Was bedeutet Abbau von Diazepam zu Benzophenonen

In einem toxikologischen Gutachten steht: Im Zusammenhang mit der erfolgten Einnahmen von Diazepam ist kein lagerungsbedingter Abbau zu Benzophenonen feststellbar.

Was bedeutet das?

Hallo Fragewurm,

In einem toxikologischen Gutachten steht: Im Zusammenhang mit
der erfolgten Einnahmen von Diazepam ist kein
lagerungsbedingter Abbau zu Benzophenonen feststellbar.

Was bedeutet das?

Medikamente haben ein Ablaufdatum. Bei vielen Medis kommt es daher, weil sich die Substanzen mit der Zeit zersetzen.
Im besten Fall ist dann das Medikament wirkungslos und im schlechtesten entstehen dabei giftige Zerfallsprodukte.

Zu deiner eigentlichen Frage:
Der Wirkstoff von Diazepam gehört zu den Benzodiazepinen und zerfällt bei der normalen Lagerung nicht in ein Benzophenon.

MfG Peter(TOO)

Hallo Peter,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Die von mir gestellte Frage wurde so in einem toxikologischen Gutachten im Rahmen einer Obduktion formuliert. Hintergrund ist, dass es hier um ein Wiederaufnahmeverfahren geht. In diesem Fall konnte der Todeszeitpunkt des Verstorbenen, bei dem sehr hohe Diazepamwerte festgestellt wurden, nicht genau festgestellt werden. Und deshalb entstand die Frage, wie sich dieses Diazepam abbaut oder verstoffwechselt oder wie man das nennt, und ob die Nichtbildung von Benzophenonen (laut Gutachten) irgendeine Aussage zu einer Zeitspanne zulässt. Ich bin mit dieser Frage zum ersten Mal überhaupt bei „wer weiss was“ und hoffe, dass das nicht irgendwie den Rahmen sprengt. Wenn das so wäre, bitte ich das zu entschuldigen und danke auf jeden Fall für die Mühe.
Grüße
Liberty2011

Hallo erstmal,

das könnte bedeuten, dass man aufgrund der Auffindesituation und dem vermuteten / aufgrund anderer Tatsachen geschlussfolgerten Todeszeitpunkt eigentlich davon hätte ausgehen müssen, dass entsprechende Abbauprodukte hätten vorhanden sein müssen. Diese hat man aber nicht gefunden, weshalb Zweifel an der Auffindesituation und dem Todeszeitpunkt bestehen.

Also z.B. Leiche wird heute in seiner verschlossenen Wohnung gefunden, Zeuge gibt an, sie da schon vor drei Tagen durchs Fenster in Auffindesituation gesehen zu haben. Auf dem Tisch steht die Medikamentenpackung, und würde die Geschichte stimmen hätte der Tote vor drei Tagen die letzte Möglichkeit der Medikamenteneinnahme gehabt. Dann müssten sich heute bei Auffinden eines Teils des Medikaments im Magen entsprechende Abbauprodukte bei ihm in passender Menge finden, die sich in den drei Tagen gebildet hätten. Tatsächlich sind die aber nicht vorhanden. Das spricht dann dafür, dass die Medikamente später genommen wurden, und der Todeszeitpunkt später liegen muss.

Gruß vom Wiz, der immer noch gerne an die Pathologievorlesung zurück denkt