Nochmal die Details.
Es geht darum, dass die Mitarbeiterin einem ranghöheren Vorgesetzten mitgeteilt hat, schwanger zu sein. Die privaten Hintergründe sind jedoch komplex und beide einigten sich darauf, mit der öffentlichen Bekanntgabe noch einige Wochen zu warten.
Bei einer Absprache zu einem anderen Thema im Großraumbüro in guter Hörweite von etwa einem Dutzend Kollegen, stellte der betroffene Vorgesetzte eine Frage bezüglich der Schwangerschaft.
Da die Betroffene darüber bis dato nicht mit ihren Kollegen reden wollte, war sie geschockt. Die Kollegen haben das natürlich mitbekommen.
Der betroffene Vorgesetzt hat m.E. ohne Not ein Fakt der Privatsphäre erwähnt in einem Moment, wo klar ist, dass viele Kollegen das hören.
Gut - dass Schwangerschaften von Kollegen in Büros auch auf Grund anderer Merkmale erkannt werden können und diskutiert werden, bedeutet dennoch nicht, dass ein Vorgesetzter mit dieser Infomration sorglos umgehen sollte, oder nicht?
Dinge wie Personalplanung sind zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft ja noch nicht so bedeutend, da viele Schwangerschaften zu diesem Zeitpunkt noch nicht „sicher“ sind, sprich viele Frauen das Kind noch verlieren.
Es geht also nicht darum, ob jemand sich waschen will und dabei nicht nass machen will.
Es kann sein, dass eine frühe Schwangerschaft scheitert. Nicht ganz selten. Dann kann es den Betroffenen lieber sein, dass davon keiner erfahren hat. Das wird durch die Info eines Vorgesetzen torpediert. Deswegen sollte er - meines Erachtens - erst nach Rücksprache mit der Betroffenen die Kollegen informieren und sowieso von Bemerkungen in Anwesenheit von Kollegen schweigen.
Oder lieg ich da völlig falsch? Ich bin selber Vorgesetzter, habe allerdings nur männliche Mitarbeiter. Da stellt sich die Frage so nicht.
Danke. morkvomork