Hallo Experten,
auf der Suche nach einem kostengünstigen HOtel in der Schweiz bin ich auf ein sagenhaft günstiges Angebot gestoßen: nur 38 Euro die Nacht incl. Frühstück. Das Hotel ist ein typisches Schweizer Haus, sieht sehr gemütlich aus, hat Balkone, liegt günstig etc.
Bei näherem Hinsehen entdeckte ich dann, dass es vor einigen Jahren von einem niederländischen Ehepaar übernommen wurde.
Unter anderem heißt es: schwulen- und lesbenfreundlich. Da ich weder das eine noch das andere bin frage ich mal ganz naiv: was bedeutet dies genau? Verkehren dort nur/überwiegend S+L, werden diese als Gäste lieber gesehen, wie ist dies im Alltag zu bemerken?
Ich suchte weiter, fand ein anderes günstiges Hotel und: das Gleiche in grün, nur die Besitzer waren diesmal Schweizer.
Bitte um Aufklärung (nicht, was Schwule und Lesben sind, das weiss ich wohl, sondern wie der Hotelalltag aussieht).
Hallo Experten,
auf der Suche nach einem kostengünstigen HOtel in der Schweiz
bin ich auf ein sagenhaft günstiges Angebot gestoßen: nur 38
Euro die Nacht incl. Frühstück. Das Hotel ist ein typisches
Schweizer Haus, sieht sehr gemütlich aus, hat Balkone, liegt
günstig etc.
Bei näherem Hinsehen entdeckte ich dann, dass es vor einigen
Jahren von einem niederländischen Ehepaar übernommen wurde.
Unter anderem heißt es: schwulen- und lesbenfreundlich. Da ich
weder das eine noch das andere bin frage ich mal ganz
naiv: was bedeutet dies genau? Verkehren dort nur/überwiegend
S+L, werden diese als Gäste lieber gesehen, wie ist dies im
Alltag zu bemerken?
Ich suchte weiter, fand ein anderes günstiges Hotel und: das
Gleiche in grün, nur die Besitzer waren diesmal Schweizer.
Bitte um Aufklärung (nicht, was Schwule und Lesben sind, das
weiss ich wohl, sondern wie der Hotelalltag aussieht).
MFG
Hallo Pluto,
ich verstand so etwas in einer ähnlichen Situation als Warnhinweis, ähnlich wie „Hotel in Flughafennähe“. S + L haben, im Gegensatz zu den meisten Heteros, ein Bedürnis, sich zu outen. Es ist dann nicht jedermanns Sache, bei den Mahlzeiten oder in den Aufenthaltsräumen eine Parade von Paradiesvögeln zu erleben mit der manchmal sehr eigentümlichen Gestik und dem Gehabe der S+L.
wenn eine anlage wo auch immer auf der welt als schwulen- und lesbenfreundlich gekennzeichnet ist, dann wirst du dort zwar trotzdem gerne gesehen sein, kannst aber davon ausgehen, dass du vermehrt schwulen und lesben dort antreffen wirst, die sich in diesem umfeld besonders wohl fühlen werden.
S + L
haben, im Gegensatz zu den meisten Heteros, ein Bedürnis, sich
zu outen.
Was soll denn das heißen?
Heteros outen sich in unserer Gesellschaft, in dem sie einfach sind.
Es ist dann nicht jedermanns Sache, bei den
Mahlzeiten oder in den Aufenthaltsräumen eine Parade von
Paradiesvögeln zu erleben mit der manchmal sehr eigentümlichen
Gestik und dem Gehabe der S+L.
Mann, wie lebt es sich mit soviel Vorurteilen und mangelnder Toleranz?
ich verstand so etwas in einer ähnlichen Situation als
Warnhinweis,
wieso 'Warn’hinweis? Sorry, aber das sind doch keine Menschenfresser, ‚my god‘…
ähnlich wie „Hotel in Flughafennähe“. S + L
haben, im Gegensatz zu den meisten Heteros, ein Bedürnis, sich
zu outen.
