Guten Tag,
finde einfach keine Bedeutung zu dem Namen…
Ist vielleicht was Französisches, hab aber nichts gefunden…würd mich interessieren was es bedeutet.
Guten Tag,
finde einfach keine Bedeutung zu dem Namen…
Ist vielleicht was Französisches, hab aber nichts gefunden…würd mich interessieren was es bedeutet.
Keine Ahnung ! Ich kann nur sagen, als franzöischer Muttersprachler habe ich in meiner Sprache dieses Wort auch niemals getroffen.
Hi Pylamos,
In Catalonien kenne ich Jover, aber nur als Nachname, nicht Vorname.
Wenn das so ist, wie ich vorschlage, dann hat es keine Bedeutung oder mir ist nicht bekannt und kann es keine daraus entnehmen.
Schöne Grüße,
Helena
Hi
Ich habe nur zwei Hinweise gefunden, einmal, dass Jover tatsächlich ein katalanischer Nachname ist, der anderswo auch „jever“ geschrieben wird.
Und dass es Jover als Abwandlung von Jovan gibt, der serbokroatischen Form von „Johann“.
lg
Kate
Hallo,
dass Jover :tatsächlich ein katalanischer Nachname ist
es ist ein recht weit verbreitere Nachname. Der wohl bekannteste Träger dieses Namens war wohl Lluís Companys i Jover, katalanischer Präsident während des spanischen Bürgerkriegs, von der Gestapo in Frankreich verhaftet und an die Spanier ausgeliefert, dann hingerichtet. Das Wort „jover“ hat auch eine Bedeutung im Katalanischen, allerdings werde ich aus dem Eintrag in der Encycopèdia nicht so recht schlau:
jover: Home de la gleva obligat a la prestació de jova.
jova: Obligació del pagès emfiteuta d’aplicar una parella de bous a llaurar terrenys del senyor directe, durant una jornada o més.
Vielleicht kann Helena weiter helfen.
Gruß
Axurit
Servus,
diesen Definitionen nach:
jover: Home de la gleva obligat a la prestació de jova.
jova: Obligació del pagès emfiteuta d’aplicar una parella
de bous a llaurar terrenys del senyor directe, durant una
jornada o més.
handelt es sich um eine Leistung aus dem Feudalwesen: „una parella de bous“ = ein Paar, soviel wie ein Joch (iugum) Ochsen für Gespanndienste. Der „homme de la gleva“ (Lat. cleba = die Scholle, das Lehen) ist ein Hintersasse, Pächter.
Deutsch analog hieße der Name damit „Jöchner“ oder „Jochner“, wobei es diesen allerdings nicht gibt. Etwas freier und von der wörtlichen Bedeutung abweichend, aber ähnlich (d.h. abgeleitet von der Stellung des Bauern im Feudalsystem) gebildet, käme der deutsche Name „Hübner“ in Frage: Ein Hintersasse, der auf einer Hufe oder Hube sitzt, d.h. einem Stück Land, das zur Ernährung eine Bauernfamilie ausreicht.
Zum „pagès emfiteuta“ vgl. das französische „bail emphytéotique“.
Schöne Grüße
MM
Hallo Axurit,
(Übrigens, wenn wir dabei sind: Je nachdem, wie man diesen Nick ausspricht, könnte auf Katalanisch heissen „ausverkauft“ (exahurit) oder eixerit (fesch, stattlich) ;o))
es ist ein recht weit verbreitere Nachname.
Na jaaaaa. Soooooooo verbreitet finde ich ihn allerdings nicht.
Der wohl
bekannteste Träger dieses Namens war wohl Lluís Companys i
Jover,
ich wußte nicht, dass LLuis companys auch Jover hiess! Danke!! :o)))
In meinem Dorf kenne ich zwei Familien mit dieser Nachnamen (allerdings als erstes) und mir ist es aufgefallen, dass niemand diese Familiermitglieder mit ihren Vornamen (wie bei uns sonst üblich) nennt, sondern sagt man „en Jover“ (für die Männer der Familie), oder „la/na Jover“ (für die Frauen derselben) ;o))
Das Wort „jover“
hat auch eine Bedeutung im Katalanischen, allerdings werde ich
aus dem Eintrag in der Encycopèdia nicht so recht schlau:
Das wußte ich auch nicht.
jover: Home de la gleva obligat a la prestació de jova.
jova: Obligació del pagès emfiteuta d’aplicar una parella
de bous a llaurar terrenys del senyor directe, durant una
jornada o més.Vielleicht kann Helena weiter helfen.
