Was anderes als Rasen!

Liebe Gartenfachleute,

ich habe folgendes Problem:
Der Rasen im Garten wächst nicht richtig, wird nach jedem Winter löcherig.
Der Grund ist mir klar: Lehmboden (fast wie Ton!)Kaum Sand und fast hart wie Beton.
Um den Teich anzulegen brauchten wir nach 20 cm Tiefe eine Spitzhacke und viel Kraft! Die ersten 20cm hatte ich bereits mit Mulch und Sand etwas verbessert.
Nutzte mir leider nichts.
Das nächste Problem: Der Garten ist in Richtung Nord-Ost, somit nur Sonne morgens, ab Mittag verlängert sich der Schatten unseres eigenen Hauses, so dass am späten Nachmittag nur noch ganz hinten Sonne ist.

Das Regenwasser fließt trotz Drainage nicht ab (hatte ich damals den blöden GaLa-Bauern gesagt, dass das mit der Erde nix bringt…lassen wir das), somit entsteht natürlich viel Moos und es wird immer kahler auf dem Boden.

Einen Teil des Rasen werde ich wohl in ein Beet umarbeiten, da kann ich die Beete etwas höher setzen und Mutterboden einarbeiten.

Den Rasen will ich ganz los werden.
Ein Teil (50%) ist bereits mit Kies ausgelegt, da wo auch der Teich ist.

Ein kleiner Teil soll mit Steinplatten ausgelegt werden, damit zwei Sonnenliegen Platz haben.

Was mach ich mit dem Rest? Alles Pflastern und Beete anlegen sieht nach Hinterhof aus und schön ist das auch nicht.

Ich hatte über Kunstrasen nachgedacht, habe den Gedanken aber schnell verworfen. Ich mag auch keine Kunstblumen. Bissl Natur sollte sein.

Ich suche also nach einem alternativen Bodenbelag.
Rindenmulch fällt weg, mein Mann mag das nicht (warum auch immer!!).
Kieselsteine habe ich auch mehr als genug.
Keine Platten, kein Kunstrasen.
Bin also am Ende mit meinem Latein!

Wer hat noch tolle Ideen, die sich einfach umsetzen lassen (ich kann wegen meinen dämlichen Bandscheiben nicht mehr so ackern, wie ich es gerne täte)?

Lieben Gruß

Ayse

Liebe Hyper,

ich habe folgendes Problem:
Der Rasen im Garten wächst nicht richtig, wird nach jedem
Winter löcherig.
Der Grund ist mir klar: Lehmboden (fast wie Ton!)Kaum Sand und
fast hart wie Beton.

hm, das wäre noch nicht das Problem

Um den Teich anzulegen brauchten wir nach 20 cm Tiefe eine
Spitzhacke und viel Kraft! Die ersten 20cm hatte ich bereits
mit Mulch und Sand etwas verbessert.
Nutzte mir leider nichts.

nicht auf Dauer (für einen schönen Rasen)

Das nächste Problem: Der Garten ist in Richtung Nord-Ost,
somit nur Sonne morgens, ab Mittag verlängert sich der
Schatten unseres eigenen Hauses, so dass am späten Nachmittag
nur noch ganz hinten Sonne ist.

okay, das ist das Aus für Gras, das aus der (fast baumlosen) Steppe kommt und darum keinen Schatten mag

Das Regenwasser fließt trotz Drainage nicht ab (hatte ich
damals den blöden GaLa-Bauern gesagt, dass das mit der Erde
nix bringt…lassen wir das),

hätte der GaLa die Drainage richtig verlegt, würde das Wasser abfließen. Aber Du hast schon recht, eine Drainage ist nicht immer das Mittel der Wahl.

somit entsteht natürlich viel
Moos und es wird immer kahler auf dem Boden.

… und man sollte eine Tugend aus der Not machen.
Es gibt doch einige Pflanzen, die Nordseite und Feuchtigkeit mögen:
Farne zum Beispiel

Einen Teil des Rasen werde ich wohl in ein Beet umarbeiten, da
kann ich die Beete etwas höher setzen und Mutterboden
einarbeiten.

unbedingt „Schattenpflanzen“ setzen:
Wie gesagt Farne. vielleicht Heuchera, Astilben, Geißbart, Hosta.
Bergenia.
Wuchern tut Immergrün, Waldsteinia, Günsel.
Pack Buschwindröschen dazwischen; die bleiben aber nur, wenn man nicht hackt.
Wir haben auf unserer lehmbetonten Nordseite Anemone hupehensis.
Unglaublich, das Zeug! Frühling bis Sommer kräftige Blätter, Herbst 1Meter hohe rosa Blütenquirle in Massen.
Ich habe auch gute Erfahrungen mit Pfingsrosen, die nämlich gar nicht so sonnengierig sind, wie immer behauptet.

