Hallo ihr lieben,
ich hoffe jemand von euch kann mir weiterhelfen und mir erklären was das wort dekapitalisierung in folgendem zusammenhang bedeutet:
„Die kubanische Staatswirtschaft ist gekennzeichnet von einer Dekapitalisierung großen Ausmaßes in den Bereichen Infrastruktur, Industrie und Landwirtschaft. Entsprechend niedrig sind Produktivität und teils auch Qualität in diesen Bereichen, was hohen Einfuhrbedarf bedingt.“
hab es auch schon gegooglet aber leider kamen da keine hilfreichen ergebnisse.
danke schon mal im voraus!
liebe grüße,
steph
Hallo Steph!
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich würde folgendes sagen:
KAPITALISIERUNG bedeutet, Geld irgendwo HINEIN zu stecken, also zu investieren.
In deinem Beispiel klingt es so, dass in/auf Kuba eher Geld aus den Bereichen Infrastruktur, Industrie und Landwirtschaft herausgezogen wird, d.h. DESINVESTIERT oder eben DEKAPITALISIERT wird.
In meinen Augen bedeutet das Wort also, dass die Regierung kein Geld zum Ausbau dieser Bereiche investiert und sich der Zustand z.b. der Infrastruktur dadurch extrem verschlechtert oder dass eben bezogen auf die Landwirtschaft dann alles importiert werden muss, anstatt es im eigenen Land zu produzieren.
Ich hoffe, ich konnte dir damit ein wenig weiterhelfen.
LG,
Marcel
Hallo Marcel,
vielen herzlichen Danken für deine schnelle Antwort! Klingt auf jeden Fall sehr schlüssig und würde auch mit dem zusammenpassen, was ich sonst noch so an Informationen dazu gefunden habe. 
Danke nochmal und ich wünsche dir noch einen schönen Tag,
Steph
Damit ist gemeint, dass das in diesen Bereichen Kubas insgesamt existierende Kapital abnimmt.
Sprich der Gegenwartwert der Maschinen (für den Faktor Industrie) wird in Laufe der Zeit geringer. Das ist natürlich auch auf die anderen Bereiche anwendbar.
Ohne Neuanschaffungen durch den kubanischen Staat sinkt der Wert immer weiter.
Um beim Beispiel Maschinen zu bleiben: Die Produktivität sinkt natürlich wenn Maschinen stark altern und nicht reinvestiert wird - langfristig ebenso die Qualität der produzierten Güter.
Dementsprechend steigt der Bedarf nach (aktuellen) Waren aus dem Ausland.
MfG Markus
Hí,
das Wort hab ich zwar auch noch ned gehört. Hier zwei Vorschläge:
In dem Kontext könnte ich mir vorstellen, dass es auf die große Rolle des Staates - im Gegensatz zum Kapital - in den angesprochenen Sektoren ankommt. Das eben genau nicht die kapitalistischen Regeln (mit marktwirtschaftlichen Regelungsprinzipien, sprich: was unproduktiv ist fliegt raus) in den Bereichen gelten sondern die Regularien der Staatsmacht.
Könnte mir auch vorstellen, dass sich das Wort Dekapitalisierung auf den Entzug des in den Sektoren entstandenen Kapitals durch den Staat richtet. Das würde dann bedeuten, dass der Staat durch öffentliche Abgaben das erwirtschaftetet Kapital an sich nimmt und in seinem Sinne reinvestiert. Dem Sektor bzw. Marktteilnehmer fehlt es dann an der Möglichkeit zu reinvestieren und auf ggf. marktwirtschaftliche Impulse zu reagieren. Zudem führt dies dazu, dass der Sektor mit weniger Kapital und mehr Arbeitskraft wirtschaftet, was für eine geringe Produktivität spricht. Aus das würde auf die cubanische volkwirtschaft zutreffen.
lg
henning