Warum zahlen wir für die Zypern- Krise?

Erst haben wir für die Griechen bezahlt und jetzt sollen wir auch für Zypern bezahlen! Findet Ihr das etwa fair und woher nehmen unsere politiker überhaupt die rechtlichen Grundlagen?

danke für eure Antworten!

lg

Meiner Meinung nach ist das gesamte System der Europäischen Union völlig verworren und aus dem Ruder gelaufen. Egoistische Umtriebe und unverhohlene Abzockermentalitär wurden viel zu lange geduldet und kleingeredet. Hier zeigt sich brutal eine Schwäche der Demokratie: um wiedergewählt zu werden möchte niemend konsequent durchgreifen.
Der Begriff „Solidarität“ wurde hemmungslos verbogen und instrumentalisiert.
Was die Zahlungen angeht, so wurde schon längst vor Griechen und Zypern verschwendet: in einen absurden Agrarmarkt.
Ja, wir hängen wie eine fette Fliege im klebrigen Spinnennetz der Sachzwänge. Wir müssen für die Fehler von Bankenmanagern auch in Zypern die Bürgschaft übernehmen.

Ich als normaler Bürger habe keine Ahnung, wie Europa wieder stabilisiert und funktionsfähig werden kann…
und die Leute, die dafür gut bezahlt werden???

Nach Zypern kommt vielleicht noch Spanien, Italien?

Trotzdem: es lebe Europa,

Konnrath

------------Denke, die Politiker haben das Recht dazu und möchten, dass die Staaten in Europa eine Einheit bleiben und diese Länder freidlich miteinander umgehen.


hallo,

ich bin kein betriebswirt oder volkswirt, darum ist meine antwort nicht fachlich fundiert, aber demgegenüber dennoch politisch begründet.

die aussage, „wir“ würden für „die“ griechen oder zyprer bezahlen erscheint mir so eher falsch. falls jemand mit „wir“ deutsche bürgerinnen und bürger meint, stimmt etwa soviel, dass diese über steuern, inflation, lohnverzicht, zinsen und zinsausfall erhöhte lasten zu tragen haben, um für die kosten dieser krise aufzukommen. aber dieser kassier- bzw. bezahlprozess dauert schon sehr viel länger an als eine bestimmte aktuelle krise. (eigentlich komisch, nicht…?)
für was oder wen da bezahlt wird, ist auch umstritten. nach meinem eindruck geht es am allerwenigsten um die normale griechische oder zyprische bevölkerung, sondern viel mehr um konzerne, die zu wenig oder keine steuern bezahlen sowie um einige banken, die sich am kapitalmarkt verzockt haben und nun von der politik unterstützung fordern. letztlich geht es dann auch um die staatshaushalte, die zum teil in einer deutlichen schieflage sind inkl. eben die daraus mit resultierende öffentliche überschuldung.
Warum „wir“ permanent zur akzeptanz des bezahlen müssens angehalten werden, hat mit zwei häufig benutzten argumenten zu tun: dass einerseits der euro als politisches projekt der europäischen einigung nicht scheitern dürfe und dass andererseits einzelne länder oder auch banken nicht bankrott gehen düften, weil sie sonst die oder gar alle anderen in einen wirtschaftlichen abwärtsstrudel ziehen würden.

also: es stimmt - wir bezahlen für etwas. aber, es stimmt nicht, dass wir für die normalen menschen anderswo - griechen oder zyprer - bezahlen. wir bezahlen hauptsächlich für ausfälle wegen der steuervermeider und -hinterzieher. wir zahlen für rücksichtslose banken und deren verantwortungslose und unsittliche geschäftsprozesse. und schließlich, wir bezahlen für den ehrgeiz jener politiker, die auf teufel komm raus ein großes eu-europa verwirklichen wollen - und dies auch noch mit einer möglichst weitgehend einheitlichen währung. die dafür eingegangenen risiken erweisen sich als viel zu hoch.