Den Rasen will ich ganz los werden.
Ein Teil (50%) ist bereits mit Kies ausgelegt, da wo auch der
Teich ist.

Ein kleiner Teil soll mit Steinplatten ausgelegt werden,
damit zwei Sonnenliegen Platz haben.

Was mach ich mit dem Rest? Alles Pflastern und Beete anlegen
sieht nach Hinterhof aus und schön ist das auch nicht.

wenn Du nicht ständig darüberläufst, kannst Du Efeu als Bodendecker einsetzen. Nur braucht der eine Wurzelsperre für die Bereiche, die Du nicht überwuchert haben willst und man muss Ausläufer ausbremsen/schneiden.

Ich hatte über Kunstrasen nachgedacht, habe den Gedanken aber
schnell verworfen. Ich mag auch keine Kunstblumen. Bissl Natur
sollte sein.

Ich suche also nach einem alternativen Bodenbelag.

Du kannst es mit „Rasenerastpflanzen“ versuchen, dazu gibt es im Internet eine ganze Reihe Links.
Die verraten nur leider alle nicht, dass sich die meisten Pflanzen nur für sonnige Standorte eignen und dass sie regelmäßig begangen doch Kahlstellen bekommen.

ich würde daher lieber größere Beete mit Dauerbepflanzung machen und die Kiesflächen/Gehwegplatten auf optisch gefällige Weise vergrößern

viele grüße
geli

Liebe Geli,

danke für die Anregungen.

Ein wichtiges Detail sollte ich noch erwähnen:
Der Garten ist nicht groß, 10 m lang und 5m breit.
Das macht die Sache optisch zumindest schwieriger.

Wenn man viel pflastert sieht es wirklich nach Hinterhof aus.
Zu große Beete geht deswegen auch nicht, sonst sieht es ja noch kleiner aus!

Die Schattenpflanzen merk ich mir, da ich ja Beete anlegen will. Am besten natürlich so, dass ich immer was Blühendes habe.
Da kann ich mich aber selbst noch schlau machen!

Rosen blühen auch nur spärlich, obwohl man doch sagt, dass sie feuchte Böden gerne haben…dafür wachsen sie ordentlich!!

Es wird also schwierig!

Danke nochmal

Grüße
Ayse

Hallo,

bei lehmigem, stark verdichtetem Boden werden auch andere Pflanzen schnell aufgeben.

Das einfachste ist den Gärtenbaubetrieb zu rufen, damit er mit einer Fräse den Boden aufreißt.
Dann mit Humus und Sand mischen und schließlich wieder Rasen einsäen.
Am besten ein Superrasen, so wie z.B. die Sorte Loretta.

Den Rasen anschließend immmer regelmäßig pflegen und düngen.
Da die Fläche nicht so groß ist, dürfte es preislich im Rahmen bleiben.

Ansonsten blieben noch das Auffüllen mit Sand und die Anlage eines Strandgartens mit Gräsern
oder Holzflächen bzw. Wege mit bepflanzeten ‚Inseln‘ zu verbinden.

Bepflanzte Töpfe schaffen wunderschöne Akzente…

Oder eben weitere Beete anlegen, mit Humus oder Kies und Gräsern oder Farnen.

Es grüßt
Yvisa

Hallo,

schau mal bei Mein schöner Garten rein - da stellen Mitglieder unter dem Blog ihre Gärten vor. Manche haben ganz nette Ideen wie man so ein lang gestrecktes Stück Land gut unterteilen kann.

Anstelle des Rasens wäre das hier vielleicht eine Alternative? http://www.baldur-garten.de/produkt/Polsterstauden/2…

Lieben Gruß,
Alexandra

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Bodendecker Bodendecker
Hi!
Es gibt Bodendecker mit den verschiedensten Ansprüchen.Die meisten sind pflegeleichter als Rasen. Kein Mähen, kein düngen, kein Vertikutieren. Dafür Blüten- und Blattschmuck durch die Jahreszeiten.

Spontan fallen mir Ajuga ein und Luzula sylvatica. Hiernoch ein paar.
Farne nicht vergessen!

Schön dicht pflanzen, dazwischen dick mulchen (mit Rindenmulch, den sieht man ja später nicht mehr). In den ersten 1 oder 2 Jahren Unkraut jäten.
Das hat mit „Beet“ erstmal nicht viel zu tun. zwei oder drei Arten Bodendecker und dazuwischen evtl. ein paar hohe Gräser (oder Farne!) oder robuste große Stauden (Rodgersia).
Es gibt sogar begehbare Bodendecker.

