Warum wollen Makler meine Anschrift?

Hallo zusammen,
mir ist aufgefallen, dass viele Makler unbedingt (!) meine Anschrift haben wollen, wenn ich nur nach weiteren Infos frage (Exposé, evtl. Besichtigung).
Im Zeitalter der Daten-Unsicherheit bin ich nicht darauf erpicht, meine komplette Adresse 10 oder 20 Maklern zu übermitteln, deren Seriosität ist nicht überprüfen kann. Schliesslich kann ich meine Daten auch nicht mehr zurückholen, wenn mir nach Durchsicht des Exposés das Objekt nicht zusagt.
Ein Makler, den ich danach fragte, faselte irgendwas von „rechtlich“ und „Vorschriften“…
Meine Frage: Dürfen Makler meine Anschrift als Voraussetzung verlangen, mir ein Exposé per Mail zu schicken?

Danke und viele Grüße,
Ulrike

hallo,

da du beim makler informationen (in der regel wohl: einen ordnungsgemäßen objektnachweis) bestellst, muss er doch wissen, an wen er die rechnung schicken kann, wenn diese informationen für einen vertragsabschluß verwendet werden.

—> dann dürfte in der regel die den unterlagen zu entnehmende nachweisprovision verdient sein.

lg dev

Meine Frage: Dürfen Makler meine Anschrift als Voraussetzung
verlangen, mir ein Exposé per Mail zu schicken?

Warum sollte er Dir eines schicken, wenn er nicht weiß, mit wem er es zu tun hat ? Er will schließlich sicher sein können, seine Courtage zu erhalten, wenn es zu einem Vertragsabschluß kommt.

Hallo Dev,
danke für Deine schnelle Antwort!
Ich verstehe ja, dass der Makler sein Geld haben will - soll er auch, wenn’s dazu kommt. Aber von „ich möchte mal einen Grundriß haben“ bis zum Vertrag ist es ja ein ganzes Stück, und in einer Phase, wo ich viele Angebote studieren will, müsste ich auf diese Weise „die Welt“ mit meinen Daten spammen.
Hmmm…

Viele Grüße,
Ulrike

Hallo,

sieh es mal andersrum. Da hat ein Makler viel Mühe und Geld in ordentliche Objektbeschreibungen investiert, und weiß natürlich, dass es ein Volkssport ist, Makler um ihre Courtage zu bringen. D.h. er muss davon ausgehen, dass jeder nur zu gerne versuchen wird, das ihm geeignet erscheinende Objekt dann ohne Makler zu erhalten. Entsprechende Fragen, wie dies geht, findet man auch hier regelmäßig. Insoweit ist es nur zu verständlich, dass der Makler schon beim ersten Kontakt eine „ladungsfähige Anschrift“ haben will, unter der er ggf. seinen Anspruch auf Entlohnung durchsetzen kann. Denn wenn er später versucht diese zu bekommen, wird er nur zu oft vor verschlossenen Türen stehen, und man ihm erzählen, dass man ihn überhaupt nicht kenne, und das Objekt auf anderem Wege kennengelernt habe.

BTW: Der Makler sitzt in der Situation natürlich auch rein faktisch am längeren Hebel. Er rückt das Angebot an den raus, dem er es geben will, und setzt die Bedinungen unter denen er dies tut selbst fest. Er ist ja nicht verpflichtet, überhaupt irgendwem ein Angebot zu unterbreiten.

Gruß vom Wiz

Hallo,

Hallo Wiz,

sieh es mal andersrum. Da hat ein Makler viel Mühe und Geld in
ordentliche Objektbeschreibungen investiert,

„ordentlich“ sind meiner Meinung nach die meisten Objektbeschreibungen nicht, da es meist an Mühe mangelt und im Hinblick auf die Courtage das Preis- Leistungsverhältnis oftmals sehr zu wünschen übrig lässt

und weiß
natürlich, dass es ein Volkssport ist, Makler um ihre Courtage
zu bringen.

Warum denn wohl?

D.h. er muss davon ausgehen, dass jeder nur zu
gerne versuchen wird, das ihm geeignet erscheinende Objekt
dann ohne Makler zu erhalten.

