Was bedeutet eigentlich 'grimpfen'?

…grimpfen?

Hi,

…grimpfen?

das klingt entweder nach
a) Althochdeutsch,
b) Mittelhochdeutsch oder
c) einem modernen Kunstwort.

Laut http://www.koeblergerhard.de/germanistischewoerterbu… hat das Wort etwas mit krampfen zu tun, auch wenn ich ansonsten die Struktur dieses Wörterbuchs nicht recht durchblicke.

Gruß
Chris

krimpfen / krümpfen

grimpfen

oder wie es bei Grimm heißt:

_ KRIMPFEN , ein altes starkes verbum, das nhd. nur noch in trümmern aufzuweisen, während es nd. nl. noch ziemlich wol erhalten ist in krimpen, s. d.

  1. nhd. find ichs nur in der entstellung krümpfen:

in mittler zeit begund zu krümpfen
die zerung und all ding zu rümpfen,
die speis mindert sich alle tag.
WALDIS Es. 4, 42, 43 (2, 106 Kz.);

Bd. 11, Sp. 2313

bei GRYPHIUS eingekrümpfte lippen (s. 3, 219), eingeschrumpfte; s. weiter krümpfen, das eindringen des ü ist wie bei krümpen für krimpen (s. d. 3, c), krümmen für krimmen (s. d. I, 3, g), rümpfen für rimpfen vorhin, ähnlich schrumpfen für schrimpfen, lauter stammverwandte zugleich (s. 3). auch die bedeutung einschrumpfen ist nur das restchen eines groszen ganzen, WALDIS mag noch dazu sein heimatliches krimpen im sinn gehabt haben (s. krimpen 1, a).

  1. mhd. war krimpfen, praet. krampf, pl. krumpfen, part. gekrumpfen noch in voller frische, s. wb. 1, 882a, sich krimpfen sich krumm oder krampfhaft zusammenziehen, dazu krampf m. wie noch heute, damals auch der krimpf genannt (nl. krimpe spasmus KIL.), s. auch krumpf bug; krempfen krampfig zusammenziehen, auch diesz noch nhd. (sp. 2014). ahd. ist es zufällig nur ganz dürftig bezeugt, krimfit terit GRAFF 4, 611, wie auch alts. ags. crimpan, altn. krimpa in den zeugnissen fehlen; nord. reste s. unter krimpen 3, c. engl. to crimple zusammenziehen, im prompt. parv. 103 crimpel gleich rimple; ein adj. crimp schwach gehört gewiss auch dazu.

  2. verwandtschaft.

a) nächstverwandt krimmen, aber zwischen diesem und krimpfen stand wahrsch. einst auch ein krimpan oder krimban, s. krimmen II, 4; grundbed. sich krümmen wie eine packende klaue oder hand. Daneben lief aber in gleicher reihe klimmen, klimban oder klimpan und klimpfen, s. darüber klimmen III, 1, krimmen II, 3.

b) und noch reicher entwickelt war der uralte stamm. denn einmal kann dem krimpfen das gleichbed. rimpfen nicht fremd sein (vergl. WALDIS unter 1), s. die gleichlaufenden ableitungen unter krampf III, 5; auch die nrh. form wrimpen Teuth. 322b, wrempen LILIENCRON volksl. 1, 6b, nl. KILIAN 661a wird nicht stören, denn neben krimmeln wimmeln steht ebenso nl. wrimmelen abundare, scatere KIL., neben dem nd. kremeln krabbeln, wimmeln (s. krimmeln 3, b) nl. wremelen motitare, palpitare KIL., nnl. fläm. wriemelen wimmeln; s. dazu kring 4, b.