Das Regenwasser fließt trotz Drainage nicht ab (hatte ich
damals den blöden GaLa-Bauern gesagt, dass das mit der Erde
nix bringt…lassen wir das), somit entsteht natürlich viel
Moos und es wird immer kahler auf dem Boden.

Also ich hab ja mal auf solchen Verhältnissen einen Moosgarten angelegt - sieht toll aus.

Einen Teil des Rasen werde ich wohl in ein Beet umarbeiten, da
kann ich die Beete etwas höher setzen und Mutterboden
einarbeiten.

Beet = Arbeit
wozu?
Außer Du willst unbedingt ein schönes Schatten-Staudenbeet haben.

Den Rasen will ich ganz los werden.

Das halte ich für eine gute Idee.

Ein Teil (50%) ist bereits mit Kies ausgelegt, da wo auch der
Teich ist.

*grusel* ich finde diese Kieswüstenja ziemlich ätzend.

Deine Pläne hören sich ein wenig nach Flickwerk an. Habt Ihr mal einen Profi beauftragt, so eine Art Gesamtkonzept für den Garten zu machen? Je kleiner, umso genauer überlegt sollte das nämlich sein.

Ich hatte über Kunstrasen nachgedacht, habe den Gedanken aber
schnell verworfen. Ich mag auch keine Kunstblumen. Bissl Natur
sollte sein.

Genau, deshalb auch der Kies :wink: (kleiner Seitenhieb)

Ich würde mich mal in einer Staudengärtnerei vor Ort beraten lassen. Die wissen, was robust und in Deiner Region passend ist.

Grüße
kernig

Fräsen auf staunassem Tonboden
Servus,

bei lehmigem, stark verdichtetem Boden

es geht der Beschreibung nach eindeutig um einen tonigen Boden. Lehmböden sind die, deren Ertragskraft bei der Reichsbodenschätzung = 100, also beste Eigenschaften überhaupt, gesetzt wurde. Sie haben einen hervorragenden Wasserhaushalt, sind in der Regel gut humos und kennen keine Staunässe. Nennenswerte Verdichtungen auf Lehmböden gibt es nur im Zuckerrübenbau durch die schweren Maschinen, die dort eingesetzt werden.

Das hier:

Das einfachste ist den Gärtenbaubetrieb zu rufen, damit er mit
einer Fräse den Boden aufreißt.

ist das Schlimmste, was man einem verdichteten Tonboden antun kann. Der Einsatz einer Fräse erzeugt eine Sohle am unteren Horizont des gefrästen Bereiches, die nahezu wasserundurchlässig ist. Wenn man dann noch aufkalkt, was in vielen Fällen für sich gesehen nicht verkehrt ist, kann sich die Frässohle leicht zu einer Gipsplatte entwickeln.

Unabhängig davon erzeugt jede mechanische Bearbeitung von Tonböden im Mikrobereich Verdichtungen durch Verschmieren an Scharen, Spatenblatt, Fräswerkzeugen. Diese sind auf die mittlere Sicht für den Wasserhaushalt in einem verdichteten, staunassen Boden viel schädlicher, als der kurzfristige Nutzen durch mechanische Lockerung positiv wirken könnte. Die einzigen Werkzeuge, die ein toniger Gartenboden zur Not verträgt, sind Grabgabel und Krail.

Dann mit Humus und Sand mischen

Joo. Beispiel: 5 m * 2 m = 10 m², 60 cm tief, sind 6 m³. Wenn man die mit je 1/4 Kommunalkompost und Sand aufmischen will, benötigt man je 1,5 m³ Kompost und Sand, d.h. etwa 2 Tonnen Kompost und knapp zweieinhalb (2,3) Tonnen Sand - für ein winziges Vorgärtlein mit der Fläche eines sehr sparsamen Kinderzimmers.

und schließlich wieder Rasen einsäen.

Der Standort ist für Rasen so gut geeignet wie eine Kuh zum Fallschirmspringen.

Es gibt nur eine Möglichkeit, auf einem solchen Boden Verdichtungen zu beseitigen, das ist gute Durchwurzelung, ganzjährige Bedeckung mit für den Standort geeigneten Pflanzen - einige wurden schon genannt und Rasen reicht nicht - und die Mitarbeit von Regenwürmern.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Moosgarten ? Wie?
Hallo,

wie legt man denn einen Moosgarten an? Haben da ein sehr schattiges Stück im Garten, und da wäre sowas toll…

Lg

Brenna

Hallo,Blumepeder,

Das hier:

Das einfachste ist den Gärtenbaubetrieb zu rufen, damit er mit
einer Fräse den Boden aufreißt.

ist das Schlimmste, was man einem verdichteten Tonboden antun
kann. Der Einsatz einer Fräse erzeugt eine Sohle am unteren
Horizont des gefrästen Bereiches, die nahezu
wasserundurchlässig ist. Wenn man dann noch aufkalkt, was in
vielen Fällen für sich gesehen nicht verkehrt ist, kann sich
die Frässohle leicht zu einer Gipsplatte entwickeln.