Wieso denn?

Entsprechende Fragen, wie dies
geht, findet man auch hier regelmäßig

Wieder warum?

Insoweit ist es nur zu
verständlich, dass der Makler schon beim ersten Kontakt eine
„ladungsfähige Anschrift“ haben will, unter der er ggf. seinen
Anspruch auf Entlohnung durchsetzen kann.

Warum spricht denn obiger Makler von „rechtlich“ und „Vorschrift“? Antwort: Weil er vielleicht ahnt, dass seine finanziellen Forderungen nicht im Einklang zur erbrachten Leistung stehen?
Er kann doch die Wahrheit sagen.

Denn wenn er später
versucht diese zu bekommen, wird er nur zu oft vor
verschlossenen Türen stehen, und man ihm erzählen, dass man
ihn überhaupt nicht kenne, und das Objekt auf anderem Wege
kennengelernt habe.

wundert mich nicht…

BTW: Der Makler sitzt in der Situation natürlich auch rein
faktisch am längeren Hebel. Er rückt das Angebot an den raus,
dem er es geben will, und setzt die Bedinungen unter denen er
dies tut selbst fest. Er ist ja nicht verpflichtet, überhaupt
irgendwem ein Angebot zu unterbreiten.

Wovon will er dann leben- Angebote unterbreiten ist seine Profession.

Gruß vom Wiz

Viele Grüße
Marianne

Guten Morgen Marianne,

niemand zwingt einen Wohnungssuchenden eine Wohnung oder auch ein Haus über einen Makler zu suchen. es gibt ausreichend freie Angebote auf dem Markt. Dass man dann vielleicht nicht seine Traumwohnung/ Traumhaus findet ist Pech, aber man spart ja nun auch einiges an Geld ein. Wenn man aber den Eindruck hat, ohne Makler etwas zu verpassen, dann muss man einen beauftragen bzw. sich von solchen Angebote schicken lassen und kann sich m. E. im Nachhinein nicht über die Courtage beschweren…

„ordentlich“ sind meiner Meinung nach die meisten
Objektbeschreibungen nicht, da es meist an Mühe mangelt und im
Hinblick auf die Courtage das Preis- Leistungsverhältnis
oftmals sehr zu wünschen übrig lässt

Das ist sicher zum Teil auch Ansichtssache - aber wenn ich schon keinen entsprechenden Marktüberblick habe, dann reicht ja eigentlich schon die Adresse (ggf. noch mit buntem Bildchen und Kurzbeschreibung) aus, damit ich mir ein eigenes Bild machen kann. Und das ist auch schon eine Vermittlung.

und weiß
natürlich, dass es ein Volkssport ist, Makler um ihre Courtage
zu bringen.

Warum denn wohl?

Ja, warum wohl? Weil es anscheinend um sich greift, Leistungen in Anspruch zu nehmen ohne Gegenleistungen dafür zu erbringen? Über die Kosten eines Maklers ist man ja im Vorfeld informiert…
Als wir eine Wohnung/ Haus gesucht haben, haben wir uns sehr viele Objekte über diverse Makler angesehen und alle haben Exposes übersandt (mehr oder weniger ausführlich) und keiner hat dafür Geld verlangt (und auch von uns nicht erhalten). Das wir letzlich dann unser Haus doch ohne Makler gefunden haben, war für uns natürlich ein Glücksfall, aber wenn nicht, hätten wir die entsprechende Courtage ohne Murren gezahlt. Denn die Leistungen haben wir ja auch in Anspruch genommen.

D.h. er muss davon ausgehen, dass jeder nur zu
gerne versuchen wird, das ihm geeignet erscheinende Objekt
dann ohne Makler zu erhalten.

Wieso denn?

s. o., siehe diverse Postings in diesem Brett

BTW: Der Makler sitzt in der Situation natürlich auch rein
faktisch am längeren Hebel. Er rückt das Angebot an den raus,
dem er es geben will, und setzt die Bedinungen unter denen er
dies tut selbst fest. Er ist ja nicht verpflichtet, überhaupt
irgendwem ein Angebot zu unterbreiten.

Wovon will er dann leben- Angebote unterbreiten ist seine
Profession.

