Was bekommt ein Versicherungsvertreter?

Hallo,

kann jemand der Experten hier Angaben über das Entgelt für selbständige oder angestellte Versicherungsvertreter machen, d.h. welche Grundvergütung (bei Angestellten) und welche Provision (gibt es dabei für Angestellte einen Sockelbetrag = Mindestprovision, was wird selbständigen Versicherungsvertretern gezahlt) in der Versicherungsbranche üblich sind? Z.B. bei Angestellten die Tarifgehälter? Und welche Provisionen betragsmäßig / prozentual für Abschlüsse von Versicherungen (Hausrat, Kfz, Gebäude etc., kein Leben, Unfall, PKV etc.) gezahlt werden?

Mir ist klar, dass Gehälter und Provisionen je nach Unternehmen sehr unterschiedlich sein werden, wäre aber für einen ersten Anhaltspunkt dankbar.

Grüße
EK

Hi,

Das Einkommen eines selbstständigen Alleinvertreters kann absolut unterschiedlich sein. Auch bei der selben Gesellschaft.
Stell dir einen Bereich von 1000€ monatlich bis Ende offen (ich habe einen Kollegen, der im Monat über 10.000€ verdient). Das hängt jedoch sehr stark mit deinen Kunden zusammen -> Empfehlungskette zum Neugeschäft. Oder Kaltakquise, was weiss ich. Der Punkt ist der, dass du das nicht in den ersten 2 Jahren nach deinem Einstieg erreichen kannst.

Das hängt jedoch auch immer davon ab, welche Produkte du verkaufst, und in welchem Gebiet, wieviel Kunden du hast, mit welchen Produkten, wie die Zahlungsmoral ist, usw.
Du kriegst ja nicht nur für Abschlüsse Provisionen, sondern auch für gezahlte Beiträge.

Was das Einkommen eines Angestellten angeht, kann ich keine Auskunft zu geben.

Gruß
Jürgen

PS: Hast du Interesse, für eine Versicherung zu arbeiten, oder warum fragst du sowas?

PS: Hast du Interesse, für eine Versicherung zu arbeiten, oder
warum fragst du sowas?

Hallo,

danke für die Info.

Nein, es geht um die Frage eines Unternehmens, das erwägt, seine Produktpalette zu erweitern auf Versicherungen und dafür entweder selbständige oder unselbständige Versicherungsvertreter zu beschäftigen. Es ist auch noch nicht geklärt, ob die Versicherungen im Pull- (wie bei Tchibo oder Karstadt) oder Push-Verfahren (echte Akquise) an den Mann/Frau gebracht werden sollen. Dafür geben die Tarife des Unternehmens jedenfalls überhaupt nichts her.

Noch bevor Kienbaum oder andere Agenturen gefragt werden, wie die Gehaltsspanne bzw. Provisionsspanne aussehen könnte, will ich mir einen ersten Überblick verschaffen.

Grüße
EK

Nein, es geht um die Frage eines Unternehmens, das erwägt,
seine Produktpalette zu erweitern auf Versicherungen und dafür
entweder selbständige oder unselbständige
Versicherungsvertreter zu beschäftigen. Es ist auch noch nicht
geklärt, ob die Versicherungen im Pull- (wie bei Tchibo oder
Karstadt) oder Push-Verfahren (echte Akquise) an den Mann/Frau
gebracht werden sollen. Dafür geben die Tarife des
Unternehmens jedenfalls überhaupt nichts her.

Was für Produkte sollen es denn sein?

Die Provisionen hängen strakt von der Sparte ab. Platt formuliert, in der Lebens- und Krankenversicherung gibt es mehr Geld als in den Sachsparten.

entweder selbständige oder unselbständige
Versicherungsvertreter zu beschäftigen.

Der Trend in der Branche geht eindeutig dahin, den Vertrieb outzusourcen (Klasse Wort !!). Und zwar nicht nur den Vertreter selber, sondern auch seine gesamte Führungsstruktur.

Siehe Ausgangsposting (kein Leben/Unfall/PKV) owT.

Was Du brauchst, sind die gesamten Vertriebskosten pro Vertrag, und nicht die Provision des Vermittlers (des letzten Gliedes in der Kette). Ich kenne Bereiche der Vertriebsprovisionen um den Faktor 3 bei LVs und den Faktor 4 bei KVs. Ähnlich wird es in den anderen Sparten auch aussehen.

Vielleicht erkundigst Du Dich bei einem Aktuar, welche Sätze er für den Vertrieb in die Beiträge kalkuliert.

Hallo EK,

du sagst es selbst: es ist sehr sehr unterschiedlich.

Für einen angestellten Außendienstmitarbeiter gibt es einen tarifvertraglichen Mindestverdienst, der nicht unterschritten werden darf. Ich meine (kann derzeit nicht nachschauen) es sind umgerechnet um die 1400 Euro im Monat. Hier gibt es dann entweder Provision drauf, oder einen Zuschuss, der durch Provisionen verdient werden muss, oder oder oder.

Bei selbstständigen Handelsvertretern (HGB 84) werden Provisionen gezahlt, aber auch Bürozuschüsse, Zuschüsse zu Werbekosten, Fahrtkosten, Anteil für Innendienstmitarbeiter, usw. müssen berücksichtigt werden.
Je nach Unternehmensphilosophie werden noch (!!) bei 5-Jahresverträgen hohe Abschlußprovisionen (grob 50% und mehr) gezahlt und anschließend Folgeprovisionen (mal grob zwischen 12 und 15%). Davon wird jedoch mehr und mehr abgegangen zugunsten einer regelmäßigeren, dafür höhreren Folgeprovision (oder Bestandsprovision). Es läuft immer mehr auf einen „Abklatsch“ des Courtagesystems von Versicherungsmaklern raus. Das ganze möglicherweise noch bunt verpackt in ein Punktesystem oder eine Abhängigkeit von der Bestandsgröße dazugemischt, vielleicht noch einen Regionalbonus oder ein Bonussystem (Zielerreichungsbonus) und schon bist du bei dem Punkt „sehr sehr unterschiedlich“.

Du hattest nach einem Anhaltspunkt gefragt und ich hoffe, das bringt dich ein wenig weiter,
viele Grüße
Andreas