Genau das hat die GaLa-Firma nach tausend Beschwerden der Anwohner
getan. Gefräst!!
Es ist ein Neubau-Gebiet bei uns. Die Baufirma hatte uns Mutterboden versprochen und diese Erde gebracht. Das war aber kaum mit normalem Werkzeug zu bearbeiten. Daraufhin haben wir uns alle beschwert und die
Herren kamen mit einer Fräse und es wurde noch schlimmer!!

Unabhängig davon erzeugt jede mechanische Bearbeitung von
Tonböden im Mikrobereich Verdichtungen durch Verschmieren an
Scharen, Spatenblatt, Fräswerkzeugen. Diese sind auf die
mittlere Sicht für den Wasserhaushalt in einem verdichteten,
staunassen Boden viel schädlicher, als der kurzfristige Nutzen
durch mechanische Lockerung positiv wirken könnte. Die
einzigen Werkzeuge, die ein toniger Gartenboden zur Not
verträgt, sind Grabgabel und Krail.

Haben wir bitterlich feststellen müssen!!

Der Standort ist für Rasen so gut geeignet wie eine Kuh zum
Fallschirmspringen.

Würde es reichen, wenn ich den Boden etwas höher legen würde? Mit Mutterboden einfach obendrauf ca. 10 cm?

Es gibt nur eine Möglichkeit, auf einem solchen Boden
Verdichtungen zu beseitigen, das ist gute Durchwurzelung,
ganzjährige Bedeckung mit für den Standort geeigneten Pflanzen

  • einige wurden schon genannt und Rasen reicht nicht - und die
    Mitarbeit von Regenwürmern.

Regenwürmer haben wir nun nach zwei Jahren endlich den einen oder anderen. Das hat aber auch fast 2 Jahre gedauert, bis ich den ersten Regenwurm erblickte.

Danke dir für die wertvolle Aufklärung über die verschiedenen Böden.

Grüße
Ayse

Moosgarten ? So ungefähr
Hi!
Also entweder, man recherchiert im Netz oder in der nächsten Bücherei.
Oder man ist (so wie ich) eher experimentell veranlagt und macht folgendes:

Die Flächen evtl. lockern, von Unkraut (Wurzelunkräuter!) befreien. Dann habe ich halbvergammelte Baumstämme ( so Knüppel, die lagen vom Vorbesitzer noch im Garten rum, mit Rinde und so), ein paar große Findlinge, ein oder zwei große Holzstücke dekorativ verteilt. Und vorhanden Reste Rindenmulch/Laub auf die Flächen dazwischen verteilt. In meiner Vorstellung sah ich immer ein Stück feuchten Waldboden vor mir, das habe ich versucht, nachzumachen.

Nun kommt der Teil, von dem ich nicht weiß, ob er legal war - würde aber sagen, schon. Bin ich in den oberfränkischen Wald gefahren und habe kistenweise Moos (verschiedene Arten) dort gesammelt und nach Berlin auf die Baustelle exportiert. Dort alles ausgelegt, Moos teilweise auch auf den blanken Untergrund (weil ich nicht wusste, wo es am besten anwächst). Der märkische Sanduntergrund machte eine Tröpfchenbewässerung nötig. Ein Mini-Teichbecken, ein Weg aus allerhand Reststeinen (mit großzügigen Fugen, die ebenfalls mit Moos „bepflanzt“ wurden. Schachtelhalm ins Wasser, Rodgersia, Gräser, Farne, Lungenkraut, Krötenlilie (also einzelne Pflanzen, nicht flächig)… gepflanzt.

Am Anfang immer schön den Rasensprenger aufgestellt und langmütig zugesehen, wie die Amseln scharren :wink:. Meine Schwester hat z.B. unter die Rodgersia Licht installiert - das sieht phänomenal aus.

Ab und an muss man mal z.B. Gehölzaufwuchs und Unkraut jäten. Mehr nicht. Wichtig ist, dass dort wirklich so gut wie nie die Sonne hinscheint…

Grüße
kernig

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…mögen eine Mulchdecke!

Grüße
kernig

Moin,

danke für die Anregungen.

Ein wichtiges Detail sollte ich noch erwähnen:
Der Garten ist nicht groß, 10 m lang und 5m breit.
Das macht die Sache optisch zumindest schwieriger.