Das soll mal nicht das Problem des Wohnungs- oder Haussuchenden sein. Allenfalls ist das ein Problem zwischen Makler und Verkäufer bzw. Vermieter. Deshalb lässt sich der Makler nun auch im Vorfeld Adresse etc. geben. Er sitzt nämlich trotz seiner Profession da eher am längeren Hebel als der Suchende. Außerdem will der Vermieter/ Verkäufer ggf. auch einen Überblick VOR Besichtigung haben, wer sich alles für seine Immobilie interessiert und auch an wen die Unterlagen herausgegeben werden (ich würde es in jedem Fall haben wollen).

Lieben Gruß

Trillian

Guten Morgen,

Meine Frage: Dürfen Makler meine Anschrift als Voraussetzung
verlangen, mir ein Exposé per Mail zu schicken?

Ja. Der Kunde hat die Wahl, ob er darauf eingeht oder nicht.

Vertriebsstrategien sind unterschiedlich. Letztendlich wird diese je nach (Miss-)Erfolg entsprechend angepasst.

Gruß
Der Franke

Hallo,

„ordentlich“ sind meiner Meinung nach die meisten
Objektbeschreibungen nicht, da es meist an Mühe mangelt und im
Hinblick auf die Courtage das Preis- Leistungsverhältnis
oftmals sehr zu wünschen übrig lässt

„Meist, meist, oftmals, …“ Ich weiß nicht, wieviel Erfahrung Du mit Maklern hast. Ich habe beruflich oft mit Maklern zu tun. Es gibt bessere und schlechtere, und dies gilt für alle anderen Branchen auch. Daher kann ich mit Leuten wie Dir, die sich lt. ViKa offensichtlich einen Kreuzzug gegen eine bestimmte Berufsgruppe auf die Fahne geschrieben haben, nichts anfangen. Gerade habe ich erst in einem Fall einen nichtsnutzigen Makler rausgeworfen, dafür eine sehr engagierte andere Maklerin gefunden. Wirklich ein Aushängeschild ihres Berufsstandes. Such is life. Deiner Logik folgend dürfte ich jetzt also die engagierte neue Maklerin um ihr Geld bringen, weil der Kollege vorher schlechte Arbeit geleistet hat, oder? Merkst Du eigentlich gar nicht, welchen Unsinn Du hier verzapfst?

und weiß
natürlich, dass es ein Volkssport ist, Makler um ihre Courtage
zu bringen.

Warum denn wohl?

Weil Makler in der ziemlich blöden Situation stecken erst mal massiv in Vorleistung treten zu müssen, und dann unter sehr schwieriger Beweislage versuche müssen, ggf. dann an ihr zu Recht verdientes Geld kommen zu müssen. Da rennen Leute zu fünf Maklern, lassen sich von denen x-Wohnungen zeigen, und stapelweise Unterlagen aushändigen, und dummerweise kaufen die dann nur eine Wohnung. Vier Makler gehen leer aus, und der eine muss mit der einen Vermittlung die Kosten der Vorstellung von x-Objekten abdecken. Soviel zur Höhe der Courtage, denn längst nicht jedes Objekt wird ein Makler dann auch los. Und dann hat der eine Käufer nichts besseres zu tun, als die ganze Sache gratis und umsonst haben zu wollen. Das findest Du wirklich OK?

Es wird niemand gezwungen ein Objekt über einen Makler zu erwerben. Es gibt genug auf dem Markt, was ohne Makler angeboten wird. Aber wenn ich nunmal unbedingt ein Objekt haben möchte, was mir ein Makler vermittelt hat, dann muss ich den auch bezahlen. So steht es im Gesetz, und damit ist das Thema erledigt.

Gruß vom Wiz

Huch,
da habe ich wohl in ein Wespennest gestochen…
Lieber Wiz,
wir haben unterschiedliche Ansichten. Das akzeptiere ich.
Bitte beachte eine der Richtlinien hier im Forum: Sei freundlich und auf keinen Fall beleidigend!
„Merkst Du eigentlich gar nicht, welchen Unsinn Du hier verzapfst?“ ist für mich beleidigend.
Gruß
Marianne