Warum zickt sie nur bei uns?

Hallo,

unsere kleine 2-Jährige sich in der Trotzphase befindliche Tochter befindet sich seit gut einem Jahr in stundenweiser Betreuung bei einer Tagesmutter und seit zwei Monaten besucht sie auch vormittags den Kindergarten. Im Kindergartn wie auch bei der Tagesmutter ist sie wohl das liebste und freundlichste und vor allem gut hörenste Kind. Sobald sie jedoch wieder mit uns zusammen ist, meint sie, sie müsste die Miss Superzicke mimen und unentwegt nur das Gegenteil von dem tun, was wir von ihr wollen.

Warum macht sie das eigentlich nicht auch im Kindergarten oder bei der Tagesmutter? Versucht sie hier ihre Position in der Familie zu behaupten? Es soll übrigens nicht heißen, dass sie hier nur Amok läuft, doch eben hier tut sie es und anderorts eben nicht…Das Verhältnis zwischen ihr und mir und auch zu meinem Mann ist ansonsten wirklich super schön und wir kuscheln, lachen, spielen - eben ganz normal. Ich finde ja auch das Gezicke normal, doch warum macht sie das nur bei uns?

Vielleicht weiß jemand die Antwort.

Grüße und schönen Tag
Dora

Hallo,
das ist völlig normal.
Bei euch fühlt sie sich sicher, bei der Tagesmutter und im Kindergarten ist sie „fremd“. Das gleiche gilt bei den Großeltern, wie oft muss ich mir anhören, das meine Kleine die Allerliebste sei, bis ich komme:frowning:
Sie kennt euch, Eure Umgebung…da fühlt man sich doch, egal was macht,beschützt.
Ich habe übrigens letztesn darüber einen Bericht gelesen, als Mutter kann man sich glücklich schätzen, wenn die Kinder woanders lieb sind und bei einem selbst rumzicken…:wink:
Manu

Hi Manou,
du nimmst mir die Worte aus dem Mund.
Ein Kind, dass im ueberzogenen Sinn ein „Hausteufel“
und ein „Strassenengel“ ist, macht den Eltern
das groesste Kompliment: es kann sich zu Hause
gehen lassen und seine unliebsamen Seiten zeigen,
weil es sicher ist geliebt zu werden!

Gruesse
Elke

(ebenfalls Hausteufel geplagt)

1 „Gefällt mir“

Hi,

ich bin auch der Meinung das es das normalste der Welt ist wenn Kinder sich zu Hause mehr herausnehmen als in anderen Räumlichkeiten. Bei unserem Grossen (3 und ein Keks) ist es genauso und wir sind wirklich froh darüber. Das Lob aus dem Kindergarten, Freunden und Familie geht jedes mal wie Öl runter wenn wir hören wie lieb er ist. Auch kann er bei anderen herrlich spielen und sich selbst beschäftigen was zu Hause nicht immer der Fall ist.

Anyway, was ich eigentlich sagen will ist, dass Kinder sehr gut zwischen zu Hause und wo anders unterscheiden können. Kinder können sich auch mit den unterschiedlichen Regeln abfinden. Was zu Hause vielleicht toleriert wird kann bei Oma und Opa als Tabu gelten und für Kinder ist es dann auch OK. Zum Beispiel darf BC bei uns an die Stereoanlage, bei meiner Schwester oder Oma und Opa gäbe es sofort ein striktes nein.

Spielregeln sind sehr wichtig und viele Kinder die ich kenne haben kein Problem damit die unterschiedlichen Spielregeln zu erkennen und zu befolgen. Freue dich einfach das es woanders so gut klappt und versuche nicht einen Bezug zwischen z.B. Tagesmutter und zu Hause zu schaffen, es sind aus Kindersicht einfach zwei unterschiedliche Welten und wenn es ganz doof läuft würde dein Kind eher die Gewohnheiten von zu Hause auch ausserhalb ausleben (was du bestimmt auch nicht möchtest)

Viele Grüße
Me
PS: Schon einmal überlegt ob deine Spielregeln klar definiert sind ? Auch im Vergleich mit der Tagesmutter oder dem Kindergarten.