Wenn man viel pflastert sieht es wirklich nach Hinterhof aus.
Zu große Beete geht deswegen auch nicht, sonst sieht es ja
noch kleiner aus!

das macht es im Gegenteil sogar einfacher.
Verzichte auf jeglichen Rasen"ersatz" und lege ausschließlich
große Beete um die gepflasterte Fläche an. Die Vegetation verkleinert das Steinzeug opfisch und das Problem mit dem Mickerrasen bist Du dann auch los.
Da ich inzwischen das Fräsdrama mitgelesen habe
ich würde auf so einem Untergrund nach Möglichkeit lieber alle Kiesflächen entsorgen. Langfristig bekommst Du bessere Bodenverhältnisse, wenn auf dem verdichteten Boden was wächst.

Die Schattenpflanzen merk ich mir, da ich ja Beete anlegen
will. Am besten natürlich so, dass ich immer was Blühendes
habe.

immer was Blühendes ist schlecht möglich, selbst auf der Sonnenseite gibt es das bekannte Frühsommerloch. Du hast reichlich Pflanzen, die direkt nach dem Frost loslegen, aber dann erst mal nichts wirklich dauerhaft Buntes bis Juni. Deshalb habe ich Hosta vorgeschlagen, da gibt es reichlich panaschierte Sorten mit interessanten weiß-grünen Blattmustern. Das macht das ganze Jahr etwas her.

Da kann ich mich aber selbst noch schlau machen!

Rosen blühen auch nur spärlich, obwohl man doch sagt, dass sie
feuchte Böden gerne haben…dafür wachsen sie ordentlich!!

jau … aber Rosen sind Sonnenkinder. Versuche es lieber mit Clematis. Der muss übrigens nicht hochranken. (es gibt auch quasi Bodendeckersorten) Schön wäre in dem feuchten Boden Calla, doch die könnte nicht winterhart sein.
Mädesüß könnte gehen; bin mir aber nicht sicher - meines hat sich selbst angesiedelt, auf der Südseite. Was auf jeden Fall mag ist Engelwurz, Baldrian und Süßdolde; ist eventuell nur zweijährig, macht aber mit weißen Blütenschirmen unterschiedlicher Höhe sehr viel her und den Winter über attraktive Samenstände.
Bronzefenchel kann ich auch empfehlen.

Es wird also schwierig!

nicht wirklich. Du musst Dich vielleicht von liebgewordenen Vorstellungen verabschieden. Unser Vorgarten ist auch ungefähr Deine Größe und ein einziges Beet. Es stehen allerdings eine Birke, ein Rotdorn und eine Mädchenkiefer drin. Die Stauden drumherum sind mittlerweile so ausgebreitet, dass ich nur 1-2x im Jahr das herausreißen muss, das ich als „Unkraut“ empfinde und im Frühjahr natürlich gründlich Vorjähriges ausputzen. Mehr Arbeit macht das nicht.

viele Grüße
geli

Grüße
Ayse

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Danke !!!

Danke Dir!! Werde das direkt ausprobieren… :smile:

lg

Brenna

Guten Tag,

bei lehmigem, stark verdichtetem Boden

es geht der Beschreibung nach eindeutig um einen tonigen
Boden.

Er wurde ausdrücklich als lehmig beschrieben…

Nennenswerte Verdichtungen auf Lehmböden gibt es
nur im Zuckerrübenbau durch die schweren Maschinen, die dort
eingesetzt werden.

Ach ja? Du darfst hier im Norden gern mal vorbeischauen.
Neben lockeren Lehmböden mit besten Erträgen gibt es hier auch stark verdichtete Böden, die wie Beton sind.
Und zwar jede Menge…
Gerade in Neubaugebieten ein typisches Problem.

Das einfachste ist den Gärtenbaubetrieb zu rufen, damit er mit
einer Fräse den Boden aufreißt.

ist das Schlimmste, was man einem verdichteten Tonboden antun
kann.

Was im Einzelfall zu entscheiden wäre oder siehst du grade das Stückchen Garten in deiner Glaskugel?

Mein Nachbar hat eine GaLa-Baufirma, der könnte dir 1000 Beispiele nennen, bei denen diese Methode äußerst erfolgreich war.

Voraussetzung ist natürlich eine fachgerechte Ausführung.

Dann mit Humus und Sand mischen

Joo. Beispiel: 5 m * 2 m = 10 m², 60 cm tief, sind 6 m³.

60 cm tief, um anschließend Rasen zu pflanzen?
Und wozu berechnest du den Aushub? Es ist nicht notwendig die Gesamtfläche auszuheben…

Wenn
man die mit je 1/4 Kommunalkompost und Sand aufmischen will,

Es war nie von Kompost die Rede…

und schließlich wieder Rasen einsäen.

