Was bedeutet genau das Wort Saat?

In Sibirien wird im Herbst Wintergetreide gesät. In einem Lehrbuch steht als Begründung: Die Saat würde im langen Winter erfrieren. Kann mir jemand erklären, was genau mit Saat gemeint ist und was genau erfrieren würde? Und: Erfrieren die aus einem gesääten Samenkorn hervorgegangenen Keimlinge in dem langen und harten Winter nicht? Allerbesten Dank für Deine Bemühungen.

Hallo, ich bin zwar kein Ackerbauspezialist, aber ich versuche es dir mal zu erklären, mit der Saat meint man hier sicher das schon ausgesäte Saatgut, es wird nach der Aussaat bis zur Jungpflanze als Saat bezeichnet. Das Erfrieren der Pflanzen ist von der Pflanzenart und des Wachstumsstadiums abhängig, es gibt z.B. Wintergetreide wie Winterweizen und Wintergerste die im Sep./Okt. gesät werden, sie erreichen bis zur Einwinterung eine Höhe von ca.10 cm, diese Pflanzen benötigen sogar den Frost damit sie im zeitigen Frühjahr ins Schossen kommen, andere Getreidesorten wie Hafer und Sommergerste werden erst im Frühjahr gesät. Auch Gras ist bis zu einer bestimmten Wachstumsphase sehr frostempfindlich, haben die Pflanzen aber ein bestimmtes Alter erreicht können sie dem Frost gut standhalten. Die gefährlichste Zeit ist vom Keimen bis ca. 5cm Höhe. Extreme Trockenheit kann in dieser Zeit auch dazu führen, dass die Pflanzen vertrocknen, da sie noch nicht außreichend Wurzelwerk gebildet haben um sich das Wasser zu hohlen. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. Schöne Grüße, Hubert.

Hallo,
Wintergetreide wird im allgemeinen im Winter (Herbst) gesät. Auch in Deutschland. (Saatzeitpunkt: Oktober im Dezember kleine frostsichere Pflanzen im Frühjahr neuer start und im August= Ernte) Die Aussage: „Die Saat würde im langen Winter erfrieren“ scheint mir falsch übersetzt.
Mit der Saat meint mann das Getreidekorn aus dem die Pflanze wächst. Die Aussage würde bedeuten das Die Getreidekörner zB im Lager einfrieren. Dies stört die Körner( Saat) aber nicht, solange sie noch nicht gekeimt sind.

Ich denke der Grund für die Wintersaat ist ein anderer: Der Sommer ist sehr kurz und würde man im Frühling säen also zB im April kommt schon nach 4 Monaten der neue Winter das Getreide hat nicht genügend Zeit um sich zur Erntereife zu entwickeln. es würde also halbfertig in den Winter gehen und kaputfrieren. Es gibt Sorten die länger Wachsen und andere die schneller wachsen diese zeit wird in der FAOzahl ausgedrückt. übrigens Hafer und Mais gibt es nur als Sommerfrucht. (also Aussaat im März April)
weitere fragen? nur zu VG Udo

In einem Samen, der Saat also, ist der Embryo der Pflanze bereits vorhanden. Analog zu einem Ei besteht ein Samen aus dem Embryo und der Nahrung für denselben. Der Embryo muss sich für kurze Zeit von der Nahrung, die im Samen enthalten ist - dabei handelt es sich um Fette oder Glucose (in Form von Stärke) - ernähren, bis dessen Organe, die Wurzeln und Blätter also, soweit differenziert sind, dass sich die Pflanze selbst ernähren kann (also Wasser und Nährstoffe aus dem Boden holen und sich seinen Zucker, den sie veratmen kann, durch Photosynthese selbst bilden kann).

