mir weiterhin so gute Antwortartikel, Kreativität und Sachverstand.
Meine Antworten sind auch nicht die Besten,aber ich gebe mir Mühe.

Grüße

Jan

Hallo,

Bäume haben genau wie zum B. Menschen eine Wärme-Signatur…
(neben dem rein „optischen“ Tarnen) können sie so
marschierende
Militär-Verbände „Tarnen“…

Hast Du schon mal auf einem IR-Bild eine Menschengruppe unter einzelnen Bäumen gesehen, die sich am besten auch noch bewegt? Im Sommer im dichten Wald hat man da vielleicht eine Chance…

Beste Grüße
Guido

Hallo Ulf,

ich gebe Dir in vielen Sachen grundsätzlich Recht. Aber:

Optik (Landschaftsbild) erkennst du an. Also kein Thema.

Wer achtet denn darauf, ob die Bäume direkt an der Straße stehen oder wo anders, z.B. ein einige Meter weiter (Falls kein Feld im Wege)?

Es ist gefährlicher für die Bäume. Die springen nicht von dem
ihnen zugewiesenen Platz.

Richtig. Die machen aber auch keinen Platz, wenn man mal die Straße verlässt (Reifenplatzer, plötzliches Glatteis etc.).

Über Ökologie möchtest du eventuell nichts hören wollen.

Dazu müssen die nicht dicht an der Straße stehen.
Die Beseitigung eines Unfalles ist nicht sehr ökologisch, nicht nur deswegen sollte man die möglichst vermeiden.

Wer seine Geschwindigkeit nicht anpasst, weil ihm Bäume zu
wenig mächtig erscheinen, fährt auch sonst schneller und
erwischt früher oder später andere Verkehrsteilnehmer. Da wird
lieber etwas Rinde von einem Baum geopfert. Die
Gehölzwertermittlung nach Koch ist den Versicherungen bekannt.

Makaber aber leider oftmals wahr: Viele Bäume vermeiden, dass unbeteiligten Menschen ein Schaden zugefügt wird.
Bleibt noch die Frage, was ist nicht angepasste Geschwindigkeit? Ich bin mal auf einer Allee mit 70km/h (erlaubt ist 100 km/h) auf Glatteis gefahren. Wenn man rund eine Stunde über diverse nasse Straßen fährt, rechnet man irgendwann kaum noch mit Glätte und wird überrascht. Ich habe es zum Glück ein paar 100m vor der nächsten Kurve gemerkt.

Bei Neuanpflanzungen an Straßen sind die Abstände oft größer
als früher (wenn es denn mit dem Grunderwerb klappt). Das
liegt nun nicht an der Ideologie des ADAC aus den 70ern, der
alle Alleen beseitigen wollte. Es gibt sogar ökologische
Zwänge. Wenn ein Vogel aus einem Busch/Baum fliegt, soll er
noch Zeit haben, sich zu orientieren, bevor es Platsch macht.

Von neu erbauten Bundesstraßen mal abgesehen kenne ich nahezu keine Allee, wo die Bäume wirklich weit genug entfernt stehen.

Das Verhältnis Baum, Straße, Ökologie, Landschaftsbild usw.
ist ein Kompromiss. Intelligente Wesen haben den Vorteil, sich
anpassen zu können.

Zumindest, wenn nichts unvorhersehbares passiert.

und ich kenne Straßenabschnitte, die sich zu Alleen
entwickeln.

Da ist ja grade die Gefahr.

Beste Grüße
Guido

Hallo Guido,

ich rede nicht von einzelnen Bäumen…:smile:

Sondern von Alleen (wie sie in der EX-DDR zum Beispiel) noch bestehen…

da nützt ein IR-Scanner nix…

Hallo Giskard,

Ist doch eigentlich gefährlicher für die Autofaher.
Ich find schön aber ist Optik der einzige Grund?

Ich finds auch schön. Und ich finde es aber auch nicht übermäßig gefährlich. Wer die Straße nicht als Rennstrecke benutzt, kommt mit den Bäumen doch zurecht und braucht kein Kiesbett.
Wirklich gefährlich sind Leitplanken. Motorradfahrer sind z.B. bei Reifenschaden oder anderen technischen Problemen oder auch z.B. wegen Bauer Lindemanns Ablagerungen mehr sturzgefährdet als Autofahrer. Sind in diesem Fall Leitplanken vorhanden, endet auch ein sonst relativ harmloser Sturz an den Stützen der Leitplanken mit abgetrenntem Kopf und ähnlich unangenehmen Begleiterscheinungen. Gelegentlich angebrachte Schaumstoffpolster haben da nur Alibifunktion. Da könnte man auch an den Straßenbäumen 5cm Schaumstoff davorkleben. Wichtiger als die Baumdiskussion finde ich deshalb entweder eine zweite Leitplanke unter der vorhandenen an den Stützen anzubringen. Das verhindert auch des gelegentliche völlige Zerlegen der Leitplanke durch Autos (mit den entsprechend schlimmen Folgen wegen durch das Auto rassierender Leitplankenreste). Oder aber man spart die Leitplanken abseits der Autobahn ganz ein, das wäre wohl sicherer.
Ein Sturz kann zwar auch am Straßenbaum mit schlimmen Folgen enden, aber gegen die Fleisch und Knochen häckselnden scharfkantigen U-Profil-Stützen an den Leitplanken sind Bäume doch recht harmlose Zeitgenossen.

Gruß
schubtil