Hi !
Folgendes: Warum herrscht in unseren Breiten eigentlich Westwind-Wetter? Warum nicht zB. Ostwetter?
Hängt das mit der Erddrehung zusammen? Wenn ja, dann ist das für mich unverständlich, da sich doch die Atmosphäre mit der Erde „mitdreht“!?
Was Du unter Westwind Wetter verstehst ist mir nicht so ganz klar. Wenn Du meinst, warum der Regen so häufig von Westen kommt, liegt das ganz einfach daran, daß die Entfernung bis zum Meer in Richtung Westen viel kürzer ist als biszu großen Wasserflächenim Osten. Dazu kommt noch der Golfstrom, der feuchte warme Luft von Westen nach Nordosten transportiert.
Folgendes: Warum herrscht in unseren
Breiten eigentlich Westwind-Wetter? Warum
nicht zB. Ostwetter?
Hängt das mit der Erddrehung zusammen?
Wenn ja, dann ist das für mich
unverständlich, da sich doch die
Atmosphäre mit der Erde „mitdreht“!?
In unseren Breitengraden ueberwiegt eine
Stroemung von West. In den gleichen Breiten
der Suedhalbkugel ist das genauso. Ausloeser
sind Rotation und natuerlich auch die
Staerke der Sonneneinstrahlung zw. Aequator
und Pol. Richtig ist auch, dass sich die
Atmosphaere mitdreht. Entscheidend ist die
sogenannte Coriolis-Kraft (entsteht durch
Erdrotation), die die Rotationsrichtung
der Hoch- und Tiefdruckwirbel festlegt.
Ganz grob stelle ich mir das so vor. Die
Pole sind kalt, der Luftdruck dort hoch.
Am Aequator herrscht starke Aufheizung, die
Luft steigt auf, es entstehen Tiefs. Die
Zirkulation zwischen beiden geschieht aufgrund der Erdrotation nicht direkt
sondern abgelenkt. Daher schon mal kein
Nord- oder Suedwetter. Warum West? Ich
denke, letzten Endes eine Folge der
Rotationsrichtung der Erde (vermittelt ueber
die Corioliskraft).
Aha ! Aber…
Hi Gandalf !
Die Erklärung scheint einleuchtend. Heißt das aber, dass insgesamt auf der Erde nicht Westwetter vorherrscht, sondern dies je nach Lage und Entfernung Kontinent-Meer unterschiedlich ist? Wie ist das eignetlich in Nordamerika mit den Strömungslagen?
Durch die Corioliskraft entsteht in Aequatornaehe der Nordost- bzw. Suedost-Passat, der, wie der Name schon sagt, von Osten kommt. Dies stimmt auch mit der theoretischen Wirkung der Corioliskraft ueberein. Aber warum weht bei uns der Wind meist aus West? Das weiss ich leider nicht. Bin auch interessiert!
Ciao, Juergen
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deine annahme ist ganz richtig.
je nach lage herrscht eine andere vorherrschende (also überwiegend auftretende)windrichtung.
zwischen dem 30.ten und 60.ten breitengrad herrscht tendenziell westwind.
zwischen dem äquator und dem 30.ten breitengrad herrscht tendenziell ostwind.
zumindest auf der nordhalbkugel.
auf der südhalbkugel ist es dann umgekehrt.
Hallo!
Die Antwort von MEB mit dem Druckausgleich zwischen den Polen und dem Äquator stimmt im Prinzip, der von anderer Seite kommende Gedanke, daß es von Westen her regenet, weil das Meer nähger ist, stimmt nicht. Was wäre z.B. mit New York, auch Westwindzone? Zum Thema: Die am äquator aufsteigende Luft steigt nicht erst an den Polen ab, sondern schon recht nahebei, nämlich über den subtropischen Trockengebieten (Dauerhoch…). Es ist, salopp gesagt, ein Platzproblem: An den Polen ist zu wenig Platz zum Absteigen dieser riesigen Luftmassen, der Hauptteil zirkuliert auf kurzem Wege. Beim Auftreffen auf die Erdoberfläche wird ein Teil auch nach Norden gedrückt - kein Problem, denn weiter nördlich kann die Luft wieder aufsteigen, besonders leicht, nachdem sie sich über dem Meer mit Feuchtigkeit vollgesogen hat. Das sind unsere meist dauerregenbringenden Winde aus südlichen Richtungen. Hier treffen sie auf kalte Luftmassen, die über den Polarbebieten absteigen und dann auch irgendwohin ausweichen müssen. Damit kommt es zu unseren „Fronten“, die das Aufsteigen der feuchteren Südluft beschleunigen. So regenträchtig wie die Situation am Äquator ist das Aufsteigen feuchter Luftmassen bei uns zwar nicht, aber es reicht, daß sich der Prozess auch hier verselbständigt (indem bei der Regenbildung in aufsteigender, in kältere Höhen gelangender Luft Wärme frei wird, die Luft dadurch noch schneller aufsteigt, usw…). Dieser Prozess in den Tiefs als unseren Wettermotoren wirkt wie ein Staubsauger nach oben, ständig wird Luft angesaugt, die vor allem aus dem Süden wie oben begründet nachfließt. Wieso haben wir hier aber keine Südwindzone? Jetzt kommt die Coriolis-Kraft ins Spiel. Um das verständlich zu machen, versetztman sich am besten in die Lage eines „Luftteilchens“, das dem Sog entsprechend nach Norden „fliegt“. Es dreht sich mitsamt der Erde nach rechts(wir fliegen nach Norden…). Nach Norden hin wird die Drehgeschwindigkeit aber immer geringer (bis Null am Pol). Ich rausche also mit meiner Massenträgheit nach Norden und die Erde dreht sich im Gegensatz zu mir immer langsamer nach rechts. Von der Erde aus gesehen drifte ich Luftteilchen also nach rechts ab und immer weiter nach rechts. Im Detail müßte man sich noch um die Drehbewegung der Tiefs kümmern (entsteht aus diesem Effekt ebenfalls), aber in der Summe aller Teilbewegungen reicht das zur Erklärung. Aus der Nordbewegung ist nach Rechtsablenkung eine Westbewegung geworden.