Der Standort ist für Rasen so gut geeignet wie eine Kuh zum
Fallschirmspringen.

Da du den Standort ja gesehen hast…

Es gibt nur eine Möglichkeit, auf einem solchen Boden
Verdichtungen zu beseitigen, das ist gute Durchwurzelung,
ganzjährige Bedeckung mit für den Standort geeigneten Pflanzen

  • einige wurden schon genannt und Rasen reicht nicht - und die
    Mitarbeit von Regenwürmern.

Merkwürdig, das auch Fachleute meiner Meinung sind

http://www.bio-gaertner.de/Verschiedenes/Bodenarten-…

Aber wir sind wohl alles Dilettanten, da du ja hier nur eine Möglichkeit festgelegt hast.

Und mein Beileid dem armen Wurm, der sich durch betonharte Böden beißen soll.

Gruß,

Yvisa

Servus,

Er wurde ausdrücklich als lehmig beschrieben…

Er wurde als lehmig angesprochen. Das hat den einfachen Grund, dass umgangssprachlich fast immer von Lehm gesprochen wird, wenn Ton gemeint ist.

Deswegen frage ich hier immer in unklaren Fällen nach, ob tatsächlich von Lehm die Rede ist. Dieser Fall ist aber gänzlich klar, weil der Boden als Tonboden beschrieben wird: „hart wie Beton“, Drainage ohne nennenswerte Wirkung, in 20 cm Tiefe nicht mehr mit Schaufel oder Spaten auszukoffern: Diese drei Charakteristika sind so eindeutig, dass man kein großer Bodenkundler vor dem Herrn sein muss, um den Boden als Ton zu erkennen.

Ach ja? Du darfst hier im Norden gern mal vorbeischauen.
Neben lockeren Lehmböden mit besten Erträgen gibt es hier auch
stark verdichtete Böden, die wie Beton sind.

Das hat mit der Geologie Schleswig-Holsteins zu tun: Sowohl im östlichen Hügelland als auch in der Marsch kommen reine Lehmböden nicht vor - die Endmoränen und Grundmoränen der Weichseleiszeit (Östliches Hügelland) und die der Saaleeiszeit (Marsch) bringen ein Gemenge von verschiedensten Bodenarten. Wo Tonstreifen sind, merkt man das beim Ackern daran, dass der Schlüter unwillig aufschreit, schwarz qualmt und den Pflug gleich mal eine Handbreit aushebt. In den Sanderflächen der Geest wird man Verdichtungen wie die im UP beschriebenen ziemlich lange suchen müssen, zumal dort sowohl Lehm als auch Ton eher Seltenheitswert haben.

Und zwar jede Menge…
Gerade in Neubaugebieten ein typisches Problem.

Das Problem bei Neubaugebieten heißt in der Regel Auenton - je nachdem, wo und wie sie liegen. Auf dem Ackerland, wo in der Marsch Schluff und Lehm vorherrschen, gibt es keine Neubaugebiete - das Bauland wäre nicht gut bezahlbar.

Was im Einzelfall zu entscheiden wäre oder siehst du grade das
Stückchen Garten in deiner Glaskugel?

Nein, die Beschreibung hat mir ausgereicht. Die Problematik der Bodenverdichtung im Mikrobereich durch mechanische Bearbeitung wurde vor inzwischen über vierzig Jahren durch den Bodenkundler Brunk Meyer und den Agrarchemiker und Spezialisten für Tonminerale Wolfgang Ziechmann ausführlich untersucht, man braucht da nichts Neues mehr hinzuzufügen. Zumal Meyers sehr pessimistische Prognose zu dem Thema sich mittlerweile bestätigt hat: Die pro Meter Arbeitsbreite benötigte Schlepperleistung steigt bis heute immer noch an - die Mechanisierung im Ackerbau schafft sich auf die lange Sicht selber ab, indem sie den Ackerbau unmöglich macht.

60 cm tief, um anschließend Rasen zu pflanzen?

Ja. Für Tiefwurzler müsste man den ganzen Boden, nämlich bis 90 cm, bearbeiten. Wenn man bloß am Oberboden bis 30 cm herumwerkelt, passiert bei staunassen Böden überhaupt nichts.

Und wozu berechnest du den Aushub?

Ich berechne nicht den Aushub, sondern das Volumen, das bearbeitet werden muss. Das mache ich, um das Volumen an Sand und Kommunalkompost zu bestimmen, das notwendig wäre, um die Struktur des Bodens nennenswert zu verändern. Natürlich meine ich nicht, dass jemand im Ernst so vorgehen würde - es geht mir nur darum, dass eine Schubkarre Sand und ein Sack Torf im Vergleich zu den Volumina, die bei Boden im Spiel sind, unter „Hintergrundrauschen“ abgehandelt werden können. Das belege ich, indem ich zeige, welche Mengen benötigt würden, um etwas an der Struktur des Bodens nennenswert zu verändern. Diese Rechnung dürfte übrigens auch den Fachleuten von „Bio-Gärtner“ einleuchten.

