Was bringt Mediatoren-Ausbildung?

Hallo!

Ich bin seit ein paar Monaten Dipl. Psych. und spiele mit dem Gedanken, statt einer teuren und langen Theapieausbildung lieber (neben der Dissertation) die kürzere und günstigere Ausbildung zum Mediator (Familienmediation, offiziell anerkannt) zu machen. Allerdings kann ich nicht recht abschätzen, wie die Zukunftsperspektiven in dem bereich aussehen. Wird es irgendwann gesetz, einen mediator bei bestimmten rechtsstreitigkeiten hinzu zu ziehen? Vielleicht gibt es hier einen Mediator, der berichten kann, inwieweit er ausgelastet ist bzw. ob man diese Ausbildung mit anderen Qualifikationen kombinieren muß und welche kontakte man aufbauen muß, wenn man später als Mediator arbeiten möchte.

Die Weiterbildung zum Mediator kommt vor allem für zwei berufliche Zweige infrage: Zum einen für psychosoziale Berufe wie Erzieher oder Psychologen, zum anderen für Berufe in Recht und Wirtschaft wie Anwälte oder Unternehmensberater. Denn naturgemäß sind es gerade diese Bereiche, in denen es häufig zu Konflikten kommt. Sei es zum Beispiel in der Schule, wo Lehrer zwischen aggressiven Schülern vermitteln müssen, im Rahmen einer Scheidung, wenn es um die Teilung des Vermögens geht, oder in einer Firma, in der Geschäftsführung und Betriebsrat uneins sind.
Mit Menschen in Konfliktsituationen zu arbeiten stellt auch persönlich hohe Anforderungen an den Mediator. Schon die Ausbildung hat viel mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Man muss sich selbst und seine eigenen Schwachstellen gut kennen, betont sie. Denn schließlich dürfen den Mediator auch solche Überzeugungen seiner Medianten nicht parteilich werden lassen, die er selbst eigentlich ablehnt. „Denn wer Urteile im Kopf hat, ist kein guter Mediator.“
Außerdem wichtig, aber häufig zu wenig behandelt, wird das Thema Marketing - vor allem für Freiberufler, denn sonst fehlen bald die Aufträge. Interessierte sollten also auch darauf achten, ob das Thema Marketing im Rahmen der Ausbildung ausreichend berücksichtigt wird.

Ausschließlich von der Mediation zu leben, ist schwer. Dafür ist die Mediation als Möglichkeit zur Konfliktlösung in Deutschland noch nicht verbreitet genug. Das wird sich aber in den nächsten Jahren ändern, sind Experten überzeugt.Ich halte Mediation für einen Wachstumsmarkt. Schließlich werden Gerichtsverhandlungen aufgrund der Überlastung der Gerichte immer länger und teurer.
Freiberufler weit in der Überzahl

Fest angestellte Mediatoren gibt es nur wenige.

Allerdings beschäftigen auch schon einige große Firmen, wie zum Beispiel SAP, BASF oder Bosch eigene Mediatoren. Die Zahl der Angestellten ist jedoch noch sehr gering im Vergleich zu den freiberuflichen Mediatoren.

Weitere Informationen

Arbeitsgemeinschaft für interessengerechte Lösungen e. V., Berlin
www.agil-mediation.de

Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation, Berlin
www.bafm-mediation.de

Bundesverband Mediation e.V., Kassel
www.bmev.de

Bundesverband für Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt e.V., Augsburg
www.bmwa.de

Institut für StreitKultur, Berlin
www.streitkultur.de

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Benötigt man nach einem abgeschlossenen Psychologie Studium überhaupt eine Ausbildung zum Mediator?
Dachte das wäre nicht der Fall??

LG

Hallo Fellow

Ich bin seit ein paar Monaten Dipl. Psych. und spiele mit dem
Gedanken, statt einer teuren und langen Theapieausbildung
lieber (neben der Dissertation) die kürzere und günstigere
Ausbildung zum Mediator (Familienmediation, offiziell
anerkannt) zu machen.

Ich glaube, das dünne Brett zu bohren bringt später auch nur dünne Ergebnisse. Wenn Du schon Psychologie abgeschlossen hast und promoviert, solltest Du vor einer weiterführenden Therapie-Ausbildung keine Manschetten haben. Das bringt Dich persönlich weiter und Du kannst später konkret damit Dein Geld verdienen und ggf. eine Familie ernähren. Ich rate vor Dünnbrettbohrerei gerade speziell in diesem Bereich ab.
Gruß,
Branden

Benötigt man nach einem abgeschlossenen Psychologie Studium
überhaupt eine Ausbildung zum Mediator?
Dachte das wäre nicht der Fall??

LG

das ist eben nicht so ! selbst ein psychologe muss sich weiterbilden!