auch ich schliesse mich an
Hallo ihr,
genau dieses wollte ich schreiben, die Sicherheit, die die Kinder zu hause empfinden, läßt sie … sagen wir, ihre Grenzen testen, weil sie wissen, die Mama und der Papa haben mich lieb, so wie ich bin.
Im KiGa und bei Tagesmüttern, oder auch bei Oma und Opa muss dies nicht unbedingt der Fall sein.
Doch aus Erfahrung kann ich berichten, dass es auch dort irgendwann zu diesen „Tests“ kommt, nämlich dann, wenn sie sich immer sicherer werden. Wahrscheinlich nie in der Intensität, aber in abgeschwächter Form.

liebe Grüße von Conny
die mal wieder froh ist, es gelesen zu haben,
weil auch unsere Tochter zickt wie blöd…
aber meist bei Mama…

1 „Gefällt mir“

Hallo,

ich hatte mal ein Tageskind, das war ein Engelchen.
Brav, ruhig, lieb.
Kaum kam die Mama abends, veränderte sich das Kind, schrie, tobte, raste vor Wut weil es den Mantel nicht anziehen wollte … kurz…hatte einen Trotzanfall nach dem anderen und war schlicht nicht wieder zu erkennen.

Nimm es als Kompliment.
Kinder benehmen sich da zickig, wo sie sich am sichersten fühlen, in der Regel bei Mama oder Papa, da sind sie sicher, da wissen sie, sie werden immer geliebt auch wenn sie sich daneben benehmen.

Gruß
M.

Ja zu hause fühlen sich die kleinen doch immer noch am wohlsten trotzdem habe ich festgestellt das, gerade das „mit ich tu genau das gegenteil von dem was Mama und PApa sagen“ auch etwas damit zu tun hat wie man sich ausdrückt. Kleine kinder tun oft das woran sie als erstes denken! Wenn du zum bespiel sagst nicht die Tasse auskippen! Woran denkt das Kind als erstes?
Natürlich daran die Tasse auszukippen.

Kleines Beispiel um besser zu verstehen:

Wenn ich dir sage den an einen rosa Elefanten (denkst du an einen Rosa elefanten)

Wenn ich danach sage denk an einen blauen Affen (denkst du als erstes an einen blauen affen)

Wenn ich jetzt aber sage denk nicht an einen rosa Elefanten (Tust du was? Du denkst natürlich an einen rosa Elefanten)

Unser gehirn Funktioniert so das wir das gesagte in Bilder umdenken für das Wort nicht gibt es aber kein Bild das muss man verstehen deswegen sollte man nicht sagen Kippt die Tasse nicht um! sonder Lass die Tasse stehen!

Ich hoffe es hilft dir weiter!

Frohe Weihnachten mit deinem „Engel“!

noch besser
Hallo,

deswegen sollte man nicht sagen Kippt die Tasse
nicht um! sonder Lass die Tasse stehen!

noch besser: „Wolln doch mal sehen, ob den unser
„großes Kind“ schon ganz alleine trinken kann, ohne
etwas zu verschütten ?“

Gruß Uwi

Hallo,

deswegen sollte man nicht sagen Kippt die Tasse
nicht um! sonder Lass die Tasse stehen!

noch besser: „Wolln doch mal sehen, ob den unser
„großes Kind“ schon ganz alleine trinken kann, ohne
etwas zu verschütten ?“

ja nur das das kind da wieder als erstes ans verschütten denk das kommt aufs alter des kindes an!

Gruß Uwi

Hallo Isa,

ja nur das das kind da wieder als erstes ans verschütten denkt

Richtig, gerade das wolltest du ja mit deinem ersten
Posting sagen. Es ist eine solche Kleinigkeit und man denkt
einfach nicht, dass es so einen grossen Effekt haben kann.

das kommt aufs alter des kindes an!

Aber immer. Auf sowas Herablassendes haetten unsere
Kinder schon frueh mit Nichtbeachtung oder „Jetzterstrecht“
reagier. Es ist allerdings eine Frage der Wortwahl.