Wozu gibt es überhaupt Samen? Pflanzen können sich auch vegetativ vermehren. Die Samen haben den Sinn, die Pflanze, durch die vorgeschaltete Befruchtung und die dadurch bedingte Erhöhung der genetischen Variabilität, gegen schädliche Umwelteinflüsse zu schützen; es keimen nur die Samen, die auch an die jeweiligen Umwelteinflüsse angepasst sind. Dann haben die Samen den Sinn, die Pflanze zu verbreiten. Zudem haben die Samen die Aufgabe, der Pflanzen eine Reststenz gegenüber extrem schädlichen Witterungseinflüsse zu verleihen, d.h. ein Dauerzustand zu schaffen, um z.B. Frost zu überstehen. Samen sind meistens dehydriert, damit Frost die Zellen durch Eiskristallbildung nicht zerstört oder Trockenheit die Proteine in den Zellen denaturiert (man muss bedenken, dass die Temperatur auf einem sonnenbeschienenen Boden durchaus über 60°C sein kann, also Proteine zerstören kann). Erst wenn die Umweltbedingungen (Wassergehalt, Temperatur etc.) für die Pflanze optimal sind, „zieht“ der Same Wasser und erhöht den Tugor der Embryozellen.

Wenn nun Saat im Herbst ausgebracht wird, darf der Embryo nicht vor dem Frühjahr keimen, es sei denn, die Keimlinge sind winterresistent (wie Gras z.B.). Wintergerste benötigt zudem eine Vernalisation, d.h. die Saat muss erst eine Kälteperiode durchlaufen, um keimen zu können. Sommergerste kann sofort keimen und würde im Winter erfrieren, d.h., die Embyonen, die bereits einen Tugor aufgebaut haben oder gar schon gekeimt haben, würden durch die Eiskristalle, die sich beim Frieren bilden, absterben.

Hallo Hubert,

du hast mir sehr weitergeholfen mit deiner passgenauen Antwort. Vielen Dank

Vielen Dank für diese sehr ausführliche Antwort. Danke.

Hallo Udo, deine Vermutung mit der falschen Übersetzung ist wohl richtig. Danke für diese passgenaue Antwort. Sie hat mir sehr weitergeholfen.
besten Gruss

Otto

Saat ist das was der Bauer aussät. Also in diesem Fall die Samenkörner des Wintergetreide.

Mit „Saat“ ist der Samen oder das Korn gemeint, aus dem die Pflanze (Gerste) erwachsen kann. Ein Korn enthält auch wenn es gefühlt trocken erscheint, einen Rest an Wasser (ca. 12-16 %). Durch den starken Frost kann der Keimling im Korn kaputtfrieren. Wenn das Korn (die Saat) allerdings im Herbst ausgesät wird, entwickelt sich vor der Frostperiode eine kleine Pflanze. Einige Getreidesorten, wie z. B. Roggen oder Weizen können als Jungpflanzen bei Temperaturen unter Null weiterwachsen, deshalb macht es Sinn diese schon im Herbst auszusäen.

Sehr geehrter Otto!
Als Antwort auf deine Frage, „Was bedeutet das Wort Saat seiner Bedeutung nach?“ kann ich nur auf den Eintrag „Saat“ in Wikipedia hinweisen, wo der Begriff mit „Das aus dem Samen Aufgegangene“ erklärt wird. Ich nehme aber an daß Du das wahrscheinlich schon selbst herausgefunden hast.
Mit freundlichen Grüßen
Walter

besten Dank
und besten Gruss

Besten Dank und besten Gruss

Hallo,

Mit Saat ist sowohl das Ausgsäte (Samenkörner) als auch die gekeimte Pflanze gemeint, siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Saat

Bei Wintergetreide ist wichtig, dass die Keimlinge eine gewisse Grösse erreichen (v.a. Wurzelwerk) damit sie harte Winter gut überstehen. Dies ist unter einer nicht zu dicken Schneeschicht leichter da nicht Wind etc. ausgesetzt. Wintergetreide braucht übrigens eine Kälteeinwirkung (Vernalisation), damit die Pflanze dann auch Körner bildet. Hoffe, das hilft.

Hallo Otto,

der Begriff „Saat“ hat wie so vieles mehrere Bedeutungen. In diesem Fall ist mit „Saat“ die junge Pflanze gemeint. Das Wintergetreide wird im Herbst ausgesät, keimt und erreicht ein Stadium mit 2-4 Blättern. Diese Blätter enthalten Wasser und können somit erfrieren, d.h. die Zellen werden geschädigt. Dies gilt auch für die Wurzeln, die sich aus dem Samenkorn entwickelt haben. Das Samenkorn ist in diesem Stadium „verbraucht“ und kann nicht mehr erfrieren.

Grüße

Jonas92

Hallo Jonas besten Dank und einen schönen _Abend. Gruss Otto