Ätzend finde ich, wie sich einige Heteros benehmen…wohlgemerkt: EINIGE. Habe da in vielen Urlauben schon Sachen erlebt bzw. beobachtet…einfach nur *fremdschäm*…
Es ist dann nicht jedermanns Sache, bei den
Mahlzeiten oder in den Aufenthaltsräumen eine Parade von
Paradiesvögeln zu erleben mit der manchmal sehr eigentümlichen
Gestik und dem Gehabe der S+L.
Man weiß dann aber von vornherein, das eben in diesem Hotel auch Schwule und Lesben verkehren, and what?
Wenn er ein offener Mensch ist, dann kann er sich darauf einlassen - wenn er Vorurteile hat und es ihn beunruhigt, von Anfang an, dann sollte er es vllt. doch sein lassen…
Neue, ‚andere‘ Erfahrungen zu sammeln, kann auch sehr (Lebens) bereichernd sein!
Der Besitzerin sind es fast die liebsten Gäste, da sie völlig
unauffällig sind!
Das klingt sehr beruhigend. Ich dachte schon, man müsste dann ständig das Geturtel verliebter Pärchen am Frühstückstisch ertragen. Die anderen Postings ließen Derartiges befürchten.
Ist das nun so etwas wie ein Flitterwochenhotel, oder ist es ein ganz normales Hotel? Ich frage nur, damit ich weiß, ob ich um solche Etalissements in Zukunft einen Bogen machen muss oder ob man dort unbesorgt wohnen kann.
(Was die Leute im Nebenzimmer nachts machen, ist mir wurscht, solange man es nicht durch die Wand hört.)
ich verstand so etwas in einer ähnlichen Situation als
Warnhinweis, ähnlich wie „Hotel in Flughafennähe“. S + L
haben, im Gegensatz zu den meisten Heteros, ein Bedürnis, sich
zu outen.
Da täuschst Du Dich: Ich bin hetero - und das ist auch gut so!
Was für ein Unsinn, den Du da schreibst! „Coming out“ oder „Outing“ bedeutet ja wohl, öffentlich zu bekennen, dass man nicht der stillschweigend als allgemeingültig angesehenen Norm entspricht. Wieso sollte sich ein Hetero outen? Es glauben doch ohnehin alle, dass er ein Hetero ist!
Es ist dann nicht jedermanns Sache, bei den
Mahlzeiten oder in den Aufenthaltsräumen eine Parade von
Paradiesvögeln zu erleben mit der manchmal sehr eigentümlichen
Gestik und dem Gehabe der S+L.
Natürlich! Eine Anne Will oder ein Klaus Wowereit werden vermutlich im Urlaub ständig im Christopher-Street-Day-Kostüm rumrennen. Und die Toilette sollte man nur betreten, wenn man ganz sicher ist, dort allein zu sein, sonst kann ja wer weiß was passieren!
Nichtsdestotrotz: Wer nicht damit umgehen kann, dass er auch mal zwei Frauen sieht, die sich küssen, oder zwei Männer, die über etwas anderes reden als Fußball, der sollte nicht in einem solchen Hotel absteigen. Da hätte dann niemand was davon.
Eine Parade von Paradiesvögeln … mein Gott sind wir fortschrittlich!
Michael
anhand der Antworten, die teilweise gegeben wurden, kannst du ablesen, dass beim Thema Schwule und Lesben massenweise Vorurteile kursieren.
Stell dir doch einfach die Situation in einem „normalen“ Hotel oder Gasthof vor: Der Wirt - durchschnittlich vorurteilsbeladen (und katholisch - schließlich sind wir im tiefsten Süden) - wird konfrontiert mit zwei Frauen oder zwei Männern, die ein Doppelzimmer (aber bitte auf gar keinen Fall mit zwei Einzelbetten) beziehen wollen.
