Hallo,
noch besser: „Wolln doch mal sehen, ob den unser
„großes Kind“ schon ganz alleine trinken kann, ohne
etwas zu verschütten ?“
ja nur das das kind da wieder als erstes ans verschütten denk
das kommt wirklich auf’s Alter des kindes an!
Die Altersabhängigkeit ist klar, aber das Kind ist erst
2 Jahre alt. Da ist das Denken wie oben beschrieben noch
ziehmlich geradlinig und das Handeln meist sehr berechenbar
(auch in dem Sinne, daß das Kind immer genau das Gegenteil
versucht, von dem was die Eltern wollen).
Zu der Geradlinigkeit des Denkens ein Beispiel
(Kind ca. 2 Jahre alt):
Mutti sagt: „Ach drück doch den Papa mal“
Was kommt darauf ? Die Tochter drückt mir mit spitzem
Finger auf die Brust 
Oder etwas anderes: Kind hat eine Gans gesehen, wußte
den nahmen des Tieres aber noch nicht. Sie nannte es
einfach Schwan-Ente (Schwan und Ente kannte sie schon).
Das Bezweifeln der Fähigkeit, wie ein großes Kind zu handeln,
ist in diesem Alter IMHO ein ganz großer Antrieb etwas
zu wollen. Das kann man gut ausnutzen, statt nur Verbote
auszusprechen lieber anstcheln, etwas zu wollen.
In dem Alter sollte man noch nicht von hohen abstraktions-
vermögen ausgehen und denken, daß alles in nachfolgenden
Nebensätzen in boshafter Weise ausgelegt wird. Es sollte
eben nur nicht gleich im 1. Hauptsatz das Verbot stehen,
weil das natürlich einen enormen Zwang bewirkt,
genau gegenteilig zu Handeln.
In dem Alter hat meine Tochtern angefangen,
mit Begeiterung den Tisch zu denken und abzuräumen.
Das war wirklich sehr niedlich, wie sie sich bemüht hat
auch alles richtig zu machen und dafür gelobt wurde,
weil sie ja nun schon richtig wie ein großes Kind der
Mutti hilft. Da wäre der Hinweis vorsichtig zu sein doch
niemals als Auforderung verstanden worden, etwas absichtlich
runter zu werfen, weil das ganze Sinnen doch darauf hinaus
geht, ein „großes Kind zu sein, das schon so viel kann“
Andererseits war es immer wieder extrem belustigend, wenn
wir die Sache so inszeniert haben, daß das Kind einerseits
seinen Kopf durchsetzen kann und andererseits die Eltern
zufrieden damit sind.
Wenn sie z.B. mal etwas neues kosten sollte, dann habe ich
davon etwas auf meinen Tellerrand geschoben und ihr
gesagt, daß sie das aber auch nicht dem Papa wegessen
soll. Ich habe dann natürlich auch immer mal weggesehen
und schwups weg war’s verschwunden.
Oder ich sage demonstrativ: „Der Papa legt sich jetzt mal
auf’s Sofa und möchte auf keinen Fall, daß sie jetzt
kommt und auf dem Papa rumtrappelt“ - und schwupps war
das Kind da und hat mit eine wunderbare Trettmassage
verpasst. Hätte ich gesagt, „Auch bitte, mach dem Papa
doch mal eine schöne Massage“, dann wäre natürlich kaum
was passiert.
Mit 5…6 Jahren ist das natürlich alles wieder ganz
anders. Die Tochter (jetzt 9) ist inzwischen sehr
verständig, extrem harmoniebedürftig und macht rein gar nix,
ohne Zustimmung von Mutti und Vati. Da braucht es kein
lautes Wort, um etwas zu unterbinden oder zu verbieten.
Sie macht von sich aus nichts, was ihr Ärger einbringen
könnte.
Beim Sohn war die ganze Sache immer viel extremer.
Der hat sein Leben lang aus einem inneren Zwang heraus
prinzipiell das Gegenteil von dem gemacht, was man von
ihm erwartet oder verlangt. Er ist jetzt 18, aber es ist
leider immer noch fast genauso … obwohl sich nun
auch langsam gewisse Einsichten zeigen.
Gruß Uwi