c) nahe liegt aber auch mhd. schrimpfen in der bed. verwunden (wie krimmen, auch rimpfen Lohengr. 5450) und einschrumpfen (s. înschrempfen in rugas contrahere MONES anz. 5, 69), letzteres md. nrh. schrimpen (s. unter krimpen 2, a), auch altn. skrimpa anzunehmen nach schwed. skrumpen eingeschrumpft, skramp abgemagert u. ä. (s. RIETZ 598b), ags. dagegen scrimman marcescere ETTM. 695, d. h. im auslaut wie krimmen; dann mit kehlauslaut engl. crinkle, crinch einschrumpfen u. ä. (auch shrink), schwed. krynk RIETZ 358b, weiter s. u. krank I, d, auch klank 4, d, b.

d) auch ohne das m, das danach nicht ursprünglich sein wird, in krippen 2, krümmen, auch krüpfen krümmen, krippeln 2, in falten drücken, u. a., s. krapfe haken, besonders krampf III, 8. ebenso steht neben dem crinkle unter c, krank u. a. auch krack haken, nd. krokel runzel (vgl. krochel) u. a.

e) auswärtige verwandtschaft, die ja dem uralten stamme nicht fehlen kann, deutet sich an z. b. in lett. grumbt runzeln machen (vgl. krumpel), ich weisz nicht ob in lett. krupt einschrumpfen, auch rukt, liv. aber grupt. s. auch unter krimmen 3, c. stünde in gr. gn©mptw krümmen, biegen n für r?_

Der Grimm ist als Link auf den Eingangsbrett hier verlinkt!

Gruß Fritz

… kann man das auch so

http://germa83.uni-trier.de/cgi-bin/DWBcgi/getDWBArt…

ganz nett verlinken :wink: Damit ist die Formatierung etwas besser erhalten.

Liebe Grüße
Christopher

1 „Gefällt mir“

in die Krümpe gehen
fällt mir da noch ein.

Steht bei Heine:

_Da nur die Redaktion und nicht der eigentliche Verfasser für jeden anonymen Artikel verantwortlich bleibt; da die Redaktion gezwungen ist, das Journal, sowohl der tausendköpfigen Leserwelt als auch manchen ganz kopflosen Behörden gegenüber, zu vertreten; da sie mit unzähligen Hindernissen, materiellen und moralischen, täglich zu kämpfen hat: so muß ihr wohl die Erlaubnis anheimgestellt werden, jeden Artikel, den sie aufnimmt, ihren jedesmaligen Tagesbedürfnissen anzumodeln, nach Gutdünken durch Ausmerzen, Ausscheiden, Hinzufügen und Umänderungen jeder Art den Artikel druckbar zu machen, und gehe auch dabei die gute Gesinnung und der noch bessere Stil des Verfassers sehr bedenklich in die Krümpe. Ein in jeder Hinsicht politischer Schriftsteller muß der Sache wegen, die er verficht, der rohen Notwendigkeit manche bittere Zugeständnisse machen. Es gibt obskure Winkelblätter genug, …

Ais: Lutetia, Artikel XI_

Fritz

3 „Gefällt mir“

Ohne Kontext?
Hi Axel,

einfach mal ins Blaue geraten: könnte mit (um-)krempeln zu tun haben.

Gruß Ralf

krempeln würde ich etymologisch auch in der richtung sehn

ich dachte halt nur: schade um das schöne wort. wenns keiner mehr benutzt, stehts nur noch irgendwo rum…
andere wörter sind wohl nie entstanden, wie z.b. „gnutzeln“. wozu auch.

Mit Kontext

krempeln würde ich etymologisch auch in der richtung sehn

_ krem|peln [Nebenf. von krempen, eigtl. = eine Krempe machen, zur Krempe umschlagen, zu Krempe]: a) (in einer bestimmten Richtung, bes. nach oben) umschlagen: die Hemdsärmel nach oben, in die Höhe k.; b) (schweiz.) auf-, hochkrempeln: die Ärmel k.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

Fritz

sorry, da seh ich jetz auch kein nährwert. gibt es einen idg. oder anderen zusammenhang oder nich?

Abk. für grippeschutzimpfen? owT
Gruß kw