Gerne!
Alles was mit diesen zwei Wörtern zu tun hat und deren Bedeutung ist total veraltet und das verwendet kaum jemand noch bei uns. Aber ich kann gerne diese Bedeutungen übersetzen, wie gewünscht:
Ackerknecht: Mann der Scholle, der verpflichtet war eine persönliche Leistung zu bringen (Gemeinsame Gemeindearbeit)(1)
Gemeinsame Gemeindearbeit (1): Zwang der dem Erbpächter unterlag, wobei er gezwungen war mit zwei Ochsen das Grundstück seines Herren einen Tag lang, oder noch länger zur ackern.
(1) Gemeinsame Gemeindearbeit ist auf Katalanisch und auf Spanisch in diesem Fall nur ein einziges Wort und hat einen sehr häßlichen Beigeschmack.
Ich hoffe das hilft weiter!
Schöne Grüße,
Helena
Servus,
Ackerknecht
ist in diesem Kontext kein Knecht (= Lohnarbeiter in der Landwirtschaft), sondern ein Bauer (= eigenverantwortlich tätiger Pächter). Bis weit ins 19. Jahrhundert (nach Ländern unterschiedlich) war kein Bauer Eigentümer seines Bodens. Sowohl freie als auch leibeigene Bauern mussten dem Grundherren alle möglichen Abgaben und Dienste leisten, das meiste davon in Naturalien (Zehnten und alle möglichen „Gefälle“ = Abgaben zu bestimmten Anlässen). Die wohl ärgste Last waren die Frondienste = Arbeit oder Gestellung von Gespannen und Fuhrwerken für den Grundherrn, die Vorrang vor der Arbeit auf dem eigenen Hof hatten. Mit der Folge, daß es immer wieder zu Beschwerden, Erhebungen und Aufständen mit der Forderung kam, die Zahl der gesetzlichen Heiligenfeiertage zu verringern, damit neben der Fronarbeit überhaupt noch Zeit blieb, die eigenen Stücke zu bestellen.
Gemeinsame Gemeindearbeit:
heißt in diesem Kontext Frondienst oder Fron (wörtlich = „Arbeit für den Herrn“, vgl. die Worte „Fronleichnam“ oder auch „Frau“). Die Bedeutung „Gemeindearbeit“ ist modern und stammt aus dem 19./20. Jahrhundert. Autonome Gemeinden von freien Bauern waren bis lange in die Neuzeit hinein selten, es gab sie in Deutschland vorwiegend im Nordwesten und in Gebirgslagen, wo es notwendig war, ihnen gewisse minimalen Rechte zu lassen, damit diese Gebiete überhaupt besiedelt blieben, was für den Schutz von Küsten und Gebirgspassagen wichtig war. Detail am Rande: Der letzte Kreuzzug, bereits eher eine Farce, wurde durch den Bischof von Bremen gegen die Stedinger Freibauern ausgerufen, die sich unter der Parole „Lever dood as Slaav“ nie hatten missionieren und in das feudale System der Grundherrschaft eingliedern lassen. Am südlichen Ende des Reiches erwuchs aus dem - später durch Friedrich Schiller idealisierend verklärten - Widerstand von freien Bergbauern gegen die Habsburgerherrschaft die älteste bis heute existierende Republik Europas und vermutlich der Welt, die Schweizer Eidgenossenschaft.
Gemeinsamer Grundbesitz der Freibauernschaften hieß „Allmende“, im Forst „Hauberg“ oder „Hauwald“. „Gemeindearbeit“ wäre Arbeit für die Allmende; die war kaum fest organisiert. Reste davon gab es bis ins 20. Jahrhundert hinein etwa bei der gemeinsamen Eisgewinnung an zugefrorenen Seen und Weihern für die örtlichen Molkereien und Käsereien.
Schöne Grüße
MM
ot
Hallo Helena,
(Übrigens, wenn wir dabei sind: Je nachdem, wie man diesen Nick ausspricht, könnte auf Katalanisch heissen „ausverkauft“ (exahurit) oder eixerit (fesch, stattlich) ;o))
Das x wird als sch gesprochen und hat natürlich mit letzterem zu tun. Im Roussillon ist das eine geläufige Bezeichnung für ein schlaues Köpfchen. Und mit der Rechtschreibung nach Pompeu Fabre nimmt man es dort nicht so genau. Auch als Nick finde ich Axurit irgendwie besser geeignet als Eixerit.