Es war nie von Kompost die Rede…

Ja, ich weiß - die Hochmoore des Baltikums sind noch nicht restlos zerstört, da kann man noch richtig aasen: Die armen Schlucker da drüben trauen sich ja doch nicht, der Barbarei Einhalt zu gebieten.

Welchen „Humus“ empfiehlst Du denn? Eigener Kompost fällt bei derartigen Mengen allenfalls innerhalb von Jahrzehnten im benötigten Umfang an.

Da du den Standort ja gesehen hast…

Ach weißt Du, man kann über Bodenkunde und Gartenbau auch dieses und jenes wissen, ohne alles in Augenschein zu nehmen. Die beschriebene Situation ist so eindeutig, dass eine Inaugenscheinnahme das Ergebnis mit Sicherheit nicht verändern würde.

Aber wir sind wohl alles Dilettanten, da du ja hier nur eine
Möglichkeit festgelegt hast.

Welche wirksame Alternative gibt es denn?

Und mein Beileid dem armen Wurm, der sich durch betonharte
Böden beißen soll.

Du wirst lachen - die Regenwürmer in Deinem Garten bewegen Jahr für Jahr ein größeres Volumen als ein Gärtner, der diesen Garten spatentief umgräbt: Wenn Du mal für Spaß in einem tonigen Gartenboden einen sechzig Zentimeter tiefen Aufschluss anlegst, wirst Du überrascht sein, wie viele Regenwurmgänge sogar noch dort verlaufen, wo mit bloßem Auge an der Farbe kein Humus mehr erkennbar ist. Voraussetzung ist, dass man ihnen die Futtergrundlage lässt (Rasen und Laubbläser sind die größten Feinde der Regenwürmer) und dafür sorgt, dass dort, wo er fehlt, genügend Kalk da ist.

Viel wichtiger als das eindrucksvolle Volumen, das sie durcharbeiten, ist aber, dass es zu wesentlichen Teilen durch die Regenwürmer durchgeht, und dass sie in ihrem Verdauungskanal für die Bildung von Ton-Humus-Komplexen sorgen, die einen Tonboden langfristig retten können.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

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Schwerer Boden mit Humusmangel
Hallo Ayse,

Würde es reichen, wenn ich den Boden etwas höher legen würde?
Mit Mutterboden einfach obendrauf ca. 10 cm?

zehn Zentimeter ist nicht viel - da wird wohl kaum etwas dabei herauskommen: Vielleicht hat einer der mit betroffenen Nachbarn ja mit Rollrasen experimentiert - da kannst Du Dir anschauen, wie der nach wenigen Wochen aussieht, wenn der Boden bloß oberflächlich vorbereitet wurde. Auch wegen der benötigten Tiefe braucht es die Unterstützung durch Regenwürmer.

Wenn Du Dir die Zeit nehmen willst, kannst Du versuchen, vor weiterer Anlage ein oder zwei Jahre Grünbrache einzulegen, bevor Du später den Boden mit Mulch weiter fütterst - die schattige Lage ist nicht so sehr gut dafür, aber Phacelia, Ölrettich, vielleicht auch Ackerbohnen könnten mit dem Standort schon zurecht kommen. Phacelia macht sehr viele, filigrane Wurzeln, die ziemlich tief (etwa 40 Zentimeter) runter kommen und mit einer Kraft, die man der eher zart wirkenden Pflanze nicht zutrauen würde, auch sehr schwere Böden durchwurzeln. Schon während der Vegetation, aber vor allem nach Absterben der Pflanze im Winter helfen diese feinen Wurzeln zusammen mit der Mulchdecke aus den abgestorbenen Pflanzen der Regenwurmbevölkerung rasch auf.

Für Regenwürmer ist außerdem eine ausreichende Kalkversorgung wichtig. Sehr grob über den Daumen lässt sich die Kalkversorgung auch ohne eigentliche Bodenuntersuchung mit einem handelsüblichen einfachen pH-Test einschätzen: Bei eher niedrigem pH-Wert ist normalerweise noch Luft nach oben, man kann ohne Risiko aufkalken.

Insgesamt ist aber wohl das wichtigste, dass Du schaust, wie Du Dich mit der Bepflanzung nach dem Boden richten kannst.

