Frage an die Lateiner, die sich in dieser Richtung ein bisschen auskennen. Hier in Süddeutschland gehen in der Zeit um den 6. Januar Gruppen von Kinder durch die Strassen; verkleidet als die heilige drei Könige singen sie vor jeder Haustür, erhalten dafür Geldspenden und schreiben, wenn gewünscht über die Haustüre die Jahreszahl und die Buchstaben C, M und B, eigentlich gedacht als Abkürzungen für die Namen der Könige Caspar, Melchior und Balthasar. Vor Jahren nahm ich an einer Stadtführung teil, bei der die Führerin nur ganz nebenbei darauf hinwies, dass die drei Buchstaben eigentlich die Abkürzung für einen lateinischen Spruch seien - übersetzt etwas in der Art von „Gott schütze dieses Haus“ oder ähnlich. Weiss dazu jemand was genaueres?
C, M und B, eigentlich gedacht als Abkürzungen für die Namen
der Könige Caspar, Melchior und Balthasar.
C+M+B mit der schon beschriebenen Bedeutung wird erst seit seit dem 2. Vatikanischen Konzil geschrieben, also seit 1965.
Bis dahin schrieb man K+M+B für Kaspar, Melchior und Balthasar, welche ihrerseits auch schon von der Amtskirche erfundene Namen für die sogenannten „Hl. 3 Könige“ sind.
Die Wurzeln reichen aber zurück zu den drei „Nothelferinnen“, nämlich Katharina, Margaretha und Barbara, die einige Jahrhunderte nach Christi Geburt als „Heilige drei Madln“ einen Ersatz für die keltischen „Drei Bethen“ (= die „Ewigen“, nämlich Wilbeth, Ambeth und Borbeth) darstellen sollten. Nicht zufällig „ersetzt“ die heilige Katharina mit dem Rad Wilbeth (die „Lichte“, mit dem Sonnenrad), die Hl. Margaretha mit Schlange und Kelch Ambeth (die „Rote“, die Fruchtbare, mit dem Kelch des Lebens) und die Hl. Barbara mit dem Turm (Beschützerin der Bergleute!) Borbeth (die „Schwarze“, Beschützerin der Unter- = Anderswelt!).
Danke, Barney, für den interessanten Artikel.
Weitere Informationen über die drei Bethen im Zusammenhang mit meiner Heimatstadt Worms (ursprünglich Borbetomagus = Hain der Borbetho) kann man auf dieser Seite finden: http://www.nibelungenlied-gesellschaft.de/vortraege/…
Ich habe in meiner Jugend noch „K+M+B“ gesehen. Und ich möchte schwören, daß der Befehl, in Hinkunft „C+M+B“ zu schreiben, nicht überall sofort umgesetzt wurde.
Vor zwölf Jahren gab es in Rosenheim die Ausstellung „Das Jahrtausend der Kelten“. Die war ziemlich folkloristisch gestaltet und die kulturellen Leistungen der Kelten kamen eindeutig zu kurz.
Der Ausstellungskatalog und auch einige der (älteren) Bücher nahmen die Kelten offenbar nicht für „voll“.
Schriftliche Überlieferungen gibt es nicht. Somit hatten es Karl der Große und andere Kulturzerstörer relativ leicht, die mündlichen Überlieferungen und den Glauben mit christlichen Figuren und Erzählungen zu überlagern.
Daraus nun wieder den Ursprung herauszufiltern, ist natürlich nicht leicht. Und viele Historiker versuchen das erst gar nicht.
Ein Autor versucht es:
Georg Rohrecker
„Druiden, Wilde Frauen, Andersweltfürsten“
ISBN 3-85431-273-3 Buch anschauen
Dort wird „das keltische Erbe in Österreichs Sagen“ behandelt, aber da sich das keltische Verbreitungsgebiet ja über große Teile Europas erstreckt hat, sind die Erkenntnisse sicher allgemeingültig.
Sein zweites Buch
„Die Kelten Österreichs“
ISBN 3-85431-317-9 Buch anschauen
Hab ich erst zur Hälfte gelesen. Dort werden mehr die historisch gesicherten Daten als Anhaltspunkte herangezogen.
Da die Grenzen ja nicht den heutigen entsprechen, sind sicher auch aus diesem Buch allgemeine Informationen zu gewinnen.