Gruß
Axurit
Hallo Du fescher! :o))
(Übrigens, wenn wir dabei sind: Je nachdem, wie man diesen Nick ausspricht, könnte auf Katalanisch heissen „ausverkauft“ (exahurit) oder eixerit (fesch, stattlich) ;o))
Das x wird als sch gesprochen und hat natürlich mit letzterem
zu tun.
Auf Katalanisch gilt es grundsätzlich (zumindesdt fällt mir jetzt keine Áusnahme ein) dass wenn unmittelbar einer „X“ eine „i“ steht, wird es so ausgesprochen wie (in etwa) auf Deutsch SCHokolade. Beispiel: „eixerit“. Gibt es diese „i“ nicht, dann wird es so ausgesprochen wie (in etwa) auf Deutsch „-KST“ in z.B. „eKSTase“ oder „-CH“ in „aCHse“. Beispiel: „exhaurit“.
Im Roussillon ist das eine geläufige Bezeichnung für
ein schlaues Köpfchen.
Ui! „Eixerit“ ist in Katalonien eher ein Begriff für einen feschen, hübschen, attrativen Mann. Zum Beispiel „eixerit“ sind oft die männliche Gestalten in den Märchen, die die Prinzessin heiraten (Schneewitchen, Dornröschen,…)
Und mit der Rechtschreibung nach Pompeu
Fabre nimmt man es dort nicht so genau.
Hihihi. Das merke ich: Wenn ich mich nicht irre, hies er FabrA, Pompeu Fabra. Ich bin sogar ihre Enkelin begegnet, allerdings als uralte Dame von über 90 Jahren! ;o))
Auch als Nick finde
ich Axurit irgendwie besser geeignet als Eixerit.
Na dann. Ich finde ihn auch sehr nett und hat eine gute Konnotation.
Passi-ho bé,
Helena
Servus,
Vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung! Ich fand sie sehr interessant.
Womit wieder bewiesen wird, dass jeder am besten in ihrer jeweilige Muttersprache übersetzen sollte… Ich habe es nur getan, weil ich darauf angesprochen würde.
Wie dem auch sei, dadurch, dass die Worte so veraltet sind, habe ich alles anhand ein Wörterbuch übersetzt. Mir ist klar, dass zB. „gemeinsame Gemeindearbeit“ nicht gut getroffen sein kann, aber mir fiel auch nicht besseres ein. Und so stand eben im Wörterbuch.
Wie auch immer, ich habe nur darauf reagieren wollen, dass ich angesprochen würde und eine Übersetzung aus dem Katalanischen liefern, damit jeder halbwegs weiß um was es ging. Ich hatte keine weiter Ansprüche an diese Wiedergabe.
Schöne Grüße,
Helena
Servus,
die Anmerkungen von mir bedeuten auch keinerlei Kritik.
Wie dem auch sei, dadurch, dass die Worte so veraltet sind,
habe ich alles anhand ein Wörterbuch übersetzt.
Interessant fände ich den Jahrgang des Wörterbuches. Mir kommt nämlich die Wiedergabe von Frondienst = Gemeindearbeit so vor, als sei sie aus der „Mittelalterromantik“ des Caudillo entliehen. Das ist aber auch nicht so recht plausibel, weil der wohl der Ansicht war, es gäbe keine Katalanen und kein Katalanisch, sondern die ganze Hispanidad sei ungefähr so groß wie seine Artilleriekaserne in Granada: So daß zu einer offiziell nicht existenten Sprache vor 1976 wohl keine Lexika gedruckt worden sind.
Daher also die Frage: Kennst Du analoge Begriffe zur „Gemeindearbeit“ noch aus der offiziellen Sprache der „heroischen Zeiten“ bis 1975, etwa für die Arbeitsdiensteinsätze von Arbeitslosen? Das würde den Zusammenhang erklären - Fronarbeit mit „Kaisers neuen Kleidern“ aus dem zwanzigsten Jahrhundert hübsch angezogen. Auch wenn Du damals noch ziemlich jung warst, denke ich, daß irgendjemand aus Deiner Umgebung wohl irgendwie von diesen Arbeitsdiensteinsätzen betroffen war: Vor dem großen Aufbruch ab 1976 gings ja auch in dem fleißigen Katalonien nicht besonders gut, weil man halt nicht gut wirtschaften und handeln kann, wenn überall nur Mauern rundherum sind. Vielleicht hast Du ja eine Erinnerung, mit welchen Euphemismen der Arbeitsdienst offiziell verschönert worden ist.