Gruesse
Elke

Hallo,

noch besser: „Wolln doch mal sehen, ob den unser
„großes Kind“ schon ganz alleine trinken kann, ohne
etwas zu verschütten ?“

ja nur das das kind da wieder als erstes ans verschütten denk
das kommt wirklich auf’s Alter des kindes an!

Die Altersabhängigkeit ist klar, aber das Kind ist erst
2 Jahre alt. Da ist das Denken wie oben beschrieben noch
ziehmlich geradlinig und das Handeln meist sehr berechenbar
(auch in dem Sinne, daß das Kind immer genau das Gegenteil
versucht, von dem was die Eltern wollen).

Zu der Geradlinigkeit des Denkens ein Beispiel
(Kind ca. 2 Jahre alt):
Mutti sagt: „Ach drück doch den Papa mal“
Was kommt darauf ? Die Tochter drückt mir mit spitzem
Finger auf die Brust :smile:
Oder etwas anderes: Kind hat eine Gans gesehen, wußte
den nahmen des Tieres aber noch nicht. Sie nannte es
einfach Schwan-Ente (Schwan und Ente kannte sie schon).

Das Bezweifeln der Fähigkeit, wie ein großes Kind zu handeln,
ist in diesem Alter IMHO ein ganz großer Antrieb etwas
zu wollen. Das kann man gut ausnutzen, statt nur Verbote
auszusprechen lieber anstcheln, etwas zu wollen.
In dem Alter sollte man noch nicht von hohen abstraktions-
vermögen ausgehen und denken, daß alles in nachfolgenden
Nebensätzen in boshafter Weise ausgelegt wird. Es sollte
eben nur nicht gleich im 1. Hauptsatz das Verbot stehen,
weil das natürlich einen enormen Zwang bewirkt,
genau gegenteilig zu Handeln.

In dem Alter hat meine Tochtern angefangen,
mit Begeiterung den Tisch zu denken und abzuräumen.
Das war wirklich sehr niedlich, wie sie sich bemüht hat
auch alles richtig zu machen und dafür gelobt wurde,
weil sie ja nun schon richtig wie ein großes Kind der
Mutti hilft. Da wäre der Hinweis vorsichtig zu sein doch
niemals als Auforderung verstanden worden, etwas absichtlich
runter zu werfen, weil das ganze Sinnen doch darauf hinaus
geht, ein „großes Kind zu sein, das schon so viel kann“

Andererseits war es immer wieder extrem belustigend, wenn
wir die Sache so inszeniert haben, daß das Kind einerseits
seinen Kopf durchsetzen kann und andererseits die Eltern
zufrieden damit sind.
Wenn sie z.B. mal etwas neues kosten sollte, dann habe ich
davon etwas auf meinen Tellerrand geschoben und ihr
gesagt, daß sie das aber auch nicht dem Papa wegessen
soll. Ich habe dann natürlich auch immer mal weggesehen
und schwups weg war’s verschwunden.

Oder ich sage demonstrativ: „Der Papa legt sich jetzt mal
auf’s Sofa und möchte auf keinen Fall, daß sie jetzt
kommt und auf dem Papa rumtrappelt“ - und schwupps war
das Kind da und hat mit eine wunderbare Trettmassage
verpasst. Hätte ich gesagt, „Auch bitte, mach dem Papa
doch mal eine schöne Massage“, dann wäre natürlich kaum
was passiert.
Mit 5…6 Jahren ist das natürlich alles wieder ganz
anders. Die Tochter (jetzt 9) ist inzwischen sehr
verständig, extrem harmoniebedürftig und macht rein gar nix,
ohne Zustimmung von Mutti und Vati. Da braucht es kein
lautes Wort, um etwas zu unterbinden oder zu verbieten.
Sie macht von sich aus nichts, was ihr Ärger einbringen
könnte.

Beim Sohn war die ganze Sache immer viel extremer.
Der hat sein Leben lang aus einem inneren Zwang heraus
prinzipiell das Gegenteil von dem gemacht, was man von
ihm erwartet oder verlangt. Er ist jetzt 18, aber es ist
leider immer noch fast genauso … obwohl sich nun
auch langsam gewisse Einsichten zeigen.
Gruß Uwi