  • passend zur Jahreszeit: Bärlauch ist auch so einer, der mit dem Stück zurechtkommen könnte. Für den beschriebenen Zweck ist es halt schade, dass er nur ein paar Wochen je nach Klima ca. März-Anfang Mai da ist und dann wieder einzieht. Würde sich aber mit Farnarten, die erst später treiben, ganz gut vertragen (man muss dann halt aufpassen, dass man beim Pflücken des Bärlauchs nicht gar zu viele Farnbrösel dazwischenkriegt).

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

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Hallo Blumepeder,

da wird wohl kaum etwas dabei herauskommen: Vielleicht hat einer der mit betroffenen Nachbarn ja mit Rollrasen experimentiert - da kannst Du Dir anschauen, wie der nach wenigen Wochen aussieht, wenn der Boden bloß oberflächlich vorbereitet wurde. Auch wegen der benötigten Tiefe braucht es die Unterstützung durch Regenwürmer.

Jep, die meisten haben Probleme.

Auch die Nachbarn, die fast den ganzen Tag Sonne haben.
Bei den anderen Grundstücken hat die Baufirma auch andere richtige Erde gebracht.

Nu ist es zu spät.

Ich werde wohl Zeit brauchen!
Aber das sollte eine Möchtegern-Gärtnerin ja haben :smile:!
Ich werde mir erstmal Stückchenweise Beete anlegen. Alles auf einmal schaffe ich nicht. Möchte jetzt ungern eine Firma beauftragen.
Irgendwie habe ich den Anspruch, das selbst zu machen.
Immer wieder Mulchen.

Bärlauch wächst jetzt wunderbar, noch keine Blüten.
Und die Maiglöckchen kommen auch.
Der Farn ist noch nicht zu sehen. Den hatte ich mal aus dem Wald mitgenommen, da war er winzig.Dann hat er gut zugelegt, nu lässt er sich noch nicht blicken.
Walderdbeeren haben sich verbreitet, aber ich will die Nachbarn nicht so gerne ärgern. Mal schaun, was ich da mache!

Ich habe den Garten heute mal beobachtet.
Bis 14 Uhr hat der komplette Garten Sonne. Danach schleicht sich der Schatten von Seite des Hauses immer weiter vor. Demnach hat dieser Bereich die meiste Sonne, eigentlich den ganzen Tag.

Ich möchte dir für deine sehr eindrucksvolle Schilderung danken.

Vor allem gleich wissenschaftlich belegt!

Ich danke dir für deinen Enthusiasmus, der sehr ansteckend ist.
Ich sollte mich mehr mit Böden beschäftigen!

Liebe Grüße
Ayse

Bärlauch und Maiglöckchen
Hallo Ayse,

die Nachbarschaft von Bärlauch und Maiglöckchen ist ja eigentlich naheliegend, sie mögen ähnliche Bedingungen. Aber man handelt sich damit ein, dass einem niemals niemand beim Bärlauchpflücken helfen darf - der Bärlauchquark wird sonst leicht tödlich.

(Das hab ich auch nicht bedacht, als ich sie zueinander gesetzt habe - jetzt hol ich den Bärlauch halt selber!)

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo,

die Nachbarschaft von Bärlauch und Maiglöckchen ist ja
eigentlich naheliegend, sie mögen ähnliche Bedingungen. Aber
man handelt sich damit ein, dass einem niemals niemand beim
Bärlauchpflücken helfen darf - der Bärlauchquark wird sonst
leicht tödlich.

Nein, ich habe sie nicht in die gleichen Beete gesetzt.
Wobei man sich ja nicht vertun kann, wenn man weiß wie Bärlauchblätter riechen!
Die Maiglöckchenblätter ja nicht, die riechen eher nach „Grünzeug“ (wie soll ich das beschreiben?), auf jedenfall sehr anders.
Und die Wuchsform ist anders. Ich habe den Bärlauch auch aus dem Wald. (Die wuchsen dort unter ein paar Buchen. Eine tolle Stelle übrigens, in Ratingen Ost, eine Lichtung, sehr hell, aber dennoch kaum Sonne)
Ich bin Maikind und kenne eben Maiglöckchen. Ich liebe sie übrigens!
Es gibt keine schönere Frühlingsblüherin!

(Das hab ich auch nicht bedacht, als ich sie zueinander
gesetzt habe - jetzt hol ich den Bärlauch halt selber!)

Hauptsache du kennst dich aus. Ich werde dennoch sicherheitshalber, den Bärlauch selbst pflücken.

Verbreitet er sich eigentlich von alleine?
Die Maiglöckchen werden dieses Jahr deutlich mehr sein als im Letzten.

Ich muss dieses Jahr wohl mit „Essen“ warten, damit der Bärlauch sich verbeiten kann?

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Vielen Dank.

Ayse