Glaubst du an das Gute im Menschen, so wird der imaginäre Wirt die Reservierung annehmen und beim Einchecken nicht mit der Wimper zucken.
Meine Erfahrungen sagen mir aber, dass auch eine Bemerkung wie die folgende möglich ist: „Da sind Sie in xy (ganz andere Region mit „liberalem“ Image) besser aufgehoben.“ *aufleg*
Wenn ich (als Schwuler oder Lesbe) auf der Suche nach einem Hotel bin, welches kommt eher in die engere Wahl (und wird deshalb zuerst kontaktiert): Das, bei dem ich weiß, dass ich willkommen bin - oder das, bei dem zumindest die Möglichkeit besteht, dass ich beleidigt werde?
Stell dir doch einfach die Situation in einem „normalen“ Hotel
oder Gasthof vor: Der Wirt - durchschnittlich
vorurteilsbeladen (und katholisch - schließlich sind wir im
tiefsten Süden)
Auch wenn es für Menschen in Norddeutschland schwer vorstellbar ist: „Der Süden“ ist nicht dasselbe wie „Bayern“. Wenn Du Dir mal folgende Karte anschaust, wirst Du feststellen, dass es in der Schweiz (um die ging es ja) durchaus viele Regionen gibt, wo mehr als die Hälfte der Einwohner protestantisch sind. http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kart…
Luther war ein Deutscher, aber Calvin und Zwingli waren Schweizer!
(Übrigens ist auch meine Heimat Württemberg alles andere als katholisch, auch wenn sich das im Rest Deutschlands noch nicht rumgesprochen hat…)
wird konfrontiert mit zwei Frauen oder zwei
Männern, die ein Doppelzimmer (aber bitte auf gar keinen Fall
mit zwei Einzelbetten) beziehen wollen.
Doppelzimmer haben in den Alpen praktisch immer Ehebetten. Und kein Mensch wundert sich, wenn zwei Männer ein Doppelzimmer belegen. Die Leute kommen zum Wandern oder Skifahren, und wenn sie ihre Frauen zu Hause gelassen haben, ist ein Doppelzimmer die billigere Alternative als zwei Einzelzimmer. In Österreich kriegt man bisweilen sogar einen Meldezettel, wo man die Namen als „Gast“ und „Ehegattin“ eintragen muss…
Das klingt sehr beruhigend. Ich dachte schon, man müsste dann
ständig das Geturtel verliebter Pärchen am Frühstückstisch
ertragen. Die anderen Postings ließen Derartiges befürchten.
Ich habe gerade mit der Besitzerin telefoniert, S&L-willkommen heißt, dass diese Pärchen willkommen sind und nicht abgewiesen werden. Aber selbstverständlich werden auch heterosexuelle Paare aufgenommen.
Ist das nun so etwas wie ein Flitterwochenhotel, oder ist es
ein ganz normales Hotel? Ich frage nur, damit ich weiß, ob ich
um solche Etalissements in Zukunft einen Bogen machen muss
oder ob man dort unbesorgt wohnen kann.
Das ist schwierig zu beurteilen, die einzige Möglichkeit, Du rufst/mailst und fragst ganz konkret nach dem Umfeld. Es gibt einige Hotels/Pensionen, die sich auf diese Klientel spezialisiert haben, da bist Du halt am falschen Platz, wenn Du nicht zu der Szene gehörst.
Was mir wichtig ist, die Vorurteile sind unbegründet!
Wenn ich (als Schwuler oder Lesbe) auf der Suche nach einem
Hotel bin, welches kommt eher in die engere Wahl (und wird
deshalb zuerst kontaktiert): Das, bei dem ich weiß, dass ich
willkommen bin - oder das, bei dem zumindest die Möglichkeit
besteht, dass ich beleidigt werde?
Hallo,
diese Begründung erscheint mir von allen die logischste.
Ich wollte ja nur wissen, warum der Zusatz in den Hoteltext aufgenommen wird.
