Es ist sicher eine ungewöhnliche Frage:
Nehmen wir an, ich erzeuge (nahezu) gleichzeitig zwei Uranatome (z.B. die „235-er“) und lege sie nebeneinander (weit genug, so dass sie sich nicht „riechen“ können) und beobachte sie. Sie sind also beide „neu“ und bleiben ihr Leben lang gleich alt. Irgendwann wird eines zerfallen, das andere mit sehr großer Wahrscheinlichkeit jedoch zu einem anderen Zeitpunkt.
Alles was geschieht, hat doch Ursachen… Nichts geschieht, wenn es keinen erforschbaren Grund dafür gibt…
Sind die Umstände, die den Zerfallszeitpunkt bestimmen, schon zu Beginn des „Lebens“ der Atome in ihnen gesetzt und ist ihre Lebensspanne somit im Prinzip exakt bestimmt, nur uns (möglicherweise prinzipiell?) nicht zugänglich?
Offenbar ist ja jede beliebige Lebensspanne erlaubt. Oder gibt es da Grenzen? Könnte man sagen „garantiert (100%) spätestens dann!“ (Z.B. nach 10hoch((10hoch10)Fakultät) Weltaltern…)?
Was ist das, was im Einzelfall die Explosion des Kerns auslöst?
Chaotische Schwingungen der Quarks, die einen ganz präzise bestimmbaren Grenzwert überschreiten? Der Begriff „Zufall“ will mir einfach nicht plausibel erscheinen - auf dieser Ebene. Mit etwas Wehmut an Science Fiction denkend: Raum-Zeit-Fluktuationen, von denen die Schwingungen der Quarks vielleicht doch ganz subtil abhängen? Das „Rauschen des Kontinuums“ an sich? Oder auch respektlos gesprochen: „Ruckelt“ die Zeit irgendwie im Allerfeinsten der Planckschen Einheiten und dabei zerlegt sich’s dann irgendwann halt mal?
Wäre all das auch so, wenn es nur dieses eine Atom gäbe und kein Universum darum herum existierte?
So, gute Nacht… „Wer weiß was…?“
(Nein, keine Hausaufgabe im Sinne von „mal seh’n, ob sie’s schaffen“, sondern wirklich eine Frage, die mich interessiert: Es muss doch immer Kausalität geben, oder?)
Eugen Pawlowski