Schöne Grüße
MM
Servus Martin,
die Anmerkungen von mir bedeuten auch keinerlei Kritik.
als erstes meine Entschuldigung!
Ich habe Deine Antwort NICHT als Kritik aufgefasst oder verstanden, ganz im Gegenteil! Also wenn ich mich so ausgedrückt haben sollte, dass ich mich darüber beschwere, bitte ich Dich, mein Entschuldigung anzunehmen, denn es war bei weitem nicht so gedacht.
Interessant fände ich den Jahrgang des Wörterbuches.
Das kann ich dir jetzt leider nicht sagen, denn ich habe es nicht zur Hand. Ich weiß nur, dass ich meine Auflage schon damals gekauft habe, als ich anfing Deutsch zu lernen, also anfang der 80-er Jahren. Allerdings habe ich dafür eine CD-Version genommen, die neulich aktualisiert wurde.
Mir kommt
nämlich die Wiedergabe von Frondienst = Gemeindearbeit so vor,
als sei sie aus der „Mittelalterromantik“ des Caudillo
entliehen.
Dieses Wörterbuch, als allgemein Wörterbuch, hat einen ausgezeichneten (und meiner Meinung nach, zu Recht) Ruf. Aber die Verfassern (2 in der Anzahl) scheinen keine Spanier (oder aus einem spanisch-sprechenden Land) zu sein (zumindest der Name nach): Slabý-Grossmann.
Das ist aber auch nicht so recht plausibel, weil
der wohl der Ansicht war, es gäbe keine Katalanen und kein
Katalanisch,
Der Meinung bin ich nicht. Katalonien war ausschließlich ein Teil Spaniens und mit den Katalanen „hay que ener mano dura“ , wie man zu sagen pflegte (In ca: „Mann muss Härte walten lassen“)
sondern die ganze Hispanidad sei ungefähr so groß
wie seine Artilleriekaserne in Granada:
Naaaaaaaaa! Sorry, aber der Meinung bin ich auch nicht. Es stand wohl in jeder Münze und auf jede Flagge: „Una, grande y libre“ („Eine, große und freie“) -Spanien, wohl bemerkt. Also kein Volk namens Katalonien, kein volk namens Basken und schon gar nicht „gallegos“, obwohl der Caudillo selbst, in Galicia geboren wurde.
So daß zu einer
offiziell nicht existenten Sprache vor 1976 wohl keine Lexika
gedruckt worden sind.
Auch das ist mMn. nicht ganz exakt: Ab der 6. Klasse (das dürfte da anfang der 70-ern) haten wir katalanische Sprache in der Schule. Ich erinnere mich noch heute an den Titel des Lernbuches: „Abans de l’alba“
http://www.iberlibro.com/ABANS-LALBA-POL-FERRAN-SELE…
Daher also die Frage: Kennst Du analoge Begriffe zur
„Gemeindearbeit“ noch aus der offiziellen Sprache der
„heroischen Zeiten“ bis 1975, etwa für die
Arbeitsdiensteinsätze von Arbeitslosen?
Nein, kenne ich leider nicht. Und ich kann mich nicht erinnern, dass es welche gab. Auch kann ich mich nicht erinnern jemals davon gehört zu haben…
Auch wenn Du damals noch ziemlich jung warst,
Wie jung ist man mit 13?
Ich frage das nicht ironisch, sondern weil ich vermute (evtl. zu unrecht?), dass du Kleinkindern meinst?
denke ich, daß
irgendjemand aus Deiner Umgebung wohl irgendwie von diesen
Arbeitsdiensteinsätzen betroffen war:
Ich werde mich erkündigen.
Vor dem großen Aufbruch
ab 1976 gings ja auch in dem fleißigen Katalonien nicht
besonders gut, weil man halt nicht gut wirtschaften und
handeln kann, wenn überall nur Mauern rundherum sind.
Da kann ich dir nur beipflichten. Was die Gesellschaft an sich betrifft, so verbinde ich meine Kindheit mit einer sehr grauen Zeit. (Obwohl bzgl. Familie, Freunde, etc… alles bei mir prima war)
Vielleicht hast Du ja eine Erinnerung, mit welchen Euphemismen
der Arbeitsdienst offiziell verschönert worden ist.
Ich werde ja fragen und sage dann hier Bescheid. Aber wie gesagt, ich habe noch nie davon gehört. Und selbstverständlich sind diese Wörter, falls welche gibt, auf Spanisch.
Schöne Grüße
Helena