MFG
Pluto
ich verstand so etwas in einer ähnlichen Situation als
Warnhinweis, ähnlich wie „Hotel in Flughafennähe“. S + L
haben, im Gegensatz zu den meisten Heteros, ein Bedürnis, sich
zu outen.
Im Gegenteil, die meisten tun ich sehr schwer zuzugeben, dass sie homosexuell sind. Nur fällt es eben immer gleich auf, wenn Jemand „anders“ ist.
Es ist dann nicht jedermanns Sache, bei den
Mahlzeiten oder in den Aufenthaltsräumen eine Parade von
Paradiesvögeln zu erleben mit der manchmal sehr eigentümlichen
Gestik und dem Gehabe der S+L.
Paradiesvögeln? Schaust du zu viel Schwulenparade? Eine Lesbe oder ein schuler Mann kleiden sich im Allgemeinen wie du und ich. Klar gibt es Ausnahmen aber auch viele Heteros laufen komisch rum.
Und nicht alle Schwule sind so „tätä“. Ich hab in meiner direkten Familie einen Schwulen. Und der ist ganz normal. Weder ist er besonders feminin, noch trägt er seltsame Kleidung und er steht auch nicht auf Kinder oder so. Du würst ganz sicher nicht merken, dass er schwul ist wenn du ihn kennen lernst.
Hallo Strubbel,
danke für den Link. Was es alles nicht gibt.
Aber was heißt das denn nun wieder? Heterofriendly. Wenn man da nun alleine hinreist, sorgen die dann für eine passende Schlafmaus (der Begriff fiel mir gerade ein, hoffe, der ist jugendfrei) )))
MFG
Pluto
ich verstand so etwas in einer ähnlichen Situation als
Warnhinweis, ähnlich wie „Hotel in Flughafennähe“. S + L
haben, im Gegensatz zu den meisten Heteros, ein Bedürnis, sich
zu outen.
Im Gegenteil, die meisten tun ich sehr schwer zuzugeben, dass
sie homosexuell sind. Nur fällt es eben immer gleich auf, wenn
Jemand „anders“ ist.
Es ist dann nicht jedermanns Sache, bei den
Mahlzeiten oder in den Aufenthaltsräumen eine Parade von
Paradiesvögeln zu erleben mit der manchmal sehr eigentümlichen
Gestik und dem Gehabe der S+L.
Paradiesvögeln? Schaust du zu viel Schwulenparade? Eine Lesbe
oder ein schuler Mann kleiden sich im Allgemeinen wie du und
ich. Klar gibt es Ausnahmen aber auch viele Heteros laufen
komisch rum.
Und nicht alle Schwule sind so „tätä“. Ich hab in meiner
direkten Familie einen Schwulen. Und der ist ganz normal.
Weder ist er besonders feminin, noch trägt er seltsame
Kleidung und er steht auch nicht auf Kinder oder so. Du würst
ganz sicher nicht merken, dass er schwul ist wenn du ihn
kennen lernst.
Schade das du so denkst…
Hallo senftube,
es mag wohl so sein, wie Du schreibst. Im Fernsehen, um bei einem popularen Medium zu bleiben, kann man bei H. Kerkelin oder A. Biolek wirklich nicht auf ihre Sexvorlieben schließen, aber Paradiesvögel wie Dirk Bach oder Hella von Sinnen im Urlaubshotel - da muß man ganz schön was aushalten können,
Mit Schwulenparade kann ich leider nicht dienen, aber ich verlebte ein füchterliches Wochenende auf Mykonos!! Ist doch klar, wo S+L in Massen vorkommen, leben sie sich aus, und das kann ganz schön schrill sein - vor allem für Leute die nicht auf Handtaschen in Pink oder Krokopumps stehen. Daher finde ich den Hinweis auf S + L - Freundlichkeit hervorragend: wer’s mag, soll es wählen, wer Peinlichkeiten befürchtet, soll es besser lassen.