Was bestimmt 'Geburt geht nun los'?

Hallo zusammen,

von wo aus beginnt der Impuls „Jetzt ist es Zeit - die Geburt geht los“?
Der Tag der Geburt ist ja mittlerweile nahezu perfekt vorherzusagen. 10 Monate nach Befruchtung.

Kommt der Impuls für das Kind von der Plazenta, die aufgebraucht ist?
Sind es Gene?
Gibt das Ungeborene selbst den Impuls?

Ich wünsche mir eine medizinisch-wissenschaftliche, aber für Laien verständliche Erklärung.

Herzlichen Dank im Voraus.
Michael.

Hallo Michael,

Der Tag der Geburt ist ja mittlerweile nahezu perfekt
vorherzusagen. 10 Monate nach Befruchtung.

Ach wirklich?!
Aber nur, wenn ein Arzt nachhilft.
Ansonsten macht das Kind in recht breiten Rahmen, was es will :wink:

Kommt der Impuls für das Kind von der Plazenta, die
aufgebraucht ist?

Umgekehrt.
Die meisten Gyns gehen inzwischen davon aus, daß das Kind die Signale gibt.

Sind es Gene?

Vielleicht?!

Gibt das Ungeborene selbst den Impuls?

Wahrscheinlich.

Ich wünsche mir eine medizinisch-wissenschaftliche, aber für
Laien verständliche Erklärung.

Die kann ich Dir leider nicht geben.
Die Hebamme, die unser zweites Kind zur Welt gebracht hat sagte uns, daß das Kind wohl merkt, das es soweit ist und dann Signale an die Mutter gibt, die dann die Geburt einleitet.

Fundierter kann ichs leider nicht sagen.

Gandalf

Hallo Michael,

voila, hier ist eine kurze semiwissenschaftliche Erklärung auf deine Fragen:

Es ist sicher, daß der Fetus nicht nur passiver Teil der Auslösung von Wehen und Geburt ist.
Das für den Geburtsbeginn nötige OXYTOCIN wird am Ende der Schwangerschaft aufgrund hormoneller Veränderungen in der Plazenta UND im kindlichen Organismus direkt vom Kind produziert !!!
Studien haben bewiesen, daß die fetale Hypophyse (Die Ausschüttung erfolgt über den Hypophysenhinterlappen direkt in die Blutbahn)
und Nebennierenrinde die Hauptauslöser für den Beginn einer Geburt sind.

Oxytocin (Bildungsstätte: Hypothalamus) ist ein Hormon, das in der Schwangerschaft durch Auslösung der Wehentätigkeit zur Geburt führt.

Für den natürlichen Geburtsbeginn werden v.a. Verschiebungen im Follikelhormon-Progesteron-Verhältnis bzw. im Oxytocin-Oxytocinase-Gleichgewicht (auch örtlich) als wesentlich angesehen, wobei dem Oxytocin (Antagonist des den Uterus ruhigstellenden Progesterons) wegen abnehmenden Abbaus durch Oxytocinase eine wesentliche Rolle zuzukommen scheint.

In der Gebärmutter gibt es Zellen mit Oxytocin-Rezeptoren, die das Oxytocin binden und Kontraktionen auslösen. Bis zur 38. Woche sind sie dünn gesät, danach nehmen sie langsam zu und steigern sich bis nach der Geburt um das 300fache.

Um zum aktiven Teil der Geburtsarbeit mit seinen regelmäßigen und effektiven Kontraktionen zu gelangen, braucht man einen regelmäßigen Stimulus, um eine konstante und steigende Produktion von Oxytocin zu erreichen. Dieser Stimulus wird durch den intermittierenden Wehenschmerz gegeben. Der Schmerz bringt die Frau momentan in eine Situation akuten Stresses, auf die sie mit einer Spitzen-Ausschüttung von KATECHOLAMINEN reagiert. Diese provozieren eine Oxytocin-Ausschüttung und gleichzeitig die Produktion von ENDORPHINEN. Sie lösen somit gleichzeitig einen Anstieg der Kontraktionstätigkeit und eine steigende Schmerztoleranz aus.

Geburt ist ein multifaktorielles System von miteinander verbundenen, sowohl auslösenden als auch rückkoppelnden Regelkreisen. Jeder von diesen vielen Auslösern hat wiederum zu anderen Regelmechanismen, Inhibitoren und Triggern zu verschiedenen Zeiten verschiedene Beziehungen. http://www.hebinfo.de/wg9.htm#Wehenmuster

Viele Grüße, Renate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]