Was besser. radikal abzahlen oder auf jahre ?

wir wollen uns ein haus kaufen ( freundin und ich )

nun überlege ich wie ich es anstellen soll. ich verdiene ganz ok. also rein rechnerisch könnte ich das haus in 14 jahren abzahlen, müsste aber dafür auf sehr viel verzichten ( kleines auto, maximal 1 mal im jahr miniurlaub, und auch sonst eher eingeschränkt leben )

die andere variante die zur diskussion steht ist 1% tilgung auf 38 jahre gerechnet. so hätte ich eine belastung wie bei einer miete und könnte noch sehr gut leben mit urlaub, auto, weggehen, etc.

wie würdet ihr es machen ?

radikal abzahlen, oder eher wenig und noch leben ?

tips wie ihr es gemacht habt wären interessant

LG

Hi,

der Mittelweg…:wink:

Völliger Verzicht ist imho Quatsch, das kann das Leben und die Beziehung auf Dauer schwer belasten.
Andererseits spart eine schnelle Tilgung jede Menge Zinsen.

Wir können in unserem Vertrag (10 Jahre Zinsbindung) die regelmäßige Tilgung jederzeit in einem gewissen Korridor verändern und zusätzlich pro Jahr 10% der Darlehenssumme als Sondertilgung leisten.

Dies kombiniert mit einer sparsamen Lebensweise bietet die Möglichkeit bei schneller Tilgung auch kleinere Durststrecken ohne übermäßige Einschränkungen zu überstehen.

Gruß Stefan

Hallo erstmal,

das muss jeder für sich entscheiden. Der eine schimpft auf die bösen Banken und die unverschämten Zinsen, und gönnt sich keine Butter mehr aufs Brot, nur um jeden Cent Zinsen zu sparen, der zu sparen geht. Gelebt wird im nächsten Leben.

Der andere sagt sich, dass die Bereitstellung eines Kredits mit Zahlungskonditionen, die einem ein angenehmes Leben ermöglichen, eine durchaus geldwerte Leistung ist, und hat kein Problem damit eine klassische, langfristige Tilgungsvariante zu wählen.

Dazwischen sind angesichts möglicher Sondertilgungen, Eigenleistungen, Dingen die man nicht gleich finanziert, sondern auf einen Schlag bezahlt, wenn gerade Geld da ist, jede Menge Möglichkeiten offen.

Wir haben uns für ein Modell mit langfristiger Tilgung entschieden, bei dem wir keinerlei Einschränkungen haben, und was insbesondere nicht so auf Kante genäht ist, dass es gleich wie ein Kartenhaus zusammenfallen würde, wenn mal unvorhergesehene Dinge passieren. Dazu Sondertigungsmöglichkeiten, und ein Kreditvolumen was zwar einen ordentliche, am Notwendigen und Sinnvollen orientierten Standard gleich ermöglichte, ohne aber großen Luxus und mögliche Optionen gleich mit zu umfassen. Da haben wir in den letzten Jahren jedes Jahr das ein oder andere Projekt realisiert, was dann gleich bar bezahlt wurde, je nachdem was gerade so machbar war und auf dem Wunschzettel nach oben geraten war.

BTW: Der Spruch mit „gelebt wird im nächsten Leben“ ist durchaus ernst gemeint. Leider verstribt jeder 4. deutlich vor Erreichen der statistischen Lebenserwartung, und dem geht oft lange Krankheit und Siechtum voraus. Wir wollen alle nicht hoffen, dass wir auch dazu gehören, aber es kann eben passieren. Und eine Lebensplanung die massive Einschränkungen in der aktiven Lebensphase mit frischer fester Partnerschaft, Kindern, … vorsieht, und davon ausgeht, dass man dann später ja noch genug Zeit hätte, wenn das Haus abbezahlt ist, um dann noch schöne Reisen zu unternehmen, … kann ganz schön nach hinten los gehen. Ich habe schon x-mal Mandanten in Nachlassabwicklungen erlebt, wo es dann hieß, dass der Erblasser sich nie etwas gegönnt habe, weil er „für später“ große Pläne hatte. Nein Danke, da lebe ich lieber heute und zahle dafür etwas mehr Zinsen.

Gruß vom Wiz

Hallo,

wir zahlen innerhalb 10 Jahren alles radikal ab, allerdings nicht so, dass der bisherige Lebenswandel besonders eingeschränkt ist.
1% Tilgung wäre nie in Frage gekommen.
Wenn du in dem Haus mal drin bist und es wirklich willst, dann wirst du merken, wie billig Urlaub sein kann.
Mach aus deinen 14 Jahren 20, dann passt es wahrscheinlich.
Die Bank hat ja auch ein Wörtchen mitzureden.

Gruss,
TR

Hallo,

Du nennst da zwei extreme. Es wurde schon gesagt, evtl. liegt die goldene Weg in der Mitte.
Ich habe einen Grundsatz: Liquidität ist durch nichts zu ersetzen!

Wenn du gar keine Rücklagen bilden kannst, schmeißt Dich u.U. schon eine kleine finanzielle Krise aus der Bahn.
Hast Du dagegen moderate Abzahlungen, kannst Du mehr ansparen. Mit der Möglichkeit von Sondertilgungen kannst Du dann bei Bedarf (z.B. wenns wie jetzt aufs Tagesgeld wenig Zinsen gibt) das Geld in die Abzahlung stecken. Dann hast Du quasi die Zinsen für die Hypothek gespart. Gibt es auf dem Tagesgeldkonto hohe Zinsen, ist das Geld dort besser angelegt. Vor der Krise gab es zT deutlich mehr Zinsen auf Tagesgeld als wir Hypothekenzins gezahlt haben. Da wäre man blöd, das Geld in die Abzahlung zu stecken.
Außerdem will man bei einem eigenen Haus auch immer mal wieder was am Haus machen (Garten anlegen, neue Einrichtung etc.). Bei Radikalabzahlung müsstest Du in der ersten Zeit auch darauf verzichten.

Übrigens müssen AFAIK die Banken auch bei längerfristigen Hypotheken alle 10 Jahre die Möglichkeit zur Sondertilgung (auch Volltilgung) bieten. Da müsstest Du Dich aber nochmal genauer erkundigen.

Gruß, Niels

Hi, geht einen Mittelweg indem ihr euch ein guenstigeres Objekt zulegt. Ihr koennt dann vergleichsweise hoch tilgen, aber der absolute monatliche Betrag ist trotzdem moderat. Ich finde ein Objekt, dass man fast 40 Jahre abzahlen muss oder sich enorm einschraenken, geht schlicht ueber die Verhaeltnisse.
Gruss
Christoph