Über Pheromone wird viel geschrieben und berichtet. Was davon ist wahr und was ist falsch? Welche Substanzen sind darin enthalten und üben sie wirklich eine „magische“ Anziehung auf andere aus?
Wie kann man dieses Phänomen chemisch begründen?
Über Pheromone wird viel geschrieben und berichtet. Was davon
ist wahr und was ist falsch? Welche Substanzen sind darin
enthalten und üben sie wirklich eine „magische“ Anziehung auf
andere aus?
Wie kann man dieses Phänomen chemisch begründen?
Es sind einfach verschiedene Substanzen, die über die Nase wahrgenommen werden, ohne daß man etwas riecht, aber Nervenimpulse anns gehirn senden, die im Stammhirn oder limbischen System, also im entwicklungsgeschichtlich ältesten teils unserer „Hohlraumfüllung“, bewirken, daß man scharf auf einen potentiellen Geschlechtspartner wird. Du kennst sicher den Ausdruck:Jemanden nicht riechen können.
Grüße
Jürgen
Über Pheromone wird viel geschrieben und berichtet. Was davon
ist wahr und was ist falsch? Welche Substanzen sind darin
enthalten und üben sie wirklich eine „magische“ Anziehung auf
andere aus?
Wie kann man dieses Phänomen chemisch begründen?
Hallo,
deine Frage ist etwas allgemein, daher versuche ich mal eine kurze antwort.
Pheromone sind ein Weg durch mehr oder weniger komplizierte chemische substanzen informationen zwischen den potenziellen geschlechtspartneren einer tierart auszutauschen, zB Wo befinde ich mich? Bin ich jetzt oder in kürze paarungsbereit?
Pheromone treten sehr häufig bei insekten und anderen wirbellosen tieren auf, aber bei den säugetieren gibt es das ebenfalls.
Auch für den menschen lassen sich pheromone nachweisen, jedoch wird ihre wirkung, besonders in der populären presse, häufig stark übertrieben. Vorallem unsere anderen sinne (der mensch ist ein ausgeprägtes „Augentier“) aber auch der soziale kontext und kommunikative interaktionen drängen die wirkung von pheromonen in der menschlichen „Praxis“ stark in den hintergrund.
Im grunde ist das ganze nichts anderes als ein besonderer Geruch, der mit ähnlichen rezeptoren wahrgenommen wird wie alle anderen gerüche auch. Der Unterschied ist nur, das diesem geruch im laufe der evolution ein besonderer informationsgehalt zugeordnet wurde und die entsprechende reaktion auf diesen geruch in unserem gehirn sozusagen festverdrahtet ist. Aber weil wir heute auf diese infos gar nicht mehr angewiesen sind (der mensch hat zB die Sprache entwickelt) werden die alten verhaltensmuster durch neue überdeckt.
Das wars erst mal
bis denn
Ortwin
Hoi,
nur um mal ein paar Mißverständnisse zu beseitigen:
- Pheromone werden keineswegs nur über die Luft verbreitet. Auch im Wasser lebende Organismen verwenden Pheromone
- Pheromone werden keinesweg nur zum „Abchecken“ / Anlocken potentieller Geschlechtspartner verwendet - wenngleich dies sehr häufige Beispiele sind. In gewissen Sinne ist auch cAMP bei Dictyostelium sp. ein Pheromon. Es bewirkt aber zunächst einmal nur ein Zusammenfinden der einzelnen Zellen. Aus dem Tierreich sind auch P. bekannt die der Revierabgrenzung oder der Wegmarkierung dienen. Sozialen Insekten helfen P. bei der Unterscheidung fremd vs. eigen. etc.
Gruß,
Christian
Hi Chris,
ja du hast schon recht das pheromone noch andere informationen „vermitteln“ können und nicht unbedingt gasförmig sein müssen. Das war aber nur eine vereinfachung, kein missveständniss. Es sollte ja eine kurze antwort werden 
Aber wenn da du auf genauigkeit wert legst: Pheromone nennen die sich nur, wenn sie innerhalb einer art verwendung finden. Bei der wahrnehnung durch unterschiedliche arten nennt man sie Kairomone/Allomone (jenachdem ob positiv oder negativ für den sender/empfänger sind).
Alle diese substanzen werden neuerdings auch als Ektohormone oder Semiochemicals bezeichnet.
solong
Ortwin
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