Hi strubbel,
warst Du nicht mal in (der Nähe von) Karlsruhe?
Natürlich kann ich mir das Szenario vorstellen;
auch für mich waren die Zeiten nicht immer gülden.
Dennoch, nein, ich würde nicht ‚betteln‘ gehen.
Gottseidank ist in der IT noch ‚etwas‘ (aber nicht viel) Luft.
Allerdings muß man ständig auf dem Laufenden sein.
Das wird sicher von Nicht-IT-lern nicht gesehen.
Aber gerade das ist es, die ständige Weiterbildung
(jeden Tag mindestens eine halbe, besser zwei Stunden, nach getaner Arbeit),
die es möglich macht, sich (s)einen Job (sein Projekt) aussuchen zu können.
Dafür kann man z.B. auch auf TV komplett verzichten. **
Ich denke mal, es wird ein ‚Ruck durch D gehen‘, wenn erkannt wird, dass
- wir hier keine nennenswerten Naturprodukte zum Export haben
- zukünftig unser einziges Export-produkt unser Wissen und unsere Fertigkeiten sind, –
dass es erst dann wieder vorwärts geht.
Und das erreicht man nicht mit ‚Bittstellen‘.
Das Verfahren unserer Eltern: ‚lerne was, such Dir ne ordentliche Stelle, verdiene Kohle‘
hat seit etwa 30 Jahren ausgedient. Beispiel? Bill Gates.
Heute geht es darum, herauszufinden,
wer meine Ware gebrauchen kann - und zu welchen Konditionen.
Dabei ist Flexibilität jeglicher Art angesagt.
Flexibilität wird aber verhindert durch Bindung an Grund, Eigenheim und Gewohnheiten.
Diese Idee einem Langzeitarbeitslosen ins Hirn zu implantieren fällt sicher schwer.
Eben weil er immer auf eine Stelle hofft,
aber nicht selbst die Initiative nach obigem Marktverlangen auslotet.
Diese Tatsache wird sich noch weitaus verheerender auswirken
in den kommenden Jahren (ich denke nicht mal Jahrzehnten) ‚dank‘ der Globalisierung -
und ob wir das wollen oder nicht, die Globalisierung wird eintreten,
und wir sind heute immer noch am Anfang.
Und das ist einer der Gründe, weil ich die Republik verlasse.
Eben einen Schritt im voraus tun, ehe ich als (weiterer) Bittsteller
hier auftreten muss.
Bemerkung: ich habe die Sache hier in Kurzform dargestellt
und zugegeben auch verallgemeinert.
Das diente nur der Klarheit.
Aloha - digi (aEg)
**Jeden Tag nur 2 Stunden TV bedeuten im Jahr 700 Stunden.
700 Stunden bedeuten 5 Monate reine Zeit zum Lernen.
In der Zeit kann man eine Sprache hinreichend beherrschen.
Bei gar 3 Stunden mag sich jeder selber ausdenken,
was in der Zeit sein ‚Konkurrent‘ erreicht.
Und da gibts kein Wenn und Aber.
wenn du viele monate über fast 200 bewerbungen schreibst, kaum
eine antwort bekommst, die stellenanzeigenmärkte fast
leergefegt sind, seit jahren aus allen medien tönt,
arbeitslose wären nur asoziale, welche keine lust hätten und
nur mehr zwang zur arbeitsaufmahme bräuchten und dass selbst
dir bekannte, welche dich besser einschätzen könnten, diese
polemik übernehmen, wenn du so unter erfolgsdruck stehst,
endlich einen job zu bekommen, dann würdest auch du dir solche
demütigungen gefallen lassen, welche leider heutzutage eher
die regel, denn die ausnahme sind.
strubbel
B:open_mouth:)